Archiv für Dezember 2014

pegida-pack im o-ton

☞ Das Grauen in voller Länge: [1] [2]

auf­stand bei ama­zon

»Die Streiks beim Versandhändler Amazon werden ausgeweitet. An den Standorten Bad Hersfeld, Leipzig und Rheinberg haben die Beschäftigten beschlossen, bis zum 24. Dezember, 15 Uhr, weiter die Arbeit ruhen zu lassen. In Graben hatten die Beschäftigten bereits am Mittwoch entschieden, dass sie bis Heiligabend weiter streiken. Die Streiks hatten am 15. Dezember begonnen. Zeitweise wurden sechs der acht Amazon-Standorte in Deutschland zeitgleich bestreikt. Am Mittwoch hat, 17. Dezember, hatte in Koblenz die bislang größte Streikveranstaltung von Amazon-Beschäftigten stattgefunden. An diesem Standort hatten Mitte Dezember die Beschäftigten erstmals die Arbeit niedergelegt. Zu der Streikversammlung kamen auch streikende Beschäftigte aus Bad Hersfeld, Rheinberg und Werne. (…)

Amazon weigert sich, einen Tarifvertrag für die Beschäftigten abzuschließen. Der Versandhändler will weiterhin die Arbeitsbedingungen willkürlich und einseitig diktieren und untermauert damit seine anti-gewerkschaftliche Blockadehaltung.« [Quelle]

für eine georg-elser-straße

»Die Tat des Widerstandskämpfers lag am 8. November genau 75 Jahre zurück. (…) An Georg Elser erinnerten sich nur wenige. Eine Ausnahme bildet Manfred Lahusen. „Elser wird oft vergessen“, sagt der Rentner, der sich seit fast zehn Jahren für eine öffentliche Würdigung des Hitler-Attentäters in Oldenburg einsetzt. „Die ist überfällig“, meint der 72-Jährige: „Gerade im Zuge der Debatte um die Umbenennung von Straßennamen könnte ich mir das gut vorstellen. Warum kann man nicht die umstrittene Hindenburgstraße in Georg-Elser-Straße umbenennen“, fragt sich Lahusen. Denn den Mut des Mannes, der am 8. November 1939 zur Tat schritt, bewundert er. Elser zündete eine Bombe im Münchner Bürgerbräukeller, um Adolf Hitler zu töten. Elsers Ziel war es, den 2. Weltkrieg zu beenden, der wenige Wochen zuvor mit dem Überfall Deutschlands auf Polen begonnen hatte. Doch Hitler verließ den Ort früher als geplant. Die Bombe verwüstete zwar den Saal, aber der Plan scheiterte. Elser wurde noch am selben Abend festgenommen und im April 1945 auf Befehl Hitlers im KZ Dachau erschossen.« (mehr…)

…, aber …

oldenburger unterstützung für thüringer npd

»Mitte September fanden in Thüringen Landtagswahlen statt, an denen sich auch die NPD beteiligte. Unter anderem führten sie Kleinstkundgebungen in verschiedenen Orten Thüringens durch. Unterstützt wurden die Neonazis dabei auch von einem NPD-Aktivisten aus der Region: Phillip Krull aus Ofen (Landkreis Ammerland), der u.a. Mitglied des Vorstands des NPD-Unterbezirks Oldenburg ist und der Kameradschaft „Besseres Oldenburg“ zugerechnet wird. Krull (der Paddel links im Bild) unterstützte die NPD mehrere Tage lang im Wahlkampf, wie die NDR-Dokumentation „7 Tage unter Rechten“ zeigt.« [Quelle]

geht mal auf´n kaffee bei ali und fatma

»Offener Brief an die PEGIDA, Marzahner, Bucher und alle anderen „besorgten Bürger“: Ich komme aus einer Arbeiterfamilie. Der überwiegende Teil meiner Freunde kommt aus ärmeren Familien. Ich bin in Gegenden aufgewachsen, die auch nicht schöner sind als Berlin-Hellersdorf, Marzahn, Buch oder Dresden-Prohlis. Ich weiß, wie scheiße es sich anfühlt, wenn man sich das ganze Blingbling nicht leisten, kann, das man jeden Tag im Fernseher sieht. Ich weiß, wie derbe es nervt, wenn man auf Hartz-IV ist und die ganze Zeit Münzen zählen muss. Oder wie beschissen es ist, wenn man zwar arbeitet, aber irgendeine dumme notwendige Anschaffung, eine kaputte Waschmaschine, ein Fahrrad fürs Kind oder sonstewas die gesamten Ersparnisse auffrisst, die man sich mühsam zur Seite gelegt hat. Und dann beschließen irgendwelche Penner, von denen man das ganze Jahr ohnehin nichts zu erwarten hat, einem auch noch einen Asyl-Container in den Bezirk zu stellen. Nur, liebe Marzahner, Hellersdorfer, Bucher, Dresdner: An nichts, aber auch gar nichts von alledem sind Flüchtlinge schuld. Im Gegenteil: Flüchtlinge wollen überhaupt nicht in Massenquartieren wohnen, in denen ohne Berücksichtigung kultureller Unterschiede zusammen eingepfercht werden, bewacht von irgendwelchen sadistischen Irren, ohne irgendeine Perspektive, weil sie sich weder frei bewegen können, noch arbeiten dürfen.« (mehr…)

