Archiv der Kategorie 'lebenswelten'

stadt will »leeranstalt« verscherbeln

Laut NWZ ist die Stadt nun tatsächlich dabei, die seit 2009 leerstehende ehemalige Grundschule in der Ekkardstraße, unweit des Osternburger Marktes, auf den Markt zu schmeißen – womit es dann wohl an irgendein finanzkräftiges Yuppiepärchen verscherbelt werden soll. Am 5. April 2012 war das »Kollektiv Leeranstalt«, ein »Kollektiv junger Menschen, die nicht länger über die Hälfte ihrer Einkünfte für ein meist viel zu kleines Zimmer ausgeben wollen« in das Haus eingezogen, um »einen Wohnraum (zu) erkämpfen, in dem wir zentral wohnen und solidarisch miteinander Leben organisieren können«; doch die Stadt hatte was dagegen und sorgte durch eine Anzeige wegen angeblichen »Hausfriedensbruchs« für eine polizeiliche Räumung und damit für ein jähes Ende dieser Wohnraumbeschaffungsmaßnahme [Info]. Bis jetzt zumindest…

punk-a-platz umzug im januar

»Die Punks von der Stedinger Straße dürfen langsam mit dem Packen beginnen. Schon im Januar könnte der Umzug des Punker-Platzes zum Drielaker See über die Bühne gehen. „Wenn alles weiterhin wie geplant verläuft“, betonte Denise Hollas vom städtischen Pressebüro am Freitag auf Anfrage. Die Vorarbeiten zur Herrichtung des Platzes zwischen Hemmelsbäker Kanal und Eisenbahnstrecke haben bereits begonnen. Es geht insbesondere um „die Aufhöhung von Teilflächen und die Installation eines Verteilers für die Stromversorgung“, so Denise Hollas. Die Kosten für die In-frastruktur belaufen sich laut Verwaltung auf weniger als 5000 Euro. Der vor 15 Jahren eingerichtete Punker-Platz ist ein städtisches Sozialprojekt (Tagesaufenthalt). Auf einer städtischen Fläche zwischen Stedinger Straße und der Hunte treffen sich regelmäßig acht bis zehn Punks. Es stehen dort Container und Bauwagen. (…) Da die Fläche für das geplante Wendebecken benötigt wird, sollen die Punks mit ihren Bauwagen umziehen – in die Nachbarschaft der Kleingartenanlage „Drielaker See“. Der für die Anlage zuständige Verein „Osternburger Gartenfreunde“ sieht dem Umzug mit großer Skepsis entgegen – trotz aller Bemühungen der Punks um eine Annäherung.« [Quelle]

der schrecken des flatterbandes

»Das Amtsgericht in Brake spricht eine Aktivistin vom Vorwurf der Nötigung frei. Sie hatte vor einem Palmöl-Zulieferer demonstriert, ein Metallbauer fühlte sich blockiert
Gerechtigkeit ist zu groß. Für Gerechtigkeit kann das Amtsgericht in Brake nicht sorgen in der Sache der Menschenrechts- und Umweltschutz-AktivistInnen gegen die Wilmar International Ltd.: Der Konzern gilt als einer der größten Palmöl-Produzent weltweit. Er ist Zulieferer von Nestlé, Unilever, Cargill, und den Rohstoff erntet man in Indonesien, Sumatra, Uganda und in Nigeria. Überall betreibt Wilmar, oft über Firmentöchter, gigantische Plantagen, dort wo noch vor Kurzem Regenwald wuchs. Wilmar nennt sich selbst ein Unternehmen mit „an expanding global Footprint“. Aber Amtsrichterin Patrizia Pauli kann für Recht sorgen. Und das tut die Vorsitzende mit großer Bestimmtheit im Fall der Aktivistin Sara L. Die hatte am 17. September 2012, vor mehr als zwei Jahren, vor der Braker Fettraffinerie demonstriert, der Wilmar Edible Oil GmbH. Seither verfolgt die Staatsanwaltschaft Oldenburg sie und acht weitere Beschuldigte. Nötigung, lautet der Vorwurf. Die begeht, wer einen Menschen mit Gewalt oder Drohung zu etwas zwingt. Rechtswidrig ist das, falls die ausgeübte Gewalt „als verwerflich anzusehen“ war, so das Strafgesetzbuch. Strafbefehle waren erlassen aber nicht akzeptiert worden: zu Recht.
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»we don‘t fear isis, isis fear us«

»Die Dschihadisten kämpfen nicht gerne gegen Frauen, weil sie denken, wenn sie von einer Frau getötet werden, kommen sie nicht in den Himmel.« [Quelle]

kein platz für punk?

