Archiv der Kategorie 'lebenswelten'

nächstes treffen des ak wohnen

»Am 4. März 2014 findet das nächste Treffen des Arbeitskreises Wohnen in der ALSO (Donnerschweer Str.55 ) statt. Beginn ist um 20 Uhr. Wir möchten euch herzlich einladen zu unseren Treffen zu kommen! Dort sammeln wir Informationen zum Thema Wohnen, besonders zur angespannten Lage auf dem Oldenburger Wohnungsmarkt. Vielleicht bist auch du von Wohnungsnot betroffen und möchtest uns deinen Fall schildern und ihn veröffentlichen? Wir diskutieren die politische Dimension des Themas und erarbeiten Strategien, wie den Problemen begegnet werden kann. Schließlich wollen wir die Öffentlichkeit informieren und Aktionen und Veranstaltungen planen und durchführen. Auch Neueinsteiger sind herzlich willkommen. Wir treffen uns regelmäßig im Abstand von 14 Tagen.« [Quelle]

immobilien werden immer teurer

»Die Preise für Immobilien und Grundstücke sind 2013 deutlich gestiegen. Das geht aus dem Grundstücksmarktbericht hervor. […] Demnach waren Ein- und Zweifamilienhäuser in der Stadt mit durchschnittlich 213 000 Euro im vorigen Jahr um sieben Prozent teurer als 2012. Reihen- und Doppelhäuser verteuerten sich um knapp neun Prozent auf einen Durchschnittspreis von 161 000 Euro. Für neue Eigentumswohnungen mussten Käufer im Schnitt 2540 Euro pro Quadratmeter bezahlen (plus 10,4 Prozent) für gebrauchte Wohnungen wurden im Schnitt 1360 Euro pro Quadratmeter gezahlt (plus 6,3 Prozent). Zur Ermittlung der Preise werten die Gutachter alle Kaufverträge aus. [Bei Grundstücken] stiegen die Quadratmeterpreise im Vergleich zum Vorjahr in den Randlagen um 10 bis 15 Euro, in innenstadtnahen Lagen um 25 bis 50 Euro. Insgesamt lagen die Preise um 11 Prozent über dem Vorjahr.« [Quelle]

polyester-genoss*innen

wahnsinn wohnungsmarkt

»haus frie­dens­bruch« wiedereröffnet

Am Abend des 11. Januar wurde die feierliche Wiedereröffnung des al­ter­na­ti­ven Wohn- und Kul­tur­pro­jekts »Haus Frie­dens­bruch« am Theaterwall 24a zelebriert.

»Mög­lich wurde dies durch den (auch für uns) un­er­war­tet groß­zü­gi­gen Akt Lam­bert Lock­manns, der nicht nur sämt­li­che Kos­ten für die statt­ge­fun­de­nen Sa­nie­rungs­ar­bei­ten trägt, son­dern uns das Haus auch kos­ten­frei zur Ver­fü­gung stellt. Wir be­grü­ßen die­sen Schritt Lam­bert Lock­manns weg von einer Wohn­po­li­tik der ge­ho­be­nen Klas­se hin zu einem ver­ant­wor­tungs­vol­len und nach­hal­ti­gen kul­tu­rel­len En­ga­ge­ment. Nach um­fang­rei­chen Sa­nie­rungs­ar­bei­ten fand heute um 18:30 die fei­er­li­che Schlüs­sel­über­ga­be von Lam­bert Lock­mann an die ehe­ma­li­gen In­stand­be­set­zer_in­nen vor dem „Haus Frie­dens­bruch“ statt. Der Er­öff­nungs­fei­er wohn­ten neben Ober­bür­ger­meis­ter Schwand­ner und der Stadt­bau­rä­tin Ga­brie­le Nie­ßen ein Pu­bli­kum von meh­re­ren hun­dert Men­schen bei«, heißt es in einer Pressemitteilung der Nutzer*innen. Die ausgelassene Feierlichkeit, zu welcher auch eine Delegation der Oldenburger Polizei erschienen war, endete nach etwa zwei geselligen Stunden. Hier nun noch einige Impressionen des Abends:

