Archiv der Kategorie 'rollenwechsel'

frauen*kampftag am 12. märz in köln

»Überall in Deutschland, ob auf dem Dorf, in der Kleinstadt oder in den Metropolen, geschehen täglich sexistische Übergriffe oder Belästigungen gegenüber Frauen*. Sexismus ist Alltag und das nicht erst seit der Silvesternacht auf der Kölner Domplatte. Unsere Solidarität gilt deshalb all jenen Frauen*, die sexualisierter Gewalt und Übergriffen ausgesetzt waren und sind. Wie es Feminist*innen auf der ganzen Welt schon seit vielen Jahren tun, muss sexualisierte Gewalt und Sexismus überall bekämpft werden – egal, von wem sie ausgeht.

Es ist bizarr aber wenig verwunderlich, dass Pegida, AfD, Antifeminist*innen und allerlei Personen, die sich noch nie für Frauen*rechte interessiert haben, nun plötzlich als Beschützer*innen von „deutschen, weißen Frauen“ auftreten. Die Körper der angegriffenen Frauen* werden instrumentalisiert, um eine rassistische Stimmungsmache gegen Geflüchtete und insbesondere muslimische Migranten zu betreiben.« (mehr…)

gegen „1000 kreuze“
für sexuelle selbstbestimmung

»Am 19. März 2016 ziehen in Münster fundamentalistische Christ*innen mit weißen Kreuzen in einem Gebetszug durch die Straße. Sie sprechen sich gegen das Recht auf Abtreibung aus und nennen sich dabei paradoxerweise „Lebensschützer“. Dabei denken sie nicht an das Leben ungewollt schwangerer Personen. Denn Personen, denen das Recht auf Abtreibung versagt bleibt, finden auch illegale Wege um abzutreiben – diese bezahlen sie häufig mit ihrem Leben. Die Abtreibungsgegner*innen setzen sich über die sexuelle Selbstbestimmung schwangerer Personen hinweg und sprechen ihnen die Macht über ihren eigenen Körper ab. Noch dazu sind sie gegen Verhütung, Sex vor der Ehe, Homosexualität, queere Geschlechtsidentitäten und Lebensentwürfe. Dem werden wir etwas entgegensetzen! Auf der Info- und Mobilisierungsveranstaltung am Montag, den 29.Februar 2016 um 19.00 Uhr im Alhambra gibt’s Hintergrundinfos, Videoausschnitte (u.a. aus der Doku „Abtreibung – Ein Menschenrecht“, 2014) und v.a. Infos zu (Mitmach-)Aktionen in Münster.«

guter sexismus, schlechter sexismus

»Seit der Silvesternacht 2015 gibt es in Deutschland einen neuen Sexismus-Diskurs. Generell ist es für uns ein wünschenswerter Fortschritt, dass die Strukturen, die zu sexualisierter Gewalt führen nicht nur Beachtung in der breiten Öffentlichkeit finden, sondern auch problematisiert werden. So musste Justizminister Heiko Maas nun endlich der Umsetzung der Istanbuler Konvention zustimmen. Aber mehr Positives kann von der derzeitigen Auseinandersetzung in unseren Augen leider nicht berichtet werden.

Denn die Auseinandersetzungen mit dem Thema Sexismus und sexualisierte Gewalt strotzen nicht nur von Sexismus, sondern auch von Rassismus. Dies ist ein Zustand und ein Diskurs auf allen Ebenen, der uns zunächst sprachlos macht. Der vorliegende Text stellt einen Versuch dar, sich von dieser Sprachlosigkeit zu lösen und einen Ansatz für eine kritische Auseinandersetzung zu schaffen.« (mehr…)

#kölnhbf – sorry, jetzt rede ich!

450 gegen sexismus und rassismus

»Die Interkulturelle Arbeitsstelle Ibis hatte zur Demo aufgerufen. 450 Teilnehmer zogen Freitag durch die Stadt: Die Übergriffe durch Flüchtlinge in Köln in der Silvesternacht haben nicht nur viele Deutsche alarmiert. Auch unter Flüchtlingen geht die Sorge um, die bislang tolerante Haltung in Deutschland könnte kippen. Nach Protestaktionen in Bremen, Hannover und anderen Städten gingen am Freitag in Oldenburg Flüchtlinge auf die Straße. Ihre Botschaft: Wir lehnen Gewalt ab, distanzieren uns von denjenigen unter uns, die andere missbrauchen und berauben.