Die Stadtverwaltung will den sogenannten Punk-A-Platz wegen dem Baus eines neue Wendebecken von der Stedinger Straße an den Hemmelsbäker Kanalweg in die Nähe des Drielaker Sees verlegen. Der dort ansässige Kleingarten-Verein lehnt das Vorhaben jedoch ab [Info].

Passend dazu: »Altes, History, was war… Vom Donnerschweer Stadion bis zum heutigen PunkAplatz – Sammlung alter Zeitungsberichte«

zur situation in nordkurdistan

Am Donnerstag, dem 17. Juli gibt es um 18 Uhr im Alhambra einen Vortrag zu den Kommunalwahlen und zur aktuellen politischen Situation in Nordkurdistan. »Im März war eine Gruppe von kurdischen und deutschen Studierenden aus unterschiedlichen linken Spektren für zwei Wochen in Kurdistan, um die Kommunalwahlen in der Türkei und in Nordkurdistan zu beobachten und einen Einblick in die Strukturen und Kämpfe vor Ort sowie der praktischen Organisation einer demokratischen Selbstverwaltung zu bekommen.«

wiederaufbau nach räumung

Am 26.05.2014 wurde in Barcelona das seit 17 Jahren besetzte soziale Zentrum »Can Vies« geräumt und teilweise abgerissen. Es galt als ein Wahrzeichen der spanischen Hausbesetzer*innenszene und hat sich in seiner langjährigen Geschichte zu einem fest verankerten Bestandteil des Stadtviertel Sants entwickelt. Seit der Räumung des Gebäudes kommt es nun täglich zu teilweise gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstrant*innen in der katalanischen Hauptstadt und anderen Städten Spaniens – ein altbekanntes Ritual. Doch in Sants wird diesmal versucht neue Wege zu gehen. Da der Abriß des »Can Vies« durch eine nächtliche spontane Selbstentzündung des eingesetzten Baggers zum Erliegen kam, begannen gut ausgerüstete Besetzer*innen und Anwohner*innen nun mit dem Wiederaufbau:

über 200 obdachlose junge erwachsene

»Nach einer Erhebung der Diakonie gibt es in Oldenburg 209 junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 26 Jahren, die obdachlos, wohnungslos oder akut von Wohnungslosigkeit bedroht sind. 2010 waren es nur 87. „Wir können diese jungen Leute nicht allein lassen. Es ist eine städtische Aufgabe, hier Lösungen zu finden“, sagt Jugendrichter Achim Bartels in Richtung von Politik und Verwaltung. (…) Bereits seit 2008 treffen sich Mitarbeiter verschiedener sozialer Einrichtungen (u.a. Rose 12, Jobcenter, Diakonie) in der „Praxisrunde Wohnraumsicherung U25“, um Erfahrungen austauschen. Über die Situation informierte Klaus Marbold (Praxisrunde) im März den Sozialausschuss. „Die Entwicklung ist besorgniserregend“, sagte er mit Blick auf die Zahl der jungen Obdachlosen.« [Quelle]

nordweststadion

Schon seit Jahren wird immer mal wieder über die Notwendigkeit eines drittligatauglichen Fussballstadions in Oldenburg diskutiert. Nachdem kürzlich mal wieder ernsthafter von der Stadtverwaltung und dem Rat überlegt wurde, zu diesem Zweck Millionenbeträge in das marode, eher ungeeignete und bei den Fans ungeliebte Marschwegstadion zu investieren, hat sich die »Initiative Nordweststadion«, bestehend aus Aktiven aus dem Umfeld der Oldenburger Faninitiative (OFI) mit einem vielbeachteten Gegenvorschlag zu Wort gemeldet. Letztlich geht es dabei um einen kompletten Stadion-Neubau auf dem Areal zwischen der Großen EWE-Arena und dem Neubau der BBS 3 an der vorderen Maastrichter Straße mit einer Kapazität von 15 000 Plätzen – ein Plan, der mit etwa 15-20 Millionen Euro zwar doppelt so teuer wie eine Sanierung des Marschwegstadions (etwa 8 Millionen Euro) ausfällt, dabei aber jede Menge Vorteile mit sich bringt.



