Archiv für November 2014

rojava – basisdemokratie in mitten des krieges

Am Montag dem 24. November ab 20.00 Uhr berichtet Anja Flach von der Kampagne »Tatort Kurdistan«, die in Rojava die selbstorganisierten Strukturen im Mai 2014 besuchte, im Alhambra über die Verhältnisse und Entwicklungen in Rojava.

»Als der Aufstand und kurze Zeit später der mörderische Krieg in Syrien begann, entscheiden sich die KurdInnen für einen Dritten Weg. Im Norden Syriens bzw. in Westkurdistan (Rojava) bauten sie erst in allen Orten Rätestrukturen und Selbstverteidigungskräfte auf. Als der Krieg sie erreiche, befreiten sie ab 2012 ihre Regionen von den Truppen Assads. Genauso halten sie Distanz zur islamistisch-nationalistischen Opposition. Seitdem wird die Gesellschaft in radikal-demokratischer Weise neu strukturiert. Heute hat fast jeder Straßenzug und jedes Dorf seine Kommune, die das politische, soziale und kulturelle Leben in kollektiver Art organisiert. Frauen sind im Zentrum der darauf aufbauenden Rätestruktur. Anfang 2014 haben sie gemeinsam mit den zahlreichen ethnischen und Religionsgruppen in den drei Regionen in Rojava Cizîre Kobanî und Efrin die ‚Demokratische Autonomie‘ ausgerufen.
Wie funktioniert das politische, soziale und wirtschaftliche Leben heute in Rojava? Welche Herausforderungen gibt es beim Aufbauprozess auch angesichts der Angriffe von ISIS und anderer Kräfte und des Embargos durch die Türkei, den ISIS und die kurdische Regionalregierung im Nordirak? Welche politische Perspektive steckt hinter der Selbstverwaltung fern von Nationalstaat und Patriarchat? Welche positiven Folgen kann Rojava auf Syrien und den Mittleren Osten haben? Welche Auswirkungen haben die neusten ISIS-Eroberungen im Irak auf Rojava?
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energiewende sozial gestalten

Das Oldenburger »Forum Soziale Energiewende« organisiert zwei Veranstaltungen zum Themenkomplex »Die Energiewende sozialer gestalten: Hintergründe und Handlungsmöglichkeiten«. Am Donnerstag, 20. November, gibt es um 20 Uhr im Café ‚Herz‘, Stedinger Str. 26/28 unter dem Titel »Der „Hartz-IV-Regelsatz“ – Unterversorgung eingeplant?« einen Vortrag von Dr. Rudolf Martens vom Paritätischen Gesamtverband. »Energieschulden und Stromsperren, Mietobergrenzen und Zwangsumzüge – eine wachsende Zahl einkommensarmer Familien ist betroffen. Was sind die Ursachen, wie kann gegengesteuert werden? Was ist „angemessener“ Energieverbrauch?«, heißt es in der Ankündigung.
Weiter geht es am Dienstag, 2. Dezember, ebenfalls um 20 Uhr im Café ‚Herz‘ unter dem Titel »Energiewende, aber fair?«. Dr. Michael Kopatz vom Wuppertal-Institut für Klima, Energie und Verkehr und Autor von »Energiewende, aber fair! Wie sich die Energiezukunft sozial tragfähig gestalten lässt« referiert über die Fragen: »Wie viel Energie verbrauchen ärmere Haushalte notwendigerweise? Wären Sozialtarife für das Basisgut Energie eine faire Lösung? Was können Beratungsangebote oder „Abwrackprämien“ für Altgeräte bewirken? Helfen Prepaid- Zähler, Sperren zu vermeiden und den Verbrauch zu kontrollieren?«.

