Archiv der Kategorie 'klasse gegen klasse'

junge wohnungslose in oldenburg

ig metall geht auf die strasse

»Zum Auftakt der nächsten Tarifrunde erwartet die IG Metall Küste mindestens 1000 Demonstranten am Verhandlungsort in Oldenburg. Aus allen fünf norddeutschen Bundesländern wollen Teilnehmer zu der Kundgebung am Donnerstag (10. März) anreisen, teilte die Gewerkschaft am Montag mit. Verhandelt wird für rund 140.000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordwestniedersachsen und Schleswig-Holstein. Zuvor hatte die IG Metall in der Tarifrunde 5 Prozent mehr Geld gefordert. „Mit ihrem Gerede von angeblichen Höhenflügen der IG Metall und einer damit verbundenen Deindustrialisierung Norddeutschlands bringen die Arbeitgeber die Beschäftigten gegen sich auf“, warnte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken. „Das werden wir Nordmetall in den Verhandlungen und bei der Kundgebung deutlich machen.“ Die bundesweit erste Tarifverhandlung für den Flächentarif der Metall- und Elektroindustrie findet am 9. März in Hannover-Laatzen statt. Die Gewerkschaft fordert 5 Prozent mehr Geld, die Forderung gilt für die 85.000 Beschäftigten im Tarifgebiet Niedersachsen und für die rund 120.000 Mitarbeiter im Haustarif bei Volkswagen.« [NWZ]

»wie sieht das oldenburg der zukunft aus?«

iruñerria berpizten

Info`s gibt es hier.

putz-kräfte kämpfen gegen die uhr

»Reinigungskräfte in Oldenburg kämpfen nicht nur gegen Staub, Dreck und volle Papierkörbe. Sie kämpfen immer häufiger vor allem gegen die Uhr. Das hat die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU Nordwest-Niedersachsen kritisiert. Von den Reinigungskräften werde verlangt, immer mehr Fläche zu machen – ohne dafür allerdings mehr Zeit zu bekommen, heißt es in einer Stellungnahme der Gewerkschaft zur laufenden Tarifrunde. Eine aktuelle Herbst-Umfrage der IG Bau unter Beschäftigten der Branche, an der auch Gebäudereinigerinnen und Fensterputzer aus Oldenburg beteiligt waren, habe gezeigt: 57 Prozent der Reinigungskräfte haben in den letzten zwei Jahren ein größeres Reinigungsrevier zugewiesen bekommen – und das bei gleichbleibender Stundenzahl. Neun von zehn der Befragten hätten angegeben, bei der Arbeit unter großem Zeitdruck zu stehen. „Das Putz-Tempo nimmt zu. Der Druck auf die Reinigungskräfte ist dabei enorm. Es ist der Kampf „Mensch gegen Minute“, sagt IG-Bau-Bezirkschef Hans-Otto Rohde. In Oldenburg arbeiten nach Angaben der Gewerkschaft derzeit rund 2800 Beschäftigte in der Gebäudereinigung. Davon seien jedoch 55 Prozent lediglich Mini-Jobber. „Die Branche hat ein Vollzeit-Job-Problem: Immer häufiger werden reguläre Arbeitsplätze abgeschafft und durch Teilzeitkräfte oder Mini-Jobber ersetzt“, so Hans-Otto Rohde. Die Branchen- Umfrage habe ergeben, dass 28 Prozent der Beschäftigten täglich Überstunden machen müssten. Als „besonders dreist“ wertet der Vorsitzende der Gebäudereiniger-Gewerkschaft in der Region, dass Überstunden in rund 30 Prozent der Fälle nicht einmal bezahlt würden.« [Quelle]

tja…

über 20 % mietsteigerung

Laut Untersuchungen der Statista GmbH liegen die durchschnittlichen Bestandsmieten in Oldenburg momentan bei 7,07 Euro pro Quadratmeter. Von 2009 bis 2014 stiegen die Bestandsmieten hier um 20,4 Prozent, während es im Bundesschnitt nur 15 Prozent waren. Der Wohnungsmarkt in Oldenburg ist derweil nach wie vor angespannt – innerhalb des Autobahnringes werden pro Jahr nur ein bis drei Prozent der Wohnungen frei, außerhalb sogar nur ein Prozent. [Quelle]