Beispiel für »Gelebte Sozialpolitik« [klicken für größere Ansicht]:
Choreo der VfB-Fanszene am 18. Mai beim Derby gegen Meppen

Interessant ist aber noch ein anderer vorgebrachter Aspekt, der in der öffentlichen, ziemlich marktwirtschaftlich geprägten Debatte bisher keine Erwähnung fand. In ihrem Beitrag »Gelebte Sozialpolitik« schreibt die Initative: »Der Titel dieses Beitrags mag im Zusammenhang mit einer Stadionplanung manchen verwundern, doch beschreibt er genau den Grund, weshalb wir uns für das Projekt engagieren. In unseren Reihen ist niemand Finanzinvestor, Immobilienmakler, Marketingstratege oder Architekt. Wir halten ein funktionierendes, lebendiges Stadion für das größte Jugendzentrum der Stadt. In Zeiten, in denen das gemeinschaftliche Engagement immer schwieriger von üblichen Institutionen beim Bürger einer Stadt zu aktivieren ist, bilden Sportvereine eine immer stärkere Schnittstelle. Während Breitensportvereine mit hohen Mitgliederzahlen im Bereich des aktiven Sporttreibens stets neue Gemeinschaften bilden, initiieren die Vereine des Leistungssports über den Faktor ‘Identifikation’ das Aufeinanderzugehen verschiedenster Bevölkerungsgruppen. Stadien und Arenen werden zu Treffpunkten von Menschen, die sich sonst wahrscheinlich nie begegnen würden. Die gemeinschaftliche Stärke, die die Reduktion auf eine gemeinsame, mitunter einfache Sportartstruktur, mit sich bringt, wird oftmals gar nicht gesehen, wenn es um Projekte geht, die vom Volumen an Kommerzbauten erinnern. Wir können uns in Oldenburg sehr glücklich schätzen, daß wir bereits in zwei großen Sportarten erfolgreiche Bundesligisten haben. Aber wir sehen es als essentiell für die Stadt Oldenburg, auch im größten bundesweiten, “sozialen Netzwerk”, dem Fußball, vertreten zu sein. Wir wissen, welche überaus positiven Impulse es auf das soziale Leben & Empfinden einer Stadt oder sogar Region haben kann, wenn Solidarität und Miteinander neu erlernt & gelebt werden.«

8600 einwendungen gegen die bahn

»Mit so einem massiven Widerstand haben selbst die Bahngegner nicht gerechnet: Tausende Oldenburger wehren sich gegen die geplanten Baumaßnahmen der Bahn. Noch nie habe es in Niedersachsen so viele Einwendungen gegen ein Planfeststellungsverfahren gegeben, teilte die Interessengemeinschaft (IG) der Bürger/Bahnanlieger in Oldenburg in einem Schreiben mit. Rund 8.600 Einwände liegen vor. Außerdem 35 Stellungnahmen von Kirchen, Schulen, Heimen und von der Oldenburger Stadtverwaltung. Die Kritiker befürchten unter anderem, dass meterhohe Lärmschutzwände entlang der Gleise durch die Stadt gebaut werden und die Stadt „zerschneiden“. (…) In ihrem Schreiben erklärte die IG weiter, dass ein „aus politischen Erwägungen kurzsichtiges Festhalten an einer quasi Stadtzerstörung einschließlich der Beeinträchtigungen von mehr als 100.000 Menschen, deren legitime Schutzrechte verhöhne“ und darüberhinaus gegen geltende Rechtsvorschriften verstoße. Die Mehrheit der Bevölkerung wünsche sich einen Erfolg des JadeWeserPorts, so die IG. Wenn in Zukunft aber immer mehr Container umgeschlagen werden, müsse es die Möglichkeit geben, Oldenburg zu umfahren. Darauf habe sich auch Wirtschaftsminister Olaf Lies bereits festgelegt. Auch die zuständige Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ist überrascht von der Flut der Anträge. Eine Sprecherin wollte deshalb keine konkreten Zeitangaben machen, wann das Verfahren in die nächste Runde geht. Jetzt muss erstmal die Bahn Stellung nehmen.« [Quelle]

