Archiv für April 2015

das neueste zum 1. mai

Die Vorbereitungen zur autonomen 1. Mai-Demo »Which side are you on? 20 Jahre für Freiheit und Solidarität!« in Oldenburg befinden sich allerseits in den letzten Zügen. Uns erreichten heute Stimmungsbilder der wichtigsten drei Akteur*innen des morgigen Tages, die wir euch nicht vorenthalten wollen:

Das Wetter gibt sich trocken…

… die Oldenburger Polizei resolut…

… und die autonome Linke euphorisch:

refugee-bustour in oldenburg

»[Oldenburg 23.4.] A group of refugee activist and supporters are building up the “Stop deportation group” in Oldenburg. We visited 2 lagers and invited refugees to have dinner with us and to get to know stop deportation group of Oldenburg. The refugees in the first lager showed a big interest to us. In the beginning we talked to 3-4 people and they went inside the buildings and bring the people outside. This lager was very isolated, and outside of the city. With the car it took us more than half an hour to reach there and they said that they even don’t receive a bus ticket to come to the city. So most of the people have to stay inside there for day and night and be disconnected from the rest of the city. It was even hard for them to come to our meeting place in the afternoon so we picked them up with the car. The second lager was more inside the city and it was also less people in it. They said that many people are outside in the city. Later in the afternoon more than 20 refugees joined us and we had a warm meeting for two hours. We introduced ourselves and our political fight, and discussed the political problems that refugees are facing specially Dublin laws and the new Asyl law in germany. Later we had dinner together.« [Quelle]

keine zukunft für nazis

Am 11. Mai findet um 19 Uhr im Alhambra eine Info- und Mobilisierungsveranstaltung gegen den TDDZ-Naziaufmarsch am 6. Juni 2015 im brandenburgischen Neuruppin statt. Aus Oldenburg wird wohl auch einen Bus zu den Gegenaktionen fahren. Mehr Info`s findet ihr hier.

die türkei – ein zerrissenes land

Am 5. Mai 2015 um 19.30 Uhr gibt es bei IBIS (Klävemannstraße 16) eine Lesung aus dem Buch »Generation Erdogan. Die Türkei – ein zerrissenes Land im 21. Jahrhundert« und anschließend ein Gespräch mit der Autorin Cigdem Akyol. »Die Bilder gingen um die Welt, der Gezi-Park wurde zum weltweiten Symbol des Aufstandes: Im Frühjahr 2013 protestierten hunderttausende Türken und Türkinnen und forderten mehr Demokratie und den Rücktritt Erdoğans. Doch es kam anders: Im August 2014 wählten 52 Prozent Erdoğan zum Staatspräsidenten. Warum? Das Land ist gespalten: Die einen sehen in Erdoğan den „Vater der Heimat“, hoffen auf wirtschaftlichen Aufschwung und Stabilität, die anderen fürchten eine Entwicklung hin zum islamistisch-konservativen Staat. Erdoğan verfolgt seinen Kurs unerbittlich: Medien und Verwaltung werden ideologisch auf Linie gebracht, Kritiker inhaftiert, die Justiz, die politische Opposition und das einst mächtige Militär gedemütigt und ins bedeutungslose Aus abgeschoben. Cigdem Akyol, Türkei-Korrespondentin für zahlreiche namhafte deutschsprachige Medien, schildert die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, die Erdoğan den Aufstieg nach ganz oben ermöglichten. Sie beschreibt seinen Werdegang, zeigt auf, wie sich die Türkei unter Erdoğan verändert hat und analysiert die Auswirkungen seines autoritären Politikstils.« [Quelle]

tote sollen nicht anonym bleiben

»Neue Erinnerungsstätte auf dem Ohmsteder Friedhof: Nach den Plänen von Prof. Ulrich Blech ist in den vergangenen Monaten eine Gedenkstätte entstanden, die an die in Ohmstede verstorbenen Zwangsarbeiter erinnert. „Die Namen dieser 326 Erwachsenen und Kinder sollen nicht in Vergessenheit geraten“, erklärt Pastor Holger de Buhr den Grund für das Projekt der Ev.-luth. Kirchengemeinde Ohmstede. Die Erinnerungsstätte, die am 3. Mai eingeweiht wird, löst das Denkmal ab, das Berufsschüler vor elf Jahren anlässlich eines Besuchs überlebender Zwangsarbeiter aufstellten.

