bauarbeiter brechen ihr schweigen

»Lange hüllten sie sich in Schweigen. Drei rumänische Bauarbeiter haben nun erstmals detailliert berichtet, wie sie auf der Großbaustelle BBS 3 betrogen wurden. Das Angebot kam über das Internet. Lukrativ bezahlte Arbeit auf einer Baustelle bot der Unternehmer aus München den Rumänen an. Rund 1300 Euro netto sollten sie pro Monat verdienen, dazu freie Unterkunft und kostenloser Transport zur Baustelle. Die Arbeitszeit war festgelegt auf sechs Tage mit je zehn Stunden; nur am Sonnabend war früher Feierabend. Für jemanden, der in seinem Heimatland rund 300 Euro für die gleiche Arbeit erhält, war das ein extrem verführerisches Angebot. In Oldenburg hätten die angeworbenen Arbeiter alles so vorgefunden, wie erwartet, berichtet Daniela Reim. Zunächst. „Am 6. August 2014 kamen die Arbeiter hier an“, berichtet die rumänischstämmige Mitarbeiterin der Beratungsstelle für mobile Beschäftigte. Diese Einrichtung unterstützt im Auftrag der Landesregierung ausländische Arbeiter, denen vor allem im Schlacht- und Baugewerbe nicht selten übel mitgespielt wird. „Am 7. August 2014 war der erste Arbeitstag. Der Mittelsmann verlangte eine Kopie des Ausweises und eine Unterschrift auf einem Blankobogen“, erzählt Reim. „Die Rumänen wurden nicht aufgeklärt, warum sie das machen sollten. Es hieß, das sei eine Voraussetzung, um legal arbeiten zu können.“ Reim fand heraus, dass der Münchner Unternehmer die Rumänen ohne deren Wissen beim Gewerbeaufsichtsamt München als Gewerbetreibende angemeldet hatte. „Die Anmeldung trägt keine Unterschrift“, wundert sich Reim. „Die Rumänen mussten nicht beim Amt vorstellig werden, wie das bei einer Gewerbeanmeldung üblich ist.“ Das Dokument sei auf den ersten Arbeitstag ausgestellt worden – 7. August. Reim versucht, Licht ins Dunkel zu bringen, hat aber noch nicht alle Informationen zusammen. „Mein Verdacht ist, dass dieses Dokument irgendwo auf einem Rechner liegt und lediglich der Name ausgetauscht wird, um jemanden als Gewerbetreibenden auszuweisen.“ Für den Auftraggeber sei eine Gewerbeanmeldung bares Geld wert: Er müsse weder dafür sorgen, dass der Arbeiter Mindestlohn erhält, noch werden Beiträge zur Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung oder andere Sozialleistungen fällig.« (mehr…)


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