Archiv für August 2015

300 auf Sponti gegen den rassistischen mob

»Am 26. August gingen ca. 300 Menschen in Oldenburg auf die Straße, um der Wut gegen die deutschen Zustände Ausdruck zu verleihen. Im Laufe der Demonstration fanden sich mehrfach außenstehende Bürger*innen ein, die sich in die Demo einreihten, aufmerksam die Redebeiträge verfolgten und ihren Zuspruch zu der Aktion gaben. Ausschlaggebender Anlass für die spontane Demonstration waren die rassistischen Ausschreitungen im sächsischen Heidenau der letzten Tagen.

Auch wenn rassistische Angriffe und Aktivitäten in den letzten Monaten auffallend zugenommen haben, so kann Heidenau als weiterer Höhepunkt der Eskalation dafür gesehen werden, dass die Rassist*innen in Deutschland motiviert für ihre Ideen und letztendlich Taten sind. In den letzten Tagen häuften sich die Meldungen über Brandanschläge und Angriffe auf Geflüchtetenunterkünfte oder Personen, die von Rassist*innen als „nicht-deutsch“ erkannt werden. « (mehr…)

»vfb für alle« gewinnt julius hirsch-preis

»Auch am Tag nach der Bekanntgabe der Preisträger des Julius-Hirsch-Preises kann Jan Krieger, Vorstand der Faninitiative des VfB, die Ehrung kaum fassen. Der „VfB für Alle“ hofft auf neue Unterstützer im Kampf gegen Rassismus und Homophobie. (…) „Da haben wir nicht mit gerechnet“, sagt er, „wirklich nicht.“ Seine Zweifel hielt er – unabhängig von den vielen bemerkenswerten Vereins-Aktionen auf lokaler und überregionaler Ebene – für durchaus begründet: „Mehr als 200 Konkurrenten gab es – da haben wir Kleine doch eigentlich gar keine Chance!“ Eigentlich. Krieger und seine Vereinskollegen müssen nun also akzeptieren, dass der DFB ihr privates Engagement in höchsten Ehren würdigt und damit gleichermaßen deutschlandweit vorstellt. „Sprachlos“ mache ihn das, freudig überdies. Gleiches dürfte der „VfB für Alle“ in den knappen drei Jahren seines Bestehens mit vielen mehr oder minder stillen Beobachtern der hiesigen Fanszene geschafft haben.

Wort- und bildgewaltige Aktionen gegen Rassismus und gegen Homophobie – so etwas muss eine aktive Fußballfanszene erst einmal verkraften. Eins sei vorweg genommen: sie hat es getan. Mit Bravour. Dabei habe es durchaus Anlaufschwierigkeiten gegeben, auch Erklärungszwänge ab und an. Dann aber nahm nicht nur die Anhängerschaft, sondern auch „der VfB unsere Ideen offen an“, wie Krieger sagt. Was daraus folgte, war ganz offenbar beispiellos. Auch für den so großen, mächtigen Fußballbund. Beispiele gefällig? Flüchtlinge wurden zu den Spielen eingeladen, Solidaritätskonzerte veranstaltet, Spendensammlungen ebenso. Es gab die „Ballarbeit“-Ausstellung, Podiumsdiskussionen – auch zum Vereinsleben in der NS-Zeit, Stadionchoreographien, antirassistische Aktionswochen, einen runden Tisch gegen rechte Symbolik im Stadion, den „Augen Auf!“-Ratgeber gegen rechte Gewalt, die Ausrichtung des bundesweiten „Fußballfans gegen Homophobie“-Netzwerktreffens samt Teilnahme am Christopher Street Day und vieles vieles mehr.« (mehr…)

willkommensfrühstück für geflüchtete

»Im Namen der ‚Alteingesessenen‘ begrüßte Evelyn Schuckart (am 22. August) die neuen Bewohner im Stadtteil und eröffnete das Frühstücksbuffet. Die hier Betroffenen mussten aus dem Irak, Syrien, Iran und dem Sudan fliehen. Mousa Mazidi, der sich auch bei der Beratungs- und Bildungsstelle IBIS für Geflüchtete einsetzt, übersetzte in’s Arabische und für die aus dem Iran stammendem auf Farsi. Die ALSO lud ihre Gäste ein, sich zusammen mit ihr für wirklich demokratische Verhältnisse weltweit einzusetzen, in der alle Menschen ein Leben in Würde und ohne Angst um Leib und Leben führen können. Ein Sprecher der Geflüchteten bedankte sich für die in Deutschland erfahrene Gastfreundschaft, insbesondere für das nette Beisammensein zum Frühstück und freute sich auf eine weitere Zusammenarbeit.

