sie sind die letzten…

»Die Gespräche mit Menschen, die am eigenen Leib erfahren mussten, was Faschismus und Verfolgung bedeuten, haben viele von uns geprägt und uns oft in unserem politischen Handeln bestärkt. Diese Gespräche scheinen unverzichtbar für die Vermittlung von Geschichte, unverzichtbar für die politische Praxis, unverzichtbar für jede_n Einzelne_n von uns. Doch es sind die letzten lebenden Zeitzeug_innen, die heute noch mit uns sprechen können und in den nächsten Jahren wird es auch sie nicht mehr geben. Es ist Zeit sich Gedanken zu machen, wie eine aktive Erinnerung an Faschismus, Verfolgung und Widerstand in Zukunft auch ohne die Zeitzeug_innen funktionieren kann.
Wir laden euch zu einer Lesung, Filmausschnitten und Diskussion ein und können dazu drei Referent_innen begrüßen, die auf unterschiedliche Weise Erinnerungsarbeit leisten:
Silvia und Joscha Gingold Peter und Ettie Gingold waren jüdische KommunistInnen, die im deutschen Faschismus verfolgt wurden und in der Résistance gekämpft haben. Ihre Tochter Silvia und ihr Enkel Joscha haben nach dem Tod von Peter und Ettie angefangen auf Veranstaltungen aus Peters Autobiografie zu lesen und die Erinnerung an das Leben und Wirken der beiden wachzuhalten. Silvia und Joscha sind damit ein Beispiel dafür, wie Erinnerungspolitik nach dem Tod von Zeitzeug_innen weitergeführt werden kann.
Matthias Durchfeld Seit über 20 Jahren arbeitet Matthias bei Istoreco, dem Institut für die Geschichte der Resistenza in der Region Reggio Emilia in Italien. Er organisiert u.a. Bildungsreisen und Zeitzeug_innen-Gespräche für Schulklassen und internationale Reisegruppen zur deutschen Besatzung Italiens (1943-45) und zu der Partisan_innen-Bewegung, die sich nach der Besatzung entwickelte. Zentraler Bestandteil der Arbeit von Istoreco ist die Einbindung von Zeitzeug_innen in die Erinnerungspolitik.
«

Freitag, 8. April 2016, 19 Uhr im Alhambra


1 Antwort auf “sie sind die letzten…”


  1. 1 Pu 10. April 2016 um 10:25 Uhr

    Erst war ich skeptische, weil die Vortragenden nicht aus eigenen Erleben berichten konnten. Aber alles kam so lebendig und betroffen, daß ein gutes Bild über Menschen im Widerstand gegen die Nazis entstand. Sicher für die vielen jüngeren Besucher sehr anschaulich. Für mich eine Anregung nachzuforschen, welche Rolle mein Vater als Leiter des Reichsnährstand spiele, der trotzdem noch in den letzten Kriegsmonaten Soldat wurde und gleich an der Oder gefallen ist.

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


+ sieben = dreizehn