Archiv der Kategorie 'pantelsche fassaden'

schön wär`s gewesen…

… doch leider war es nur ein April-Scherz des sympathisch anmutenden neuen Online-Magazin »Olden­bur­ger Lokal­teil«, »des­sen The­men­spek­trum« nach eigene Angabe »in der Regel dort endet, wo die Orts­aus­gang­schil­der die Stadt­grenze Olden­burgs mar­kie­ren. Ein Maga­zin aus Olden­burg für Oldenburg«.

wasserstadt? versenkt!?

Nachdem schon fehlende InvestorInnen und Einsparungen bei Zu­schüs­sen für die Städ­te­bau­för­de­rung [Info], sowie eine unbeugsame Po­pu­la­ti­on der »Blauflü­ge­li­gen Öd­land­schre­cke« [Info] den langsamen Tod des geplanten Yuppie-Quartiers »Alter Stadt­ha­fen« bzw. »Was­ser­stadt« für die »große zu­künf­ti­ge Elite Ol­den­burgs« einleiteten, ging der Niedergang des Projekts nun in die nächste Runde. Der städtische Verwaltungsausschuss entschied laut NWZ am gestrigen Montag einstimmig, den Kaufvertrag für die Flächen der »Bahn AG« am Nordufer des Stadthafens nicht zu unterschreiben, nachdem die »Bahn AG« ein Rücktrittsrecht und Schadensersatzansprüche abgelehnt hatte. »Wir machen jetzt eine Alternativplanung ohne das Bahngelände«, so OB Fritz Gerd Schwandner – wohl ein klein-bißchen bedröppelt. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt Herr Schwandner.

der langsame tod der wasserstadt

Seit 2005 schwärmt die Stadtverwaltung von ihrer Vision einer »Wasserstadt« am alten Stadthafen – einem Viertel für die »große zukünftige Elite Oldenburgs«. Weichen sollen dafür die Wagenburg, die Containergalerie Conga, mehrere kleine Ateliers, die Werkstätten von Oldtimerfans, … Doch nachdem keine InvestorInnen am Horizont erschienen, schrupft das geplante Yuppieviertel Monat für Monat. Die Planungen auf der Südseite mit »gehobenen Wohnen«, »Marinas« und »maritimen Kompetenzzentrum« sind ersteinmal aufgegeben. Auf der Nordseite wurden die geplanten Grachten gestrichen, ein sogenanntes »Bildungshaus« stösst weder bei der Uni noch bei der VHS auf Interesse. Geblieben war eigentlich nur die Planung für einen Yuppie-»Wohnpark« und einen bewohnten Lärmschutzwall Richtung Bahn. Bei der letzten Bauausschuss-Sitzung der Stadt kam nun wohl das Ende des Projekts: Nach den Sparbeschlüssen in Bund und Land werden die zugesagten Zuschüsse aus der Städtebauförderung zur Erschließung des »Sanierungsgebietes Alter Stadthafen« nur sehr, sehr langsam fließen. Selbst die NWZ gibt zu, dass »die Hoffnung, das Oldenburg in absehbare Zeit (…) ein neues Wohngebiet namens „Alter Stadthafen“ besitzen wird, eher gering« ist. Nun soll 2011 nur noch »die Uferkante ab Arbeitsamt in Richtung Wasserturm als öffentliche Fläche zur Promenade umgebaut« werden – das klingt doch mal vernünftig.


NWZ, 7. September 2010

schwuler standortfaktor?

