Archiv der Kategorie 'klasse gegen klasse'

pflege im akkord

streik bei der post

»Der Streik der Beschäftigten der Deutschen Post kommt bei den Kunden in Oldenburg an. Im Verteilerzentrum in Tweelbäke legten nach Angaben der Gewerkschaft Verdi bereits in der Nacht zu Dienstag rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Arbeit nieder. „Die Briefträger hatten am Dienstag nicht viel zu tun“, berichtete Jürgen Jakobs (Verdi). Da im Briefzentrum auch Beamte arbeiten, die nicht streiken dürfen, sei ein Teil der Briefe bearbeitet worden. Verdi geht nach eigenen Angaben von einem wochenlangen Arbeitskampf aus.« [Quelle]

die gdl streikt für uns alle

»„Wir streiken / Maschinen Stopp / Streik bis zum Sieg / Wir werden kämpfen / und uns gehört die Fabrik!“ Diese Zeilen gab die Musikband Ton Steine Scherben den protestierenden Menschen 1970 mit auf den Weg. Dagegen sind die jüngsten Streiks bei der Bahn ein Ponyhof. Denn an der Eigentumsfrage rüttelt heute keine Gewerkschaft mehr. Die Streikenden kämpfen zwar völlig zu Recht, aber zunächst nur für ihre Existenzberechtigung als Lohnarbeiter. Die GDL fordert ja nicht, die Deutsche Bahn zu einem genossenschaftlichen oder kollektiven Betrieb in Mitarbeiterhand zu transformieren. Die GDL fordert lediglich fünf Prozent mehr Lohn und eine einstündige Reduzierung der Arbeitszeit auf 38 Stunden pro Woche. (…) Streiks sind der minimal notwendige Protest gegen die maximalen Zumutungen der Lohnarbeit. Die Gewerkschaften sind lediglich der kleine Rest der früheren Proteste gegen Lohnausbeutung jeder Art. Ohne Gewerkschaften hätten wir heute vielleicht keine 40-Stunden-, sondern eine 72-Stunden-Woche wie im Jahr 1871. Der damals noch etwas kämpferischere DGB startete 1956 eine Kampagne für die 5-Tages-Woche unter dem Motto „Samstags gehört Vati mir“ – ganz patriarchalisch, versteht sich, aber als Ergebnis kam in den 1960ern die 40-Stunden-Woche raus, wie wir sie bis heute kennen. Alle Lohnarbeiter sollten sich solidarisch erklären mit ihren streikenden Kolleginnen und Kollegen bei der GDL. Sie streiken für uns alle! Denn auf lange Sicht geht es um die Arbeitsrechte aller Lohnsklaven. Werden die Gewerkschaften in ihrer Macht beschnitten, dann schneiden sich die Lohnarbeiter selbst ins Fleisch – sprich, als Lohnarbeiter sollten wir nicht gegen die GDL und andere Gewerkschaften wettern und damit dem Stockholm-Syndrom anheimfallen.« (ganzer Text…)

wanderarbeiter*innen sind nicht rechtlos

»Der (noch nicht abgeschlossene) Hürdenlauf begann in der Meldebehörde der Stadt: Im September 2014 ziehen zwei EU-Bürger nach Oldenburg. Sie haben jahrelang an verschiedenen Orten Europas als Wanderarbeiter_in gearbeitet. Die Frau meldet sich beim Bürgeramt der Stadt Oldenburg an und arbeitet danach befristet sozialversicherungspfichtig. Dem Mann verweigert das Bürgeramt mehrfach mit fadenscheinigen Gründen die Anmeldung. In der Folge verliert er dadurch seine Arbeit. Erst durch Unterstützung der ALSO kann er sich in Oldenburg anmelden und findet kurzfristig auch wieder eine Vollzeitstelle. Die schwangere Frau muss am 29.12.14 Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch-II beantragen. Die Antragsstellung wird ihr vom Jobcenter Oldenburg verweigert. Im März 2014 wird mit Unterstützung der ALSO erneut ein Antrag beim Jobcenter Oldenburg eingereicht, der kurzfristig abgelehnt wird. Umgehend wird ein Eilantrag beim Sozialgericht eingereicht, das Sozialgericht spricht den beiden Betroffenen Leistungen zu. Zwischenzeitlich bekommen die beiden jungen Menschen ihr Kind. Da sie nur eine befristete Unterkunft haben, sind sie nun faktisch obdachlos.« (mehr…)