Zur Unterbringung der ausländischen Arbeitskräfte und Kriegsgefangenen ließen die Nationalsozialisten in Oldenburg etwa 60 Arbeitslager einrichten. Das größte Lager zur Registrierung und Verteilung der Arbeitskräfte im Arbeitsamtsbezirk Oldenburg war das im Jahre 1942 errichtete „Ostarbeiterdurchgangslager“ auf dem früheren Rennplatz im Stadtteil Ohmstede. Etwa 40 000 Zwangsarbeiter, vor allem aus Polen und der früheren Sowjetunion, sollen zwischen 1942 und 1945 durch das Lager gegangen sein, bevor sie in der Region weitervermittelt wurden. Einige mussten auch in der Stadt Oldenburg arbeiten (unter anderem beim Bau der Umgehungsstraße).« (mehr…)

cdu-fans wollen alhambra ein ende bereiten

»Im Rahmen der Mitgliederversammlung der Oldenburger CDU Stadtbezirk Mitte Süd berichtete der MACO-Geschäftsführer Rolf Rabe in dieser Woche von der Vergangenheit bis zur Zukunft über das Gelände „MACO City“. (…) Zahlreiche Ideen und konkrete Vorhaben stellte Rolf Rabe am Montag vor. (…) Aus der Zuhörerschaft wurde die Idee laut, dem selbstverwalteten Kultur- und Kommunikationszentrum Alhambra ein Ende zu bereiten, dem widersprach der MACO-Geschäftsführer. Es sei eine gute Nachbarschaft. „Das Alhambra wird erhalten bleiben.“« [Quelle]

v-mann-land

»Niemand ahnte, dass der bekannte Neonazi zugleich ein V-Mann, ein Informant des Verfassungsschutzes, war. Heute lebt er anonym. Er verbirgt sein Gesicht hinter einer schwarzen Motorradmaske, wenn er – erstmals vor einer Kamera – über seine Vergangenheit spricht, die ihn auch in das Umfeld des Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) führte.«

ballarbeit

Vom 25. April bis 09. Mai wird bei der Interkulturellen Arbeitsstelle IBIS (Klävemannstraße 14) die Ausstellung »Ballarbeit.Fußball und Migration« zu sehen sein wird.

Das Begleitprogramm zur Ausstellung schaut wie folgt aus:
Samstag 25.04. 19:30 Uhr IBIS: Feierliche Erföffnung der Ausstellung mit eingeladenen Gästen aus Sport und Politik
Dienstag, 28.04. 20:00 Uhr KinOLaden (Wallstraße 24): Filmaufführung »Wie im falschen Film«
Dienstag, 05.05. 19:30 Uhr Jugendleistungszentrum VfB Oldenburg (Maastrichter Straße 35): Vortrag mit Jonas Gabler: »Rechtsextremismus, Diskriminierung und Anti-Diskriminierung in der Fußballfankultur«
Freitag, 08.05. 14:00-18:00 IBIS: Interkulturelle Kochstunde mit VfB Spielern im Rahmen des Internationalen Flüchtlingscafés

Mehr Info`s dazu gibt es hier.

kampf gegen wohnheim-verkauf

»In Oldenburg kämpfen Bewohner eines Studentenwohnheims gegen den Verkauf des Gebäudes. Sie wollen weiter günstig und selbstorganisiert zusammenleben. Noch führt die Internetseite des Studentenwerks Oldenburg (SWO) das Wohnheim an der Alteneschstraße 13 und 15, sein kleinstes, auf. Noch. Denn die ersten Kaufinteressenten haben sich die beiden rund 120 Jahre alten ehemaligen Schulgebäude bereits angesehen. Bei einem Verkauf würden die vier Wohngemeinschaften wohl aufgelöst werden. Doch ihre 24 BewohnerInnen wehren sich.
Überraschend ist das nicht. Die Altenesch-WGs waren schon immer speziell. Nicht lange nachdem das SWO in den 1980ern mit Landesmitteln die Gebäude erwarb und die Klassenzimmer zu Wohnungen umbaute, machten die BewohnerInnen ihrem Vermieter klar, dass sie sich entgegen der SWO-Praxis künftig selbst ihre NachmieterInnen aussuchen werden. Bis heute ist das so. Und trotz mehrfachem Wechsel in der Belegschaft der beiden denkmalgeschützten Häuser hat sich an ihrem Selbstbewusstsein nichts geändert. Das sei eine Gruppe, die sich schon immer aktiv eingesetzt hätte, auch für ihre Interessen, sagt Studentenwerk-Geschäftsführer Ted Thurner. Auf Thurner sind sie sauer in den Altenesch-Häusern, fühlen sich überrumpelt von Baubegehung und KaufinteressentInnen-Besichtigung. „Wir wollen hier wohnen!“, stellen sie in einer von fast 1.000 Personen unterzeichneten und dem SWO-Vorstand übergebenen Unterschriftenliste fest. Sie wollen nicht auf Selbstorganisation, gewachsene Gemeinschaft, Garten und die günstige Warmmiete von rund 180 Euro verzichten. Billiger lässt sich in Oldenburgs unter Druck geratenem Wohnungsmarkt fast nichts mehr mieten.
« (mehr…)

wer rettet wen?