altenpflege im akkord

verarmung durch mieten und energiekosten

»Eine Auswertung unserer Sozialberatung [der ALSO] zeigt: Mehr als dreißig Prozent der Hartz-IV-Haushalte bekommen vom Jobcenter nicht ausreichend Geld für ihre Miet- und Heizungskosten. Und der Betrag im Regelsatz für Strom reicht schon seit Jahren nicht mehr. Wenn die Miet- und Heizungskosten über den Mietobergrenzen liegen, erhalten die Betroffenen eine „Kostensenkungsaufforderung“: Sie müssen sich eine günstigere Unterkunft suchen oder die darüber liegenden Kosten aus ihrem Regelsatz bestreiten. Diese Zahlen belegen, dass die Mietobergrenzen nicht mehr der Realität auf dem aktuellen Wohnungs- und Energiemarkt in Oldenburg entsprechen. Fast zwei Mio Euro fette Beute – von mageren Opfern! Fast zwei Mio. Euro spart die Stadt Oldenburg im Jahr 2013 auf Kosten der Armen, weil das Jobcenter im Durchschnitt monatlich rund 17 Euro der tatsächlichen Unterkunfts- und Heizungskosten für die rund 9.500 Bedarfsgemeinschaften nicht anerkennt. Wohnungswechsel – aber wohin? Mehr als 5.000 Wohnungssuchende verzeichnet allein die GSG auf ihrer Interessentenliste im Jahr 2013. Die Betroffenen haben so gut wie keine Chance, durch einen Wohnungswechsel ihre Unterkunftskosten zu senken. Energiesparen – durch frieren? Wider alle Vorurteile: Die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) 2008 belegt, dass einkommensarme Haushalte weniger als die durchschnittliche Menge Energie verbrauchen, obwohl die Menschen sich länger in ihren Wohnungen aufhalten, ihre Wohnungen schlechter isoliert sind und sie oft „Energiefresser“ als Haushaltsgeräte betreiben müssen. Und alle Anstrengungen zum Energiesparen werden durch die drastisch gestiegenen Energiekosten zunichte gemacht. Seit der Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 haben sich die Gaspreise um 31,1 Prozent, die Heizölpreise um 55,8 Prozent und die Strompreise um 48,9 Prozent erhöht. Der Regelsatz ist seitdem von 345 auf 391 Euro gestiegen – das sind 13,4 Prozent. (mehr…)

haus friedensbruch reloaded

»Gegen 16 Uhr des 30.4.2014 haben Aktivistinnen das Haus Donnerschweer Straße 95 besetzt und mit dem Verbarrikadieren begonnen. Nach der überfallartigen Zerstörung und de facto Räumung des „Haus Friedensbruch“ am Theaterwall 24a durch die Firma Voßmann am 18.9.2013 und die anschließende Luxussanierung durch Lambert Lockmann sind wir nun in ein neues Haus eingezogen. Hier wollen wir das Konzept „Selbstverwalteter Wohn- und Kulturraum Haus Friedensbruch“ weiterführen und die Stadt mit unserem Angebot bereichern. Da es Oldenburg an Kulturellen Angeboten, die sich jeder leisten kann, fehlt und sich an der Wohnungslage nur geändert hat, dass die Mieten für Luxuswohnungen nicht weiter steigen, sind wir nun in die Donnerschweer Straße 95 eingezogen. Wie schon am Theaterwall 24a werden wir auch hier das leere Haus wieder mit Leben füllen und es bestmöglich instandsetzen und -halten.« [Quelle]

update: Die Besetzung hielt leider nicht lange. Am Freitagabend gegen 19.30 Uhr räumten rund 100 Polizist*innen die Donnerschweer Straße 95. Drei Besetzer*innen wurden vorübergehend festgenommen – alle sind wohlauf.

