die rape culture wurde nicht importiert

»Ein in Sachen sexualisierter Gewalt halbwegs sensibilisierter Mensch kann sich dieser Tage nur verwundert die Augen reiben—wenn er nicht schon vor Wut schäumt. Die Gewalt am Kölner Hauptbahnhof als singuläres Ereignis darzustellen, als Ausnahme, die von außen über das „gute Deutschland“ hereingebrochen ist, schadet von Gewalt Betroffenen mindestens so sehr wie die Verwendung des Begriffs „Antanzen“ für die Art der Übergriffe: Ein Wort, das sexualisierte Gewalt und Raub verharmlost, bagatellisiert und exotisiert. Plötzlich sprechen alle möglichen Medien von Rape Culture—und meinen damit die Rape Culture woanders, also in Tunesien oder in Indien, weil die polizeibekannten Intensivtäter „arabisch“ oder „nordafrikanisch“ aussehen, also keine weißen Männer waren. Und die Deutsche Polizei-Gewerkschaft (DPolG) vermeldet, dass es „unwahrscheinlich“ sei, den Tätern „individuell und konkret“ Straftaten nachweisen zu können. Somit sei ungewiss, „ob es im Fall der Übergriffe in Köln auch nur zu einer einzigen Verurteilung kommen wird.“« (mehr…)


2 Antworten auf “die rape culture wurde nicht importiert”


  1. 1 Anonymous 14. Januar 2016 um 22:47 Uhr

    Demo morgen:

    „Menschenrechte sind unteilbar“

    Aufruf zur Demonstration in Oldenburg am Freitag, 15. Januar 2016

    um 15 Uhr am Bahnhofsvorplatz

    Oldenburger Flüchtlinge sind empört über die Geschehnisse in der Silvesternacht 2016 und wollen sich öffentlich für den Schutz von Frauen einsetzen. Mit Unterstützung von IBIS e.V. haben sie eine spontane Demonstration organisiert, die dazu aufruft, sich von Gewalt gegen Frauen und von Rassismus zu distanzieren.

    Zeigen Sie sich solidarisch und gehen mit!

    Setzen auch Sie ein Zeichen gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus!

    Wegen der extrem kurzen Vorlaufzeit eine Bitte: Twittern Sie, sprechen Sie mit Freund*innen und verbreiten diesen Demonstrationsaufruf!

    Die Demonstration beginnt um 15 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz und führt über den Heiligengeistwall bis zum Schlossplatz. Dort findet eine Abschlusskundgebung statt.

    Treffpunkt: Freitag, 15.Januar 2016 um 15 Uhr am Bahnhofsvorplatz

    Flüchtlinge demonstrieren gegen Sexismus (s.u.). Unterstützer_innen schließen sich an: Gegen Rassismus! Sexismus und Rassismus sind zwei Seiten einer Medaille. Menschenrechte sind unteilbar.

    Demonstrationsaufruf: Flüchtlinge für Frauenrechte

    In der Silvesternacht gab es in der deutschen Großstadt Köln Übergriffe von einer großen Gruppe von Männern auf Frauen im dortigen Hauptbahnhof. Die Frauen wurden massiv sexuell belästigt und an allen Körperteilen berührt. Es gab außerdem viele Diebstähle. In einigen Fällen wurden Frauen vergewaltigt. Die Mehrzahl der Täter wurden als Flüchtlinge identifiziert, viele von ihnen aus afrikanischen und arabischen Ländern. Ebensolche Übergriffe wurden in Hamburg registriert.
    Die deutsche Öffentlichkeit ist schockiert über dieses Ausmaß an sexueller Gewalt. Die gute Stimmung gegenüber Flüchtlingen in Deutschland ist in großer Gefahr. Zunehmend haben Frauen Angst vor Flüchtlingen. Viele Deutsche sind empört. Menschen, die Flüchtlinge am liebsten in die Herkunftsländer abschieben möchten, bekommen Zulauf. Auch in Oldenburg gab es am letzten Wochenende solche Übergriffe auf Frauen. Die Öffentlichkeit ist alarmiert.
    Dagegen wollen wir ein Zeichen setzen. Wir wollen den Deutschen zeigen, dass Flüchtlinge keine Gewalttäter sind. Dass sie bereit sind, Regeln zu akzeptieren und dass sie andere Menschen anerkennen und Frauen respektieren. Dass auch wir empört sind über diese Verletzungen der Würde der Frauen. Dass dies keineswegs in unserer Kultur angelegt ist, wie manche jetzt denken.
    Wir wollen mit einer großen Menge an Flüchtlingen für die Unversehrtheit von Frauen demonstrieren und uns von den Einstellungen der Täter deutlich distanzieren. Die Demonstration ist gesetzlich erlaubt. Niemand muss Angst haben, dass ihm aus der Teilnahme an der Demonstration Nachteile erwachsen.
    Wir treffen uns am
    Freitag, 15.01.2016 um 15:00 Uhr am Hauptbahnhof.
    Von dort gehen wir gemeinsam in die Stadt, um für die Rechte der Frauen auf Selbstbestimmung und ihre körperliche Unversehrtheit zu demonstrieren.
    Wir treten ein für die Frauen. Wir möchten nicht, dass Frauen schutzlos Männern ausgeliefert sind, die glauben, mit Frauen alles machen zu können. Wenn wir solche Verhaltensweisen erkennen, gehen wir dagegen vor und wollen mit dieser Demo ein Zeichen setzen.Wir wollen, dass Frauen vor Gewalt und sexueller Demütigung sicher und geschützt sind.
    Bitte kommt zahlreich. Wer möchte, kann auch zunächst zum IBIS-Café kommen. Wir gehen dann gemeinsam zur Demonstration.

    Quelle: http://ibis-ev.de/de/aktuelles

  2. 2 Anonymous 15. Januar 2016 um 10:19 Uhr

    Hörenswertes Interview:

    Sexualisierte Gewalt als „Alltagstatbestand“

    Interview mit Sabine Hess

    http://www.br.de/radio/bayern2/gesellschaft/notizbuch/silvesternacht-koeln-sexismus-rassismus-sabine-hess-100.html

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