Archiv der Kategorie 'ware bildung'

»bildung ist ein grundrecht«

»Am 18.01.2013 und damit zwei Tage vor der Landtagswahl in Niedersachsen demonstrierten etwa 1.200 Student*innen (in Hannover) für ein Grundrecht auf Bildung. Zu der bundesweiten Demonstration hatte die Landesastenkonferenz Niedersachsen gemeinsam mit einem breiten Bündnis aufgerufen. Ihre Forderungen waren unter anderem die sofortige Abschaffung der Studiengebühren, die Demokratisierung aller Bildungseinrichtungen und die Lehrmittelfreiheit an Schulen.«

studiengebühren endlich abschaffen

Etwa 500 Studierende haben am letzten Mittwoch bei eisigen Temperaturen in Oldenburg für die Abschaffung der Studiengebühren in Niedersachsen demonstriert. Bei der letzten Demonstration im November waren es bei wesentlich milderem Wetter noch 2400 Studierende, die gegen die unsozialene Gebühren auf die Straße gingen. Niedersachsen ist neben Bayern das letzte Bundesland, welches noch am Bezahlstudium festhält. Doch selbst die niedersächsischen Universitäten wisen nicht so recht, was sie mir dem abgepressten Geld anfangen sollen – laut Spiegel bunkerten sie im Jahr 2011 78 Millionen Euro Einnahmen aus den Studiengebühren einfach ein.

studiengebühren abschaffen

»Am 20. Januar finden in Niedersachsen die Landtagswahlen statt. Eines der am heißesten diskutierten Themen ist die Abschaffung der Studiengebühren. Das Aktionsbündnis Studiengebühren abschaffen hat bereits im Oktober zur größten Studierendendemonstration, die es in Oldenburg jemals gab, mobilisiert. Die Rückmeldungen waren überwältigend positiv und die 2400 Oldenburger Studierende und SympathisantInnen haben ihre Wut über die unsozialen Studiengebühren lautstark auf die Straße getragen. (…)

Nach dem großen Erfolg im Oktober wird das Aktionsbündnis eine weitere Demonstration am 16. Januar organisieren. Der Auftakt wird wieder um 14:00 vor dem Hörsaalzentrum des Campus Haarentor stattfinden. Danach geht die Demonstration über den Pferdemarkt bis zum Schloßplatz, an welchem die Abschlusskundgebung stattfinden wird. Des Weiteren ruft das Aktionsbündnis auch zur aktiven Teilname an der Großdemonstration mit dem Thema „Bildungsgebühren abschaffen“ am 18. Januar in Hannover auf.« [Info]

reiche eltern für alle

Am heutigen Mittwoch demonstrierten wohl mehr als 2000 Studierende der Carl-von-Ossietzky-Universität gegen die Studiengebühren in Nie­der­sach­sen. Knappe zwei Monate vor der Land­tags­wahl sahen die OrganisatorInnen in der Demo »eine gute Ge­le­gen­heit den Par­tei­en die Mei­nung der Stu­die­ren­den­schaft mit­zu­tei­len«. Nachdem selbst im CSU-regierten Bayern eine Abschaffung der Gebühren im Raum steht, ist Niedersachsen das einzige Bundesland, was am Bezahlstudium festhalten will und damit die sowieso schon vorhandene soziale Selektionswirkung des Bildungssystem noch verstärkt.

studiengebühren abschaffen

Ein paar »protestierende Studierende« aus Oldenburg wollen einen neuen Versuch starten, die Studiengebühren in Niedersachsen durch Aktionen auf der Straße Geschichte werden zu lassen: »In diesen Tagen wird im CSU dominierten Bayrischen Landtag erstmals über die Abschaffung der Studiengebühren diskutiert. Scheinbar wird nun endlich auch im konservativen Zentrum Deutschlands eingesehen, dass Studiengebühren die Chancengleichheit im Bildungssystem negativ beeinflussen. Eine Ausnahme bildet das Land Niedersachsen welches, falls Bayern auch die Studiengebühren abschafft, das einzige Bundesland mit Studiengebühren wäre. Die amtierende Niedersächsische Landesregierung äußert sich bisher zu diesem Sachverhalt nicht. Sorgen wir dafür, dass sich das ändert! Im Januar findet die Niedersächsische Landtagswahl statt, eine gute Gelegenheit den Parteien die Meinung der Studierendenschaft mitzuteilen. Gleichzeitig hat gerade ein neues Wintersemester angefangen und viele neue KomillitonInnen wird dieses Thema noch einige Jahre beschäftigen. Es ist also der perfekte Zeitpunkt, um die Forderung: „Abschaffung der Studiengebühren, Deutschlandweit!“ auf die Straße zu tragen!
Hiermit rufen wir zur Teilnahme am Aktionsbündnis „Studiengebühren Abschaffen“ auf, sowie der Verbreitung des Demo-Termins und erhoffen uns regen Zuspruch. Ziel ist es, die Studierendenschaft zu regelmäßigen Demonstrationen zu bewegen, um den Druck auf die (zukünftigen) Regierungsparteien zu erhöhen und eine Abschaffung zum Sommersemester 2013 zu erreichen
«, heißt es in einer Erklärung.