bauarbeiter brechen ihr schweigen

»Lange hüllten sie sich in Schweigen. Drei rumänische Bauarbeiter haben nun erstmals detailliert berichtet, wie sie auf der Großbaustelle BBS 3 betrogen wurden. Das Angebot kam über das Internet. Lukrativ bezahlte Arbeit auf einer Baustelle bot der Unternehmer aus München den Rumänen an. Rund 1300 Euro netto sollten sie pro Monat verdienen, dazu freie Unterkunft und kostenloser Transport zur Baustelle. Die Arbeitszeit war festgelegt auf sechs Tage mit je zehn Stunden; nur am Sonnabend war früher Feierabend. Für jemanden, der in seinem Heimatland rund 300 Euro für die gleiche Arbeit erhält, war das ein extrem verführerisches Angebot. In Oldenburg hätten die angeworbenen Arbeiter alles so vorgefunden, wie erwartet, berichtet Daniela Reim. Zunächst. „Am 6. August 2014 kamen die Arbeiter hier an“, berichtet die rumänischstämmige Mitarbeiterin der Beratungsstelle für mobile Beschäftigte. Diese Einrichtung unterstützt im Auftrag der Landesregierung ausländische Arbeiter, denen vor allem im Schlacht- und Baugewerbe nicht selten übel mitgespielt wird. „Am 7. August 2014 war der erste Arbeitstag. Der Mittelsmann verlangte eine Kopie des Ausweises und eine Unterschrift auf einem Blankobogen“, erzählt Reim. „Die Rumänen wurden nicht aufgeklärt, warum sie das machen sollten. Es hieß, das sei eine Voraussetzung, um legal arbeiten zu können.“ Reim fand heraus, dass der Münchner Unternehmer die Rumänen ohne deren Wissen beim Gewerbeaufsichtsamt München als Gewerbetreibende angemeldet hatte. „Die Anmeldung trägt keine Unterschrift“, wundert sich Reim. „Die Rumänen mussten nicht beim Amt vorstellig werden, wie das bei einer Gewerbeanmeldung üblich ist.“ Das Dokument sei auf den ersten Arbeitstag ausgestellt worden – 7. August. Reim versucht, Licht ins Dunkel zu bringen, hat aber noch nicht alle Informationen zusammen. „Mein Verdacht ist, dass dieses Dokument irgendwo auf einem Rechner liegt und lediglich der Name ausgetauscht wird, um jemanden als Gewerbetreibenden auszuweisen.“ Für den Auftraggeber sei eine Gewerbeanmeldung bares Geld wert: Er müsse weder dafür sorgen, dass der Arbeiter Mindestlohn erhält, noch werden Beiträge zur Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung oder andere Sozialleistungen fällig.« (mehr…)

500 erzieher*innen auf der straße

»Seit Freitag streiken Sozialpädagoginnen und Erzieherinnen bundesweit für mehr Anerkennung und mehr Geld. Am Montag nahmen nach Angaben der Polizei rund 550 Streikende aus der Region an einer Demonstration in Oldenburg teil. Nach dem Auftakt auf dem Pferdemarkt ging es durch die Innenstadt zu einer Kundgebung vor dem Rathaus.

„Wir pfeifen aus dem letzten Loch“, sagte die Erzieherin Elfriede Geisendorff-Mikulka aus dem Landkreis Friesland, die die Ansprache auf dem Rathausplatz hielt. „Trotzdem wäre ich jetzt lieber in meiner Kita, um meine Arbeit zu tun. Aber ich bin zutiefst davon überzeugt, dass es an der Zeit ist, dass unser Auftrag und unsere Arbeit gesellschaftlich neu bewertet werden.“ Und weiter: „Der Staat erwartet hochwertige Arbeit trotz mieser Rahmenbedingungen. Wo bleiben Respekt und Anerkennung dafür?“ Die Discount-Pädagogik-Mentalität müsse endlich aufhören.
Die Gewerkschaft rechnet mit einem zweiwöchigen Streik. „Wir gehen davon aus, dass wir lange streiken müssen, bis wir ein Angebot von den Arbeitgebern bekommen“, so Gewerkschaftssekretär Christian Busch von ver.di. Die nächste Demonstration ist am kommenden Mittwoch in Bremen geplant. Zurzeit werden alle städtischen Kindertagesstätten in Oldenburg bestreikt.
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wohnen darf kein luxus sein


Liebe Grüße nach Lichtenberg.