Am Donnerstag, 23.04. 2015, um 19.30 Uhr gibt es im Kulturzentrum PFL den Film »Wer rettet wen?«, Eintritt: 6€, erm. 4€. »Seit sechs Jahren werden Banken und Länder gerettet. Politiker schaffen immer neue Rettungsfonds, während mitten in Europa Menschen wie der für Hungerlöhne arbeiten. Es wird gerettet, nur die Rettung ist nicht in Sicht. Für große Banken ist die Finanzkrise vor allem ein Geschäftsmodell. Und die ständig „verstimmten“ und „enttäuschten“ Finanzmärkte scheinen ein besonderes Wesen zu sein, das bei Laune gehalten werden muss. Wer rettet also wen? Die Reichen die Armen? Die Politiker die Banken? Die Rettungsschirme Europa? Oder die Steuerzahler einige wenige Individuen? Der Film wirft einen Blick von unten auf die Probleme, die uns alle angehen. Experten und Betroffene in Griechenland, Spanien, Irland, USA, Deutschland und Island sprechen über Krisen, Gründe und mögliche Alternativen.«

wenn ich ein turnschuh wär

»Über euer scheiß Mittelmeer käm ich, wenn ich ein Turnschuh wär.
Oder als Flachbild-Scheiß – ich hätte wenigstens ein‘ Preis.
Es gäb‘ für uns kein Halten mehr, wir kämen immer nur schneller her.
Ich seh die Waren zieh‘n, ohne zu flieh‘n gehen sie an Land…
«

[Die Goldenen Zitronen: Wenn ich ein Turnschuh wär]

nooit weer fascisme

Am kommenden Montag, dem 20. April, gibt es um 20.30 Uhr im Alhambra einen Infoabend über die Konzentrationslager im Emsland.

»Am Samstag, den 9. Mai, findet an der Begräbnisstätte Esterwegen die jährliche Gedenkveranstaltung der Deutsch-niederländischen Initiative 8. Mai zum Jahrestag der Befreiung und des Kriegsendes statt. Auf der Begräbnisstätte sind zahlreiche Opfer des Nationalsozialismus, die in den Lagern Börgermoor, Esterwegen und Neusustrum umgekommen sind, bestattet. Bei der Gedenkfeier haben viele Jahre auch immer wieder ehemalige Lagerinsassen gesprochen. Auch in diesem Jahr möchten wir mit vielen Leuten zu dieser Gedenkveranstaltung fahren. Der Bus wird um 13:30 Uhr am Alhambra abfahren und gegen 17:00 Uhr wieder zurück fahren. Buskarten wird es bei der Veranstaltung geben.«

autonomer 1. mai 2015

»which side are you on?«

»Es ist ein lauer Sommerabend, dieser 15. Juli 1931. Ein Mittwoch. Hier im Südosten des Bluegrass State Kentucky, genauer gesagt im Harlan Country, dem viertgrößten Kohlerevier in den USA, steht Florence eigentlich wie jeden Abend in der Küche und macht den Abwasch. Morgen ist wieder Schule und es war ihr diesmal zu ihrer großen Überraschung geglückt, ihre sieben Kinder ohne viel Stress und sogar einigermaßen satt ins Bett zu bugsieren. Doch zur scheinbaren Normalität dieses Abends gesellt sich Angst. Aber vor allem Wut und Entschlossenheit. Ihr Mann, Sam, steht auf der schwarzen Liste. Sie weiß was das heißt. Er weiß was das heißt. Alle in ihrer kleinen Bergarbeitersiedlung wissen es.
Als im Frühjahr die Zechenbetreiber eine zehnprozentige Lohnkürzung durchsetzten wollen, gingen die Bergarbeiter auf die Barrikaden. Bei weniger als knapp zwei Dollar am Tag für eine Zehnstundenschichten stellte sich nur noch die Frage, ob sie lieber kämpfend als arbeitend hungern wollten. Hilflos, spontan und unorganisiert begannen sie sich zu wehren. 3000 Kohlekumpel, unter ihnen auch Sam, gründen die Gewerkschaft United Mine Workers (UMW) und treffen auf die Macht der Kohlebosse: Einschüchterung, Zwang, Unterdrückung, Übergriffe, Mord, und eben diese schwarzen Listen. Sam ist deshalb untergetaucht. Florence nicht.
Jetzt nur noch eben die Gabeln und dann hat sie es endlich. Endlich ins Bett, endlich abschalten, endlich die Sorgen hinter sich lassen. Wooom, Wooom, Wooom. Es hämmert an die Tür. Sie zuckt zusammen. Da sind sie also wirklich, die Schergen von John Henry Blair, dem von den Kohlebaronen umschmeichelten Countrysheriff. Florence hatte sie erwartet, doch jetzt schießt ihr die Panik in den Kopf. Ihr wird schlecht. Sie will sich übergeben, am liebsten aber abhauen. Einfach wegrennen. So wie Sam.
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olgida sagt ab

»Am 8.April verkündete der Oldenburger PEGIDA-Ableger auf seiner Facebookseite, dass die für kommenden Montag, 13.April geplante „OLGIDA“-Kundgebung „aus organisatorischen Gründen“ abgesagt sei. Die Kundgebung sei um eine Woche, allerdings nicht auf den 20.April, verschoben. Worin die organisatorischen Gründe bestehen, darüber darf spekuliert werden. Wir rufen natürlich auch für den noch unbekannten neuen Termin zu Gegenprotesten auf. Achtet auf Ankündigungen.« [Quelle]

which side are you on?

Autonome 1. Mai-Demo # 13 Uhr # Kaiserstr./Hbf # Oldenburg
»Which side are you on?« 20 Jahre für Freiheit und Solidarität