☞ »Haus in Oldenburg besetzt« NWZ, 02.​05.​2014
☞ »Polizei beendet Besetzung nach kurzer Zeit« NWZ, 03.​05.​2014
☞ »Hausbesetzung in Oldenburg« Polizei, 02.​05.​2014

zwangsumzug

»Im Stadtteil Bürgerfelde fühlt sich Uwe K. wohl. Seit fast neun Jahren wohnt der Hartz-IV-Bezieher hier – möglicherweise aber nicht mehr lange. Nach der jüngsten Mieterhöhung liegen die Kosten über der Obergrenze für eine Kostenübernahme durch das Jobcenter. „Ich soll mir eine neue Wohnung suchen, aber es ist keine ,angemessene‘ zu finden“, klagt der 57-Jährige. Der Mangel an preiswertem Wohnraum ist seit Längerem ein Problem in der Stadt. (…) Bis März 2012 betrug die Miete von K. 285 Euro (kalt) plus 140 Euro Nebenkosten. Danach gab es eine Erhöhung der Kaltmiete um 15 Euro. Eine weitere Erhöhung folgte (…) Seit diesem Januar beläuft sich die Kaltmiete auf 340 Euro. Zusammen mit den Nebenkosten macht das 480 Euro. Vom Jobcenter erhält K. aber nur maximal 438 Euro. Die Behörde riet ihm, die Wohnung (52 Quadratmeter) unterzuvermieten, die Nebenkosten zu senken oder in eine preiswerte Wohnung umzuziehen. Er könne natürlich auch die fehlenden 42 Euro selbst zahlen. „Ich weiß nicht, wie ich das bei einem Regelsatz von monatlich 391 Euro schaffen soll. Hiervon sind ja auch noch die Kosten für Strom und Telefon abzuziehen“, schildert K. seine Situation. (…)« [Quelle]

der punk-a-platz in oldenburg

Das Underdog-Fanzine hat ein wirklich nettes Interview mit einigen Bewohner*innen des bedrohten Punk-A-Platzes geführt, welches euch nun hier präsentiert wird: »Für das Gelände des seit nunmehr 15 Jahren existenten Punk-A-Platz ist eine Erweiterung des Wendehafenbeckens vorgesehen. Trotz dieser negativen Standortentwicklung lässt sich das Punk-A-Platz-Kollektiv nicht die Laune vermiesen. Am 15. Februar feierte der Punk-A-Platz seinen 15. Geburtstag. Und trotz der unsicheren Zukunft des Platzes sind meine Gesprächspartner*innen BiggiBiX, Zecke, Thomas, Atze und Park-Ranger positiv gestimmt, von ihrer selbst gewählten Wohn- und Lebensform überzeugt und mit ganzem Herzen, viel Elan und Engagement bei der Sache. Kreativität und schöpferische Selbst-Organisation ist der beste Weg aus der Krise. (…)

Wie ist der Punk-A-Platz entstanden?
Zecke: Das alte ehemalige Donnerschweer-Stadion war für uns vom November 1996 bis zum Herbst 1998 Treffpunkt und Wohnraum. Bevor wir das besetzt hatten, stand das – glaube ich – 6 oder 7 Jahre leer. Nachdem das Stadion zwangsgeräumt und abgerissen wurde, waren auf einen Schlag 20 Menschen obdachlos. Daraufhin haben wir in der Innenstadt auf unsere Situation aufmerksam gemacht. Wir hatten ja auch keinen Ausweichplatz. Durch unsere Anwesenheit fühlten sich die Geschäftsleute des City-Management-Oldenburgs gestört und es folgten Schikane wie Platzverweise und Mitnahme in Ausnüchterungszellen. Mit diesem Zustand zeigte sich die Stadt aber auch nicht zufrieden und hat uns durch einen Vertreter gefragt, was wir wollen.
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