☞ »Hausbesetzung« Polizei-OL, 12.​01.​2014
☞ »Haus Theaterwall 24a erneut besetzt« NWZ, 13.​01.​2014
☞ »Spielregeln eingehalten« NWZ, 13.​01.​2014

ungeliebtes yuppieviertel

Die städtebauliche Umstrukturierung des alten Stadthafens zu einem Yuppiequartier stösst wohl nicht bei allen Oldenburger*innen auf Gegenliebe. »An der neu gebauten Stadthafen-Promenade haben Unbekannte am vergangenen Wochenende schwere Schäden angerichtet. (…) Der Schaden liegt nach ersten Schätzungen im mittleren fünfstelligen Bereich. Auch wurde das neue Böschungspflaster teilweise herausgerissen. Diese Vandalismus-Attacke stelle einen Höhepunkt einer Folge von Sachbeschädigungen während der Bauarbeiten für die Promenade dar, schreibt die Stadt weiter. Zerstörte Bauschilder, angebohrte Versorgungsleitungen, zerschlagene Gläser der neuen Straßenlampen und nicht zuletzt Sabotage an den Baugeräten waren bereits zu konstatieren«, wußte die NWZ an Heiligabend zu berichten.

sinkende mieten für yuppies

Immobilien-Expert*innen und Maklerfirmen rechnen für Oldenburg »mit tendenziell sinkenden Mieten« – bei »Wohnungen im höherpreisigen Segment« mit über 90 Quadratmetern versteht sich. Denn in diesem Bereich findet seit einigen Jahren ein wahrer Bauboom statt. »Andree Meyerdierks von der Immobilienfirma Meyerdierks (…) spricht bereits von einer „Sättigung, zum Teil sogar Übersättigung“ des Marktes für hochpreisige Wohnungen in der Stadt. Die Lage werde sich durch die Fertigstellungen in 2014 und 2015 möglicherweise noch verschärfen«, so die NWZ. Normal- und geringverdienende Wohnungssuchende haben in der »Übermorgenstadt« nach wie vor nichts zu lachen. Allein bei der GSG stehen 5000 Menschen auf den Wartelisten für bezahlbare Wohnungen zwischen 50 und 60 Quadratmetern – 15 Prozent mehr als noch 2012. Laut Stefan Könner, dem Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft GSG, hätten sich viele von ihnen notgedrungen mit ihrer Wohnsituation abgefunden – etwa Jugendliche, die weiter bei den Eltern wohnten oder Paare, die trotz Trennung noch zusammenlebten.

der wagenplatz sagt dankeschön.