kita`s on strike

Mehr als 150 Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst aus Oldenburg und den umliegenden Gemeinden nahmen am 8. Mai an der Auftaktveranstaltung zum unbefristeten Streik teil – bundesweit waren es fast 20000. Neben Erzieher*innen legten auch Sozialarbeiter*innen und Sozialpädagog*innen die Arbeit nieder. Für kommenden Montag, also den 11. Mai, ruft ver.di die Beschäftigten und alle Eltern, Klient*innen und Nutzer*innen von sozialen Angeboten zu einer Demonstration auf, um sich solidarisch mit den Streikenden zu zeigen, sich für eine Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes einzusetzen und für ein gutes Angebot der Arbeitgeber*innen einzutreten. Die Demo soll im 9 Uhr auf dem Pferdemarkt beginnen.

streit um den alten hafen

»In Oldenburg sorgt derzeit der alte Hafen für Gesprächsstoff. Früher war das Wohnviertel günstiges Wohnquartier. Nun lockt das Wohnen am Wasser immer mehr betuchte Mieter.«

20 Jahre autonomer 1. mai

Erst mal ein Bericht von der Oldenburger Online Zeitung: »Auch die autonome Szene ging heute wieder auf die Straße. Unter dem Motto „Which side are you on? 20 Jahre für Freiheit und Solidarität!“ trafen sich um 13 Uhr rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur 1. Mai Demonstration in der Kaiserstraße. Auf dem Theaterwall wurde ein Zeichen für die Aufhebung des Verbotes der kurdischen Arbeitpartei PKK gesetzt. Die Mai-Demo der Autonomen verlief friedlich.

Das diesjährige Motto „Which side are you on?“ lehnt sich an eine Hymne der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung an. Zum zwanzigsten Mal wolle man in der Tradition des Haymarket Riot`s von 1890 ein gutes Leben für alle einfordern, ist im Aufruf zur Demo zu lesen. Es gelte zu entscheiden, auf welcher Seite man steht, wenn es beispielsweise um das kurdische Rojava oder die Situation in Griechenland geht.

Zum Auftakt am Hauptbahnhof erinnerten Sprecher unter anderem an rassistische Tendenzen und Vorkommnisse in Oldenburg und an eigene Aktionen gegen faschistisches Handeln. Es wurde dazu aufgerufen, sich an den Störungen der NPD-Auftritte im Stadtrat zu beteiligen. „Alerta, Alerta, Antifascista“ (Alarm, Vorsicht) rufend, startete die Demonstration gegen 13.30 Uhr. Von zahlreichen Polizisten begleitet zogen die Autonomen durch Oldenburgs Innenstadt. Auf dem Theaterwall gaben die Demonstranten ein Statement ab und beantworteten damit die Frage, auf welcher Seite sie in Sachen Kurdenpartei stehen. Über den Köpfen wurde die Flagge der PKK hochgehalten und damit die Aufhebung des Verbotes der kurdischen Arbeitpartei gefordert. Die friedliche Demonstration endete am selbstverwalteten Kultur- und Kommunikationszentrum Alhambra. Dort fand abschließend ein Straßenfest statt.« [Quelle und mehr Bilder]

kampf gegen wohnheim-verkauf

»In Oldenburg kämpfen Bewohner eines Studentenwohnheims gegen den Verkauf des Gebäudes. Sie wollen weiter günstig und selbstorganisiert zusammenleben. Noch führt die Internetseite des Studentenwerks Oldenburg (SWO) das Wohnheim an der Alteneschstraße 13 und 15, sein kleinstes, auf. Noch. Denn die ersten Kaufinteressenten haben sich die beiden rund 120 Jahre alten ehemaligen Schulgebäude bereits angesehen. Bei einem Verkauf würden die vier Wohngemeinschaften wohl aufgelöst werden. Doch ihre 24 BewohnerInnen wehren sich.
Überraschend ist das nicht. Die Altenesch-WGs waren schon immer speziell. Nicht lange nachdem das SWO in den 1980ern mit Landesmitteln die Gebäude erwarb und die Klassenzimmer zu Wohnungen umbaute, machten die BewohnerInnen ihrem Vermieter klar, dass sie sich entgegen der SWO-Praxis künftig selbst ihre NachmieterInnen aussuchen werden. Bis heute ist das so. Und trotz mehrfachem Wechsel in der Belegschaft der beiden denkmalgeschützten Häuser hat sich an ihrem Selbstbewusstsein nichts geändert. Das sei eine Gruppe, die sich schon immer aktiv eingesetzt hätte, auch für ihre Interessen, sagt Studentenwerk-Geschäftsführer Ted Thurner. Auf Thurner sind sie sauer in den Altenesch-Häusern, fühlen sich überrumpelt von Baubegehung und KaufinteressentInnen-Besichtigung. „Wir wollen hier wohnen!“, stellen sie in einer von fast 1.000 Personen unterzeichneten und dem SWO-Vorstand übergebenen Unterschriftenliste fest. Sie wollen nicht auf Selbstorganisation, gewachsene Gemeinschaft, Garten und die günstige Warmmiete von rund 180 Euro verzichten. Billiger lässt sich in Oldenburgs unter Druck geratenem Wohnungsmarkt fast nichts mehr mieten.
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autonomer 1. mai 2015

