Archiv für Januar 2016

»bürger aus der mitte oldenburg« stoppen

»Für Montag, den 8. Februar 2016 um 19 Uhr, plant die selbsternannte Gruppe „Bürger aus der Mitte Oldenburg“ eine Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz in Oldenburg. Die Kundgebung steht unter dem Motto „Werte sind nicht verhandelbar“ und reiht sich damit in eine offene, medial thematisierte, rassistische Debatte über die Vorfälle in der Sylvesternacht von Köln ein. Im Vordergrund steht weniger eine Kritik an den patriarchalen Verhältnissen dieser Gesellschaft, vielmehr wird versucht über rassistische Zuschreibungen und dem Vorhalten sogenannter eigener „deutscher Werte“, Rassismus zu legitimieren und nach außen zu tragen.
Bereits vor zwei Wochen, am 15.01, versuchte eine rassistische ,,Bürgerwehr“ durch die Oldenburger Innenstadt zu patrouillieren. Mehr als 200 Antifaschist*innen versammelten sich zur gleichen Zeit am Rathausmarkt, dem Startpunkt der ,,Bürgerwehr“. Dies führte dazu, dass keine Patrouille stattfinden konnte. Die ,,Bürger aus der Mitte Oldenburg“ sind bislang unter diesem Namen noch nicht öffentlich in Erscheinung getreten. Bei einem Blick auf die Facebookseite wird aber deutlich, welches Klientel sich hier zu Wort meldet. Unter den Zusagen zu besagter Kundgebung finden sich Protagonist*innen der rassistischen „Bürgerwehren“, der Oldenburger AfD sowie vereinzelt auch neonazistische Hooligans. Besonders Aktivist*innen und Sympathisant*innen des Oldenburger PEGIDA-Ablegers „OLGIDA“ finden sich bei den „Bürgern aus der Mitte“ wieder. Der Verdacht liegt nahe, dass „OLGIDA“ unter einem anderen Label auf die Straße gehen will. „Bürger aus der Mitte“ soll betont harmlos klingen und Gegendemonstrationen vermeiden.
Egal unter welchem Vorwand Nazis, OLGIDA, AfD und ihre Freund*innen versuchen ihre rassistische, antifeministische und menschenverachtende Hetze zu verbreiten; es gilt, sich ihnen in den Weg zu stellen.. Wir werden weiterhin konsequent gegen Rassismus, Sexismus, Antisemitismus und religiösen Fundamentalismus auf die Straße gehen – für eine solidarische Gesellschaft. Wir treffen uns am 8. Februar um 18 Uhr an Bahnhofsvorplatz (Südseite).
« [Quelle]

#kölnhbf – sorry, jetzt rede ich!

care revolution

»Nennen wir es Care-, Sorgearbeit, Fürsorge, Helfen, Solidarität, gegenseitige Hilfe – Sich Kümmern, ob um Kinder, Alte, Kranke, Arbeitslos- und Obdachlose, Flüchtlinge, Freunde, Mitmenschen, ist ein zentrales Moment menschlicher Tätigkeit und vermutlich dasjenige, was die Gesellschaft am lebenswertetesten macht. Diese Tätigkeiten sollten deshalb, denkt man darüber nach, was eine vernünftige Gesellschaft und gutes Leben für alle ausmacht, im Mittelpunkt stehen. Das Gegenteil ist leider der Fall. Sich kümmern ist riskant. Auf individueller Ebene, wo es überwiegend von Frauen erledigt wird, die deshalb weniger Lohn verdienen, weniger „wichtige“ gesellschaftliche Positionen innehaben und kleinere Renten beziehen. Auf gesellschaftlicher Ebene, weil Sich Kümmern Kosten bedeutet, weil Staatsausgaben Kostennachteile sind, sie womöglich Steuererhöhung verursachen und weil Kapital dann in andere Länder abwandert. Sich Kümmern muss zwar irgendwie erledigt werden, aber am besten kostenneutral durch privates Engagement oder niedrigentlohnt, so der faktische politische Konsens.« (mehr…)

♫ bunt statt braun

mehr als 200 gegen die »bürgerwehr«

»Mehr als 200 Menschen folgten am vergangegen Freitag einem Aufruf, sich dem ersten Auftritt einer rassistischen „Bürgerwehr“, die sich zu einem Großteil aus Mitgliedern der Neonazi- und Hooliganszene zusammensetzt, entgegenzustellen. Dies geschah dann auch praktisch: Der geplante Treffpunkt der „Bürgerwehr“, der Rathausmarkt, wurde von der antfaschistischen Kundgebung blockiert, so dass sich dort keine Rassist*innen blicken lassen konnten.

Im Anschluss formierte sich eine antifaschistische Spontandemonstration durch die Innenstadt und stattete unter anderem der Kneipe „Big Ben“ einen Besuch ab. Das Big Ben ist nicht nur durch eine rassistische Einlasspolitik in die Schlagzeilen geraten, sondern gilt auch als Treffpunkt für Neonazis und Hooligans. Mit der Präsenz am vergangenen Abend konnte ein deutliches Zeichen gesetzt werden. Es wird nicht hingenommen, wenn eine „Bürgerwehr“ versucht, Angsträume zu schaffen und unter dem Vorwand, sexuelle Übergriffe verhindern zu wollen, Rassismus schürt.« (mehr…)