»Am 2.12.2013 haben wir einen Mietvertrag für ein Gelände auf dem Fliegerhorst unterschrieben. Die Zukunft unseres Wohn- und Kulturprojekts in Oldenburg ist gesichert. Einige Punkte im Vertrag sind nicht so, wie wir erhofft hatten. Mit anderen Punkten können wir zufrieden sein. Der Mietvertrag sieht unsere Zukunft für mindestens 20 Jahre gesichert. Und untragbare Klauseln, wie wir sie in der ersten Versionen des Vertrags unterschreiben sollten, finden sich im jetzigen Vertrag nicht.
Der Weg war lang: Von den ersten Gerüchten zu einer Wasserstadt im Jahre 2005 bis zur Vertragsunterzeichnung Ende 2013 gab es viele Hochs und Tiefs, viele Demos, Soli-Aktionen, Verhandlungen und viele viele Stunden Plenum. (Die Entscheidungen des Wagenplatzes zum Umzug wurden, wie alle unsere Entscheidungen, im Konsensprinzip getroffen, indem so lange diskutiert wurde, bis alle Beteiligten einer Lösung zustimmen konnten.) Wir haben viel Kraft und Solidarität gebraucht und auch bekommen.
Wie wird es weitergehen? Demnächst eine letzte Abschiedsparty am Stau. Als Auftakt für das, was uns im Januar und Februar erwartet. Viel Räumen, Sortieren, Abbauen, Einpacken Schleppen und Aufbauen. Eine komplette Infrastruktur für ca. 20 Leute muss umgezogen oder neu aufgebaut werden. Auch dabei werden wir trotz der winterlichen Jahreszeit noch viele Helfer_*Innen brauchen.
Wir sagen: Danke! Ein fettestes Dankeschön! Interesse, Solidarität in Wort und Tat, und eure Anwesenheit bei Demos und Konzerten und zum Kaffee. Die Diskussionen, die wir mit Euch, und die Ihr an unserer Stelle geführt habt. Dankeschön! Wir können zusammen durchatmen. Und weitermachen: viele andere Fragen und Probleme in dieser Welt benötigen politische Arbeit und Solidarität, und wir freuen uns darauf, in Zukunft wieder mehr Zeit zu haben, um mit Euch zusammen nicht mehr für den Erhalt des Wagenplatzes, sondern für ein besseres Leben und eine bessere Welt zu kämpfen. Es gibt viel zu tun. Merci und bis bald!
« [Quelle]

☞ »Mietvertrag für Wagenburg unterschrieben« NWZ, 21.​12.​2013
☞ »Gute Nachricht« NWZ, 21.​12.​2013

wohnwirklichkeiten

»Oldenburg erhält vom Wirtschaftsmagazin „Capital“ 4 Sterne in seinem „Immobilien-Kompass“: „Oldenburg bleibt auf Wachstumskurs. Die anhaltend hohe Nachfrage und das geringe Immobilienangebot auf dem Markt treiben die Preise weiter in die Höhe. (…) Mit neuen Stadtentwicklungsprojekten wird der Markt kontinuierlich belebt“. Die (Innen-)Stadt wird von den Verantwortlichen gezielt „aufgewertet“. Sie ist nicht mehr Ort zum Wohnen, zum Begegnen und zur Kommunikation, sondern ein „Standort“. Oldenburg konkurriert mit anderen Städten um Investor_innen, kaufkräftige Tourist_innen und Co. Bezahlbarer Wohnraum ist hier Mangelware! Und trotzdem werden fast nur teure Eigenheime aus dem Boden gestampft. Seit 2008 ist der Mietpreis bei Neuvermietungen um 23% angestiegen. Die Menschen, die von der Aufwertungsstrategie der „Übermorgenstadt“ negativ betroffen sind, werden nicht berücksichtigt. Und die verbreitete Befürchtung, nicht in der Wohnung, der Nachbarschaft oder der Stadt wohnen bleiben zu können, ist häufig schon Realität. Das kann nicht einfach hingenommen werden! Heute ergreifen WIR das Wort. Ab jetzt reden wir mit. Wir lassen uns nicht verdrängen, wir drängen uns auf.«

23% mietsteigerung

Laut einer Untersuchung des Online-Portals »Immowelt« über die Mietpreisentwicklung in den größten norddeutschen Städten hat es in Oldenburg innerhalb der letzten fünf Jahre eine 23-prozentige Mietpreissteigerung gegeben. Während der Quadratmeterpreis in Oldenburg 2008 noch durchschnittlichbei 6,00 Euro lag, muss man heute schon üppige 7,40 Euro hinlegen.