Plenumstreffen des Aktionsbündnis: Am Mittwoch den 07.11.2012 um 18 Uhr vor dem AStA im Mensagebäude des Campus Haarentor
Demonstration: Am Mittwoch den 14.11.2012 um 14 Uhr vor dem Hörsaalzentrum A14 des Campus Haarentor

bildungsstreik in vechta

Im Rahmen des »Bundesweiten Bildungsstreiks« demonstrierten am 16. November etwa 300 Studierende und einige SchülerInnen unter Parolen wie »Bildung für alle – und zwar umsonst« in der Kleinstadt Vechta für eine andere Bildungspolitik – ein »sonst in der Kreis- und Universitätsstadt eher seltene(s) Bild«, wie die NWZ anmerkte. Im Fokus des Protest stand die Abschaffung der Studiengebühren, des Turbo-Abiturs und des dreigliedrigen Schulsystems. Gleichzeitig kündigten die OrganisatorInnen weitere Aktionen für bessere Studien- und Schulbedingungen an.

Und während also in einem konservativen Städtchen wie Vechta, wo bei der letzten Kommunalwahl mal wieder die CDU mit 61,06 % die absolute Mehrheit erreichte, die Studierenden für ihre Rechte auf die Straße gehen, hält die Oldenburger Sudierendenschaft wohl schon Winterschlaf in ihrem akademischen Elfenbeinturm – oder jagt fanatisch irgendwelchen Credit Points hinterher.

kritische und aufmüpfige mentalität verloren

Von 1974 bis 1998 sammelten und archivierten Hermann Havekost und Rainer Vogt so ziemlich alle Flyer, welche sie auf den Mensatischen der Oldenburger Uni finden konnten. Beim »Oldenburger Lokalteil« erschien vor Kurzem ein Artikel über ihre Sammlung zu 24 Jahren Flugblattkultur im akademischen Milieu, welche wohl auch Rückschlüsse auf die Entwicklung und Veränderung des politisches Engagements der StudentInnen seit der Gründung der Universität zullässt. Und so geben die Beiden dann auch ziemlch treffende Einschätzung über die Verfasstheit der heutigen Studierenden ab – natürlich basierend auf dem aktuellen Flyerangebot in der Uni: »Im Gegensatz zu heute wurde sehr viel mehr als Flugblatt oder Pamphlet veröffentlicht, was politischer Natur war. Auch die Parteien haben regelmäßig Informationen verteilt; die meisten Flugblätter stammten aber von studentischen Vereinigungen oder Einzelpersonen. Es wurde zu Protesten, Aktionen und Diskussionen aufgerufen. Kulturelle Veranstaltungen, wie das von Studenten organisierte Uni-Kino, wurden ebenso angepriesen. Heute liegen fast ausschließlich kommerzielle Veranstaltungsflyer auf den Mensatischen«, so Rainer Vogt. Noch deutlichere Worte findet Hermann Havekost: »Es finden sich kaum noch politische Flugblätter an der Uni. Viel von der kritischen und aufmüpfigen Mentalität der Studenten in den Anfangsjahren der Universität scheint verloren gegangen zu sein.«

london calling, part 2

Nach dem gestrigen Beschluss der britischen Regierung, dass Universitäten künftig Studiengebühren von bis zu 9000 Pfund (10.700 Euro) pro Jahr erheben dürfen, kam es in London erneut zu Großdemonstrationen und heftigen Auseineinandersetzungen mit der Bullerei im Regierungsviertel Westminster [Video]. Prinz Charles und seine Frau Camilla landeten währenddessen mit ihrem Wagen inmitten wütender Studierender – und zeigten sich doch eher schockiert von der Begegnung mit dem »Pöbel«. Der »Pöbel« verkündete indes: »This fight is not over«.

london calling

bildungsstreik reloaded?

