Archiv der Kategorie 'krieg ist frieden'

demonstration für şengal

»In den letzten Wochen hat sich die Lage für religiöse Minderheiten im Irak aufgrund des Vormarsches von ISIS drastisch verschlechtert. Tausende Christen mussten in den letzten Wochen fliehen und alles zurücklassen, was sie hatten – sonst wären sie getötet wurden. Seit Samstag dringt ISIS nun auch vermehrt in die kurdischen Gebiete vor und hat alle Angehörigen der religiösen Minderheit der Yeziden vertrieben und viele wurden getötet. Nun halten sich diese Menschen bei 50 Grad ohne Wasser oder andere Lebensmittel in den Bergen auf und befinden sich in größter Gefahr. Sie können ohne Wasser nicht lange überleben, Hilfslieferungen sind nicht möglich und die internationale Hilfe bleibt bis jetzt aus. Leider berichten deutsche Medien nicht, wie gravierend die Lage in Şengal wirklich ist…
Am heutigen Dienstag, 5.8.2014 wollen wir uns zur Unterstützung der Menschen aus Şengal und den ganzen von ISIS bedrohten Gebieten ab 16 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz in Oldenburg treffen, der Start der Demonstration ist dann um 17 Uhr und der Abschluss wird am Marktplatz sein. Bitte gebt diese Info an all eure Bekannten weiter und kommt zahlreich!!! Es ist Zeit aufzustehen!!!
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oldenburger filmtag gegen den krieg

Am 22. August um 20 Uhr zeigt Filmriß beim »Filmtag gegen den Krieg« im Cine K in der Kulturetage den 2005 erschienenen Film »Esmas Geheimnis – Grbavica«, welcher das Augenmerk auf die Traumatisierung der vergewaltigten Frauen legt. Vergewaltigung ist ein systematisch eingesetztes Vorgehen im Krieg, um den Widerstand der Bevölkerung zu brechen.

Hier nun noch der Flyer: »Kriege mit Beteiligung der Bundeswehr sollen Normalität werden, wenn es nach den Vorstellungen von Bundespräsident Gauck, Ministerin von der Leyen oder dem Oldenburger Ex-Staatssekretär im Verteidigungsministerium Thomas Kossendey geht. Doch die Bevölkerung ist mehrheitlich gegen die Beteiligung an Auslandseinsätzen. Sie haben nichts mit dem Schutz der Menschen in Deutschland, aber viel mit wirtschaftlichen und geostrategischen Interessen zu tun. In Afghanistan hat die Eigendynamik des Militärischen dazu geführt, dass die Bundeswehr mit gesuchten Verbrechern, Milizen und Warlords kooperiert und ihnen vor dem Abzug die lokale Macht in die Hände legt. So geschieht es beispielsweise mit dem Milizenchef Nawid und dem Warlord Mir Allam bei Kunduz. Dabei agieren die Militärs gegen jede Absichtserklärung von Politikern in Deutschland. In den 12 Jahre andauernden Kampfeinsätzen sind nicht etwa demokratische Kräfte gestärkt, sondern ethnische Konflikte geschürt und autoritäre Gewaltverhältnisse zementiert worden. Tadschiken führen an der Seite der BW Aktionen in mehrheitlich paschtunisch bewohnten Gegenden durch und verschärfen die ethnischen Spannungen, so wie dies die USA im Irak mit Schiiten und Sunniten tun. (mehr…)

biji kobanê

Nachdem es bereits am 30. Mai auf dem Ol­den­bur­ger Pfer­de­markt eine Kundgebung gegen den Ter­ror der Al-​Qai­da-​ähnlichen Grup­pie­rung ISIL (Is­la­mi­scher Staat im Irak und der Le­van­te)/ISIS in den kur­di­schen Ge­bie­ten West­sy­ri­ens – auch Ro­ja­va ge­nannt – gab [Info], versammelten sich am Sams­tag, dem 12.​07.​2014 erneut über 100 Leute, um diesmal auf dem Julius-Mosen-Platz ihre So­li­da­ri­tät mit den Menschen in Ro­ja­va und den in den letz­ten Jah­ren dort ent­stan­de­nen Selbst­ver­wal­tungs­struk­tu­ren zum Ausdruck zu bringen.