»which side are you on?«

»Es ist ein lauer Sommerabend, dieser 15. Juli 1931. Ein Mittwoch. Hier im Südosten des Bluegrass State Kentucky, genauer gesagt im Harlan Country, dem viertgrößten Kohlerevier in den USA, steht Florence eigentlich wie jeden Abend in der Küche und macht den Abwasch. Morgen ist wieder Schule und es war ihr diesmal zu ihrer großen Überraschung geglückt, ihre sieben Kinder ohne viel Stress und sogar einigermaßen satt ins Bett zu bugsieren. Doch zur scheinbaren Normalität dieses Abends gesellt sich Angst. Aber vor allem Wut und Entschlossenheit. Ihr Mann, Sam, steht auf der schwarzen Liste. Sie weiß was das heißt. Er weiß was das heißt. Alle in ihrer kleinen Bergarbeitersiedlung wissen es.
Als im Frühjahr die Zechenbetreiber eine zehnprozentige Lohnkürzung durchsetzten wollen, gingen die Bergarbeiter auf die Barrikaden. Bei weniger als knapp zwei Dollar am Tag für eine Zehnstundenschichten stellte sich nur noch die Frage, ob sie lieber kämpfend als arbeitend hungern wollten. Hilflos, spontan und unorganisiert begannen sie sich zu wehren. 3000 Kohlekumpel, unter ihnen auch Sam, gründen die Gewerkschaft United Mine Workers (UMW) und treffen auf die Macht der Kohlebosse: Einschüchterung, Zwang, Unterdrückung, Übergriffe, Mord, und eben diese schwarzen Listen. Sam ist deshalb untergetaucht. Florence nicht.
Jetzt nur noch eben die Gabeln und dann hat sie es endlich. Endlich ins Bett, endlich abschalten, endlich die Sorgen hinter sich lassen. Wooom, Wooom, Wooom. Es hämmert an die Tür. Sie zuckt zusammen. Da sind sie also wirklich, die Schergen von John Henry Blair, dem von den Kohlebaronen umschmeichelten Countrysheriff. Florence hatte sie erwartet, doch jetzt schießt ihr die Panik in den Kopf. Ihr wird schlecht. Sie will sich übergeben, am liebsten aber abhauen. Einfach wegrennen. So wie Sam.
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which side are you on?

Autonome 1. Mai-Demo # 13 Uhr # Kaiserstr./Hbf # Oldenburg
»Which side are you on?« 20 Jahre für Freiheit und Solidarität

das sportamt bleibt besetzt!

Seit dem 2. April ist das Alte Sportamt in Bremen nach vier Jahren einer sogenannten Zwischennutzung besetzt. »Das Alte Sport­amt möch­te Men­schen aus ver­schie­dens­ten Zu­sam­men­hän­gen einen Raum bie­ten, um ge­mein­sam oder al­lei­ne un­kom­mer­zi­ell und frei von Pro­duk­tio­szwang und Leis­tungs­er­war­tun­gen künst­le­risch zu ar­bei­ten und Kul­tur zu ge­stal­ten. Mit dem Pro­jekt soll eine of­fe­ne und viel­schich­ti­ge Struk­tur ge­schaf­fen wer­den, die frei ist von ag­gres­si­ven Leis­tungs­er­war­tun­gen, se­xis­ti­schem Rol­len­ver­hal­ten, Ras­sis­mus, Homo-/Trans­pho­bie und An­ti­se­mi­tis­mus. Da sich das Alte Sport­amt als so­zio­kul­tu­rel­les Pro­jekt ver­steht, soll es nicht nur zum künst­le­ri­schen Ar­bei­ten Platz bie­ten, son­dern auch fürs So­zia­le und Po­li­ti­sche«, so die Nutzer*innen. Die Erklärung zur Besetzung findet ihr hier; etwas musikalisches dazu hier; Info`s zum aktuellen Stand hier.

400 streikende ziehen durch oldenburg