Archiv für Juli 2015

shingal-demo in oldenburg

+++ türkei erklärt kurd*innen den krieg +++

»Wenige Tage nach dem Mordanschlag durch ein mutmaßliches IS-Mitglied in Pirsûs (Suruç), dem 32 sozialistische Jugendliche zum Opfer fielen, eskaliert die AKP-Regierung die Situation in der Türkei zunehmend. Seit gestern Morgen begann eine breit angelegte Festnahmewelle, die auch heute Morgen fortgesetzt wurde. Zu der anhaltenden Totalisolation von Abdullah Öcalan auf Imrali, die für die kurdische Demokratiebewegung de facto als eine Beendigung des Lösungsprozesses in der kurdischen Frage gleichkam, begann nun auch eine Bombardierung der Mederverteidigungsgebiete im Nordirak durch die türkische Luftwaffe. (mehr…)

»ende gelände!«-aktionstraining

»Vom 14.-16.August findet im rheinischen Braunkohlerevier die Aktion „Ende Gelände!“ statt, bei der mit vielen (ca.1000) Menschen die Bagger in einem Tagebau gestoppt werden sollen. Die Aktion ist friedlich und soll für so viele Menschen wie möglich zugänglich sein. Jede*r kann soweit gehen, wie er/sie will.

Wir bieten als Vorbereitung für die Aktion am Mittwoch, den 29.07.2015 ab 17 Uhr in der Uni Oldenburg, im Raum A1 0-005 ein Aktionstraining an. Ziel des Aktionstrainings ist es, dass Menschen, die bei „Ende Gelände!“ mit blockieren wollen, sich optimal darauf vorbereiten können. Es sind selbstverständlich auch die eingeladen, die noch nicht genau wissen, ob eine Blockade das Richtige für sie ist. Die Erfahrung zeigt: je mehr gut vorbereitete Leute teilnehmen, desto entschlossener,ruhiger und erfolgreicher wird die Aktion. Im Training werden wir die Kernelemente einer erfolgreichen Blockade vermitteln und einüben: Bezugsgruppen, Entscheidungsfindung und Blockadetechniken. Das Aktionskonzept von Ende Gelände wird vorgestellt, ebenso die speziellen Gegebenheiten vor Ort. Die Aktion wird so sein, dass sowohl erfahrene als auch unerfahrene Protestierende gut eingebunden sind.Das Konzept sieht vor, dass die Aktion an mehreren Orten stattfinden wird, im Tagebau, in der Nähe der Abbruchkante, bei einer angemeldeten Demonstration. Bei dem Training können die Teilnehmenden für sich oder in ihren Bezugsgruppen klären, welches der geeignete Ort für sie ist. Auch juristische Fragen sollen besprochen werden.«

id-withoutcolors

»Der Dokumentarfilm versammelt Geschichten von Menschen, die Erfahrungen mit rassistischer Polizeigewalt gemacht haben. Mit besonderem Fokus auf das Thema „racial profiling“, also der Verdächtigung von Personen aufgrund äußerer Merkmale, macht der Film deutlich, wie Rassismus zur alltäglichen Polizeipraxis gehört. Anschließend an den Film gibt es ein Gespräch mit zwei rassismuskritischen Aktivist_innen, die einen Einblick in Erfahrungen mit und gegen Racial Profiling geben. Trailer und mehr Infos gibt es hier.«

14 000 euro für kobanê

»Es war ein tolles Bild am 30. Juni im Eversten Holz: 1200 Schülerinnen und Schüler der Oberschule (OBS) Eversten und der IGS Helene-Lange-Schule liefen fröhlich Kilometer um Kilometer unter dem grünen Blätterdach: für die Kinder im syrisch-kurdischen Kobanê, damit ihre zerstörte Schule wieder aufgebaut werden kann nach den Angriffen des „Islamischen Staats“ (IS). Und nun steht das Ergebnis fest, das alle Erwartungen übertroffen hat: 14 000 Euro erliefen die Schüler für diesen guten Zweck.

Bei strahlendem Sonnenschein waren sie gestaffelt nach Jahrgängen am Waldeingang an der Hauptstraße gestartet. Im Vorfeld hatten sich die Schüler Spender gesucht, die ihnen für jede gelaufene 500-Meter-Etappe einen selbst festgelegten Geldbetrag spendeten. Und dann liefen und liefen und liefen sie. „Motiviert durch das Wetter und die schöne Umgebung ebenso wie durch das Erleben des gemeinsamen Projekts engagierten sich die Schülerinnen und Schüler in einer fröhlichen und harmonischen Atmosphäre beim Laufen teilweise bis an die Grenzen ihrer Möglichkeiten“, sagt OBS-Leiter Dr. Jürgen Boy. Durch die extremen Laufleistungen und die Großzügigkeit der Spender kam sehr viel Geld zusammen, kein Spender sollte dabei aber über seine Möglichkeiten gehen. Da noch nicht alle Beiträge eingesammelt sind, wird sich die Summe auch noch leicht erhöhen.« (mehr…)

this is why we stand with kobanê

sponti wegen anschlag in suruç

Letztlich waren es wohl rund 60 Leute, die sich am Montag nach zweistündiger Mobilisierung auf dem Oldenburger Bahnhofvorplatz versammelt hatten, um ihrer Wut und ihrer Trauer über den am selben Tag erfolgten Bombenanschlag auf eine ‪Versammlung‬ der ‪‎SGDF‬ (Föderation der Sozialistischen Jugendverbände) im türkischen ‪Suruç‬ Ausdruck zu verleihen.