Im Fokus der Demonstrant*innen, welche zum Großteil aus der kurdischen Community kamen, lag diesmal auf der seit mehreren Wochen durch die Islamisten des ISIL von drei Seiten umzingelten kurdischen Region Kobanê. Bislang können die Verteidigungskräfte der YPG (Volksverteidigungseinheiten) und der YPJ (Frauenverteidigungseinheiten) die Angriffe der ISIL erfolgreich abwehren. Bei den Gefechten mit den Kämpfern der ISIL soll die Zahl der Toten in die Hunderte gehen. Die Islamisten setzen bei ihren Angriffen auch Panzer und schwere Waffen ein, die sie vom irakischen Militär erbeutet und nach Syrien transportiert haben sollen [Info].

israel – in zeiten des krieges

»Mit 18 kam Anita Haviv-Horiner als Kind von Holocaust-Überlebenden nach Israel. Liberal, offen, europäisch – so hatte sie sich Israel vorgestellt. Doch Fakt ist: Die Gesellschaft rückt immer weiter nach rechts. Wo sind die linken, moderaten Israelis?«

gegen den terror der isis

»Am diesem Samstag, den 12.07.2014, findet in Oldenburg von 14.00 bis 17.00 Uhr auf dem Julius Mosen Platz eine Kundgebung für das syrische Kurdistan, besonders wegen der Angriffe, die in der letzten Zeit in der Stadt Kobane von der islamistischen Terrororganisation ISIS/ISIL gemacht wurden.«

bauernopfer

»Die Hamas spielt ein schmutziges Spiel! Der Gazastreifen ist ihr Spielbrett, und wir sind ihre Spielfiguren. Es ist ihnen egal, wenn sie viele von uns verlieren. Hauptsache, sie gewinnen die Partie!«

Khaled* palästinensischer Journalist aus dem Gazastreifen

karrieremobile & auflösungsappell

Die Bundeswehr geht auch in Oldenburg mal wieder auf Rekrutierungstour für ihre aktuellen und zukünftigen Kriege. Neben der sogenannten »Karrierberatung« im Berufsinformationszentrum (BIZ) des Jobcenters am 08.07.2014, 07.08.2014 und 09.09.2014, sowie ihrer Beteiligung an der Messe JOB 4 am 20.09.2014 in der Weser-Ems-Halle, will sie sich in diesem Quartal auch gleich zweimal im öffentlichen Raum zeigen. Leider schon fast traditionell ist ja der Auftritt der Big Band der Bundeswehr inklusive KarriereMobil auf dem Marktplatz, welcher in diesem Jahr am 25.08.2014 stattfindet. Einmalig hingegen wird der Auflösungsappell der Luftlandebrigade 31. Dieses gar grausige militaristische Zeremoniell soll am 18.09.2014 »außerhalb militärischer Liegenschaften« über die Bühne gehen.

Die Ästhetik dieser kommenden Veranstaltung dürfte der des »Großen Zapfenstreichs« vom 20. Oktober 2006 (Foto) auf dem Pferdemarkt sehr nahe kommen. Traditionspflege nennt das wohl…

old school-imperialism

Frankreich gründet mit Investitionen von 200 bis 400 Millionen Euro einen neuen staatlichen Bergbaukonzern. Die »Compagnie nationale des mines de France« (CMF), das erste neue Staatsunternehmens in Frankreich seit etwa 20 Jahren, soll im In- und Ausland Bodenschätze wie etwa Lithium, Germanium, Gold, Nickel und Uran heben. »Mit unserem nationalen Bergbaukonzern werden wir unsere nationalen Interessen schützen. (…) Vor allem die frankophonen Länder in Afrika würden lieber mit uns zusammenarbeiten als mit multinationalen Konzernen aus dem Ausland«, behauptete der französische Industrieminister Arnaud Montebourg Ende Februar [Quelle]. Knapp einen Monat zuvor wurde bekannt, dass Frankreich gemeinsam mit Deutschland umfassendere Militäreinsätze in den afrikanischen Staaten Mali und in der Zentralafrikanischen Republik plant – u.a. soll die deutsch-französische Brigade den bereits laufenden Militäreinsatz in Mali verstärken [Quelle]. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt/Honi soit qui mal y pense.