Eine Untersuchung der Mülheimer Agentur agiplan, die bundesweit 111 kreisfreie Städte anhand des sogenannten »TTT-Index« (Talente, Technologie und Toleranz) des amerikanischen Wirtschaftswissenschaftlers Richard Florida getestetet hat, bescheinigt Oldenburg den 22. Platz – natürlich sehr zur Freude der Stadtverwaltung. Denn Richard Florida, übrigens das große Vorbild unseres OB Schwandner, sieht einen Zusammenhang zwischen der ökonomischen Stärke einer städtischen Region im Verhältnis zur Anwesenheit von hochtechnisierten ArbeiterInnen, KünstlerInnen, MusikerInnen und homosexuellen Menschen. Sein »TTT-Index« gilt daher als eine Art Wachstums- und Erfolgsformel für Standorte. Punkten konnte Oldenburg als »tolerante Stadt mit gesellschaftlicher Offenheit«, vor allem aufgrund des »Gay-Index«, also der hohen Akzeptanz von Homosexuellen. Stadtsprecher Andreas van Hooven sieht diese »Momentaufnahme im interkommunalen Wettbewerb« als Bestätigung der bisherigen Politik der Stadtverwaltung.
Als wenn es nicht schon ekelig genug wäre, Selbstverständlichkeiten wie die Akzeptanz von Schwulen, Lesben, Trans- oder Intersexuellen als »Standortfaktor« abzufeiern, wagt die Stadtverwaltung es auch noch, die Existenz der großen Oldenburger Rosa/Queer-Szene als ihren Erfolg zu verkaufen. Nach wie vor sind es selbstorganisierte Gruppen, die quasi ohne jegliche finanzielle Unterstützung durch die Stadt für ihre Rechte kämpfen, sich eigene Räume schaffen, eigene Zeitungen herausgeben, eigene Partys veranstalten und es so im Laufe der Jahrzehnte geschafft haben, der provinziellen Stadt an der Hunte Zugeständnisse abzutrotzen. Und zwar um einfach vernünftig leben zu können und nicht für irgendeinen »interkommunalen Wettbewerb«.

☞ »Stadt punktet mit hoher Toleranz« NWZ, 07.​09.​2010

klassizistischer kristall

»Galeria Kaufhof am Rathausmarkt bekommt ein neues Kleid: (…) Die je nach Lichteinfall changierende Glas- und Metall-Fassade (…) nimmt Strukturelemente des Klassizismus auf. Sie will aber durchaus in einer modernen Optik als Großstadt-Kaufhaus Akzente setzen. (Architekt) Angelis spricht von einem Stadtbaustein, einem Kristall, der am Marktplatz leuchtet«

☞ »Moderne Fassade löst Kacheln ab« NWZ, 08.09.2010

bür­ger­haus­halt ade

Als großer Wurf in Sachen BürgerInnenbeteiligung – ja quasi als ba­sis­de­mo­kra­ti­sches Modell zur Erstellung des städtischen Haushaltes – wurde der so­ge­nann­ten »Bür­ger­haus­halt« von LokalpolitikerInnen und Stadtverwaltung angepriesen. Wie berichtet [Info] konnten die OldenburgerInnen Vorschläge machen, wofür die Stadt 2011 Geld aus­ge­ben soll­te (was natürlich in keins­ter Weise bin­dende Wirkung haben sollte). Der »Bür­ger­haus­halt« sollte eine »Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ermöglichen und so den Dialog zwischen Bürgerschaft, Politik und Verwaltung verbessern« helfen. Herausgekommen ist freilich nichts als heiße Luft. Dabei war vor allem einer der Vorschläge, die sich nach diversen eher schlecht besuchten »Bürgerversammlungen« als Favoriten behaupteten, durchaus vernünftig. So sah der »Bür­ger­haus­halt« einen für alle kostenlosen öffentlichen Personennahverkehr in der Stadt vor. Wurde von der Stadtverwaltung allerdings wenig überraschend verworfen, da angeblich zu teuer. Und das war es dann eigentlich schon mit dem so angepriesenen »Bür­ger­haus­halt«. Obwohl einen Vorschlag will die Verwaltung doch noch ernsthaft prüfen… eine Erhöhung der Parkgebühren in der Innenstadt.