ein widerruf

aus einem vfb-spielbericht

»Überschattet wurde das Spiel durch zahlreiche Festnahmen außerhalb des Stadion. Darüber hinaus wurde ein Anhänger der Gäste vom Ordnungsdienst aus dem Stadion geschickt, nachdem er sein schlichtes Gemüt durch verbale Entgleisungen mit rassistischem Inhalt peinlich zur Schau gestellt hatte.« [Quelle]

pub weist »südländer« ab

»Das Oldenburger Nachtleben wollte Frank Harloff einem Freund aus seiner Heimat Osnabrück zeigen. So zogen die Freunde los, um verschiede Bars und Clubs zu besuchen. „Wir hatten erst einen schönen Abend und wollten noch in den Big Ben Pub an der Wallstraße“, erinnert sich der 29-Jährige. Dort folgte die Überraschung: „Ich wurde vom Türsteher mit der Begründung abgewiesen, dass an dem Abend keine ,südländisch aussehenden Männer‘ Zutritt haben“, erzählt Harloff, dessen Vater aus Ghana kommt. „Ich war geschockt“, meint Harloff, Mitarbeiter des Fachdienstes Jugend und Gemeinwesenarbeit der Stadt Oldenburg. Jedoch sei ihm so etwas nicht zum ersten Mal passiert. Bereits in Osnabrück sei er in einer Diskothek wegen seiner Hautfarbe abgewiesen worden. Aber „mein Freund fiel aus allen Wolken“, berichtet Frank Harloff der NWZ . Er habe mit dem Türsteher geredet und ihn darauf hingewiesen, dass seine Abweisung diskriminierend sei. „Er hat erwidert, dass er eine Anweisung von oben befolge.“ Der Geschäftsführer des Big Ben äußerte sich trotz schriftlicher Nachfrage der NWZ  nicht zu den Vorwürfen.« (mehr…)

das pkk-verbot muss weg

bilanz nach 15 min. ramelow

»Ob die thüringischen Wähler DAS erwartet haben, als sie bei der Landtagswahl ihr Kreuz bei den Linken machten? Bereits nach 15 Minuten unter Bodo Ramelow als Ministerpräsident ist Thüringen kaum wiederzuerkennen. So wurde der Freistaat umgehend zur marxistischen Räterepublik umstrukturiert; Bananen sind Mangelware; eine Mauer befindet sich bereits im Bau. Bürgerliche Medien und Boulevardzeitungen hatten zuvor noch vor dem unausweichlichen Systemwechsel gewarnt – vergeblich: Unmittelbar nach Ablegen des Amtseids im Erfurter Landtag begann Bodo Ramelow zum Entsetzen der Anwesenden, diabolisch zu lachen. Seitdem erlässt der Vorsitzende der soeben wieder in SED rückbenannten Linken tiefgreifende Dekrete im Minutentakt. Sämtliche Betriebe, Banken und Medienhäuser wurden sofort verstaatlicht, ein Fünfjahresplan wurde aufgestellt und eine Landesflagge mit Hammer und Sichel präsentiert.« (mehr…)