An der C.v.O-Uni Oldenburg sollen die Bildungsproteste nach dem gelungenen Streik im letzten Wintersemester nun in die nächste Runde gehen – oder zumindest sollte mal drüber geredet werden. Und zwar bei der Open Space-Bildungsprotest-Versammlung am nächsten Mittwoch, dem 17.11.2010 um 14.00 Uhr im Gebäude A14. Mehr Info`s findet ihr bei »Oldenburg brennt«. Hier nun ersteimal noch der Einladungstext: »Bist Du zufrieden? Jede/r Studierende zahlt 500 Euro Studiengebühren pro Semester. Diese Gebühren verwehren breiten Schichten der Gesellschaft den Zugang zu universitärer Bildung oder schrecken davor ab. Wir fordern die Abschaffung dieser unsozialen Gebühren. Trotz des Versprechens, dass sich mit diesen Gebühren die Studiensituation verbessern werde, ist die Lehrqualität noch immer mies. Dies fängt damit an, dass die Lehrräume schlecht ausgestattet sind. Viele Veranstaltungen sind überfüllt und besitzen deshalb eine schlechte Lehrqualität. Im letzten Wintersemester hat der Senat in Folge der Besetzung des Hörsaalzentrums A14 Veränderungen zur Verbesserung der Studienbedingungen beschlossen. Nun ist es an uns, zu überprüfen, ob diese Veränderungen in den Studiengängen umgesetzt werden. Noch zufrieden? Oder biste schon stinkwütend?«

oldenburg glimmt wieder…

… und die NWZ hat ausnahmsweise mal einen guten Artikel dazu veröffentlicht – aber lest selbst: »Demonstriert worden ist am Mittwochmittag in Oldenburg für eine andere Bildungspolitik. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich zum Auftakt 120, später über 250 Schüler und Studenten an der als „Bildungsstreik 2010“ ausgerufenen bundesweiten Aktion. Sie wurde vor Ort von der Arbeitsgemeinschaft Bildungsforum Oldenburg, einer universitären Gruppe, organisiert. Parallel dazu findet ein einwöchiges Streikcamp an der Universität statt. Marie (15), die das Gymnasium Eversten besucht, hat eine klare Botschaft an die Bildungspolitiker in Hannover: „Mir ist es wichtig, dass die Schülerzahl in den Klassen kleiner wird. Dafür müssen mehr Lehrer eingestellt werden.“ Talea (16), die ebenfalls das GEO besucht, sagte: „Von der sozialen Gerechtigkeit betrachtet, müsste das IGS-System ausgebaut werden. Insgesamt müsste mehr für die Chancen von Hauptschul-empfohlenen Kindern getan werden.“ Marie Charlotte (17) und Niko (16) sind vom Lothar-Meyer-Gymnasium aus Varel nach Oldenburg gekommen. Die 17-Jährige sagt: „Wir sind weiterhin gegen das Turbo-Abi. Die Belastung ist extrem.“ Außerdem gebe es keine klare Abstimmung. Einige Unterrichtsinhalte seien wegen der verringerten Zeit zusammengestaucht worden, die im Abi aber weiter geprüft würden. Das Studieren sei vielen Schülern heute außerdem zu teuer. Niko: „Aus unserem Jahrgang wollen viele aus Kostengründen nicht studieren. Sie gehen ab und machen eine Ausbildung, nicht wenige wechseln nach der zehnten Klasse auf eine BBS.“ Ein Lehramts-Student sagt: „Uns geht es vor allem um mehr Chancengleichheit, um die Abschaffung der Studiengebühren und um eine Veränderung des Bachelor- und Master-Systems, das noch nicht ausgegoren ist. Man müsste die Universität in seinem Studiengang zum Beispiel leichter deutschlandweit wechseln können.“ Neben dem Ende des Turbo-Abis wurde u.a. „längeres gemeinsames Lernen“ und die „Abschaffung aller Bildungsgebühren“ gefordert. Die Tatsache, dass der Bund nun im Sozialen aber weniger in der Bildung sparen wolle, dürfe nicht dazu führen, „dass wir uns gegeneinander ausspielen lassen“, so ein Sprecher der Arbeitslosenselbsthilfe Also. Beide Bereiche gehörten zusammen.«