☞ »Kein kostenloser Bus für alle« NWZ, 16. Au­gust 2010

oldenburger tier des jahres

Neue Probleme für das Oldenburger Yuppieprojekt »Alter Stadthafen« bzw. »Wasserstadt« vom OB Fritz Gerd Schwandner und dem inzwischen entlassenen Stadtbaurat Frank-Egon Pantel: Neben der realitätsfernen Konzeption des »Stadtentwicklungsprojektes«, fehlenden InvestorInnen, Kontaminierungen des Baugrundes und den Schwierigkeiten bei der Vertreibung der dort heute wohnenden und/oder tätigen Menschen, stellt sich nun auch eine bisher kaum beachtete Spezies dem Bauvorhaben entgegen: eine Population der »Blauflügeligen Ödländschrecke« (Oedipoda caerulescens). Die zwischen 13 und 29 Milimeter großen Gesellen sind eine gefährdete Tierart der »Roten Liste 3« und daher durch die Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Namensgebend ist die blaue Flügelzeichnung [Foto] der Tiere sowie ihre Vorliebe für trockene und vegetationsarme Lebensräume. Neben dem Bahndammgelände in Krusenbusch befindet sich am Stadthafen das einzige bekannte Vorkommen in Oldenburg, welches bei einer Realisierung des Bauvorhabens ausgelöscht werden würde. Im städtischen Entwürf des »Flächennutzungsplanes Alter Stadthafen – Änderung Nr.51« ist als »Kompensation« für die Auslöschung der Blauflügeligen Ödlandschrecke, welche die Stadt als »Nicht erheblich« klassifiziert, die »Schaffung eines neuen Sandmagerrasens auch als neuer Lebensraum der Blauflügeligen Ödländschrecke« vorgesehen.
Die Auslöschung der possierlichen Schrecken ist jedoch ebensowenig hinzunehmen, wie die Yuppiesierung und Privatisierung eines ganzen Stadtteils. Öffentlicher Raum entsteht eben nicht durch Luxus-Appartments. Also: Wasserstadt versenken, die Blauflügeligen Ödlandschrecken verteidigen – denn die Stadt gehört allen.

☞ »Flächennutzungsplan Alter Stadthafen« Stadt Oldenburg, 3. Juni 2010
☞ »Blauflügelige Ödlandschrecke« Wikipedia

spektakuläre statistik

Wiedermal gab es eine neue Rekordmeldung aus der »Boomtown Oldenburg« – zumindest für ein paar Tage. Voller Stolz berichtete die NWZ über »einem spektakulären Zuwachs um nahezu 40 Prozent bei den Hotelübernachtungen im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr«. Nun mussten die StatistikerInnen des Landesamtes (und auch die NWZ) allerdings eingestehen, dass ein größeres Oldenburger Hotel zum ersten Mal in der Statistik berücksichtigt wurde und damit die neuen Zahlen keine Vergleichsgrundlage für die Auslastung der Betten in der Stadt sind – nach Aussagen mehrerer Hoteliers ist bei den Übernachtungszahlen wohl eher von einer Stagnation auszugehen. Warum und von wem diese 40% plus-Meldung lanciert wurde ist derweil noch ungeklärt. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass unser allseits geliebter Oberbürgermeister Fritz Gerd Schwandner seit langer Zeit von der Notwendigkeit eines neuen Nobel-Hotels für seine »Übermorgenstadt Oldenburg« spricht. Und 40% plus wären da ein ziemlich gutes Argument gewesen…

die zwei türme

Die beiden 73 und 85 Meter hohen Schornsteine des Automobilzulieferers »Peguform«, welche 23 Jahre eines der Wahrzeichen des alten ArbeiterInnenviertels Osternburg waren, sind seit gestern Geschichte. Ein Kran machte nun kurzen Prozess mit den seit längerem ungenutzten Stahlkaminen einer ehemaligen Lackierungsanlage. Damit fiel nicht nur ein Stück Osternburger Industrie- und damit logischerweise auch ArbeiterInnengeschichte, sondern auch ein großer Haufen Erinnerungen. Irgendwie doch schade…