stupa 2016

»Der RCDS bleibt zwar stärkste Kraft an der Uni, verlor aber 12,5% im Vergleich zum letzten Jahr und erhielt nur noch 35,4% der Stimmen [18 Sitze]. Die Offene Grüne Hochschulgruppe gewinnt 1,5% und ist nun mit 20,1% der Stimmen zweitstärkste Kraft [10 Sitze]. Die Liste “Uni Divers – GUM” erhielt nur rund 10 Stimmen weniger als die OGH und landete bei 19,6% der Stimmen [9 Sitze]. Die Juso-Hochschulgruppe konnte über 12% dazugewinnen und liegt nun bei 18,8% der Stimmen [9 Sitze]. Neu im Studierendenparlament ist mit 6,2% der Stimmen die LISTE [3 Sitze].« [Quelle]

nû jîn – neues leben

450 gegen sexismus und rassismus

»Die Interkulturelle Arbeitsstelle Ibis hatte zur Demo aufgerufen. 450 Teilnehmer zogen Freitag durch die Stadt: Die Übergriffe durch Flüchtlinge in Köln in der Silvesternacht haben nicht nur viele Deutsche alarmiert. Auch unter Flüchtlingen geht die Sorge um, die bislang tolerante Haltung in Deutschland könnte kippen. Nach Protestaktionen in Bremen, Hannover und anderen Städten gingen am Freitag in Oldenburg Flüchtlinge auf die Straße. Ihre Botschaft: Wir lehnen Gewalt ab, distanzieren uns von denjenigen unter uns, die andere missbrauchen und berauben.

Rund 450 Teilnehmer – darunter mehrere Ratsvertreter – zählte die Polizei beim Protestzug, der vom Bahnhof über die Wälle zum Schlossplatz führte. „Alles verlief friedlich, keine Zwischenfälle“, meldete die Polizei. Stefanie Riepe, die bei Ibis Deutschkurse für Flüchtlinge gibt, hatte Zeitungsberichte von den Gewalttaten in Köln ins Arabische übersetzt. „Meine Schüler waren geschockt – sie konnten gar nicht glauben, was da passiert.“ Köln und die Übergriffe in Oldenburg seien mit ein Grund, auf die Straße zu gehen. „Wenn meine Schüler vom Bus zum Unterricht kommen, erleben sie, dass ihnen die Menschen ausweichen – die verstanden das gar nicht“, berichtet Riepe. „Sie sind betroffen davon, wie Deutsche sie sehen.“« (mehr…)

»bürgerwehr« ins rechte licht rücken

»Morgen, am 15.01. um 21 Uhr plant eine Gruppe von Neonazis und Hooligans in der oldenburger Innenstadt das erste mal als „Bürgerwehr“ zu patrouillieren. Doch dabei geht es dieser „Bürgerwehr“ keineswegs darum, die Straßen sicherer zu machen. Letztlich bedeuten patrouillierende Rassist*innen immer eine konkrete Gefahr für alle Menschen, denen eine vermeintlich andere Kultur oder Herkunft zugeschrieben wird. Dabei schieben sie die medial thematisierten Vorfälle der Silvesternacht vor, um Rassismus zu legitimieren. Es ist jedoch zu betonen, dass sexualisierte Gewalt im Gegensatz zu anderen Gewalttaten schichtübergreifend und unabhängig von Nationalitäten oder ähnlichem passiert. Wir haben es hier nicht mit einem Problem von Geflüchteten zu tun, sondern mit einem Problem patriarchal geprägter Strukturen an sich.
Wir rufen hiermit dazu auf, morgen (15.01.) um 20 Uhr am Schlossplatz zu sein. Bringt eure Taschenlampen mit.
Wir wollen diese „Bürgerwehr“ als das offenbaren, was sie sind: eine Gruppe von rassistischen Neonazis und Hooligans, die ins rechte Licht gerückt werden müssen und die keinen Platz auf der Straße haben. Passt auf euch auf und bewegt euch nicht alleine durch die Straßen!
« [Quelle]

gegen sexismus und rassismus

»Oldenburger Flüchtlinge sind empört über die Geschehnisse in der Silvesternacht 2016 und wollen sich öffentlich für den Schutz von Frauen einsetzen. Mit Unterstützung von IBIS e.V. haben sie eine spontane Demonstration organisiert, die dazu aufruft, sich von Gewalt gegen Frauen und von Rassismus zu distanzieren. Zeigen Sie sich solidarisch und gehen mit! Setzen auch Sie ein Zeichen gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus!
Treffpunkt: Freitag, 15. Januar 2016 um 15 Uhr am Bahnhofsvorplatz über den Heiligengeistwall bis zum Schlossplatz. Dort findet eine Abschlusskundgebung statt.
« [Quelle]

noborderkitchen

die rape culture wurde nicht importiert

»Ein in Sachen sexualisierter Gewalt halbwegs sensibilisierter Mensch kann sich dieser Tage nur verwundert die Augen reiben—wenn er nicht schon vor Wut schäumt. Die Gewalt am Kölner Hauptbahnhof als singuläres Ereignis darzustellen, als Ausnahme, die von außen über das „gute Deutschland“ hereingebrochen ist, schadet von Gewalt Betroffenen mindestens so sehr wie die Verwendung des Begriffs „Antanzen“ für die Art der Übergriffe: Ein Wort, das sexualisierte Gewalt und Raub verharmlost, bagatellisiert und exotisiert. Plötzlich sprechen alle möglichen Medien von Rape Culture—und meinen damit die Rape Culture woanders, also in Tunesien oder in Indien, weil die polizeibekannten Intensivtäter „arabisch“ oder „nordafrikanisch“ aussehen, also keine weißen Männer waren. Und die Deutsche Polizei-Gewerkschaft (DPolG) vermeldet, dass es „unwahrscheinlich“ sei, den Tätern „individuell und konkret“ Straftaten nachweisen zu können. Somit sei ungewiss, „ob es im Fall der Übergriffe in Köln auch nur zu einer einzigen Verurteilung kommen wird.“« (mehr…)