Archiv für Januar 2015

#no hagida

kein basketball den faschist*innen

Nicht nur beim VfB, sondern auch bei den EWE Baskets gibt es einen Haufen Fans, die nicht bereit sind, rassistischen oder sexistischen Scheiß zu tolerieren. Hier nun ein Statement von der Gruppe Gli Indefessi Oldenburg: »Im Zuge des Heimspiels gegen Bonn am 4.1.15 haben wir mit einer Flyer- und Spruchbandaktion auf die Aktivität der Bande Bonn in der Fanszene des Bonner Bundesligisten aufmerksam machen wollen. Neben jeder Rivalität ist der Umstand, dass rechte Gruppen im Basketball fußfassen für uns nicht hinnehmbar:

„Hallo Oldenburger*innen, hallo Bonner*innen, anlässlich des heutigen Heimspiels gegen die Baskets Bonn wollen wir Euch über die Tatsache informieren, dass seit einem knappen Jahr die rechte bzw. rechtsoffene Gruppe Bande Bonn vermehrt bei Spielen des Bonner Bundesligisten auftritt. Die Bande Bonn ist eine Ultra-Gruppierung des Fußballvereins Bonner SC. Zwar gibt die Bande Bonn vor unpolitisch zu sein, doch sprechen viele Aktivitäten dieser Gruppe aus dem vergangenen Jahr eine andere Sprache. Gesänge wie „hasta la vista Antifascista“ und diverse Solidaritätsspruchbänder für die Karlsbande aus Aachen, die selbst zum rechten Spektrum zählt, sind keineswegs unpolitisch. (mehr…)

gönn dir…

»Am 31. Januar 2015 wird in Bremen ein großes Bündnis auf die Straße gehen und anlässlich des Bundesparteitag der AFD, gegen diese Partei, gegen diese Politik, gegen die Verhältnisse auf die Straße gehen und sich für eine solidarische, grenzenlose und vielgeschlechtliche Alternative zu Deutschland stark machen. Das linksradikale Bündnis-Gegen-Nationalismus, Initiatorin dieser Demonstration, wird mit einem breiten Spektrum von Organisationen, Gruppen und weiteren Bündnissen auf die Straße gehen und ihren Protest entschlossen und lautstark vor den Tagungsort der AFD und ihrer Anhänger_innen tragen.« Mehr Info`s gibt es hier.

neue Vorwürfe gegen`s »big ben«

»Nach dem Bericht über die Diskriminierung eines Oldenburgers mit afrikanischen Wurzeln durch Türsteher des „Big Ben“ sind neue Vorwürfe gegen den Pub bekannt geworden. Wie die Integrationsbeauftragte der Stadt, Ayca Polat, berichtet, hat sich ein ehemaliger Türsteher des Lokals an sie gewandt. Er sehe seine eigenen Erfahrungen bestätigt, so Polat. „Er berichtete, dass er Migrantinnen und Migranten oft abweisen musste.“ Dabei seien Anweisungen ergangen wie „Heute nicht mehr als fünf Kanaken reinlassen“. Er habe gekündigt, da er das Vorgehen nicht mehr ertragen habe, berichtet Polat. Gegenüber der Zeitung wollte sich der Ex-Türsteher nicht äußern. Auch der Betreiber des Pubs in der Wallstraße war für die NWZ  nicht erreichbar. Im Dezember war bekannt geworden, dass Türsteher einem Besucher den Zutritt verwehrt haben mit der Begründung „Südländer kommen hier nicht rein“. Die Polizei hat derweil den rechtlichen Rahmen für den Umgang mit Diskriminierungen durch Gaststätten und Diskotheken geprüft. Demnach können Betroffene eine Strafanzeige wegen Beleidigung stellen, sofern sie sich in ihrer Ehre verletzt fühlen.« (mehr…)