»there is no justification«

ukraine-input, part II

Nach dem ersten Input im Videoformat kommt jetzt etwas schwerere Kost in Form von vier Textempfehlungen. Los geht`s mit dem Text »Der gescheiterte Staat von nebenan« von Tomasz Konicz (30.05.2014) über die sich beständig verschlechternde Sicherheitslage, den Zusammenbruch der staatlichen Infrastruktur, die soziale und wirtschaftliche Perspektivlosigkeit und das Verhältnis zwischen Staatszerfall und äußerer Intervention. Unter dem Titel »Pitbull-Politics« warf Rainer Trampert am 19.06.2014 einen Blick auf die geopolitischen Folgen des Konflikts um die Ukraine. Was der ohnehin schon verarmten ukrainischen Bevölkerung durch die Kredit-Auflagen des Internationale Währungsfonds (IWF) in Zukunft in ökonomischer Hinsicht noch bevorsteht, beschrieb Wolfgang Pomrehn in seinem Artikel »Ukraine: Die Auflagen des IWF« vom 15.05.2014.
Und als letztes sei euch der wohl sehr diskussionsbedürftige Text »Süd-Ost-Ukraine: Die Logik des Aufstands« von Boris Kagarlitzki vom Moskauer »Institut für die Erforschung der Globalisierung und sozialen Bewegungen« ans Herz gelegt. Auf den gut 10 Seiten geht es um eine (Klassen-) Analyse der Aufstände auf dem Maidan und im Donbass, das Wesen sozialer Revolten und die Möglichkeiten linker Intervention, die Hoffnungen der Bevölkerung angesichts der tiefgreifenden ökonomischen Krise und den Machtpoker des Westens und Russlands. Ein spannender Text, der einen ganz anderen Blick auf die Entwicklungen in der Ukraine wirft und dabei mehr Fragen als Antworten liefert.

dive qedexeya li ser pkk bê rakirin

»Mehr Info`s zur Demo gibt es hier.

#don‘t kill us

[Video zu einer Twitter-Kampagne von Kriegsflüchtlingen aus dem Dombass, die in Russland Zuflucht vor den Angriffen der ukrainischen Armee und Nationalgarde gefunden haben]

bıjî rojava

An die hundert Leute demonstrierten am 30. Mai auf dem Oldenburger Pferdemarkt gegen den Terror der vom Westen und mehreren arabischen Staaten unterstützten Al-Qaida-Gruppierung ISIL (Islamischer Staat im Irak und der Levante)/ISIS in den kurdischen Gebieten Westsyriens, auch Rojava genannt. Gleichzeitig bekundeten sie ihre Solidarität mit den in den letzten Jahren entstandenen Selbstverwaltungsstrukturen in Rojava, welche durch die der PKK-nahestehenden »Partiya Yekitîya Demokrat« (Partei der Demokratischen Union/PYD) und ihren bewaffneten Arm, die »Yekîneyên Parastina Gel« (Volksverteidigungseinheiten/YPG) ermöglicht und gegen die Angriffe der Islamist*innen verteidigt werden.

ukraine-input, part I

»Bei den verschiedenen Strömungen der antiautoritären und antinationalen Linken ist – von wenigen Ausnahmen abgesehen – das große Schweigen angesagt. Eine politische Position, die Solidarität mit den Opfern und GegnerInnen des rechten Terrors in der Ukraine ausdrückt und die die deutsche Politik in der Ukraine kritisiert ohne dabei in Apologie autoritärer Herrschaft in Russland zu verfallen, ist öffentlich faktisch nicht wahrnehmbar. Nicht nur, dass es keine praktischen Aktionen gibt, was angesichts der eigenen globalen Wirkungsunmächtigkeit oder der Ratlosigkeit darüber, was man tun soll verständlich wäre. Nein, es findet auch wenig Bemühung um Analyse statt. (…) Am Beispiel der Ukraine wird offenbar, dass es auch für die antiautoritäre und antinationale Linke unmöglich ist, eine Position zu internationalen politischen Entwicklungen zu beziehen, wenn es vor Ort eben kein Identifikationsobjekt gibt, mit dem man bedingungslos solidarisch sein kann. Diese Unfähigkeit markiert das Scheitern aller Strömungen der Linken, die seit den 80er Jahren einen identifikatorischen Internationalismus, wie er sich in den klassischen westdeutschen linken Solibewegungen manifestierte, kritisiert haben.« [Quelle]

