Archiv der Kategorie 'völkerkunde'

mörder!

Bereits am 1. Januar 2009 tötete ein Bahnpolizist der »Bay Area Rapid Transport« im kalifornischen Oakland den 22jährigen afroamerikanischen Studenten Oskar Grant in einer Bahnstation. Vor den Augen und diversen Handy-Kameras von vielen Fahrgästen zog der Polizist Johannes Mehserle eine Waffe und erschoss den wehrlos am Boden Liegenden.
Am 7. Januar fand daraufhin in Oakland eine Demonstration mit knapp 1000 TeilnehmerInnen statt. In Reden wurde u. a. auf die rassistischen Aspekte des Mordes hingewiesen. Ein Freund der Familie von Oskar Grant sagte, dass afroamerikanische Eltern gerade auf ihre Söhne im Alter von 17 bis 25 aufpassen müssen: »Entweder stecken sie sie wegen irgend etwas für lange Jahre ins Gefängnis oder sie bringen sie um.«. Die Bullen verwehrte der Demo die Route zum Rathaus und griffen mit Tränengas und Schlagstock an, um die Menge auseinander zu jagen. Verschiedene Gruppen lösten sich danach von der Demo und schlugen Schaufenster und Autoscheiben ein. Es kam zu mehrstündigen Auseinandersetzung mit der Polizei.


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lager … leiter … lüttgau, part 3

Wie angekündigt fand heute der Prozeß gegen einen Antirassisten wegen »Beleidigung« des Lagerleites Lüttgau statt. Das Urteil: Freispruch! Hier die Presseerklärung der UnterstützerInnen des Angeklagten: »Heute Vormittag wurde ein antirassistischer Aktivist, der angeklagt war, ein Flugblatt verteilt zu haben, durch das sich der Lagerleiter Lüttgau durch die Begriffe »Lagerleiter« und »rassistische Autorität« beleidigt fühlte, vorm Amtsgericht Oldenburg frei gesprochen. Über 50 Prozessbeobachter_innen kommentierten die Ausführungen des Oberstaatsanwaltes Schewes kritisch. Sein Plädoyer wurde durch eine lautstarke Gesangseinlage unterbrochen. Der Angeklagte stellte in einer Erklärung klar, dass die Verwendung der Begriffe vor dem Hintergrund der menschenverachtenden Flüchtlingspolitik des Landes Niedersachsens gerechtfertigt seien.

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»negerkuss & mohrenkopf«

Heute mittag demonstrierten einige dutzend Leute auf dem Oldenburger Weihnachtsmarkt vor einer Waffelbude, die trotz mehrerer vorangegangener Gespräche ihre Waren mit Begriffen wie »Mohrenköpfe« usw. anbot. Dass diese Begriffe ja vielleicht ein wenig rassistisch anmuten, war der Betreiberin bisher egal. Es wurden Flugis verteilt und die Bude ein wenig belagert. Schließlich erschien der Marktleiter, dachte ein bißchen nach und veranlasste daraufhin, dass die betreffenden Werbeschilder an der Bude entfernt wurden. Sicherlich wird Oldenburg dadurch nicht frei von Rassismus, jedoch ist es auf jeden Fall angemessen, die Rassismen in der deutschen Alltagssprache zu benennen und gegen sie vorzugehen.

lager … leiter … lüttgau, part 2

Wie bereits berichtet hat ein Oldenburger Antirassist am Donnerstag, dem 18.12.08 einen Prozess vor dem Amtsgericht Oldenburg. Er soll den Leiter des Abschiebelagers Blankenburg Christian Lüttgau beleidigt haben. Während UnterstützerInnen des Angeklagten zu dem lächerlichen Prozess mobilisieren (Treffpunkt: 8.30 Uhr, Amtsgericht, Elisabethstraße 6), erschien am 12. Dezember in der (ansonsten miserablen) Oldenburger Wochenzeitung »BLITZ am Freitag« ein interessanter Bericht zur anstehenden Verhandlung. Zu lesen gibt`s den hier als pdf.-Datei.

lager … leiter … lüttgau, part 1

Ein Oldenburger Antirassist hat am Donnerstag, dem 18.12.08 einen Prozess vor dem Amtsgericht Oldenburg. Er soll den Leiter des Abschiebelagers Blankenburg Christian Lüttgau beleidigt haben. Wer den Angeklagten bei dem lächerlichen Prozess unterstützen will, sollte sich um 8.30 Uhr vor das Amtsgericht in der Elisabethstraße 6 begeben. Versprochen ist Kaffee und ein »hoher Unterhaltungswert«.

Hier der Flugblatt-Text der UnterstützerInnen:»Ein oft missverstandener Beamter des Niedersächsischen Ministeriums für Inneres, Sport und Integration fühlt sich mächtig auf den Schlips getreten. Kurz vor seiner Versetzung, will Christian Lüttgau noch einmal klargestellt haben, dass sein Handeln und sein Job nichts auf der politischen Bühne zu suchen haben und fühlt sich daher stark in seiner Ehre gekränkt. Ein antirassistischer Aktivist ist angeklagt, ein Flugblatt verteilt zu haben, in dem der Leiter des Abschiebelagers Blankenburg Christian Lüttgau als »Lagerleiter« und »rassistische Autorität« bezeichnet wird. Die lächerliche Anklage lautet auf Beleidigung. Ganz im Sinne des Innenministeriums des Landes Niedersachsen sollen hier Kritiker_innen der Flüchtlingspolitik mundtot gemacht werden. Die Flüchtlingspolitik des Landes strebt eine Unterbringung der Mehrzahl der Flüchtlinge in Lagern an, die die Flüchtlinge isolieren, abschrecken und kontrollieren soll. Ziel dieser Politik ist eine Erleichterung der Abschiebung.
Die Flüchtlinge des Abschiebelagers Blankenburg haben während ihres Streiks im Herbst 2006 zu spüren bekommen, wie der Umgang der Landesbehörden mit Kritiker_innen ist. Viele Flüchtlinge können von Einschüchterungsversuchen und offenen Drohungen als Reaktion auf ihre Proteste berichten. Mehrere Flüchtlinge, die den Mut aufgebracht haben, ihre Kritik offen vorzutragen, wurden deswegen in abgelegene Ortschaften oder andere Lager transferiert. Einige Aktivist_innen, die nicht im Abschiebelager Blankenburg wohnten, erhielten ein Hausverbot. Für diese Maßnahmen war unter anderem auch der Regierungsdirektor Christian Lüttgau, der ja der Leiter des Lagers Blankenburg ist, verantwortlich.«

Weitere Infos gibt`s unter: www.alhambra.de/nolager