»fick die cops«

»Mit Bestürzung und Trauer blickt der VfB Oldenburg zurück auf das Hallenfußball-Turnier um den Stahlhallen-Janneck-Cup. Wir haben uns alle auf einen tollen, stimmungsvollen Fußballabend gefreut. Leider haben wir dann Szenen erleben müssen, die wir weder akzeptieren, noch tolerieren wollen und können. Auslöser für Handgreiflichkeiten im Bereich der Oldenburger Fans war ein beleidigendes Banner gegenüber der Polizei. Der Veranstalter hat darum gebeten, dass dieses Banner entfernt wird. Um einer Eskalation der Situation vorzubeugen, ist der VfB in Person seines Sicherheitsbeauftragten und seines Fanbeauftragten unmittelbar tätig geworden und hat den Dialog mit den Fans gesucht, die das Banner gezeigt haben. Als Konsequenz daraus sollte das Banner dem Fanbeauftragten ausgehändigt werden. Allerdings hat die Polizei darauf bestanden, unmittelbar die Personalien des Bannerhalters festzustellen und wollte ihn aus dem Block holen. Daraufhin kam es zu körperlichen Auseinandersetzungen, in deren Verlauf mehrere Personen verletzt worden sind.« (mehr…)

der nsu-prozess:

das protokoll des zweiten jahres


Der NSU-Prozess: Das Protokoll des ersten Jahres

Der NSU-Prozess: Das Protokoll des zweiten Jahres

stein gibt anstoß zum nachdenken

»Der Sandstein hat schon ein wenig Patina angesetzt. Fußgänger und Radfahrer, die vorbeikommen, schenken ihm kaum bis gar keine Beachtung. Doch einmal stehen zu bleiben und innezuhalten lohnt sich, denn die Mahnung, die die Inschrift transportiert, ist eindringlich. Sie erinnert an die 74 Oldenburger Sinti, die zwischen 1938 und 1945 aus ihren Wohnungen im Ziegelhofviertel deportiert und „im nationalsozialistischen Holocaust in Auschwitz, Birkenau und anderswo ermordet wurden“. Seit 25 Jahren steht der 1,40 Meter hohe Gedenkstein etwas versteckt und von Bäumen umgeben an der Kreuzung Friedhofsweg/Jägerstraße in Bürgerfelde – dort, wo die Verbrechen vor mehr als 70 Jahren ihren Anfang nahmen.

„Es waren Bürger dieser Stadt, die von Deutschen umgebracht wurden“, sagt Günter Heuzeroth, der Ende der 1980er-Jahre die „Bürgerinitiative Sinti in Oldenburg“ gründete. Erfolgreich warb die Gruppe, zu der auch zahlreiche Angehörige betroffener Familien zählten, bei der Stadt um Unterstützung für ihr Vorhaben. Das Mahnmal des Bildhauers Eckart Grenzer wurde schließlich am 24. November 1989 eingeweiht – 44 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Es zeigt einen in Sandstein gemeißelten Baum mit 74 fallenden Blättern, die an die 74 Opfer erinnern sollen. „Wie wir mit unserer Vergangenheit umgehen, entscheidet auch über unsere Gegenwart und Zukunft“, argumentiert Heuzeroth gegen das Verdrängen.« (mehr…)

stadt will »leeranstalt« verscherbeln

Laut NWZ ist die Stadt nun tatsächlich dabei, die seit 2009 leerstehende ehemalige Grundschule in der Ekkardstraße, unweit des Osternburger Marktes, auf den Markt zu schmeißen – womit es dann wohl an irgendein finanzkräftiges Yuppiepärchen verscherbelt werden soll. Am 5. April 2012 war das »Kollektiv Leeranstalt«, ein »Kollektiv junger Menschen, die nicht länger über die Hälfte ihrer Einkünfte für ein meist viel zu kleines Zimmer ausgeben wollen« in das Haus eingezogen, um »einen Wohnraum (zu) erkämpfen, in dem wir zentral wohnen und solidarisch miteinander Leben organisieren können«; doch die Stadt hatte was dagegen und sorgte durch eine Anzeige wegen angeblichen »Hausfriedensbruchs« für eine polizeiliche Räumung und damit für ein jähes Ende dieser Wohnraumbeschaffungsmaßnahme [Info]. Bis jetzt zumindest…

inside kobani

altenesch bleibt.

»Stellungnahme der Bewohner_innen des Student_innenwohnheims in der Alteneschstraße 13 und 15 vom 26. November 2014 bezüglich des eventuellen Verkaufs des Wohnheims: Wir wollen hier wohnen. Wir wohnen selbstorganisiert und gemeinschaftlich in vier Wohngemeinschaften in den beiden Häusern Alteneschstraße 13 und 15 und wollen, dass das auch in Zukunft so bleiben kann. Eine Umverteilung in verschiedene andere Wohnheime wäre für uns nicht tragbar, da wir hier gemeinsam miteinander wohnen wollen und unser Wohnen selbst gestalten wollen.

