Archiv für September 2015

hb: refugees welcome
gegen rassismus und abschottungspolitik

»Die Bundesregierung feiert am 3. Oktober unter dem Motto „Grenzen überwinden“ den Mauerfall. Gleichzeitig werden die Zäune um Europa höher und die Grenzen für Flüchtlinge dicht gemacht, die vor Krieg, Verfolgung und Elend fliehen. Die Hoffnung, weitab von der Heimat ein menschenwürdiges Leben führen zu können, endet zehntausendfach mit dem Tod, weil es keine legalen und sicheren Fluchtwege nach Europa gibt.


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die würde des menschen ist unteilbar

»Erwerbslosengruppen und -organisationen der Kampagne „AufRecht bestehen“ verurteilen die Pläne der Bundesregierung, das Aufenthalts- und Asylrecht auszuhöhlen und Tausenden gerade erst eingereisten Schutzsuchenden das Grundrecht auf Asyl und auf Existenzsicherung zu verwehren. Noch immer werden geflohene Menschen an deutschen Bahnhöfen von der Bevölkerung mit Lebensmitteln, Geschenken und Herzlichkeit empfangen. Die Bundeskanzlerin überrascht mit der humanitären Geste, dass Deutschland Menschen in Not nicht im Stich lasse, und pflegt so im Ausland das neue Image eines offenen und hilfsbereiten Landes. Zeitgleich formuliert die Bundesregierung einen 150seitigen Gesetzentwurf zur Verschärfung des Aufenthalts- und Asylrechts sowie des Asylbewerberleistungsgesetzes (AsylbLG), der alle sozial- und rechtstaatlichen Errungenschaften, die Asylsuchende und ihre Unterstützer in den vergangen 20 Jahren mühsam auch vor Gerichten erkämpft haben, wieder zunichte macht. (mehr…)

interkulturelle woche 2015

»Es ist wieder so weit: am 27. September wird in Mainz die bundesweite Interkulturelle Woche 2015 eröffnet. Sie dauert bis zum 2. Oktober und steht unter dem Motto „Vielfalt – das beste Mittel gegen Einfalt“. IBIS e.V. hat in Oldenburg für diese Woche ein buntes Veranstaltungsprogramm entwickelt:

Dienstag, 29. September um 18 Uhr: Lesung “Unerwünscht – Drei Brüder aus dem Iran erzählen ihre deutsche Geschichte“. Die Brüder Masoud und Mojtaba Sadinam kommen zu IBIS e.V. und schildern ihren Werdegang von Asylsuchenden zu Einser-Studenten und vermeintlichen „Vorzeigemigranten“. Ein spannender Bericht von einer Integration gegen alle Widerstände.
Mittwoch, 30. September um 19.30 Uhr: Konzert „Global Music Player“. An diesem Abend spielen MusikerInnen, die in verschiedensten interkulturellen Bands Oldenburg bunter gemacht haben: Afrikanischer Hiphop, Sones aus Südamerika, Reggae, arabische Saitenmusik, Türkische Musik, Georgisches Liedgut und manches mehr. Sie begleiten sich gegenseitig und bringen somit „Weltmusik“ im wahrsten Sinne des Wortes zum Klingen.
Donnerstag, 01. Oktober um 20.00 Uhr:
Filmaufführung „Neuland“. Es geht um die Integrationsklasse von Lehrer Christian Zingg in Basel, wo jugendliche Flüchtlinge aus aller Welt innerhalb von zwei Jahren Sprache und Kultur des Landes kennenlernen sollen. Der Film zeigt die individuellen Menschen, ihre Hoffnungen, Träume und Ängste und wie Herr Zingg nicht müde wird, den Glauben seiner Schülerinnen und Schüler an sich selbst und an eine bessere Zukunft zu stärken.
Freitag, 02. Oktober um 15 Uhr: Interkulturelle Märchenstunde. Kouamé Akpetou von der Elfenbeinküste weiß, wie man eine Geschichte lebendig werden lässt. Mithilfe von Sprache, Gestik, Mimik und Trommel werden seine Zuhörer zu Teilnehmern. Die Märchen sind lustig und lehrreich und werden sowohl für Groß als auch für Klein erzählt.
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karrierebüro des deutschen imperialismus