☞ »Schüler protestieren auf Straße« NWZ, 10. Juni 2010
☞ »Oldenburg brennt!« Bildungsstreik in Oldenburg

bildungsstreik 2010

Für Juni rufen Bildungsinitiativen zu einer gemeinsamen Aktionszeit und für den 9. Juni bundesweit zu dezentralen Demonstrationen und Aktionen auf. In Oldenburg soll es vom 7. – 11. Juni ein Open Space-ProtestCamp an der CvO-Uni (hinter A 14) geben, am 9. 6. dann eine größere Demo, welche um 12 Uhr am Bahnhofsvorplatz beginnen soll. Mehr Info`s findet ihr u.a. bei »Oldenburg brennt!«. Hier nun der Text einer der Oldenburger Aufrufe: »Im letzten Jahr fanden in Oldenburg zahlreiche Proteste gegen das bestehende Bildungssystem statt. So gab es im Juni eine große SchülerInnendemo mit 5000 TeilnehmerInnen, im Herbst wurde das Audimax der CvO-Uni Oldenburg für einen Monat besetzt, des weiteren gab es unzählige kleinere Aktionen und Demos. Doch es hat sich nix grundlegendes geändert! Es wird versucht en Protest auszusitzen und so weiter zu machen wie bisher. Doch das lassen wir nicht mit uns machen. Wir forden deshalb: Eine Schule für alle – Ausbau des IGS-Systems. Keine Privatisierung von Bildung. Länger gemeinsam Lernen. Abschaffung aller Bildungsgebühren. Ausbau und Verbesserung der frühkindlichen Pädagogik. Abschaffung von Turboabi und Profiloberstufe. Lehrmittelfreiheit für alle. Kreatives und selbstbestimmtes Lernen und Studieren.«

oldenburg glimmt weiter

Nach vier Wochen der Besetzung des gesamten Hörsaalzentrums A14 sind die protestierenden Studis am Donnerstag, dem 17.12.2009 in die Seminarräume A14 0-030 und 0-031 umgezogen und haben den Rest des Gebäudes somit wieder freigegeben. Vorausgegangen waren kleiner Zugeständnisse des Uni-Präsidiums, von denen wohl die Abschaffung der Anwesenheitspflicht als der größte Erfolg zu sehen ist. Vom Ergebnis also bisher eher ernüchternd – was jedoch in keinster Weise die vierwöchige Erfahrung im politischen Protest und in gelebter Basisdemokratie und Selbstverwaltung schmälert. Und wer weiß, vielleicht geht da nach Weihnachten ja noch was – für den Mittwoch nach den Ferien ist auf jeden Fall schon ein neues Open-Space-Treffen in der Uni (18 Uhr, A14, Hörsaal 1) angesetzt.

☞ »Oldenburg brennt – Der Streik zieht um!«

oldenburg glimmt!

Die »protestierenden Studierenden«, die seit dem 19. November das Hörsaalzentrum A14 aus Protest gegen die neoliberale Bildungspolitik besetzt halten, wollen die Hörsäle nun zeitweise für den Lehrbetrieb wieder freigeben. Allerdings nur, wenn einige ihrer Forderungen von der Universitätsleitung erfüllt werden. Unter anderem wird die Abschaffung der Anwesenheitslisten, die Ermöglichung einer freien Wahl bei den Prüfungsmöglichkeiten und die Zusicherung einer stärkeren Transparenz und offeneren Kommunikation mit der Hochschulöffentlichkeit gefordert. Auch soll der Hörsaal 1 im A14 täglich ab 18 Uhr für die Weiterführung des Plenums und einen weiteren Raum als permanenten Arbeitsraum zur Verfügung gestellt werden. Den ganzen Bedingungsbrief des »Plenums der protestierenden Studierenden« findet ihr hier. Irgendwie klingt das ziemlich enttäuschend – da wär doch wirklich mehr drin gewesen. Aber wer weiß – vielleicht geht da ja doch noch was…

»die arbeitnehmer von morgen«

Bildungsstreik als Wettbewerbsfaktor? Eine Einschätzung zu den Oldenburger Studi-Proteste aus dem Blickwinkel von Onur Yamac, dem Herausgeber von »weser-ems.business-on.de – das regionale Wirtschaftportal« liefert der Artikel »Potenzial für „Stadt der Chancengleichheit“«:
» Als sich am vergangenen Donnerstagnachmittag vor dem Oldenburger Hauptbahnhof ein Demonstrationszug von Studenten in Bewegung setzte, war in „Deutschlands Stadt der Wissenschaft“ etwas anders als bei ähnlichen Demonstrationen: Studenten mit Fahrrädern statt schwarzer Block am Kopf des Zuges, freundlichere Musik, Teilnehmer mit bunten Luftballons und – ganz nach Carl von Ossietzky, dem Namenspaten der Universität – hatten viele eine Friedenstaube am Revers. Selbst die Milchbauern hatten eine kleine Delegation entsandt. Nur eins wird sich scheinbar nie ändern: die Lautsprecherdurchsagen. (mehr…)