Eine andere Geschichte der zwei Türme:
☞ »Gesundheitsschädliche Emissionen durch Peguform« Stachel, Juli 1997

schweißgebadeter kriegsminister

Am 23. März wurde in Ber­lin Verteidigungsminister Karl Theo­dor Maria Ni­ko­laus Jo­hann Jakob Phil­ipp Franz Jo­seph Syl­ves­ter Frei­herr von und zu Gut­ten­berg beim »53. Deff­tig Olln­bor­ger Gröön­kohl-​Äten« zum Oldenburger Kohlkönig gekürt. Die Peinlichkeit dieser gesamten Veranstaltung, die auf eine Tradition von 1956 zurückreicht, wurde dieses Jahr nur noch von der Antrittsrede des neuen Monarchen in den Schatten gestellt.

oldenburger peinlichkeiten

[part 1] Unter der Überschrift »Baron wird zum(Kohl)König befördert« berichtete Michael Exner über das an sich schon peinliche »Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten« in der NWZ : »Das wird eine echte Majestät: Der nächste Oldenburger Grünkohlkönig ist von altem Adel – ein zum König beförderter Baron. Neuer Regent beim 53. Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten am 23. März in Berlin soll Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jakob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg werden. Der Verteidigungsminister aus dem 1158 erstmals erwähnten fränkischen Adelsgeschlecht löst beim Frühlings-Grünkohl in der Hauptstadt Bundeswissenschaftsministerin Annette Schavan ab.«

[part 2] Die »Marke Oldenburg« ist das Thema der neuesten Kolumne unseres OB Fritz Gerd Schwandner: »Was ist Oldenburg? Residenzstadt oder Übermorgenstadt? Die Indizien sprechen derzeit für Letzteres. (…) Zum Image der gemütlichen Großstadt kommen zusätzliche Qualitäten wie Urbanität, Modernität und Sexappeal.«

provinzposse reloaded

Als letztes Jahr Wolfenbüttel Oldenburg heimtückisch den Rang ablief [Info], erklärte der Schausteller-Sprecher des Ol­den­bur­ger Früh­lings­markt trotzig: »Im nächs­ten Jahr tre­ten wir wie­der an. Und dann legen wir zu und wer­den noch grö­ßer«. Nun scheint es traurige Realität zu werden, dass den großen Worten auch noch Taten folgen. »Nach dem gescheiterten Weltrekord-Versuch im vergangenen Jahr, das größte Osternest der Welt zu präsentieren, will der Oldenburger Schausteller-Verband einen neuen Versuch starten. „Unser Plan ist es, ein über 20 Quadratmeter großes rundes Osternest zu präsentieren“, kündigt Schausteller-Sprecher Helmut Mondorf an«, so die NWZ. Groß­stadt Ol­den­burg!

mann im matsch

Seit Juni 2009 steht vor der neuen Zentrale der Landessparkasse zu Oldenburg die 5,80 Meter hohe Bronzeskulptur »Mann im Matsch« des Künstlers Thomas Schütte. Unter dem Titel »Wie man Sparkassen bloßstellt« hat sich Werner Spies in der FAZ nun u.a. an einer Interpretation des »Bronzeriesen« versucht. Hier ein kurzer Auszug aus seinem Text: »Die grimmigste Auseinandersetzung mit dem Genre Denkmal liefert der überlebensgroße „Mann im Matsch“. Schütte durfte ihn im Auftrag der Oldenburger Landessparkasse vor der Zentrale aufstellen. Der Kommentar der Bank ist erheiternd: „Von dieser imposanten Arbeit Schüttes gehen vielfältige Impulse aus.“ In der Tat. Es gibt aus jüngerer Zeit keine andere Skulptur im öffentlichen Raum, die so böse den Auftraggeber bloßstellt. Niemand kann übersehen, dass der Künstler der Figur, die den Kunden empfängt, eine Wünschelrute in die Hände gibt. Dies könnte dazu anregen, es eher mit alternativer Beratung, mit Radiästhesie zu versuchen. Aber nicht genug. Schütte lässt seinen „Mann im Matsch“ die Haltung einnehmen, dank der in der Illustration von Gustave Doré der urinierende Gulliver ein Großfeuer löscht. Deshalb wohl stellt der Bildhauer seinen Koloss in ein Wasserbecken. Auch diese Anspielung auf Swift, die Verbindung von Wasser und Feuer, passt zum Herrscher über die Puppenstube: Der Riese steht, wie ein Golem, den sich die Gier der Menschen erschaffen hat, über der Welt der Winzlinge.«