Wir von der ALSO wurden an diesem Vormittag mehrfach angesprochen, dass es besonders bemerkenswert sei, dass eine Initiative Arbeitsloser die Ankunft von Flüchtlingen begrüße. Das hat uns schon ein wenig verwundert. Denn wiewohl wir mit großer Sorge erleben, dass Menschen unter nationalistischen oder religiösen Vorzeichen zunehmend auch in Deutschland verachtet, angegriffen und verfolgt werden, sehen wir jedoch nicht, dass diese Bedrohungen insbesondere von Arbeitslosen oder Geringverdienenden ausgehen bzw. diese dafür verantwortlich seien. Vielmehr erleben wir z. B. in Gesprächen in der ALSO-Beratung die große Bereitschaft, Geflüchtete unter menschenwürdigen Verhältnissen willkommen zu heißen. Die ganz überwiegend von uns angetroffene Haltung ist, dass an keiner Stelle über Notlagen von Menschen hinweggesehen werden darf. Und den allermeisten, mit denen wir sprechen, ist ebenso klar, dass dort, wo z. B. das Jobcenter Notlagen ignoriert, keine Abhilfe dadurch geschaffen würde, dass Geflüchtete noch schlechter behandelt werden. Denn sie sind für hier immer wieder anzutreffende Unmenschlichkeiten nicht verantwortlich. Deren Ursachen sind einzig und allein in den Verhältnissen in der Bundesrepublik selbst zu finden und entsprechend abzustellen. Das Frühstück nahm mit seinem weiteren Verlauf eher schon den Charakter eines Straßenfestes ein, Kinder machten sich gestalterisch den Fußweg zu eigen, für andere fand sich auch ein Fußball. Leider war die Stadtverwaltung nicht in der Lage gewesen, die Straße für dieses Zusammentreffen kurzfristig abzusperren, doch konnte spätestens unser Hinweisschild den Vorwärtsdrang der Durchfahrenden bremsen.« [Quelle]

mein persönliches israel

Am Donnerstag, 3. September 2015 um 19.30 Uhr hält Ahmad Mansour unter dem Titel »Mein persönliches Israel – ein palästinensischer Israeli berichtet« einen Vortrag in der IBIS-Halle, Klävemannstrasse 14 in Oldenburg. »Ahmad Mansour erzählt über seine Zeit und Erfahrungen in Israel und seine Arbeit in Deutschland zur Bekämpfung und Prävention von Antisemitismus, insbesondere unter Jugendlichen mit arabischem und/oder muslimischen Migrationshintergrund. Ahmad Mansour kommt aus Tira. Einem kleinen arabischen Dorf in Israel. In Tel Aviv studierte er Psychologie, Soziologie und Anthropologie. Während seines Studiums arbeitete er an verschiedenen Projekten für das friedliche Zusammenleben zwischen Arabern und Juden. Seit zehn Jahren lebt er in Deutschland. Hier setzt er sich aktiv für Toleranz, gegen Extremismus, Diskriminierungen und Antisemitismus ein. Er arbeitet als freier Autor und als Gruppenleiter beim HEROES-Projekt in Berlin, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Gesellschaft Demokratische Kultur (ZDK) und Programme Director bei der European Foundation for Democracy in Brüssel. Bei der Plenarsitzung der Deutschen Islamkonferenz 2013 plädierte er für mehr Aufklärung über muslimischen Antisemitismus. Im selben Jahr war er Mitproduzent des im ARD-Fernsehen ausgestrahlten Dokumentar-Films „Wie antisemitisch ist Deutschland heute?“ Für sein Engagement erhielt er 2014 vom Land Berlin den Moses-Mendelssohn-Preis. Veranstalter: Deutsch-Israelische Gesellschaft, AG Oldenburg und Interkulturelle Arbeitsstelle für Dokumentation, Information und Beratung e. V. (IBIS)«

gegen stadionverbote & nazis

Am 2. August trat der VfB Oldenburg leider erfolglos bei der Zweiten von Hannover 96 an. Die VfB-Ultras von Entourage nutzten das Spiel für zwei kleine, aber feine Statements: »In der ersten Halbzeit präsentierten wir ein erstes Spruchband („CLP: SVs aufheben!“) um noch mal auf die Unsinnigkeit von Stadionverboten hinzuweisen.

Während der zweiten Halbzeit präsentierten wir noch ein weiteres Spruchband, auf dem wir uns solidarisch mit Valentin („Free Valentin“) aus Bremen zeigten. Valentin sitzt seit dem 02. Juli in U Haft. Ihm wird vorgeworfen, nach dem Nordderby bei Werder Bremen gegen den HSV an den Auseinandersetzungen mit Nazi Hooligans beteiligt gewesen zu sein, die zuvor gewalttätig gegen antirassistische Ultras vorgingen. Die politische Dimension der Vorkommnisse wird von der Polizei ausgeklammert.