die würde des menschen ist unteilbar

»Erwerbslosengruppen und -organisationen der Kampagne „AufRecht bestehen“ verurteilen die Pläne der Bundesregierung, das Aufenthalts- und Asylrecht auszuhöhlen und Tausenden gerade erst eingereisten Schutzsuchenden das Grundrecht auf Asyl und auf Existenzsicherung zu verwehren. Noch immer werden geflohene Menschen an deutschen Bahnhöfen von der Bevölkerung mit Lebensmitteln, Geschenken und Herzlichkeit empfangen. Die Bundeskanzlerin überrascht mit der humanitären Geste, dass Deutschland Menschen in Not nicht im Stich lasse, und pflegt so im Ausland das neue Image eines offenen und hilfsbereiten Landes. Zeitgleich formuliert die Bundesregierung einen 150seitigen Gesetzentwurf zur Verschärfung des Aufenthalts- und Asylrechts sowie des Asylbewerberleistungsgesetzes (AsylbLG), der alle sozial- und rechtstaatlichen Errungenschaften, die Asylsuchende und ihre Unterstützer in den vergangen 20 Jahren mühsam auch vor Gerichten erkämpft haben, wieder zunichte macht. (mehr…)

traktor-blockade gegen edeka

»Mit rund 200 Traktoren haben am späten Sonntagabend Landwirte aus dem Nordwesten über mehrere Stunden hinweg das Edeka-Zentrallager in Neuenkruge blockiert. (…) Die Bauern sowie Lohnunternehmer kamen aus den Kreisen Friesland, Ammerland, Oldenburg, Wesermarsch und darüber hinaus. Sie protestierten gegen den Preisverfall bei Milch und anderen Agrar-Produkten. Anscheinend wurde die Demonstration geheim als eine Art Flashmob organisiert. Einen offiziellen Veranstalter gibt es nicht.

Arno Oeltjen, einer der Teilnehmer aus Westerloy (Landkreis Ammerland) beklagte, dass Milchviehalter zu den derzeit gezahlten Preisen nicht rentabel wirtschaften könnten. Deshalb wolle man auf diese Art friedlich gegen das Preisdumping des Lebensmitteleinzelhandels protestieren. Auch Heiko Siemen (Borbeckerfeld) beteiligte sich: „Bei den derzeit gezahlten Preisen gehen viele Betriebe zugrunde. Dadurch sind zahlreiche Arbeitsplätze in der Landwirtschaft sowie in vor- und nachgelagerten Bereichen bedroht. Dabei produzieren die Landwirte hochwertige Produkte. Darauf wollen wir aufmerksam machen.“. Nach Angaben aus Teilnehmerkreisen hatten sich 158 Landwirte mit ihren Treckern am Abend in Borbeckerfeld getroffen. Auf zwei Routen steuerten sie anschließend das Zentrallager an. Unterwegs schlossen sich weitere Landwirte an, so dass rund 200 Trecker in Neuenkruge ankamen. Am Straßenrand wurde die Aktion von weiteren Landwirten und der Landjugend begleitet. (…)« [Quelle]

ostfriesische bauern blockieren aldi

»Etwa 150 ostfriesische Milchbauern haben am Abend des 4. August mit 80 Treckern vor dem ALDI-Zentrallager in Hesel gegen die Rolle von Discountern, Molkereikonzernen und Politik beim ruinösen Verfall der Milchpreise demonstriert und dabei teilweise die Anlieferung von Ware behindert. Wie der Landesverband Niedersachsen/Bremen der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) mitteilt, war aktueller Anlass dieser hauptsächlich vom Bundesverband deutscher Milchviehhalter (BDM) kurzfristig organisierten Aktion die erneute Senkung der Butterpreise durch ALDI.

Auch einige Vertreter der Schweinehalter, deren Erzeugerpreise ebenfalls unter der von Ernährungskonzernen verfolgten Überproduktionsstrategie für den Weltmarkt litten, hätten sich dem Milchbauern-Protest angeschlossen. Dabei waren auch Vertreter von Lohnunternehmen und Tierärzten, die durch die dramatische Notlage der Bauern und den so verursachten Ausfall von Rechnungs-Forderungen mitbetroffen sind.« (mehr…)

500 streikende postler*innen auf der straße

Am 2. Juli, wenige Tage vor der »Einigung«, gingen in Oldenburg nochmal gut 500 streikende Postler*innen auf die Straße. Nach gut 4 Wochen Arbeitskampf ist das Ergebnis allerdings ziemlich mau. Dazu gibt es hier ein interessantes Interview mit einer Briefzustellerin bei der Deutschen Post AG und Mitglied der Gewerkschaft ver.di.

oxi!


