Archiv der Kategorie 'fluchtwege'

refugee-bustour in oldenburg

»[Oldenburg 23.4.] A group of refugee activist and supporters are building up the “Stop deportation group” in Oldenburg. We visited 2 lagers and invited refugees to have dinner with us and to get to know stop deportation group of Oldenburg. The refugees in the first lager showed a big interest to us. In the beginning we talked to 3-4 people and they went inside the buildings and bring the people outside. This lager was very isolated, and outside of the city. With the car it took us more than half an hour to reach there and they said that they even don’t receive a bus ticket to come to the city. So most of the people have to stay inside there for day and night and be disconnected from the rest of the city. It was even hard for them to come to our meeting place in the afternoon so we picked them up with the car. The second lager was more inside the city and it was also less people in it. They said that many people are outside in the city. Later in the afternoon more than 20 refugees joined us and we had a warm meeting for two hours. We introduced ourselves and our political fight, and discussed the political problems that refugees are facing specially Dublin laws and the new Asyl law in germany. Later we had dinner together.« [Quelle]

wenn ich ein turnschuh wär

»Über euer scheiß Mittelmeer käm ich, wenn ich ein Turnschuh wär.
Oder als Flachbild-Scheiß – ich hätte wenigstens ein‘ Preis.
Es gäb‘ für uns kein Halten mehr, wir kämen immer nur schneller her.
Ich seh die Waren zieh‘n, ohne zu flieh‘n gehen sie an Land…
«

[Die Goldenen Zitronen: Wenn ich ein Turnschuh wär]

sprechstunde für menschen ohne papiere

»Menschen ohne Papiere fallen durch die Raster des Gesundheitssystems. Dazu zählen oft auch Flüchtlinge, die nicht in Deutschland gemeldet sind. Werden sie krank, ist die medizinische Versorgung schwierig. Das hat sich nun geändert: Der Flüchtlingshilfeverein Ibis hat eine „Humanitäre Sprechstunde“ in der Klävemannstraße 16 eingerichtet. So will man besonders Flüchtlingen, die nicht angemeldet sind, kostenlose und anonyme medizinische Beratung und Behandlung ermöglichen. Einige andere Städte im Norden waren Vorreiter, zum Beispiel Hannover und Göttingen. Diese wurden im vergangenen Jahr für ihren Einsatz mit dem Integrationspreis des Landes Niedersachsen ausgezeichnet. Auch in Oldenburg wurde schon häufiger im Sozial- oder Integrationsausschuss über die Einrichtung einer Humanitären Sprechstunde diskutiert. Im Arbeitskreis „Humanitäre Sprechstunde“, der aus ehrenamtlichen Ärzten, Krankenpflegern, einem Apotheker und der Flüchtlingsberatung von Ibis besteht, wurde das Konzept für die Sprechstunde erarbeitet. Sie umfasst zwei Komponenten: die ärztliche Sprechstunde sowie die Beratung zur Gesundheitsversorgung und zum Aufenthaltsrecht für Menschen ohne Papiere. Ziel ist die Einrichtung eines mehrsprachigen, fachkompetenten und niedrigschwelligen medizinischen Angebotes.« (mehr…)

erster europäischer mauerfall


http://www.europaeischer-mauerfall.de

oldenburger*innen bangen um angehörige

berlins flüchtlingsfiasko

ziviler ungehorsam in serie

»Gleich mehrere Abschiebungen haben Osnabrücker Bürgerinnen und Bürger innerhalb weniger Wochen verhindern können. Wie haben sie das gemacht? Und was kann man daraus lernen? Darüber sprachen wir mit Philipp Ströhle, der die Proteste mitorganisiert. Am Dienstag letzte Woche habt Ihr zum wiederholten Mal eine Abschiebung in Osnabrück verhindert. Worum ging es und wie habt Ihr das gemacht? Es ging um einen jungen Pakistani, der zum wiederholten Mal nach Ungarn abgeschoben werden sollte. Der Mann befürchtete ganz konkret, dass er ins Gefängnis zurück muss. Wir haben uns dann morgens vor der Unterkunft getroffen. Die Überstellung war für sechs Uhr vorgesehen. Mehr als hundert Menschen waren da und haben den Eingang blockiert.