alternative kultur lässt sich nicht kündigen

»Die Linke & Piratenpartei im Rat fordern neue Verhandlungen zwischen der Bauwagensiedlung und Stadtverwaltung. Nur eine politische Lösung kann den derzeitigen Konflikt beenden und zu einem zügigen Umzug der Wagenburg auf das Gelände des ehemaligen Fliegerhorst führen. Die Blockade der Verwaltung gefährdet das in zwanzig Jahren gewachsene friedliche Miteinander, die die Soziokultur in Oldenburg bereichert und belebt hat. Im Abschluss des Zivilverfahrens hat das Landgericht am vergangenen Freitag klargestellt, dass die Kündigung der Stadt rechtmäßig sei. Damit ist aber kein Schlussstrich unter die Zukunft der Wagenburg gezogen. Der Verein überlegt Berufung einzulegen und eine Räumung könnte zu einer weiteren, langwierigen Eskalation des Konfliktes führen, in der sich noch mehr Menschen mit den Bauwagenbewohner_innen solidarisieren. Ihr Ringen um einen neuen Standort zu akzeptablen Bedingungen ist zu einem Kampf um städtische Räume für alternative Wohnprojekte und Weltoffenheit in Oldenburg geworden. Während die Stadtverwaltung durch die Blockade der SPD-Fraktion an die kurze Leine gelegt ist, konnte unsere Ratsgruppe die Wagenburg dazu bewegen, sich bezüglich der Miethöhe an die Stadt anzunähern. Eine Verdreifachung der Mietkosten ist für die Bewohner_innen der Bauwagensiedlung jedoch nicht tragbar. Die Preise gehen auf zu hoch berechnete Erschließungskosten der Verwaltung zurück, was wiederholt von der Wagenburg kritisiert wurde und ein künstliches Hindernis für die Lösung des Konfliktes darstellt. Aufgrund des Verlustes der zentralen Lage ist die Forderung der Bauwagenbewohner_innen berechtigt, einen Shelter für kulturelle Zwecke zu erhalten. Die neuesten Überlegungen der Verwaltung, Shelter 13 für Kleiderspinde und Gepäckaufbewahrung zu benötigen, sind lächerlich. Ratsherr Dr. Jens Ilse für die Ratsgruppe DIE LINKE/Piratenpartei, 15.10.2013«

wagenburg vor der räumung?

Am 11. Oktober erklärte das Landgericht Oldenburg die Kündigung der Wagenburg durch die Stadt in erster Instanz für rechtens. Das Gericht war der Meinung, dass die Vermietung vom Raum zum Wohnen nicht mit der Vermietung von Wohnraum zu vergleichen sei und daher MieterInnenschutzvorschriften nicht greifen würden. Auch wenn von Seiten der BewohnerInnen derzeit eine Berufung geprüft wird, ist die seit fast 20 Jahren am Stau bestehende Wagenburg nunmehr akut räumungsgefährdet. Ein Ende der Wagenburg würde dabei nicht nur den Verlust eines kulturellen und sozialen Freiraumes für viele OldenburgerInnen bedeuten, sondern ganz direkt auch die Obdachlosigkeit für die rund 20 derzeitigen BewohnerInnen.

Am Abend des selben Tages kam es daher noch zu einer kraftvollen Spontandemo durch die Fußgängerzone, zu der trotz kurzfristiger Mobilisierung etwa 100 Menschen erschienen, nachdem bereits anlässlich des Prozessauftaktes vor einer Woche rund 200 Men­schen mit diversen bewohnten Gefährten in der Stadt demonstrierten, wobei es zu klei­ne­ren Ran­ge­lei­en mit der Polizei kam [Info]. Bleibt die Stadt bei ihrer kompromisslosen Linie und verweigert weiterhin jegliche Verhandlungen, wird sich der Konflikt wohl komplett auf die Strasse verlagern. BAMBULE an der Hunte?