Oldenburg hat jetzt in der Donnerschweer Straße 4 ein niegelnagelneues »Karriereberatungsbüro der Bundeswehr«, wo sich Menschen mit Todessehnsucht melden können, um weltweit zu Morden und in schicken Uniformen für das deutsche Großmachtsstreben auf dem Altar des Vaterlandes geopfert zu werden. Eröffnet wurde das Karriereberatungsbüro der Bundeswehr der Dienststellenleiter des Karrierecenters Hannover, Oberst Hauke Hauschildt mit Oberleutnant Franz Meußdoerffer und dem CDU-Bundestagsabgeordneten Stephan Albani… Stößchen:

frisch verliebt im »alt osternburg«

»Die Kerzen brennen auf der schmalen Kommode im Wohnzimmer, neben verziertem Porzellan stehen Schnittchen und Kuchen – und mittendrin das Hochzeitsfoto in Schwarz-Weiß: Mit dem frisch vermähltem Paar lächeln zwei Blumenmädchen aus der Nachbarschaft in die Kamera. Das Bild erinnert das Ehepaar an eine wunderbare Zeit. 65 Jahre ist es alt, und damit feierten Gisela (85) und Alfred Waschkau (86) am Mittwoch ihre Eiserne Hochzeit. (…) Auf das Hochzeitsfoto ist Alfred Waschkau sehr stolz: „Alle sollen sehen, was für ein schönes Paar wir waren.“

Alfred forderte seine damals 19-jährige Gisela im Lokal „Alt Osternburg“ (heute Alham­bra) zum Tanzen auf. „Das konnte sie wirklich gut“, erinnert er sich, „und es spielte eine klasse Kapelle“. Alfred und Gerda verliebten sich – sozusagen auf dem Tanzparkett. Sie heirateten im Jahr 1950. (…)« [Quelle]

»sag nie, du gehst den letzten weg«

Am Donnerstag, dem 8. Oktober 2015 um 19.00 Uhr gibt es im Bremer Kukoon, Buntentorsteinweg 29 unter dem Titel »„Sag nie, du gehst den letzten Weg“ – Jüdische Frauen im Widerstand im deutsch-besetzten Polen« eine Diskussionsveranstaltung mit Ingrid Strobl. »In Polen führten die deutschen Besatzer ein noch grausameres Regime als in den besetzen Ländern Westeuropas. In Polen errichteten und betrieben sie ihre Vernichtungslage. Die jüdische Bevölkerung wurde hier – vor der Ermordung in den Gaskammern – in Ghettos gesperrt, ausgehungert und eingeschüchtert. Dennoch leisteten jüdische Frauen und Männer Widerstand. Eine besondere Rolle in diesem Widerstand spielten die Frauen. Sie transportierten Informationen, beschafften Waffen und schmuggelten sie in die Ghettos. Sie waren, von Warschau bis Białystok, Teil der Führung des jüdischen Widerstands und kämpften in den Ghettoaufständen und als Partisaninnen. Darüber ist hierzulande nichts bis kaum etwas bekannt. Ingrid Strobl berichtet von der Entstehung, den Strukturen und den Aktionen des jüdischen Widerstands in Polen. Und von der unverzichtbaren Rolle, die Frauen dabei spielten.« [Quelle]

demo gegen den terror der akp

»Lautstark und kraftvoll zogen am vergangenen Samstag 600 Demonstrant*innen durch die Innenstadt von Oldenburg. Sie demonstrierten gegen den „Terror der AKP und Erdogan“ und für „Frieden und Freiheit für Kurdistan“. Um ihre Solidarität mit der türkischen und kurdischen Linken auszudrücken, die sich verstärkten Repressionen und faschistischer Angriffe gegenüber sieht, wurden immer wieder „HDP“, „YPG“, „PKK“ und die Namen der Kantone Kurdistans skandiert. In verschiedenen Redebeiträgen wurde die aktuelle Lage in der Türkei und Kurdistan beschrieben, und welche Rolle Erdogan und die AKP dabei innehaben. Dies wurde mit Parolen wie „Erdogan Faschist“ und „Erdogan Terrorist“ unterlegt.