Das war die fünfte Abschiebung, die Ihr verhindert habt. Wie hat es damit angefangen? Als im Rosenplatzquartier eine neue Geflüchtetenunterkunft bezogen wurde, hat sich im Stadtteilbüro eine Arbeitsgemeinschaft „Flüchtlingshilfe“ gebildet. Es wurden Sprachkurse angeboten, Fahrräder wurden zur Verfügung gestellt und Spenden gesammelt. Über den Kontakt mit den geflüchteten Menschen haben wir mitbekommen: Ok, jetzt brennt es. Jetzt bekommen alle ihre Abschiebebescheide, wir müssen etwas tun. Wie erfahrt Ihr von den Abschiebungen? Abschiebungen werden in Niedersachsen zur Zeit noch angekündigt. Die Geflüchteten kommen dann mit dem Brief zu uns, auch deshalb, damit wir ihnen den Inhalt übersetzen können. Wie kamt Ihr auf die Idee mit den Blockaden? Ein Geflüchteter in unserer NoLager-Gruppe hat plötzlich so einen Brief bekommen. Wir waren schockiert und überfordert und haben lange diskutiert. Am Ende haben wir einfach entschieden: Wenn die Abschiebung um drei Uhr nachts stattfinden soll, dann bleiben wir eben solange auf und lassen ihn nicht alleine. Als dann die Abschiebung nicht stattgefunden hat, weil wir vor der Tür standen, waren wir sehr überrascht. Wie ist das genau abgelaufen und wie hat die Polizei damals reagiert? Die Beamten von der Ausländerbehörde waren ziemlich verwundert, dass da 40 Leute vor der Tür standen. Dann haben sie die Polizei gerufen. Die wollte keinen Stress. Sie haben gesagt: Wenn ihr uns nicht hereinlasst, dann gehen wir eben wieder. Da haben wir zum ersten Mal gesehen, dass eine Abschiebung nicht einfach stattfinden muss(mehr…)

hurria!

Am kommenden Mittwoch, am 9. April um 20 Uhr gibt es im Alhambra das Ein-Personen-Theaterstück »Hurria!« zu Revolution & Bewegungsfreiheit von und mit Riadh Ben Ammar. »Hurria bedeutet auf Arabisch Freiheit. Aus der Perspektive eines „Harraga“ – eines Grenzverbrenners – erzählt das Stück Hurria! unterschiedliche Wege der Freiheitssuche, die mit der Revolution in Tunesien eine neue Qualität bekommen haben. Am 14. Januar 2011 fand in Tunesien eine Revolution statt. Danach haben viele junge Menschen das Land verlassen. Tausende sind als Flüchtlinge in Lampedusa gelandet. Damals sagte der deutsche Innenminister Thomas de Maizière, dass die Menschen erkennen müssten, dass sie nach Tunesien gehören würden. Sie sollten dort bleiben und ihr Land aufbauen. Auch Angela Merkel äußerte sich ähnlich: Sie stellte es als eine Selbstverständlichkeit dar, dass „nicht alle Menschen nach Europa kommen [können], die nicht in Tunesien leben wollen“. Das Theaterstück versteht sich als eine Antwort auf solche Aussagen. Es thematisiert die vielfältigen Wege der Freiheitssuche, die mit der Revolution eine neue Qualität bekommen haben. Denn neben dem Kampf gegen die Diktatur war die Revolution auch ein Kampf gegen das europäische Migrationsregime. Hurria! fragt, wie die Probleme der Nordafrikaner*innen mit der europäischen Migrationskontrolle zusammenhängen, also auch, was europäischen Tourist*innen in Tunis, Frontex, Abschiebungen und religiöser Fundamentalismus miteinander zu tun haben. Riad Ben Ammar ist vor 15 Jahren als Grenzverbrenner nach Deutschland gekommen. Lange war er unfreiwillig in einem Flüchtlingslager in Mecklenburg Vorpommern untergebracht, inzwischen lebt er in Berlin und ist bei Afrique-Europe-Interact aktiv. Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem Alhambra, dem transnationalen Netzwerk Afrique-Europe-Interact und der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Eintritt frei«

kein mensch ist illegal

Mehr als hundert Leute gingen trotz Kälteeinbruchs am 15. März auf die Straße, um für Bleiberecht, Arbeitserlaubnis und freie Wohnungswahl für alle Flüchtlinge zu demonstrieren. Hier nun ein paar Foto-Impressionen:

papierlose patient*innen

»Sie haben Zahnschmerzen oder Hautausschlag, bekommen Kinder oder Fieber, leiden an Krebs oder an den Folgen erlittener Folter. Doch Menschen ohne Aufenthaltsstatus können nicht einfach zum Arzt gehen, da sie keine Krankenversicherung haben und meistens nicht das nötige Geld, um für die medizinische Behandlung selbst aufzukommen. Dazu kommt noch die Angst, dass ihre Daten vom Arzt an die Ausländerbehörde weitergeleitet werden. (…) Flüchtlingsberater schätzen die Zahl der Papierlosen bundesweit auf rund 500.000. Allein in Niedersachsen sollen es bis zu 40.000 sein, einige hundert in Oldenburg. Genaue Zahlen gibt es naturgemäß nicht. In Oldenburg wollen Grüne, Linke und Piraten jetzt die Situation der Papierlosen verbessern. In den nächsten Sitzungen der Ratsausschüsse für Integration und Soziales wollen die drei Parteien beantragen, dass die Stadtverwaltung die Einführung einer „Humanitären Sprechstunde“ prüft und die Kosten dafür ermittelt. In einer solchen anonymen und kostenlosen Sprechstunde könnten einfache Probleme wie Wundversorgung und akute Infektionskrankheiten untersucht und gleich behandelt werden, sagt der Linken-Ratsherr Jens Ilse. Im Falle von schwerwiegenden Erkrankungen könnte der behandelnde Arzt auf weitere medizinische Angebote für papierlose Menschen hinweisen. (…) In ihrem Antrag regen Grüne, Linke und Piraten – die beiden letztgenannten bilden im Stadtrat eine Gruppe – auch den Aufbau eines Netzwerks von Ärzten, Psychologen und Physiotherapeuten an, die Flüchtlinge unentgeltlich behandeln.« [Quelle]