Wir sehen angesichts der allgemeinen Wohnsituation in Oldenburg keine Alternativen auf dem freien Wohnungsmarkt, sondern sehen es vielmehr als Aufgabe des Studentenwerks an, Studierenden günstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, besonders bei einem allgemeinen Mangel an bezahlbarem Wohnraum, wie es derzeit in Oldenburg der Fall ist.« (mehr…)

die vielzitierte mitte der gesellschaft

»ich kann unmöglich nichts tun«

»Ali Bako verlässt Kreyenbrück und schließt sich im Sindschar-Gebirge einer Widerstandseinheit an: „Ein wunderbarer Erfolg!“ Ali Bako fällt nach dem militärischen Sieg seiner Landsleute und der Peschmerga-Kämpfer im nordirakischen Sindschar-Gebirge ein Stein vom Herzen. „Die IS ist geschlagen.“ Der Jeside kann bestätigen, dass die Terrororganisation „Islamischer Staat“ die Belagerung der unwegsamen Bergregion vor wenigen Tagen aufgeben musste und sich offenbar nach massiven Luftangriffen zurückgezogen hat.

Bako hat diese Entwicklung nach Kräften unterstützt. Sechs Wochen verbrachte der 58-Jährige in der unwegsamen Bergregion und kämpfte mit dem Gewehr in der Hand gegen die verhassten Feinde. Gegen die militärisch überlegenen Gegner hätten die Jesiden in der Ebene nur wenig ausrichten können, berichtete der Oldenburger nach seiner Rückkehr. „Aber im Gebirge waren die gepanzerten Fahrzeuge der IS einfach nicht zu gebrauchen. Deshalb konnten unsere Widerstandseinheiten überleben“. Hunger, Kälte und fehlende medizinische Betreuung – Bako wurde während seines Kampfeinsatzes im Sindschar-Gebirge allerdings selbst krank und musste nach Deutschland zurückkehren. Vom Wohnzimmer seines Einfamilienhauses in Kreyenbrück aus, wo Ali Bako mit seiner Frau und seinen fünf Kindern wohnt, verfolgte der Jeside aber weiter täglich den Kampf seiner Landsleute.« (mehr…)

kein fußbreit


http://magdeburg-nazifrei.com/

spießer unter sich

»Nein, es wird kein versöhnlicher Abend, keine Weihnachtsgeschichte, die jetzt so gut passen würde. Zu fest hängen die Bilder, die die einen von den anderen haben, zu bedroht erscheint ein Lebensmodell, das im Kern nicht darauf beruht, ein davon abweichendes zu akzeptieren. Mag sein, dass diese andere Lebensart ab und zu mal wirklich stört, weil einige laute Punkmusiker zum Konzert kommen und Töne herüberwehen in die Gärten und Häuschen. Doch es scheint viel eher so zu sein, dass sie schon deshalb bedrohlich wirkt, weil sie anders ist. Es ist doch eh schon alles so unsicher, ins Wanken geraten, fremd geworden.

Oldenburg ist der Schauplatz der Geschichte, im Nordwesten Niedersachsens. Eine homogene Stadt, gesellschaftliche Mitte mit Tendenz zur Spießigkeit, viele Einfamilienhäuser mit Garten. Und Zäunen. Vielleicht schlägt diese Wohnform aufs Gemüt, wobei sich diese Geschichte überall zutragen könnte. Sie ist eine Art Parabel für die gesellschaftlichen Zustände, wie wir sie gerade erleben, für die diffuse Angst vor dem anderen, diese Angst von Pegida und Dügida und wie sie sich alle nennen. In Oldenburg, Stadtteil Osternburg, könnte die Bewegung Osgedap heißen, Osternburger gegen die Ansiedlung von Punks. Der Stadtteil ist das alte Arbeiterviertel, früher war da mal eine Glashütte, heute ist Ikea nicht weit. Nur sind es hier nicht Muslime, die die Kultur des Abendlandes bedrohen, sondern Punks.« (mehr…)