☞ »Wie man Sparkassen bloßstellt« FAZ, 09.​03.​2010
☞ »Bronze-Riese schwebt vom Himmel« NWZ, 03.​06.​2009

monopol, monopol

Seit dem 18.02.10 ist nun auch das jeweils mittwochs und sonntags erscheinende Oldenburger Anzeigenblättchen »Hunte Report« in der Hand der NWZ. Mit Genehmigung des Bundeskartellamtes, welches noch 2007 ein Entflechtungsverfahren gegen die NWZ eingeleitet, in dessen Folge sie 2,5 Millionen Euro Strafe zahlen und einige ihrer erworbenen Anteile (z.B. auch am »Hunte Report« – sic!) wieder verkaufen musste, hat die »Pressestiftung Weser-Ems« hat das von der »Promotion Verlagsgesellschaft mbH« herausgegebene Blatt an die »Nordwest-Wochenzeitungen GmbH Co. KG«, ein Schwesterunternehmen der Nordwest Zeitung, verkauft. Auch wenn man wirklich nicht davon reden kann, dass der »Hunte Report« so etwas wie (kritischen) Journalismus betrieben hätte, war dies wohl der letzte Schritt der NWZ zum Medien- und damit Meinungsmonopol. Anderen Verlagen wird es nun kaum mehr gelingen im Oldenburger Raum Fuß zu fassen. Der Wardenburger NWZ-Kritiker Uwe Brandhorst beschreibt dies so: »Der Hunte Report wird, nach unserer Einschätzung, als Zeitung im Oldenburger Raum unter anderem die Aufgabe übernehmen, andere Verlage durch niedrige Anzeigenpreise bis weit unter den Herstellungskosten aus den Markt zu halten bzw. zu drängen, sofern sie es doch wagen sollten, sich im „NWZ Hoheitsgebiet“ etablieren zu wollen.«

☞ »http://www.uwe-brandhorst.de«
☞ »Zurück zum Meinungsmonopol« taz, 03.​02.​2010
☞ »11 Schritte zum Meinungsmonopol« taz, 13.​02.​2010
☞ »Hunte-Report mit neuem Gesellschafter« NWZ online, 19.​02.​2010

in 11 schritten zum meinungsmonopol

Felix Zimmermann, wohl einer der besten Kritiker unserer selbsternannten »Boom-Town«, hat mal wieder einen wirklich schönen Text verfasst – diesmal in Form eines Ratgebers mit Tipps und Tricks für eine erfolgreiche Lokalzeitung nach Vorbild der NWZ. »In 11 Schritten zum Meinungsmonopol« ist der Titel des am 13.02. in der taz erschienenen Werkes, welches nun auch hier zu lesen ist:

Zeitungen in der Krise? Sinkende Auflagen? Nicht bei der Nordwest-Zeitung in Oldenburg. Das Blatt hat eine verkaufte Auflage von 122.815 Exemplaren, zuletzt mit steigender Tendenz. Wie machen die das?

1. Lieben Sie die Stadt und die Region, für die Sie Zeitung machen!
Vermitteln Sie Ihren Leserinnen und Lesern das Gefühl, dass sie in einer Boomregion leben. NWZ lesen bedeutet, sich warm und kuschelig zu fühlen wie unter einer Daunendecke in einem kalten Zimmer. Drinnen ist’s herrlich, draußen ungemütlich. Auch wenn Studien von umstrittenen Lobbyvereinen wie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft kommen: Bringen Sie deren Ergebnisse groß raus, wählen Sie eindeutige Überschriften, z. B. „Oldenburger Land trotzt der Krise“ oder „Zukunft des Landes liegt in Nordwest“. Die Leserinnen und Leser werden Sie für diesen Wohlfühljournalismus lieben!

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