broken dreams – der absturz der amerikanischen mittelklasse

hogesa-versammlungsleiter zieht sich zurück

Nach der mit massiven Ausschreitungen einhergehenden »HoGeSa«-Demonstration von etwa 4500 Hooligans und Neonazis am 26. Oktober in Köln [Info] soll die nächste Veranstaltung dieser Art nun am 15. November in Hannover stattfinden. Der Anmelder der Demonstration, ein Mann aus Bochum, hatte laut NDR den 44 Jahre alten Oldenburger Uwe Mindrup als Versammlungsleiter benannt. Er sollte die Gesamtverantwortung für den Ablauf der Veranstaltung tragen. Mildrup, welcher bereits bei der »HoGeSa«-Demonstration in Köln als Redner auftrat, inszeniert sich selbst als »politisch links« und betonte, dass er das Zurschaustellen rechtsextremer Symbole und Kennzeichen bei der Veranstaltung in Hannover untersagen werde [Info]. Doch aus Mindrup`s Debüt als Versammlungsleiter wird nun doch nichts mehr. Nachdem wegen Veröffentlichungen auf seiner Facebook-Seite gegen ihn Strafanzeige wegen des mutmaßlichen Gebrauch von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen und Volksverhetzung gestellt wurde [Info], lehnte die Polizei Hannover den 44-Jährigen als Versammlungsleiter ab. »Mir wurde heute mitgeteilt, dass die Behörde mich wegen dieses Vorfalls als Versammlungsleiter ablehnt. (…) Ich ziehe mich zurück und stehe nicht mehr zur Verfügung. (…) Ich mache Schluss«, zitiert der NDR Mindrup [Info]. Der Anmelder der Demonstration muss jetzt in Kürze einen neuen Versammlungsleiter finden. Das dürfte nicht leicht fallen.

oldenburg für shingal & kobanê

Videos von »Jiyan Video« über die drei Großdemonstrationen in Oldenburg in Solidarität für die Menschen und den bewaffneten Widerstand in Shingal und Kobanê am 25.10.2014, 07.10.2014 und 05.08.2014:


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solidarität mit rojava

»Seit drei Jahren entsteht in den überwiegend kurdischen Gebieten Nordsyriens („Rojava“ genannt) ein politisches System demokratischer Selbstverwaltung. Die Bevölkerung organisiert sich in eigenen Versammlungen und Räten, um ihr Leben über z.B. ethnische und religiöse Unterschiede hinweg gemeinsam zu gestalten. Die Frauen spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie organisieren sich in allen Bereichen eigenständig und sind maßgeblich an der Gestaltung des Gemeinwesens beteiligt.

Geschützt wird diese demokratische Selbstverwaltung von den Selbstverteidigungskräften Rojavas, der YPG und den Fraueneinheiten der YPJ. Es waren diese Einheiten, die gemeinsam mit der PKK êzidische KurdInnen im September vor der menschenverachtenden Organisation Islamischer Staat (IS) aus dem Shengal-Gebirge gerettet haben.
Die Demokratische Autonomie der Städte und Gemeinden Rojavas ist für viele Menschen im Nahen und Mittleren Osten zu einem Hoffnungsträger geworden. Sie beweist, dass ein friedliches Zusammenleben sowie eine gerechtere und demokratischere Gesellschaft möglich sind. Genau diese fortschrittlichen Inhalte ziehen den Hass des IS auf sich. Angesichts des Terrors des IS sind die Menschen von Rojava bereit, ihr Leben für die gemeinsame Verteidigung einzusetzen.
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voltrans

Am Samstag, 15.11.2014 um 18.00 Uhr gibt es im Rahmen von »RollenWechsel – Queer Film Festival Oldenburg« im Cine K, Bahnhofstraße 11 den Film »Voltrans« zu sehen. Kanno, ein Protagonist des Films, wird dabei anwesend sein. »Voltrans ist die erste Organisation für Trans*Männer in der Türkei. Özgüners Doku ist ein wichtiger Beitrag zur Sichtbarmachung verschiedener Transidentitätskonzepte. Trans*Männer bleiben nicht nur in der LGBTI*-Szene häufig ungesehen, sondern auch in der feministischen Bewegung.Trans*Männer wie Kanno, Ali u.a. geben uns einen Einblick in ihre persönlichen Erfahrungen und regen uns dazu an, Männlichkeitskonzepte der Mehrheitsgesellschaft zu hinterfragen.
Das Festival „RollenWechsel“ wurde organisiert von Rollenwechsel – queer cinema und wird durchgeführt in Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen e.V., Cine-K, Na Und, Autonomes Feministisches Referat der Uni Oldenburg (FemRef), SchwuRef und der Michael-Sartorius-Stiftung.
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alle räder stehen still…

Eine Gehaltstabelle über die Einkommensverteilung von Lokomotivführer*innen in Westeuropa aus dem Jahr 2007 findet ihr hier.

regionale neonazis
bei kleinen & großen veranstaltungen

»Am letzten Oktoberwochenende fanden gleich zwei rassistische Veranstaltungen statt, an denen sich Oldenburger Neonazis beteiligten. Unterschiedlicher hätten die Veranstaltungen in Jever und Köln allerdings nicht ablaufen können.