Rund 450 Teilnehmer – darunter mehrere Ratsvertreter – zählte die Polizei beim Protestzug, der vom Bahnhof über die Wälle zum Schlossplatz führte. „Alles verlief friedlich, keine Zwischenfälle“, meldete die Polizei. Stefanie Riepe, die bei Ibis Deutschkurse für Flüchtlinge gibt, hatte Zeitungsberichte von den Gewalttaten in Köln ins Arabische übersetzt. „Meine Schüler waren geschockt – sie konnten gar nicht glauben, was da passiert.“ Köln und die Übergriffe in Oldenburg seien mit ein Grund, auf die Straße zu gehen. „Wenn meine Schüler vom Bus zum Unterricht kommen, erleben sie, dass ihnen die Menschen ausweichen – die verstanden das gar nicht“, berichtet Riepe. „Sie sind betroffen davon, wie Deutsche sie sehen.“« (mehr…)

die rape culture wurde nicht importiert

»Ein in Sachen sexualisierter Gewalt halbwegs sensibilisierter Mensch kann sich dieser Tage nur verwundert die Augen reiben—wenn er nicht schon vor Wut schäumt. Die Gewalt am Kölner Hauptbahnhof als singuläres Ereignis darzustellen, als Ausnahme, die von außen über das „gute Deutschland“ hereingebrochen ist, schadet von Gewalt Betroffenen mindestens so sehr wie die Verwendung des Begriffs „Antanzen“ für die Art der Übergriffe: Ein Wort, das sexualisierte Gewalt und Raub verharmlost, bagatellisiert und exotisiert. Plötzlich sprechen alle möglichen Medien von Rape Culture—und meinen damit die Rape Culture woanders, also in Tunesien oder in Indien, weil die polizeibekannten Intensivtäter „arabisch“ oder „nordafrikanisch“ aussehen, also keine weißen Männer waren. Und die Deutsche Polizei-Gewerkschaft (DPolG) vermeldet, dass es „unwahrscheinlich“ sei, den Tätern „individuell und konkret“ Straftaten nachweisen zu können. Somit sei ungewiss, „ob es im Fall der Übergriffe in Köln auch nur zu einer einzigen Verurteilung kommen wird.“« (mehr…)

flit*-gruppen stellen sich vor

polizist begrabscht kollegin

»Erst soll er seiner Kollegin während einer Einsatzübung an die Brust gefasst, wenig später dann auch noch mit dem Satz „Ich fasse Frauen da an, wo ich will, wenn keiner hinguckt“ beleidigt haben. Trotzdem wurde der Polizeibeamte nun von einer Strafrichterin des Amtsgerichts Oldenburg vom Vorwurf der Beleidigung freigesprochen. (…) Da besagte Äußerung nun aber auch etwas später fiel – als die Polizistin den Angeklagten im Anschluss an das Einsatztraining auf die Berührung angesprochen hatte –, habe diese der Berührung keinen ehrverletzenden Charakter mehr geben können. (…) Das Gericht war nach der Beweisaufnahme – in der weitere Polizisten befragt wurden – davon überzeugt, dass der Angeklagte der Frau an die Brust gefasst und damit die Übungssituation, in der zwei Beamte sie aus einem Auto ziehen sollten, ausgenutzt hatte. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig.« [Quelle]

oldenburg unterm regenbogen

verstecken gilt nicht

Passend zum morgigen CSD Nordwest unter dem Motto »Achtung! Bildung gefährdet Ihre Homophobie« (12 Uhr/Rosenstraße) findet sich im Netz jetzt der Artikel »Eine kleine Geschichte der Lesben- und Schwulenbewegung in Oldenburg«, geschrieben von Inga Wolter.

An dieser Stelle gibt es als Leseprobe nun das Kapitel »KÜSSE FÜR ALLE? VON WEGEN!« über die Jagd auf Lesben und Schwule in Oldenburg: »Eine Welle der Homosexuellen-Hetze schwappte Ende der 80er-/Anfang der 90er-Jahre auch nach Oldenburg über. Es mehrten sich Berichte und Gerüchte von Überfällen auf Lesben und Schwule in Parks und auf dem Heimweg von Homosexuellen-Treffs. „Die Mehrheit tuckt unbehelligt durch die Stadt“ ist in „Rosige Zeiten“ nachzulesen. Aber Einzelnen ging es an den Kragen. Lebensgefährlich verletzt wurde ein 15-jähriger Junge 1990 bei einem Überfall auf der Nadorster Straße. Ein 32-Jähriger hatte ihn und seinen 16-jährigen Freund mehrmals als „schwule, perverse Säue“ beschimpft. Dem 15-Jährigen schlug er mit der Faust ins Gesicht und stach mit einem Taschenmesser zu. Passanten beobachteten den Vorfall. Niemand aber half dem schwer verletzten Jungen und seinem Freund. (mehr…)