Es kann aus unserer Sicht nicht sein, dass sich Fußballfans gegen gewalttätige Hooligans selbst verteidigen müssen und gleichzeitig zu Täter*innen gemacht werden, weshalb wir uns an dieser Stelle mit dem Valentin sowie mit allen antirassistischen Fußballfans solidarisieren wollen. KEIN FUßBALL DEN FASCHIST*INNEN!«

mein heidenau 2015 [lichtenhagen-cut]

»Genau 23 Jahre nach den Ausschreitungen von Rostock Lichtenhagen blockierten am 21. und 22. August 2015 im sächsischen Heidenau mehrere hundert „besorgte Bürger“ und andere Nazis die Zufahrtstraße zu einem geplanten Erstaufnahmelager. In dem ehemaligen Baumarkt sollten in dieser Nacht rund 250 Flüchtlinge untergebracht werden. Der Mob reagierte mit Böllern, Nazi-Parolen und lieferte sich Straßenschlachten mit der Polizei. Grund genug, Heidenau ein neues Image-Video zu schenken (Hier das Original).«

infostand gegen kriegspropaganda

»Am 24.8. plant die Bundeswehr ein Konzert der Big Band auf dem Oldenburger Rathausmarkt. Nicht Afghanistan und die in der Bevölkerung unbeliebten Auslandseinsätze, nicht die Drohnen-Anschaffungen und der neue Rüstungswettlauf, nicht die Waffenexporte und nicht die NATO-Russland-Konfrontation werden diesen Abend bestimmen, sondern ‚Swing, Pop und Rock‘ der‘ Big Band ON TOUR‘ – wie es heißt, geleitet von Timor O. Chadic. Der Eintritt ist frei. Nun könnte man den Anhängern derartiger Muse – und des Reservistenverbandes, der diesen Abend veranstaltet – ihr Schnedderengteng gönnen, stünde das Konzert nicht in Zusammenhang mit den zahlreichen Unternehmungen, mit denen die Bundeswehr die Bevölkerung seit Jahren zu beeinflussen versucht: den öffentlichen Gelöbnissen, den ‚Tagen der offenen Tür‘, an denen Kinder auf Militärfahrzeugen herumklettern dürfen, und nicht zuletzt den Werbeveranstaltungen an den Schulen. GLANZ UND GLORIA waren schon immer die Tünche des Militärs, Vereinnahmung – hauptsächlich der jüngeren Generation – auch. Dass es sich dabei um eine Benefizveranstaltung handelt, ändert an dem ganzen Unsinn nichts.« [Quelle]
»Das Oldenburger Friedensbündnis wird am Rande des Rathausmarkts, gegenüber dem Eingang zu den Schlosshöfen einen Informationsstand errichten (14.00 – 18.00 Uhr). Wir werden dort über aktuelle friedenspolitische Themen, Filmveranstaltungen und natürlich über unsere Haltung zu der abendlichen BigBand-Veranstaltung informieren und uns mit Interessierten auseinandersetzen. Kommt vorbei – auch wenn die Polizei schon mit irgendwelchen Absperrungen für den Abend beginnt.« [Quelle]

ende gelände

griechenland und europa – quo vadis, linke?

