2. oldenburger filmtag gegen den krieg

»Am 24. August 2015 findet zum 5. Mal ein Propagandatag der Bundeswehr auf dem Rathausmarkt statt. Tagsüber wirbt der „Karriere-Truck“ der BW, abends gibt es warme Worte für die Truppe, begleitet von uniformem Big Band Sound. Schirmherr des Ganzen ist der lokale Miltärlobbyist Thomas Kossendey, Ehrenpräsident der „Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitsplitik“. OB Krogmann assistiert beim Spenden sammeln für „Die Bundeswehr hilft Kindern in der 3.Welt“, einem perfiden Imageprojekt der Bundeswehr. Als Präsident der Oldenburgischen Landschaft bietet sich Kossendey eine volksnahe Bühne, die er für sein Engagement als Militarist ohne Uniform nutzen kann. In einem Interview sagte er dazu: „In einigen Bevölkerungsgruppen gibt es – teils auch irrationale-Vorbehalte gegen den offensiven Gebrauch militärischer Mittel“. Daneben ist er seit 2014 Sprecher des „Beirats innere Führung“ der BW beim Verteidigungsministerium. Von der Leyen sagte beim Überreichen der Ernennungsurkunde: „Wir haben gewaltige Aufgaben vor uns – sowohl nach Innen, wie auch nach Außen“. Kossendeys Büroleiter zu seiner Zeit als Staatssekretär im Verteidigungsministerium war Brigadegeneral Johann Langenegger. Er ist Kommandeur der 1. Panzerdivision, deren Stabskompanie 2015 von Hannover nach Oldenburg umzieht. Als „Eingreifdivision“ steht sie für die Beteiligung der BW an Auslandseinsätzen. Die Planungen dafür werden zukünftig auch von Oldenburg ausgehen. Die Stadt hat bereits eine Partnerschaft mit der Stabskompanie in die Wege geleitet.

2. Oldenburger Filmtag gegen den Krieg

Kriege mit Beteiligung der Bundeswehr sollen Normalität werden. Das ist die Politik von Bundespräsident Gauck, Ministerin von der Leyen oder dem Oldenburger Ex-Staatssekretär im Verteidigungsministerium Thomas Kossendey. Doch die Bevölkerung ist mehrheitlich gegen die Beteiligung an Auslandseinsätzen. Denn diese haben nichts mit dem Schutz der Menschen in Deutschland, aber viel mit wirtschaftlichen und geostrategischen Interessen zu tun.
In Afghanistan hat die Eigendynamik des Militärischen dazu geführt, dass die Bundeswehr mit gesuchten Verbrechern, Milizen und Warlords kooperierte und ihnen vor dem Abzug die lokale Macht in die Hände legte. Während der 12 Jahre andauernden Kampfeinsätze in Afghanistan sind nicht etwa demokratische Kräfte gestärkt, sondern ethnische Konflikte geschürt und autoritäre Gewaltverhältnisse zementiert worden. Aktuelle NATO-Militärmanöver unter Beteiligung der BW in Polen und der Ukraine verschärfen die Krise mit Russland.
Innerhalb der neu aufgestellten „NATO-Speerspitze“, einer Eingreiftruppe mit 5000 SoldatInnen, spielt Deutschland neben den Niederlanden die führende Rolle. Bewaffnete Drohnen für die BW installieren den juristisch nicht zu ahndenden Mord. Deutschland als weltweit drittgrößter Rüstungsexporteur stabilisiert autoritäre Regime wie Saudi-Arabien oder Algerien. Offensive Bewerbung der BW an Schulen, in Arbeitsämtern, Stadien, im TV etc. soll Akzeptanz produzieren und Rekruten für den mörderischen Job anwerben. Dem dient seit 2015 auch der „Tag der Bundeswehr“, bei dem Kinder kugelsichere Westen ausprobieren oder auf Panzern herumklettern dürfen. Der „2. Filmtag gegen den Krieg“ legt mit „Ausgedient“ das Augenmerk auf die traumatischen Folgen des Kriegseinsatzes bei den SoldatInnen. Dies korrigiert das verharmlosende Bild, das die Werbung der BW vermittelt.

Donnerstag, 27. August, 20.00 Uhr, IBIS
Film: Ausgedient

Ob in Afghanistan, Kosovo oder Sudan – beteiligt sich die Bundeswehr an Auslandseinsätzen, kommen deutsche SoldatInnen zum Einsatz. Ihre Erlebnisse erreichen uns nur periodisch über die Medien. Doch wie ergeht es ihnen nach den Einsätzen? Wie gehen die Betroffenen mit den Militäreinsätzen ganz persönlich um? Wieviel bleibt vom Einsatz im Kopf, wenn der Körper schon lange unversehrt zurückgekehrt ist? Michael Richter lässt diese Fragen von denen beantworten, für die sie existenziell geworden sind. Im Gegensatz zu denen, die sich auf ihren Dienst in Afghanistan vorbereiten, kommen jene zu Wort, deren Traumata nie nachbereitet wurden. Vier Männer berichten von den Bildern, Geräuschen und Gerüchen, die sie nicht loslassen und von der Gesellschaft, in die sie sich nicht mehr einfügen können. Und sie berichten auch, wie die Gesellschaft, die sie zunächst ausgesandt hat, ihnen jetzt die Hilfe verweigert die sie bräuchten – jetzt wo sie ausgedient haben. Regisseur Michael Richter dreht als Autor und Regisseur seit fünfzehn Jahren Reportagen und Dokumentationen fürs öffentlich-rechtliche Fernsehen. Er lebt in Hamburg.« [Quelle]


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