»Ihr Journalist*innenarschlöcher: Die Armen wählen NEIN!«

demo zum post-streik

»Die Beschäftigten der Post AG treffen sich am Donnerstag, den 02.07.2015, ab 11:00 Uhr zu einer Protestkundgebung auf dem Bahnhofsplatz in Oldenburg. Der Protest richtet sich gegen die Politik des Postkonzerns, der mit der Gründung von 49 Regionalgesellschaften das bestehenden Tarifniveau unterlaufen, und zukünftige Einstellungen nur noch in den neuen Tochtergesellschaften vornehmen will. Die Beschäftigten werden die Gelegenheit nutzen, um ihre Ärger über das Gebaren des Vorstandes Post mit einer Demonstration durch Innenstadt deutlich zu machen. Die Kolleginnen und Kollegen sind sauer auf den Postkonzern, der sich fernab jeder Sozialpartnerschaft bewegt und beim Streben nach immer höheren Gewinnen die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten verschlechtern will. „Auch wenn es am 03.07.2015 einen Verhandlungstermin gibt, werden wir den Druck weiter aufrecht erhalten und die Streiks fortsetzen“, so Jürgen Jakobs Gewerkschaftssekretär bei ver.di. Die Beschäftigten wollen Schutz und Sicherheit für ihre Zukunft.« [ver.di Bezirk Weser-Ems]

Und hier noch ein netter Artikel aus der NWZ zu dem Motiven der streikenden Kolleg*innen in Oldenburg: »Vor dem Briefzentrum Tweelbäke tut sich momentan nicht viel. Keine gelben Postautos verlassen die Einfahrt, um Briefe zuzustellen. Grund dafür ist der Streik der Mitarbeiter seit rund zwei Wochen. Dennoch ist das Gelände nicht komplett verwaist. Vor der Zufahrt haben sich links und rechts mehrere Streikende postiert. Zwei Pavillons in unterschiedlichen Farben dienen als Unterkunft – einer weiß-blau, der andere rot-gelb. Grund dafür sind zwei Gewerkschaften, die sich für die Rechte der Arbeitnehmer einsetzen. Zum einen ist das der Gewerkschaftsriese Verdi, zum anderen die deutlich kleinere Kommunikationsgewerkschaft DPVKom, die aus dem Deutschen Postverband (DPV) hervorging.
Die Ziele sind in etwa die selben: „Wir streiken ja nicht für uns“, betonte Postmitarbeiter Rolf Groth am Mittwoch. „Wir streiken für die Arbeiter der Fremdfirmen. Diese sollen die gleichen Löhne wie wir erhalten. Das Ziel leuchtet ein. Ulrich Dierking vom Betriebsrat erklärt: „Wenn man zum Beispiel Paketzustellern, die für die Firma Delivery arbeiten, weiterhin weniger Geld bezahlt als uns, werden die uns irgendwann ersetzen.“
« (mehr…)

größte streik-welle seit mehr als 20 jahren

»Das laufende Jahr wird eines der größten Streik-Jahre seit der deutschen Wiedervereinigung. Nach neuesten Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) haben die Tarifauseinandersetzungen in zahlreichen Branchen seit Jahresbeginn zu 500 000 ausgefallenen Arbeitstagen geführt. Das sind dreimal so viele Ausfalltage wie 2014 und der höchste Wert seit 1993. Damals registrierte das IW 593 000 Ausfalltage wegen Streiks. 1992, dem bisher größten Streik-Jahr seit der Wiedervereinigung, fielen nach IW-Angaben insgesamt 1,5 Millionen Arbeitstage aus. IW-Tarif-Experte Hagen Lesch erklärte gegenüber BILD: „Schuld sind vor allem die massiven Warnstreiks in der Metall- und Elektro-Industrie zu Beginn des Jahres und die unbefristeten Streiks bei Kitas und Post.“ Lesch schloss nicht aus, dass 2015 sogar das zweitgrößte Streikjahr aller Zeiten im wiedervereinigten Deutschland werden könnte. „Mit jedem weiteren Streiktag bei der Deutschen Post kommt bei der derzeitigen Streikbeteiligung eine fünfstellige Summe an Ausfalltagen hinzu“, sagte Lesch gegenüber BILD.« [Quelle]

150 arbeiter*innen bangen um jobs

»„Erleben, was verschwindet“, so hatten einige Mitarbeiter ihre Protestplakate am Mittwoch in Anlehnung an den Telekom-Werbespruch „Erleben, was verbindet“ getitelt. Tatsächlich gibt es derzeit nur wenig echte Bindung zwischen der Telekom-Führungsetage und dem Technischen Service in Oldenburg. Die eine Seite plant eine Marktbereinigung im großen Stil und die Reduzierung aller bundesweiten Standorte von 153 auf 23. Die Telekom verspricht sich dadurch eine größere Servicequalität und mehr Wirtschaftlichkeit im Innendienst (NWZ  berichtete). Was bei Beschäftigten in Oldenburg aber ankommt, wirkt weniger begeisternd: Totaler Rückzug aus der Region, Vernichtung von Arbeitsplätzen, Gefährdung des Ausbildungsstandortes.« (mehr…)