☞ »Stadt darf Wagenplatz am Stau räumen« NWZ, 12.​10.​2013
☞ »Räumen als letztes Mittel« NWZ, 12.​10.​2013
☞ »Wagenburg muss geräumt werden« Weser Kurier, 12.​10.​2013
☞ »Oldenburger Wagenburg muss geräumt werden« HNA, 11.​10.​2013
☞ »Räumungsklage der Stadt erfolgreich« OOZ, 11.​10.​2013

Vi­de­os:
☞ »Oldenburger Wagenburg muss Platz räumen« NWZ, 11.​10.​2013
☞ »Wagenbug in Oldenburg muss weg« ARD, 11.​10.​2013
☞ »Bauwagen-Bewohner müssen Edelquartier weichen« Sat 1, 11.​10.​2013

alternative freiräume erhalten

Beim Spiel des VfB gegen Hannover 96 II am 06. Oktober im heimischen Marschwegstadion machte die anfang 2013 neu gegründete Ultras-Gruppe »Entourage« mit einem Spruchband auf die diversen derzeit bedrohten alternativen Projekte in Oldenburg aufmerksam.

In ihrem Spielbericht schreiben sie dazu: »Eine Stadt sollte aus unserer Sicht mehr sein als Shopping, Essen&Trinken, Arbeiten und Schlafen. Gerade Räume, die Platz für Kultur und Selbstverwirklichung abseits des kommerziellen Mainstreams bieten, sorgen dafür, dass eine Stadt für alle Menschen mitsamt ihren unterschiedlichen Interessen und Lebenseinstellungen etwas vorzuweisen hat. Zudem ermöglichen sie für Personen mit kleinerem Geldbeutel die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben. Diese Vielfalt, die sich über Jahre in Oldenburg entwickelte, ist nun akut gefährdet. So wurde Ende September das besetzte Wohn-und-Kulturprojekt „Haus Friedensbruch“ vom Eigentümer unbewohnbar gemacht, sodass dieses Projekt für kulturelle Nutzungen nicht mehr zur Verfügung steht. Das innenstadtnahe, alternative und seit über 20 Jahren bestehende Wohnprojekt „Wagenburg am Stau,“ soll in Kürze einem modernen Stadtteil weichen und an den Stadtrand ziehen. (mehr…)

»keine spielräume bei den strittigen punkten«

»Nun steht das Alternativprojekt auf der Kippe. Die Stadt hat den Pachtvertrag mit den rund 20 Bewohnern gekündigt und droht mit Räumung. Nach dem Scheitern einer Güteverhandlung vor dem Landgericht Oldenburg am Freitag stehen die 20 Wagenburg-Bewohner nun vor einer ungewissen Zukunft. Am Abend kam es einer Demonstration von rund 200 Menschen, die sich für das Projekt einsetzen. Zwischen Protestlern und Polizisten kam es dabei zu kleineren Rangeleien.

Die Bauwagen-Idylle auf einer Industriebrache hinter dem früheren Schlachthof soll einem Edel-Quartier „Alter Stadthafen“ mit teuren Wohnungen und Gewerbe weichen. Erste Sanierungsarbeiten sind dort bereits angelaufen. Ähnliche Wagenplätze für Alternativkultur gibt es auch in Städten wie Bremen, Hannover, Hildesheim und Lüneburg. Konflikte wurden meist über Duldungen, Nutzungs- oder Mietverträge gelöst.

Die Oldenburger Bewohner bezeichnen ihr Projekt auch als Gegenmodell zu Luxus-Sanierungen und teuren Mietwohnungen. Wie in anderen Universitätsstädten fehle es dort an günstigen und kleineren Wohnungen durch den Stillstand beim sozialen Wohnungsbau. Aus Protest gegen leerstehende Wohnungen hatten Aktivisten am vergangenen Wochenende mehrere verlassene Gebäude kurzzeitig besetzt.