Am Dienstag, dem 1. September gibt es um 20 Uhr unter dem Titel »Griechenland und Europa – quo vadis, Linke?« eine Diskussions- und Informationsveranstaltung im Alhambra. »Es ist seit Jahren offensichtlich, dass Klientelwirtschaft, Austeritätspolitik und Unterwerfung der griechischen Eliten unter das Diktat der Troika das griechische Volk in die Verelendung und die griechische Volkswirtschaft in den Ruin führen. Die Mehrheit der GriechInnen hat daraus die Konsequenzen gezogen: Mit einer Streikwelle ohnegleichen hat sie sich den Sparmaßnahmen widersetzt, mit klaren Voten hat sie die herrschenden Politiker abgewählt, einem Anti-Austeritätsbündnis zur Macht verholfen und in den Verhandlungen mit EZB und Eurogruppe den Rücken gestärkt. Mehr an demokratischer Willensbekundung geht nicht. Und doch ist diese Politik dramatisch gescheitert. Die europäischen Eliten, allen voran die deutsche Regierung, haben erzwungen, dass der Versuch der Rettung der griechischen Volkswirtschaft und der Schaffung einer linken Alternative aufgegeben werden mussten. Sie haben die Macht dazu – die Macht, Griechenland von Geldzufluss und europäischem Markt abzuschneiden. Das trifft auch Bewegungen in anderen südeuropäischen Ländern, die einen Ausweg aus der Krise suchen. TINA triumphiert: Schleifung der Arbeitsrechte, Senkung aller Lohn- und Sozialkosten bis unter´s Existenzminimum! Europa werde fit für die Konkurrenz um die Weltmärkte! Wie konnte es dazu kommen? Welche Konsequenzen sind aus diesem Scheitern einer demokratischen Machtübernahme und einer linken Alternative zu ziehen? Führt ein Ausweg aus der Arbeits- und Perspektivlosigkeit zurück zum Nationalstaat oder zu einer EU auf demokratischer und sozialer Grundlage? Wie müsste sich die Bundesrepublik ändern, damit solch eine EU möglich würde? Wir wollen knapp und thesenhaft die Entwicklung Griechenlands seit der Finanzkrise und die Linie der deutschen Wirtschaftspolitik verfolgen. Wir wollen Fragen nach Konsequenzen für demokratische und linke Politik in Europa stellen. Vielleicht können sich aus der anschließenden Diskussion Ansätze zu Antworten ergeben.«

danke für die banden

»Am gestrigen Sonntag staunten wir nicht schlecht, als wir im Rahmen des VfB Spiels gegen den TSV Havelse diese offizielle Bande vom VfB Oldenburg zu Gesicht bekamen.

Wir freuen uns, dass der Verein nun auch offiziell die Kampagne “Fußballfans gegen Homophobie” unterstützt und damit ein wichtiges Zeichen für Gleichberechtigung setzt. Gleichzeitig möchten wir uns beim Verein sowie bei der Fan- und Förderabteilung herzlich für den getanen Schritt bedanken.

Ebenfalls gesichtet haben wir eine neue VfB Oldenburg Bande, die sich sehr gut neben der bereits bestehenden Anti Rassismus Bande macht.« [Quelle]

2. oldenburger filmtag gegen den krieg

»Am 24. August 2015 findet zum 5. Mal ein Propagandatag der Bundeswehr auf dem Rathausmarkt statt. Tagsüber wirbt der „Karriere-Truck“ der BW, abends gibt es warme Worte für die Truppe, begleitet von uniformem Big Band Sound. Schirmherr des Ganzen ist der lokale Miltärlobbyist Thomas Kossendey, Ehrenpräsident der „Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitsplitik“. OB Krogmann assistiert beim Spenden sammeln für „Die Bundeswehr hilft Kindern in der 3.Welt“, einem perfiden Imageprojekt der Bundeswehr. Als Präsident der Oldenburgischen Landschaft bietet sich Kossendey eine volksnahe Bühne, die er für sein Engagement als Militarist ohne Uniform nutzen kann. In einem Interview sagte er dazu: „In einigen Bevölkerungsgruppen gibt es – teils auch irrationale-Vorbehalte gegen den offensiven Gebrauch militärischer Mittel“. Daneben ist er seit 2014 Sprecher des „Beirats innere Führung“ der BW beim Verteidigungsministerium. Von der Leyen sagte beim Überreichen der Ernennungsurkunde: „Wir haben gewaltige Aufgaben vor uns – sowohl nach Innen, wie auch nach Außen“. Kossendeys Büroleiter zu seiner Zeit als Staatssekretär im Verteidigungsministerium war Brigadegeneral Johann Langenegger. Er ist Kommandeur der 1. Panzerdivision, deren Stabskompanie 2015 von Hannover nach Oldenburg umzieht. Als „Eingreifdivision“ steht sie für die Beteiligung der BW an Auslandseinsätzen. Die Planungen dafür werden zukünftig auch von Oldenburg ausgehen. Die Stadt hat bereits eine Partnerschaft mit der Stabskompanie in die Wege geleitet. (mehr…)

anreise zu »ende gelände!«

»Vom 14.-16. August findet im rheinischen Braunkohlerevier die Aktion „Ende Gelände!“ statt, bei der mit vielen (ca.1000) Menschen die Bagger in einem Tagebau gestoppt werden sollen. Die Aktion ist friedlich und soll für so viele Menschen wie möglich zugänglich sein. Jede*r kann soweit gehen, wie er/sie will. Für alle, die zur Aktion ins Rheinland fahren möchten sind hier ein paar Infos/Tipps zur Anreise: Es gibt keine Sonderbusse, die die Fahrt günstiger machen würde. Deshalb bietet sich die gemeinsame Anreise und Rückreise an.

