»wir glaubten, die sonne geht nicht wieder auf«

Am 20. November findet im KinOLaden in der Wallstraße 24 um 19.30 Uhr die Premiere des Films »Wir glaubten, die Sonne geht nicht wieder auf« statt. Anschließend wird der Film jeden Abend bis zum 27. November um 19.30 Uhr gezeigt werden. »Kowel in der heutigen Westukraine war vor dem Zweiten Weltkrieg eine Stadt mit einer jüdischen Gemeinde von enormer kultureller Bedeutung und Vielfalt. Während der von Juni 1941 bis Anfang 1944 andauernden deutschen Besatzungszeit wurde die jüdische Bevölkerung fast vollständig vernichtet.

Maßgeblich beteiligt an diesem Verbrechen waren zwei Männer: Erich Kassner, als Gebietskommissar Chef der örtlichen deutschen Zivilverwaltung, und der Polizeimeister Fritz Manthei. Erst knapp zwanzig Jahre nach Kriegsende spürte die deutsche Justiz diese Männer auf und zog sie für ihre Taten zur Verantwortung. Dreizehn Monate dauerte der damalige Prozess vor dem Landgericht Oldenburg. Er stellt eines der umfangreichsten Verfahren der Oldenburger Justizgeschichte dar. Das Team von Werkstattfilm beschäftigt sich seit 2011 mit diesem in Vergessenheit geratenen Verbrechen, der Massenvernichtung der jüdischen Bevölkerung in Kowel, sowie mit dem Prozess in Oldenburg. Beide Themen wurden bis heute weder publizistisch noch wissenschaftlich behandelt.«

»Der nun entstandene Dokumentarfilm basiert auf der kompletten Aufarbeitung der Prozessakten sowie den Dreharbeiten an Originalschauplätzen in der heutigen Ukraine. Von zentraler Bedeutung sind auch Zeitzeugeninterviews mit Überlebenden der Ereignisse in Kowel und ihren Angehörigen in Israel. Sie traten zum Teil bereits im Prozess als Zeuginnen und Zeugen auf und verdeutlichen durch ihre sehr persönlichen Aussagen die Geschehnisse in Kowel und die Bedeutung des Prozesses in Oldenburg. Vervollständigt werden diese Eindrücke durch ein Interview mit einem der am Prozess beteiligten Richter.
Der Film spannt einen umfassenden Bogen um die Geschehnisse : Dieser beginnt bei der Geschichte Kowels vor 1941 und erstreckt sich über die Ereignisse während der deutschen Besatzungszeit bis hin zu den Vorermittlungen der „Zentralen Stelle” in Ludwigsburg, dem Prozess in den 1960er Jahren sowie der Haftzeit und den Begnadigungsverfahren beider Täter.
Dabei wird besonderes Augenmerk auf die persönlichen Erlebnisse dreier jüdischer Frauen gelegt, denen damit die Hauptrollen im Film zukommen. Auch die Geschichte eines Wehrmachtarztes, der als vereinzeltes, aber beeindruckendes Beispiel für Zivilcourage in Kowel steht, wird aufgegriffen. Zudem wird die Unterstützung der beiden Täter durch das Netzwerk der „Stillen Hilfe für Kriegsgefangene und Internierte“ beleuchtet, die durch ihre Unterstützung von NS-Tätern in die Kritik geriet.

Die Filmpremiere wird am 20.November im KinOLaden in der Wallstraße 24 um 19.30 Uhr stattfinden. Anschließend wird der Film jeden Abend bis zum 27. November um 19.30 Uhr gezeigt werden. Karten können unter resch@werkstattfilm.de vorbestellt werden.

Zu unserer besonderen Freude werden nach den Filmvorführungen als Gast aus Israel Haya Bronstein sowie Filmemacher Farschid Ali Zahedi für eine Diskussion zur Verfügung stehen. Haya Bronstein ist die Tochter von Sarah Bronstein Gwircman, Überlebende aus Kowel, die 1965/66 im Prozess in Oldenburg aussagte, und beschäftigt sich als Angehörige der zweiten Generation seit Jahren mit der Dokumentation des Holocaust.« [Quelle]


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