antira-demo am 15. märz

»Das An­ti­Ra-​Ple­num Ol­den­burg hat für den 15.​03. eine De­mons­tra­ti­on ge­plant und an­ge­mel­det. Bei der Demo geht es um The­men wie Blei­be­recht, Ar­beits­er­laub­nis und freie Woh­nungs­wahl für alle. Treff­punkt ist um 13:00 vor dem Ol­den­bur­ger Haupt­bahn­hof. Bitte er­scheint zahl­reich und in­for­miert an­de­re Per­so­nen und Grup­pen.

Le An­ti­Ra-​Plénum Ol­den­burg a pla­ni­fié et de­claré une ma­ni­fe­sta­ti­on pour le 15.​03. La ma­ni­fes­ti­on s‘agit de su­jets comme Blei­be­recht (droit de séjour), Ar­beits­er­laub­nis (per­mis de tra­vail) et de freie Woh­nungs­wahl (la li­berté du choix com­ment d‘hâbiter). On se ren­cont­re à 13 heu­res de­vant la gare d‘Ol­den­burg. S‘il vous plaît par­ti­ci­pe et in­for­me des au­tres per­sons et grou­pes.

The An­ti­Ra-​Ple­num Ol­den­burg has pl­an­ned and an­noun­ced a de­mons­tra­ti­on for the 15.​03. The de­mons­tra­ti­on is about to­pics like Blei­be­recht (right to stay), Ar­beits­er­laub­nis (per­mis­si­on to work) and freie Woh­nungs­wahl (free choice of lod­ging). The Mee­ting Point and start of the demo ist 13:00 o‘clock in front of the main tra­in­sta­ti­on of Ol­den­burg. Plea­se comme nu­me­rous­ly and in­form other peop­le and groups.«

die eldarovs sollen bleiben

bootsflüchtlinge

Noch bis zum 21. Februar 2014 präsentieren IBIS e.V., Amnesty International, das Forum St. Peter und das Internationales Fluchtmuseum e.V. in den Räumlichkeiten von IBIS in der Klävemannstrasse 16 die Ausstellung »Bootsflüchtlinge«. Die Amnesty-Ausstellung thematisiert auf 30 Bild- und Erklärungstafeln die Flüchtlingspolitik der Europäischen Union. Im Vordergrund steht dabei neben der Situation der Flüchtlingsströme im Mittelmeer auch die Rolle der europäischen Grenzschutzagentur FRONTEX. Der Eintritt ist frei.

stadtansichten #1

fragen nach verhinderter abschiebung

Nachdem am 22. Ok­to­ber weit über 100 Nach­ba­r*in­nen, Freun­d*in­nen und an­ti­ras­sis­ti­sche Ak­ti­vis­t*in­nen im Stadt­teil Os­tern­burg die Ab­schie­bung eines 30-jährigen Ol­den­bur­gers in die Côte d‘Ivoire verhindern konnten [Info], stellten sich dem CDU-Landtagsabgeordneten Ansgar Focke aus Ganderkesee doch noch so einige bedeutende Fragen. Nein, nein, es geht dem Focke freilich nicht um das Schicksal des 30-Jährigen oder gar um die Legitimität des Abschiebeversuches, sondern um die lieben Kosten. Laut der Antwort des Niedersächsischen Innenministeriums auf die Anfrage Focke`s verteilen sich diese wie folgt: Der Betroffene soll 325,71 Euro u.a. für die Stornierung des Flugs zahlen. »Die Einsatzkosten in Höhe von 952 Euro werden von der Polizeidirektion Oldenburg nicht geltend gemacht. Das Land Niedersachsen übernimmt die seit der gescheiterten Abschiebung angefallenen Sozialleistungen in Höhe von 911,52 Euro«, berichtete die NWZ. Andere Menschen könnte übrigens auch dieses interessieren: Der 30-Jährige hat inzwischen seine langjährige Freundin geheiratet und lebt nach wie vor in Oldenburg. Zu einer Abschiebung wird es wohl nicht mehr kommen.