In Oldenburg sieht es derzeit leider genauso aus. Und da der Großteil der hiesigen Szene sich auch noch verweigert, längere Texte zu lesen, die nicht in der »ak«, »Jungle World« oder bei »missy« erschienen sind, gibt es hier nun mehrere Videos als kleinen, leicht zu konsumierenden Input in die Materie. Eine kritische Betrachtung ist aber dennoch von Vorteil.
Los geht`s mit einem Interview mit Krischan aus Deutschland, der seit fünf Jahren in Kiew als Osteuropahistoriker tätig ist, über Rechtsradikale, Geschichtsverständnis und die Ukraine-Krise:

Weiter geht es mit dem Bericht »Hitlers Helfer: wie Nationalisten die Ukraine weiter spalten« von »Panorama« über den westukrainischen Kult um Stepan Bandera:

Aufschlussreich ist auch das Interview mit den Maidan-Aktivist*innen Milania und Nikolai aus Kiew über ihre Erwartungen, Hoffnungen und den Rechten Sektor:

Unter dem Titel »Alltag im Chaos: Bürgerkrieg in der Ostukraine« berichtete »Spiegel TV« letzte Woche direkt aus den Kriegsgebieten im Donbass (allerdings mit teilweise ziemlich fragwürdigen Interpretationen):

Zum Abschluss des ersten Inputs gibt`s nun noch ein Propagandavideo der »Selbstverteidigungskräfte des Donbass« – Homophobie, antisemitische Versatzstücke und orthodoxe Frömmigkeit inklusive:

garnison oldenburg – kehrt marsch?

Nachdem der Ex-Verteidignungsminister Tho­mas de Maizère im Oktober 2011 das schwarz-​gel­be Stand­ort-​Kon­zept vorgestellt hatte, knallten bei den Militärfans an der Hunte noch die Sektkorken. Als Ersatz für die Auflösung der Stabskompanie und zwei Kom­pa­ni­en des Luft­lan­de­un­ter­stüt­zungs­ba­tail­lon 272 der Luft­lan­de­bri­ga­de 31 im Herbst 2014 sollte der Stab der 1. Pan­zer­di­vi­si­on aus Hannover und der »Aus­bil­dungs­stütz­punkt Luft­lan­de und Luft­trans­port« aus dem bay­ri­schen Al­ten­stadt in die Hen­ning-​von-​Tre­sckow-​Ka­ser­ne ver­legt werden. Die Bun­des­wehr-​Gar­ni­son Oldenburg schien bei einer leichten Truppenstärkereduzierung von 1280 auf etwa 1220 Sol­da­t*in­nen gesichert. Gab es schon direkt nach der Konzeptverkündung massive und bis heute anhaltende Kritik an der Standortentscheidung, spricht inzwischen viel für ein Ende der bewaffneten Bundeswehr-Präsens in Oldenburg. Am 11. April 2014 veröffentlichte die SPD-Bundestagsfraktion ein Papier zur »Nachsteuerung der Stationierungsentscheidungen«, in welchem es u.a. heißt: »Die Verlegung der Springerausbildung der Luftlandeschule-/ Lufttransportschule aus der Franz-Josef-Strauß Kaserne im oberbayerischen Altenstadt erscheint nicht unbedingt zweckmäßig, da es zu erheblichen Investitionen am neuen Stationierungsort in Norddeutschland kommen müsste. (…) Die in der Region Hannover verwurzelte und infrastrukturell zweckmäßig ausgestattete 1. Panzerdivision soll ohne erkennbaren Gewinn für die Truppe nach Oldenburg verlegt werden. Alle bislang genannten Gründe konnten uns jedoch nicht überzeugen«. Dieses Papier wurde übrigens mit Wissen der neuen GroKo-Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen erstellt [Info] und ist daher weit mehr als nur Gedankenspiele einiger SPD`ler*innen. Auch der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages Hellmut Königshaus  (FDP) bläst in das selbe Horn: »Wo Standortentscheidungen noch nicht umgesetzt sind und sich als offensichtlich unsinnig oder finanziell fragwürdig erweisen, müssen sie korrigiert werden. (…) In einigen Fällen bietet sich an, die Einheiten am bisherigen Standort zu belassen und den Soldaten und ihren Familien Umzüge zu ersparen«, ließ er in einem NWZ-Interview verlauten. Es sieht also gerade ziemlich schlecht aus für den Bundeswehrstandort Oldenburg. Das ist doch mal was.