„Das Gerichtsverfahren kann den politischen Prozess um die Wagenburg nicht ersetzen“, sagte Richter Dirk Rahe bei der Güteverhandlung. Der Oldenburger Rat hatte den kulturellen Wert von Wagenplätzen noch 2008 in einer Resolution anerkannt und die Verwaltung mit der Suche nach Ersatzflächen beauftragt. Die Gespräche wurden jedoch in diesem Jahr erfolglos abgebrochen. Zuletzt stand ein Gelände auf dem ehemaligen Oldenburger Fliegerhorst am Stadtrand zur Diskussion. Dafür wurden 150 000 Euro Erschließungskosten und mehr als 1500 Euro monatlicher Pacht veranschlagt. „Damit läge dieser Betrag dreimal höher als bisher“, kritisierte Jörg Skyba vom Förderverein der Wagenburg. Eine Sprecherin der Stadt schloss am Freitag neue Verhandlungen aus. Es gebe keine Spielräume bei den strittigen Punkten.« [Neue Presse]

☞ »Wagenburg zieht auf die Straße« NWZ, 05.10.2013
☞ »Alternativprojekt Wagenplatz steht auf der Kippe« Fokus, 04.10.2013
☞ »Wagenplatz steht auf der Kippe« Radio Bremen, 04.10.2013
☞ »Stadt will Edel-Quartier statt Bauwagen-Siedlung« Bild, 04.10.2013
☞ »Bauwagen-Siedlung soll Edel-Quartier weichen« KreisZ, 04.10.2013
☞ »Entscheidung fällt nächsten Freitag« OOZ, 04.10.2013
☞ »Alternatives Wohnprojekt auf der Kippe« HH Abendblatt, 04.10.2013

Videos:
☞ »Keine Einigung im Fall Wagenburg« NDR, 04.10.2013
☞ »Verhandelt: die Stadt und die Wagenburg« Oeins, 04.10.2013
☞ »Wagenburg vor dem aus« RTL, 07.10.2013

fliegerhorst xy ungelöst

Wie ja inzwischen bekannt sein dürfte, steht am 4. Oktober der Räumungsprozess gegen die Wagenburg an, da zwischen den BewohnerInnen und der Stadtverwaltung weder eine Einigung über die Kosten und die zukünftige Pacht, noch über das Gelände auf dem ehemaligen Fliegerhorst erzielt werden konnte. Das von der Wagenburg favorisierte Gelände mit dem inzwischen sagenumwogenen Shelter 13 wollte die Stadt auf keinen Fall rausrücken, da nach ihrer Behauptung dort – und zwar nur dort – ein sogenannter Sportpark für trendy urbane Sportarten entstehen könnte. So berichtete inzwischen die NWZ am 17.09.2013, dass es nunmehr sogar schon ein »Grobkonzept für „Projekt Shelter 13“« gebe, welches unter anderem Kleinfelder für Ballspiele, Strecken für Mountainbiker, Beachvolleyball-Plätze, Kletter-Angebote und einen Rundkurs für Inliner und Jogger beinhalten soll. Natürlich ist der Shelter 13 dabei zenral für das ganze Projekt – dort sollen »Schließfächer (z.B. zur Unterbringung von Wertsachen)« aufgestellt werden. Neben der Tatsache, dass der Realisierung des »Projekt Shelter 13« noch in den Sternen steht und die Notwendigkeit einer Nutzung des Shelters als Unterstellgelegenheit für Schließfächer nicht wirklich überzeugen mag, scheint es im Bezug auf den Fliegerhorst zu einer neuen, doch überraschenden Entwicklung gekommen zu sein.


Screenshot von der BIMA-Internetseite (01.10.13)

Nach Angabe der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, der Vermarkterin des ehemaligen Fliegerhorstgeländes, hat die Stadt Oldenburg im August 2013 unbemerkt von der Öffentlichkeit »die restliche Kasernenfläche mit den Flughallen über eine Fläche von ca. 109,6 Hektar« gekauft. Sollte sich diese Information bewahrheiten, würden sich daraus komplett neue Verhandlungsspielräume auch im Bezug auf die Wagenburg ergeben – schließlich wären damit die städtischen Flächen auf dem ehemaligen Fliegerhorst mehr als verdoppelt.

☞ »Stadt kauft Fliegerhorst« NWZ, 05.10.2013
☞ »Bima-Meldung über Fliegerhorst zu früh« NWZ, 08.10.2013