ein jahr nach dem anschlag

auf den jüdischen friedhof

»Der schlimme Anschlag sorgte weit über die Stadtgrenzen hinaus für Entsetzen: Vor einem Jahr waren acht Gräber und die Trauerhalle des jüdischen Friedhofs an der Dedestraße mit Hakenkreuzen beschmiert worden. Die Tat, die sich in der Nacht zum Totensonntag abgespielte, ist allerdings bis heute nicht aufgeklärt, wie eine Nachfrage der NWZ  ergab. Die Polizei hat ihre Ermittlungen in diesem Monat abgeschlossen. Die Akten mit den Ergebnissen der polizeilichen Untersuchungen liegen inzwischen bei der Staatsanwaltschaft. Dies bestätigte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Dr. Carolin Castagna. „Die Akten werden jetzt von uns weiterbearbeitet. Somit dauern die Ermittlungen noch an.“ Es gebe zwar einen Beschuldigten, es müsse nun geprüft werden, ob die Beweislage für eine Anklage ausreiche. Von Anfang an richtete sich der Tatverdacht gegen einen 32-Jährigen aus der rechten Szene. Überführen konnte die Polizei den Mann bisher nicht. Da von einer politisch motivierten Straftat ausgegangen wird, leitete der Staatsschutz die Ermittlungen. In den vergangenen zehn Jahren gab es nach Auskunft des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen sechs Anschläge auf den jüdischen Friedhof an der Dedestraße. Bei der jüngsten Tat im November 2013 wurden die Gräber großflächig mit schwarzer Farbe besprüht.« (mehr…)

kulturschaffende in rechten kreisen

Die Oldenburger Schauspielerin Imke Barnstedt steht erneut in der Kritik, da sie an einer Tagung in der »Gedächtnisstätte« Guthmannshausen zusammen mit bekannten Holocaust-Leugner*innen teilgenommen hat. In den vergangenen Jahrzehnten tauchte die 72 Jahre alte Betreiberin der Kleinkunstbühne »Berliner Zimmer« immer wieder in rechten und faschistischen Zusammenhängen auf. Auch [regentied] berichtete bereits.

☞ »Neue Kontakte zu Holocaust-Leugnern« NWZ, 25.11.2014
☞ »Barnstedt: Opfer der Vertreibung gedacht« NWZ, 01.12.2014
☞ »Kulturschaffende in rechten Kreisen« bnr, 27.11.2014
☞ »Keine normale Gedenkstätte« bnr, 06.12.2014
☞ »Vertriebene auf Distanz zu Barnstedt« NWZ, 10.12.2014
☞ »Öffentlichkeitsarbeit für Barnstedt sofort einstellen« Linke, 25.11.2014

komplett im arsch –

die ukraine ein Jahr nach dem euromaidan

»Ein Jahr nach dem Beginn der Proteste auf dem Kiewer Maidan lassen sich die Ergebnisse der großartigen prowestlichen „Revolution“ kurz zusammenfassen: Die ukrainische Volkswirtschaft ist ruiniert, den Menschen geht’s schlechter denn je und noch nie waren so viele Nazis und Oligarchen an den Hebeln der politischen Macht.

Gleich fünf von sechs im Parlament vertretenen Parteien haben sich vergangene Woche in Kiew zu einer neuen Koalition zusammengeschlossen: Der Block von Präsident Petro Poroschenko, die Volksfront von Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk, die Partei Samopomitsch (Selbsthilfe) des Bürgermeisters von Lwiw, Andrij Sadowi, die Vaterlandspartei von Julia Timoschenko und die Radikale Partei des Populisten Oleg Ljaschko. Bei der Erklärung der Schwerpunkte der kommenden Koalition kam es zu wenigen Überraschungen: NATO-Beitritt, EU-Annäherung, IWF-Kredite und – ohne das geht ja nicht – „schmerzhafte Reformen“, vulgo: Sozialabbau bis die Schwarte kracht (obwohl man sich ein wenig fragt, was da denn noch abzubauen sein soll).« (mehr…)

vfb gegen hogesa

»Die jüngsten Ereignisse und Vorfälle rund um die sog. „Hooligans gegen Salafisten“-Demonstration in Köln haben die Verantwortlichen des VfB Oldenburg aufhorchen lassen. Das Tragen von Kleidungsstücken und das Zeigen von Schriftzügen mit einschlägigen Merkmalen wird im Marschwegstadion ab sofort verboten. „Der VfB Oldenburg bekennt sich mit aller Ausdrücklichkeit für Respekt und Toleranz in und um das Marschwegstadion. Hier gehen wir im engen Schulterschluss mit unseren Fans und Zuschauern“, betont Wilfried Barysch, Vorstandsvorsitzender des VfB Oldenburg.

Bislang sind nur wenige Vereine selbst aktiv geworden und haben das Tragen von „HoGeSa“-Symbolen im Stadion verboten. Der VfB Oldenburg reiht sich nunmehr bei den Vereinen ein, die rund vier Wochen nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen ihrerseits ein Zeichen setzen und ihre gesellschaftspolitische Verantwortung eines toleranten und friedlichen Nebeneinanders unterstreichen.« [Quelle]