Dutzende Tote sowie über 100 Verletzte unter den linken Aktivist*innen waren das traurige Resultat des Anschlages. Die Föderation der Sozialisten Jugendverbände hatte für den 19. bis 24. Juli zu einer Kampagne zum Wiederaufbau der durch die IS-Terroristen zerstörten Stadt Kobanê aufgerufen. Aus mehreren Städten der Türkei und Nordkurdistan kamen etwa 300 Jugendliche beim Kulturzentrum Amara in Pirsûs zusammen, um anschließend gemeinsam nach Kobanê einzureisen.

völkermord an den armenier*innen

»Historiker schätzen, dass etwa 1,5 Millionen Menschen ihr Leben verloren, als zu Beginn des letzten Jahrhunderts Armenier und andere Gruppen (Assyrer, Aramäer, Griechen) von Türken verfolgt und ermordet wurden. Die Türkei verweigert die Anerkennung dieses Genozids von 1915/1916. Diese Haltung hat soziale und politische Auswirkungen bis heute: Spannungen zwischen dem armenischen und dem türkischen Staat, erschwerte Bewältigung dieser Geschehnisse für die Armenier und hemmende Auswirkungen auf das türkische EU-Beitrittsverfahren. Peter Meiwald, Bundestagsabgeordneter der Grünen, war beim Global Forum „Against the Crime of Genozide“ in Yerevan, Armenien. Am 21. Juli 2015 hält er bei IBIS e.V. einen Vortrag über das, was er dort erlebt hat, über den Völkermord an den Armeniern und die Konsequenzen der Nichtanerkennungspolitik der Türkei. Wir laden herzlich dazu ein, an dem spannenden Vortrag mit anschließender Diskussion teilzunehmen. Der Eintritt ist frei; Spenden sind willkommen. Der Vortrag findet am Dienstag, 21. Juli 2015 ab 19.30 Uhr in der IBIS – Halle, Klävemannstraße 16 in Oldenburg statt.«

holocaustleugnerinnen treten ab

Die Holocaustleugnerin und Horst Mahler-Vertraute Imke Barnstedt betrieb in ihrer Wohnung in der Oldenburger Roggemannstraße 31 knapp zehn Jahre das Möchtegern-Theater »Berliner Zimmer«. Damit ist nun Schluss. Am 13. Juni fand dort die letzte öffentliche Veranstaltung der selbsternannten »Schauspielerin und Diseuse« statt. »Ab Sommer 2015 sind unserer Produktionen dann nur noch als geschlossene Veranstaltungen buchbar – zu Geburtstagen, Hochzeiten, Firmenjubiläen und ähnlichen gesellschaftlichen Anlässen für ein ansprechendes Kulturprogramm«, verkündete die Antisemitin.
Ebenfalls abgetreten – wenn auch wesentlich nachhaltiger – ist eine zweite Oldenburger Holocaustleugnerin. Am 1. Juli 2015 verstarb Claudia Brüning im Alter von 74 Jahren. Sie gehörte vor allem in den 90′er Jahren zu den zentralen Figuren der Revisionist*innenszene und war bis zu seinem Tod die rechte Hand des relativ bekannten ehemaligen SS-Mannes und Holocaustleugners Thies Christophersen.

die toten kommen nach oldenburg

»Mit einem Grab auf dem Theatervorplatz gedenkt das Oldenburgische Staatstheater in den nächsten Wochen der Toten an den europäischen Grenzen. Diese Kunstaktion im öffentlichen Raum soll sichtbar machen, was die täglichen Folgen der europäischen Grenz- und Flüchtlingspolitik sind und an die Opfer und deren Leid erinnern, erklärte eine Sprecherin des Hauses. Gleichzeitig würde sich das Staatstheater damit der Forderung nach einem würdigen Begräbnis an für all diejenigen, die infolge der unmenschlichen Fluchtbedingungen auf dem Weg nach Europa zu Tode kommen, anschließen. Die Verstorbenen werden bisher anonym in Massengräbern verscharrt, so dass die Hinterbliebenen keine Möglichkeit haben, etwas über den Verbleib ihrer Angehörigen zu erfahren.
Ähnliche Aktionen finden derzeit in verschiedenen Städten Deutschlands und Europas statt. Sie sind angelehnt an bezwiehungsweise. zeigen sich solidarisch mit der Aktion „Die Toten kommen“ des Zentrums für Politische Schönheit, deren Aktionen die Ästhetik und die Schönheit politischen Handelns und das politische Wesen der Kunst sichtbar machen.
« [Quelle]

