Archiv der Kategorie 'kultür'

one man against all the police

deportation cast

Ab morgen, dem 13. November gibt es in der Exerzierhalle das Theaterstück »Deportation Cast« von Björn Bicker zu sehen. In der Ankündigung heißt es: »Irgendwo im kriegsversehrten Kosovo: Nachdem ihre Duldung in Deutschland von einem auf den anderen Tag beendet wurde, findet sich eine ganze Familie plötzlich in einem Land wieder, das ihr fremd ist. Die Kinder Elvira und Egzon waren bei der Flucht vor Jahren zu klein, um hier auch nur die Sprache zu verstehen. Ohne Arbeit, Wohnung und Geld, umgeben von noch immer schwelendem Hass und Gewalt, gerät jeder Tag zum Überlebenskampf. In Deutschland, das von diesen Szenen Lichtjahre entfernt scheint, denkt ein Junge an seine Freundin. Bruno ist verliebt in Elvira und vermisst sie schmerzlich, seit sie über Nacht mit ihrer Familie abgeschoben wurde. Aufgerüttelt durch dieses schockierende Erlebnis ist er nicht mehr bereit, die Zufälligkeit seiner eigenen, privilegierten Situation hinzunehmen und beginnt Fragen zu stellen: Wie rechtfertigt zum Beispiel sein eigener Vater die Flüge für die Abschiebebehörde, mit denen er als Pilot Geld verdient? Geschickt flicht Björn Bicker in die Geschichten der beiden voneinander getrennten Liebenden einen ganzen Chor der Rechtfertigungen. »Das ist spannender, als sich mit dem Austausch defekter Heizungen zu beschäftigen«, fasst die Sachbearbeiterin einer Abschiebebehörde die grausame Banalität ihrer Arbeit zusammen. Der Arzt, die Beobachterin, der Anwalt, die Sachbearbeiterin – kurz, der ganze Deportation Cast – sie alle verstehen ihre Rolle im System der Abschiebungen als eine rein funktionale. Das Stück wirft die Frage nach der Verantwortung jedes Einzelnen auf, ohne dabei moralisierend oder anklagend zu werden«. Die übrigen Termine des ab 14 Jahren freigegebenen Stücks findet ihr hier.

♫ the future is still unwritten

der firmenhymnenhandel

»Die Mitarbeiter sollen motiviert, das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt und der Krankenstand gesenkt werden: Immer mehr Unternehmen schaffen sich eigene Lieder für die Belegschaft an. „Heute sollen die Menschen die Scheiße, in der sie stecken, auch noch besingen“, kritisiert Regisseur Thomas Ebermann die Entwicklung „der Degradierung zum Humankapital“. Sein Stück “Der Firmenhymnenhandel” wird am Sonntag, 10. November, 20 Uhr im Alhambra aufgeführt.

Das Theaterstück zeigt den Besuch eines Firmenhymnenhändlers (Robert Stadlober) und seines “Chefkomponisten” (Tillbert Strahl-Schäfer) bei einem mittelständischen Unternehmen. Die Tochter des Besitzers (Pheline Roggan) will den Betrieb der Glasfabrik modernisieren. Die Firmenhymnen ist nur ein Mosaikstein zwischen dem Zirkus um “self-empowerment” und “total quality management” im „neuen Geist des Kapitalismus“. Der Seniorchef lässt ihr „freie Hand“. Der Hymnenhändler stellt sein Angebot vor. Sie ähneln teilweise real existierenden Hymnen oder sind neue Kompositionen, die sich der oft trivialen Texte bestehender Hymnen bedienen. Thomas Ebermann, Publizist und Ex-Grünen-Politiker, hat das gesellschaftskritische und satirische Stück geschrieben. Neben dem Spiel auf der Bühne werden Videos mit Unternehmenshymnen eingespielt – peinlich, amüsant. Der Kunstbegriff wird infrage gestellt. Die Veranstaltung wird von der Oldenburger Rechtshilfe mit Unterstützung der GEW-Oldenburg, JG-Bau Oldenburg, Ver.di-Jugend Weser-Ems, IG-BCE Oldenburg und dem Asta der CvO-Oldenburg organisiert.«

circus.freiheit.gleichschaltung.

Am Samstag, den 09. November um 15 Uhr spielt die Projektgruppe »Circus im Nationalsozialismus« im Forum der IGS Flötenteich, Hochheider Weg 169, ihr Stück circus.freiheit.gleichschaltung. im Rahmen des Oldenburger Erinnerungsgangs 2013. Die gleichnamige Ausstellung zu diesem wenig bearbeiteten Thema wird ebenfalls zu besichtigen sein. Im Anschluss werden Schülerinnen und Schüler der IGS außerdem ein Theaterstück zu Ausgrenzung und Diskriminierung heute aufführen.