Zur Demonstration aufgerufen hatte das vor zwei Wochen neu gegründete „Oldenburger Solidaritätskomitee Kurdistan“. Es war die erste gemeinsame Aktion. „Wir sind ein gruppen- und milieuübergreifendes Solikomitee und möchten die aktive Solidarität mit der kurdischen Bewegung in Oldenburg koordinieren“, schreibt das Komitee auf ihrer Facebook-Seite. Das eine Koordination der Kämpfe von Antifa- und kurdischer Bewegung nötig ist, zeigen die letzten Wochen. In Hannover wurde ein Antifaschist bei einer Messerattacke von einem Faschisten lebensgefährlich am Hals verletzt, in Bern fuhr ein Faschist mit einem Auto in eine kurdische Demonstration und verletzte dabei zehn Personen und in weiteren Städten gab es Angriffe auf Antifaschist*innen. In Oldenburg zeigt sich was eine Vernetzung und Koordinierung von Antifa- und kurdischer Bewegung erreichen kann.« [Quelle]

»wer vergisst, hat keine zukunft«

»Hiermit laden wir Sie herzlich zum diesjährigen Gedenktag für die Opfer der NS-“Euthanasie“ am Sonnabend, den 26. September 2015 um 14:00 Uhr unter dem Motto »Wer vergisst, hat keine Zukunft« in den Festsaal der Karl-Jaspers-Klinik ein. Nach der Gedenkfeier haben Sie die Gelegenheit, unsere erneuerte Ausstellung in der Gedenkstätte zu besuchen. Programm: Gedenken am Mahnmal für die Opfer der NS-„Euthanasie“ in der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen auf dem Gelände der Karl-Jaspers-Klinik. Im Festsaal der Karl-Jaspers-Klinik Begrüßung durch die Vorsitzende des Gedenkkreises Wehnen, Elke Harms-Kranich; Grußworte von Jörg Bensberg, Landrat Ammerland und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Karl-Jaspers-Klinik, Dr. Jens-Christian Wagner, Geschäftsführer der Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten; Festvortrag von Dr. med. Sebastian Stierl, Ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Klinik Lüneburg; Moderation: Günter Gräber, Gedenkkreis Wehnen. Für den musikalischen Beitrag danken wir sehr herzlich Dr. Ekkehard Seeber (Violoncello) und Dr. Karl Josef Burkard (Violoncello).« [Gedenkkreis Wehnen e.V.]

traktor-blockade gegen edeka

»Mit rund 200 Traktoren haben am späten Sonntagabend Landwirte aus dem Nordwesten über mehrere Stunden hinweg das Edeka-Zentrallager in Neuenkruge blockiert. (…) Die Bauern sowie Lohnunternehmer kamen aus den Kreisen Friesland, Ammerland, Oldenburg, Wesermarsch und darüber hinaus. Sie protestierten gegen den Preisverfall bei Milch und anderen Agrar-Produkten. Anscheinend wurde die Demonstration geheim als eine Art Flashmob organisiert. Einen offiziellen Veranstalter gibt es nicht.

Arno Oeltjen, einer der Teilnehmer aus Westerloy (Landkreis Ammerland) beklagte, dass Milchviehalter zu den derzeit gezahlten Preisen nicht rentabel wirtschaften könnten. Deshalb wolle man auf diese Art friedlich gegen das Preisdumping des Lebensmitteleinzelhandels protestieren. Auch Heiko Siemen (Borbeckerfeld) beteiligte sich: „Bei den derzeit gezahlten Preisen gehen viele Betriebe zugrunde. Dadurch sind zahlreiche Arbeitsplätze in der Landwirtschaft sowie in vor- und nachgelagerten Bereichen bedroht. Dabei produzieren die Landwirte hochwertige Produkte. Darauf wollen wir aufmerksam machen.“. Nach Angaben aus Teilnehmerkreisen hatten sich 158 Landwirte mit ihren Treckern am Abend in Borbeckerfeld getroffen. Auf zwei Routen steuerten sie anschließend das Zentrallager an. Unterwegs schlossen sich weitere Landwirte an, so dass rund 200 Trecker in Neuenkruge ankamen. Am Straßenrand wurde die Aktion von weiteren Landwirten und der Landjugend begleitet. (…)« [Quelle]

mahnmal- und erinnerungsradtour

»Der SPD-Ortsverein Nordwest bietet am Sonntag, 27. September, eine Mahnmal- und Erinnerungstour durch das Stadtgebiet an. Start ist um 10.30 Uhr beim Ossietzky-Mahnmal von Hans-Peter Reinartz (Großer Stacheldrahtknoten). Dieses Mahnmal steht vor dem neuen Hörsaalgebäude A14 der Universität Oldenburg Uhlhornsweg/Ecke Ammerländer Heerstraße. Die Teilnehmer fahren insgesamt zwölf Stationen an, zum Beispiel das Mahnmal der Sinti und Roma in der Jägerstraße und den Jüdischen Friedhof. Die geschichtlichen Hintergründe werden jeweils von der Projektmitarbeiterin der Koordinierungsstelle Oldenburg DWS Demokratische Werte stärken/schützen, Ute Heeren, erläutert; Anmeldung per Mail koordinierungsstelle@aul-nds.de.« [Quelle]

blankenburg: wie kann die anbindung gelingen?