liebeserklärung

»Oldenburger lieben ihre Stadt aus vielen Gründen. Das schmucke Stadtbild, viel Grün, nette Kneipen und reichlich Kultur sind nur einige. Schwule und Lesben schätzen an Oldenburg aber noch ganz andere Seiten. Dazu zählt vor allem die Möglichkeit, ganz normal und ohne Angst zu leben, was auch lange nach der weitgehenden rechtlichen Gleichstellung noch lange nicht überall in Deutschland selbstverständlich ist. Und im Rest der Welt schon gar nicht. Wie eng die Bande zwischen der Huntestadt und ihren Homosexuellen ist, zeigt sich jedes Jahr beim Christopher Street Day, der in diesem Jahr am 20. Juni zum 21. Mal ein buntes Zeichen setzt gegen Diffamierung und Diskriminierung. Aber auch jenseits der Demo ist Oldenburg für Homosexuelle anziehend. Schwule schwärmen gar, die Stadt sei ein „Eldorado.“ Wir haben uns umgehört, was Oldenburg für LGBT (Lesben, Schwule Bisexuelle, Transgender), wie die Szene sich selbst nennt, so reizvoll macht.« (mehr…)

lebenstip zum 8. märz

sexuelle belästigung ist arbeitsalltag

»Wenn in der Kaffeeküche Zeitschriftenseiten mit halbnackten Frauen an der Wand hängen, der Kollege im Aufzug dauerhaft auf den Bereich zwischen Kinn und Bauch starrt und es in der Kantine einen Zoten-Wettbewerb gibt: Dann war das sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Laut Gesetz. (…) Wie stark verbreitet sexuelle Belästigung im Arbeitsumfeld ist, hat eine aktuelle Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) unter 1000 Beschäftigten nun ergeben. 50 Prozent der Befragten haben Belästigungssituationen zwischen Firmenaufzug, Büroflur und Betriebsfest schon erlebt.« [Quelle]
Passend dazu der Fernsehbericht »Für Mann und Frau eindeutig – Bei Sexismus geht es um Hierachien und Macht« aus dem Jahr 2013 von 3 Sat:

ein widerruf

homophobe an der leine

»Am 22.11.14 organisiert die AfD-nahe ‚Initiative Familien-Schutz‘ eine Demonstration gegen die Pläne der niedersächsischen Landesregierung, die Vielfalt von sexueller Orientierung und Geschlecht, Familien- und Rollenbildern als Querschnittsthema in Bildungseinrichtungen zu verankern. Unter dem Titel ‚Demo für Alle‘ wurden vergleichbare Demonstrationen schon mehrfach in Baden-Württemberg veranstaltet – jetzt soll die Demo der selbsternannten ‚Besorgten Eltern’ auch in den Norden exportiert werden. Unter dem Deckmantel des Kinderschutzes wird sinnvolle Bildungs- und Antidiskriminierungsarbeit als „Sexualisierung von Kindern in Kita und Grundschule“ diffamiert. Statt wie propagiert ‚für Alle’ zu demonstrieren, betreiben die Veranstaltenden gezielt Ausgrenzung und bieten homophoben, rechtspopulistischen und verschwörungstheoretischen Parolen eine Plattform. Anstatt für ein mobbingfreies und wertschätzendes Klima an Schulen einzutreten, sorgen sich diese Menschen nur um eins: Ihre eigenen Kinder könnten nicht heterosexuell werden, wenn diese von der Existenz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans*menschen oder Intersexuellen erfahren. Das ist Unsinn! Sollten die eigenen Kinder lesbisch, schwul, bi, trans* oder intersexuell sein, lässt sich das weder verhindern noch verändern. Was sich jedoch ändern lässt, ist, ob diese nach einem Coming-out Diskriminierung und Ausgrenzung erfahren müssen oder von ihrem sozialen und schulischen Umfeld akzeptiert werden!
Daher demonstrieren wir am 22.11.14 in einem breiten Bündnis für eine offene und akzeptierende Gesellschaft – auch in der Schule! Für Vielfalt statt Einfalt!
« 22.11.14 / Hannover / 12.30 Uhr / Mehr Info`s gibt es hier.