Falls ihr noch Mitreisende aus OL sucht oder Mitfahrmöglichkeiten aus OL anbieten wollt, meldet euch doch hier: oldenburg@ende-gelaende.org. Allgemeine Infos zur Anfahrt Klimacamp gibt es hier, FAQ zur Aktion hier. Wir sehen uns nächste Woche im Tagebau!«

gegen nazis und repression

»In den letzten Monaten kam es aufgrund des Naziangriffs bei der Kneipe „Verdener Eck“ am Tag des Derbys gegen Hamburg am 19.04.2015 zu insgesamt neun Hausdurchsuchungen. Desweiteren wurden gegen ca. 30 Genoss*innen Ermittlungsverfahren eingeleitet, ein weiterer sitzt seit dem in Untersuchungshaft. Wohingegen die Faschisten von staatlicher Repression wiederholt verschont bleiben. Dabei handelt es sich nicht ausschließlich um Fussballhooligans sondern um organisierte Faschisten, die deutschlandweit in Bündnissen wie HoGeSa oder Gemeinsam Stark e.V. vernetzt sind und sich nicht scheuen gewalttätig gegen Migrant*innen vorzugehen. Der Konflikt zwischen linken Ultras und rechten Hooligans in Bremen spitzt sich seit vielen Jahren zu. Seinen vorläufigen Höhepunkt fand er, als im Jahr 2007 eine Feier der Ultragruppe „Racaille Verte“ im Ostkurvensaal von Hooligans angegriffen wurde und es zu mehreren Verletzten kam. In den darauffolgenden Ermittlungsverfahren kam es erneut zu keinen nennenswerten Verurteilungen gegen die rechten Täter.

Den Konflikt zwischen Faschisten*innen und ihren Gegner*innen gibt es in so gut wie jeder Stadt, das aus einem einfachen Grund: Wo es, aus ihrer Sicht, gegen ihr höchstes Anliegen – die Nation – geht, schlagen Faschisten*innen zu. Und dafür reicht es schon sich gegen Rassismus zu engagieren, Gewerkschafter*innen zu sein oder bspw. als Migrant*innen – in den Augen von Faschisten*innen – ganz prinzipiell nicht hierher zu gehören. In Bremen treffen beim Fußball Linke und Rechte und damit auch der bestehende Konflikt zwischen ihnen häufig aufeinander. Denn Fußball und die Kurve sind ein öffentlicher Raum den es mit Inhalten zu besetzen gilt.« (mehr…)

kurzer abriss der geschichte des
»türkisch-kurdischen bürgerkrieges«

keine disco für rassist*innen

»Die Discothek Metro ist seit fast 32 Jahren ein fester Bestandteil der Nachtkultur in Oldenburg. Subkulturen finden bei uns ein Zuhause, Offenheit und Toleranz stehen bei uns an erster Stelle und diese erwarten wir sowohl vom Personal, den Gästen als auch unseren Veranstaltern. Toleranz hat jedoch auch bei uns seine klaren Grenzen, die für uns als selbstverständlich gelten, die wir hier aus gegebenem Anlass jedoch ganz deutlich betonen möchten: Rechtspopulismus und rechtes Gedankengut jeglicher Art hat bei uns absolut nichts verloren! Meinungen und Ansichten die auch nur im entferntesten ins rechte Milieu rutschen haben bei uns kein Zuhause! Wir können, wollen und dürfen uns, vor allem in der aktuellen Lage, nicht damit identifizieren und stellen uns daher klar gegen derartige Muster. Jeder der durch sein Verhalten und sein Auftreten signalisiert, dass er bei uns einen schönen Abend haben möchte, egal welcher Altersgruppe, Nation, Religion oder Kultur er angehört, ist bei uns herzlich willkommen! Wir denken, dass das auch jedem Gast von uns klar sein sollte.
Auf einer Facebook-Seite, die sich mit der Dokumentation von rechten Aussagen beschäftigt, wurde ein Zitat in Form eines Screenshots veröffentlicht, das vom Veranstalter der bei uns bis dato ausgetragenen Partyreihe „Colosseum Crash“ stammte. Hier wurden Worte gewählt, die wir an dieser Stelle nur sehr ungern wiedergeben möchten. Wir möchten jedoch auch fairerweise anmerken, dass die entsprechende Person sich mittlerweile auch öffentlich von seinem Beitrag distanziert hat. Das finden wir auch wichtig und richtig. Nichtsdestotrotz sehen wir das Vertrauensverhältnis hier leider nachhaltig geschädigt! Aus diesem Grund trennen wir uns von der Veranstaltungsreihe “Colosseum Crash” und dem betreffenden Veranstalter.
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