»Das Land Niedersachsen wird ab Herbst 2015 das Gelände des Klosters Blankenburg als Erstaufnahmeeinrichtung für geflüchtete Menschen nutzen. Bereits bis 2011 war dieser Ort als Erstaufnahmeeinrichtung genutzt worden, wobei die sozialen und hygienischen Bedingungen in der Öffentlichkeit für starke Diskussionen sorgte. Bislang stehen viele Fragen offen, wie diese Einrichtung positiv für Flüchtlinge gestaltet werden kann. Wie kann die fehlende Infrastruktur vor Ort ausgeglichen werden? Kann eine für die Geflüchteten zufriedenstellende Mobilität in die Stadt gewährleistet werden? Wie sehen die allgemeinen Bedingungen der Unterbringung aus? Was werden Land und Stadt auf den Weg bringen, um eine angemessene Betreuungssituation zu schaffen, inklusive Gesundheitsversorgung und Freizeitangeboten? Diese und weitere Fragen sollen am Dienstag, 22. September um 20.00 Uhr in der IBIS-Halle (Klävemannstraße 14) angesprochen und diskutiert werden. Hierbei werden sich folgende Personen auf dem Podium wiederfinden: Susanne Graf (Landesaufnahmebehörde, angefragt), Klaus Siems (Landesaufnahmebehörde),Ulf Prange (SPD), Susanne Menge (Grüne), Olaf Klaukien (CDU), Uwe Erbel (IBIS-Geschäftsführer) und ein_e ehemalige_r Bewohner_in aus Blankenburg. Moderiert wird die Veranstaltung von Ilyas Yanc (IBIS).« [Quelle]

der marsch

»‚Der Marsch‘ ist ein [umstrittener] Film des Regisseurs David Wheatley über den Auswanderungsdruck aus den Entwicklungsländern. Der Film ist aus dem Jahr 1990 nach dem Roman von William Nicholson. Er geht von einer unbestimmten Zukunft aus, in der aufgrund des Klimawandels große Teile Afrikas unbewohnbar geworden sind und in Europa die rassistischen Spannungen zugenommen haben.«

solidaritätskomitee kurdistan

»In Zeiten, in denen sich die politische und militärische Lage in den kurdischen Gebieten zunehmend verschärft, gilt es mehr denn je aktive Solidarität mit der kurdischen Revolution zu leben. Da es bisher in Oldenburg kein gruppen- und milieuübergreifendes Koordinierungsplenum gibt, möchten wir am 08.09.15 um 18 Uhr in den Räumlichkeiten der IBIS (Kaiserstraße) ein solches initiieren. Wir rufen alle an emanzipatorischer Politik interessierten Menschen auf, sich zu engagieren und an der Erarbeitung eines Gundsatzpapieres zu partizipieren. Her Biji Berxwedan!« [SOKU Oldenburg]

♫ widerstand

os: antirassistische demo

»In den letzten Tagen erreichte die Welle von rassistischen Angriffen ihren Höhepunkt und täglich kommen neue Meldungen über Brandanschläge auf Asylunterkünfte in den Nachrichten. Allein in diesem Halbjahr wurden so viele rassistische Übergriffe wie in dem gesamten Jahr 2014 verübt. In Heidenau randalierte zuletzt ein Mob aus Nazis und sogenannten besorgten Bürger_innen zwei Tage lang nahezu ungestört vor einem Flüchtlingsheim.

Die Geflüchteten trauen sich nicht mehr auf die Straße und können aufgrund der permanenten Gefahrenlage nur noch das Nötigste erledigen. Dabei ist dies kein ostdeutsches Phänomen. Auch in Bayern, Baden-Württemberg oder Niedersachsen kommt es regelmäßig zu rassistischen Angriffen. Und auch im Raum Osnabrück, wie in Bramsche-Hesepe, entsteht eine bedrohliche Stimmung der Bevölkerung. Zwar kam es noch nicht zu rassistischen Ausschreitungen oder Massenversammlungen, bei der aktuellen Situation sollten allerdings Alle alarmiert sein.« (mehr…)

Gemeinsame Anreise aus Oldenburg zur Demo:
Treffen um 15.10 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz, Abfahrt ist um 15.29 Uhr.