Hier nun noch der der Info-Text der Projektgruppe: »circus.freiheit.gleichschaltung. ist ein multidisziplinäres Circustheaterstück über das Leben einer jüdischen Artistin im Nationalsozialismus. Irene Bento war eine deutsche Circusartistin, die 1939 aufgrund ihrer jüdischen Herkunft ein Berufsverbot erteilt bekam. In dem sie und ein Teil ihrer Familie sich in einem Wandercircus versteckt hielten, konnten sie sich vor der nationalsozialistischen Vernichtung retten. Die Performance zeigt auf, wie die NS-Kulturpolitik die Circuswelt beeinflusste, welche Auswirkungen sie auf ArtistInnen und Circusse hatte und erzählt die außergewöhnliche Geschichte von Irene Bento. Durch die Verbindung von allgemeiner mit persönlicher Geschichte sowie die Verbindung von Erzählung mit Artistik wird Geschehenes eindrucksvoll vermittelt. Gerade weil das Thema Circus im Nationalsozialismus sehr wenig aufgearbeitet ist, will die Performance und die Ausstellung auf der sie basiert, informieren und berühren. Sie leistet einen Beitrag zu gegenwartsbezogener Erinnerungspolitik, die in Zukunft auch ohne ZeitzeugInnen lebendig gestaltet werden muss. Die Wanderausstellung basiert auf Erzählungen von CircusartistInnen, CircushistorikerInnen und Überlebenden. An verschiedenen Orten soll sie unterschiedliche Menschen erreichen.«

can‘t be silent

Am 21. August um 20.00 Uhr im cine K

wo genau liegt nochmal togo?

Am Mittwoch, 26. Juni um 19 Uhr gibt es im Theater Wrede (Klävemannstraße 16) die öffentliche Theateraufführung mit freiem Eintritt des Stücks »Wo genau liegt nochmal Togo?« der Stipendiatengruppe #6. Hier nun die Ankündigung dafür: »2014 liegt die Berliner Afrika-Konferenz, im Rahmen derer sich Deutschland neben Kamerun, Deutsch-Ost- und Deutsch-Südwestafrika auch das Gebiet des heutigen Togos sicherte, genau 130 Jahre zurück. Damit nimmt die deutsch-togoische Geschichte ihren offiziellen Anfang. Togo dient noch immer als die Aber-Kolonie, die aber-was-dort-geschah-war-doch-nicht-so-schlimm-Kolonie. Togo – der ehemaligen „Musterkolonie“ widmen sich Simone Dede Ayivi, Katharina Kellermann und Juliane Kremberg heute als Beispiel-Kolonie. (mehr…)

♫ dunk den herrn!

frauen in kurdistan:
widerstand und gelebte utopie

Im Rahmen der »1. Kurdischen Film- und Diskussionstage«, welche vom 14. bis zum 16. Juni in den Räumlichkeiten des cine k stattfinden, gibt es am Sonntag, den 16. Juni ab 14 Uhr die Veranstaltung »Frauen in Kurdistan: Widerstand und gelebte Utopie«, welche euch besonders an Herz gelebt sei: »Annett Bender, Mitarbeiterin der Informationsstelle Kurdistan, hat an vielen Delegationen und Frauenreisen nach Kurdistan teilgenommen. Sie berichtet über die basisdemokratische Organisierung der Frauen in der Zivilgesellschaft, über die Frauenorganisierung unter dem Dachverband der DÖKH “Demokratische Freie Frauenbewegung” über das Frauenzentrums “Kardelen” in Amed/Diyarbakir, den Frauenrat in Van und die Arbeit der Frauen in den Stadtverwaltungen. Anja Flach war in den 1990er Jahren zwei Jahre Mitglied der Frauenarmee in Kurdistan und hat zwei Bücher dazu veröffentlicht. Sie wird über die kurdische Frauenguerilla berichten, die seit den 1990ern als weltweit erste Frauenarmee aufgebaut wird. Im Rahmen des Vortrags wird auch das im September 2012 erschienene Buch Widerstand und Gelebte Utopien-, Frauenguerilla, Frauenbefreiung und demokratischer Konförderalismus in Kurdistan, das auf zahlreichen Interviews mit aktiven Frauen basiert, vorgestellt.
Dies ist eine Veranstaltung in Gedenken an Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez. Anschließend Musik, Tanz, Modenschau und Essen.
«

csd-opening

Am 1. Juni veranstalten Homophilias, das Feministische Referat und Crush Hour Concerts im Alhambra ein CSD Opening der besonderen Art – eine Party-Nacht mit electro, pop, soul, rock, dub hop bis zu den Charts.

Um 22 Uhr startet der Abend mit zwei Bands: »Abstract Random« und »Crowns« treten bei ihrer Europa-Tournee in Berlin, London, Paris… und natürlich in Oldenburg auf. »Abstract Random beschreibt sich selbst als ein Trio aus Toronto (Ontario, Kanada), das Musik erschafft, die sie als Elektro – Experimental – Dub-Hop bezeichnen und durch feministische Politik geprägt und beeinflusst ist. Die Musik ist sehr tanzbar und bewegend, die Texte oft provozierend. Die Live-Shows sind multimedial mit Kostümen, Masken und Körperfarbe, um die Musik und die Inhalte zu unterstreichen«, heißt es in der Veranstaltungsankündigung. Nach den Live-Shows setzt sich mit dem DJ*-Team der Homophilias der Abend bis in den Morgen fort.

♫ abend in der stadt

wollte nicht der frühling kommen?

Wollte nicht der Frühling kommen?
War nicht schon die weiße Decke
von dem Rasenplatz genommen
gegenüber an der Ecke?
Nebenan die schwarze Linde
ließ sogar schon (sollt ich denken)
von besonntem Märzenwinde
kleine, grüne Knospen schwenken.
In die Herzen kam ein Hoffen,
in die Augen kam ein Flüstern -
und man ließ den Mantel offen,
und man blähte weit die Nüstern…

(mehr…)

love and security

♫ das bißchen totschlag

der trend geht weiter…