»die Idee des demokratischen
konföderalismus gab mir neue hoffnung«

»Kevin Jochim, in Kurdistan lebte er mit dem Namen Dilsoz Bahar, hat sich im November 2012 den Volksverteidigungseinheiten YPG angeschlossen. Ihn hat die Revolution von Rojava, die Selbstorganisierung der Gesellschaft und das entschlossene Leben der Menschen mobilisiert. Er selbst sagte in einem Video, dass die Idee des demokratischen Konföderalismus ihm eine neue Hoffnung geben konnte. Jetzt erreichte uns die bittere Nachricht, das Dilsoz Bahar in Rojava von den Terrorbanden des Islamischen Staats getötet worden ist. In der Nacht des 6. Juli 2015 verloren er und 5 weitere Freunde bei einem Angriff des IS im Kanton Cizîrê im Kreis Suluk ihr Leben.« (mehr…)

afd kollabiert

Nach der Wahl von Frauke Petry zur neuen Vorsitzenden der »Alternative für Deutschland« beginnt nun der Massenaustritt von den Mitgliedern des Lucke-Lagers. Bisher soll es gerüchteweise 2700 Austritte gegeben haben, weitere 3200 würden folgen. Sollten sich diese Zahlen bewahrheiten, wäre dies ein Schwund in Höhe von 30 % der ehemals etwa 21000 Mitglieder umfassenden Rechtspartei. Auch im AfD-Kreisverband Oldenburg/Ammerland ist dieser Verfall zu beobachten. Neben dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Hans Hermann Schreier hat auch das stellvertretende Vorstandsmitglied und die Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit des Kreisverbandes sowie die Stellvertreterin des niedersächsischen Landesorsitzenden Melanie Wever die Partei verlassen.

Beide rufen nun gemeinsam mit anderen niedersächsischen Funktionär*innen in einem offenen Brief zum Partei-Austritt auf. Bereits ende Juni war der Partei-Mitbegründer und frühere Oldenburger Kreisvorsitzende Helfried Pott diesen Weg gegangen.

spendenlauf für kobanê

»Am 30. 6.2015 veranstalteten die Oldenburger IGS Helene Lange Schule und Oberschule Eversten im Stadtwald „Eversten Holz“ einen gemeinsamen Spendenlauf für den Wiederaufbau einer Schule im syrisch-kurdischen Kobanê. Bei strahlendem Sonnenschein starteten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 bis 10 bzw bis 12 der beiden Schulen gestaffelt jeweils mit einem Jahrgang gemeinsam am Eingang des Waldes an der Hauptstraße. Im Vorfeld hatten sich die Schüler Spender gesucht, die ihnen für jede gelaufene 500 m – Etappe einen selbst festgelegten Geldbetrag spenden. Bereits während der Vorbereitung rechneten die Organisatoren mit einem großen Erfolg des Projekts. In vielerlei Hinsicht wurden unsere Erwartungen jedoch weit übertroffen.

Motiviert durch das Wetter und die schöne Umgebung ebenso wie durch das Erleben des gemeinsamen Projekts engagierten sich die Schülerinnen und Schüler in einer fröhlichen und harmonischen Atmosphäre beim Laufen teilweise bis an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Für einen reibungslosen Ablauf sorgten die gute Organisation und der persönliche Einsatz eines Sportlehrerteams der beiden Schulen. Die Etappen-Stationen und das „Rechenzentrum“ wurden von weiteren Lehrern und einem Sportkurs des 12. Jahrgangs der Helene Lange Schule betreut, die insgesamt ca. 1200 Schüler/innen von ihren Klassenlehrer/inne/n. (mehr…)

den »bullen« mit »du mädchen!« beschimpfen

»Eine Frau muss 200 Euro Geldstrafe bezahlen, weil sie zu einem Polizeibeamten „Du Mädchen!“ gesagt hat. Im Prozess selbst setzte ihr Mann im Zeugenstand noch einen oben drauf. Obwohl der Begriff „Mädchen“ nicht per se beleidigend sei, könne er doch so wirken, wenn er darauf abziele, jemanden in seiner Ehre herabzusetzen – mit dieser Begründung verurteilte das Amtsgericht (AG) Düsseldorf eine Frau wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 200 Euro. Die 56-Jährige war Beifahrerin ihres Mannes, der in eine Verkehrskontrolle geraten war. Ein Polizist beschwerte sich, dass ihr Gatte so spät und scharf gebremst habe. Daraufhin soll die Frau „Du Mädchen!“ aus dem Auto gerufen haben. Vor dem Amtsgericht behauptete die bis dahin unbescholtene Frau, der Beamte müsse sich verhört haben. Sie habe „‚n Märchen“ gesagt. Doch die Kollegen des Beamten bezeugten, laut und deutlich „Du Mädchen!“ verstanden zu haben. Der Mann der Frau setzte im Zeugenstand bei der Vernehmung noch fast einen drauf. Er nahm seine Frau energisch, aber ein wenig unbedacht in Schutz: „Sie würde so etwas niemals zu einem Bullen sagen“, behauptete er.« [Quelle]

7 tage… unter kindern