Am Samstag, 25.Oktober 2014 versuchte die niedersächsische NPD erneut eine konspirativ organisierte Kundgebung abzuhalten. Im zurückliegenden Europawahlkampf ging sie bereits ähnlich vor und konnte auf diesem Wege nahezu ungestörte Kundgebungen in Nienburg und Soltau abhalten.
Ähnlich dürften sich die Neonazis um Ulrich Eigenfeld den 25.Oktober vorgestellt haben. Konspirativ mobilisierte man ins friesische Jever für eine Kundgebung. Doch der Plan misslang. Die Anmeldung wurde im Vorfeld öffentlich, so dass am Samstag ca. 250 Menschen gegen die NPD protestierten.
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erster europäischer mauerfall


http://www.europaeischer-mauerfall.de

eine kindheit im minsker ghetto

Am Montag, dem 10. November 2014 ab 19.30 Uhr berichtet Felix Lipski im Café IBIS, Klävemannstr.16 über seine Kindheit im Ghetto Minsk. »Felix Lipski wurde in Minsk geboren. In Minsk begann die Ermordung der europäischen Juden. Gleich nach dem nach Überfall auf die Sowjetunion wurden dort über 20 000 Juden ermordet und einen Monat später ein Ghetto errichtet. Zu den in Minsk bereits eingepferchten 50 000 Menschen wurden ab dem Herbst 1941 weitere 50 000 Juden aus dem Deutschen Reich deportiert. Darunter waren auch 33 Oldenburger Juden. Alle kamen nicht mehr zurück. An ein viertägiges Pogrom, bei dem durch ein SS-Sonderkommando 14 Oldenburger erschossen oder in Gaswagen erstickt wurden, kann sich Felix Lipski genau erinnern. Die Flucht zu den Partisanen gelang Mutter und Sohn im Sommer 1943 – nur so überlebten sie die Shoah.
Nach dem Krieg wurde Lipski in der Sowjetunion Arzt und immigrierte 1968 nach Deutschland. Er kommt heute aus Bochum nach Oldenburg, um seine bewegenden Erinnerungen zu erzählen. Die Veranstaltung findet im Anschluss an den „Erinnerungsgang“ statt, mit dem in Oldenburg jedes Jahr der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus gedacht wird.
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ol crime, part 38

Mel­dung der Nordwest Zeitung vom 02.11.2014:
»Oldenburg – Böses Erwachen nach der Halloween-Nacht. Fassungslos betrachteten Oldenburgerin Nadine Gruhn und ihre Nachbarn an diesem Morgen, was für eine riesige Sauerei Unbekannte mit einer offenbar scharfen Tomatensoße in ihrem Bloherfelder Hauseingang angerichtet und kaputt gemacht hatten. „Die Soße klebte überall in den Türrillen, zwischen den Klingelknöpfen, in der Sprechanlage und sogar in unseren Postkästen, in denen sich teilweise noch Post befand“, schildert Gruhn. Die Reinigung gestaltete sich insbesondere wegen der Elektrizität als sehr schwierig – und zu allem Überfluss mussten die Nachbarn auch noch feststellen, dass der Lichtschalter nun defekt ist. Somit lässt sich das Licht von außen nicht mehr einschalten. „Ich möchte mir nicht ausmalen, was die Reparatur für uns kostet, damit unsere Zeitungsboten und wir wieder Licht haben“, sagt Gruhn. Außerdem seien wichtige Unterlagen durch die Aktion beschädigt worden und müssten nun neu beantragt werden. Auch vor dem neuen Auto von Gruhns Nachbarin machten die unbekannten Täter keinen Halt: In den Türschlössern und in jeder Türritze war die Tomatensoße. Auch zwei weitere Fahrzeuge seien derartig beschmutzt worden, berichtet Nadine Gruhn. Mit einer Autowäsche in der Waschanlage sei die Reinigung nicht getan gewesen. „Ungewiss bleibt auch, inwiefern die scharfe Soße den Lack und die Türschlösser der Autos beschädigt hat“, sagt Gruhn. [Quelle


☞ Mehr »Kriminalität« gibt es hier.

lass uns nicht wie sklav*innen leben

»Aus den griechischen Katakomben Europas steigt ein Raunen auf und schwillt an, bis es den ganzen verwüsteten Kontinent erfasst: “Lass uns nicht wie Sklav*innen leben” (Griechisch: “Na min zisoume san douli”). Auf Häuserwänden der Städte und Felsen im Land, auf leeren oder zerstörten Plakatwänden, in alternativen Zeitungen und über Rebellensender, auf besetzten Grundstücken und in Selbsthilfezentren, die immer zahlreicher werden, verbreitet der griechische Widerstand diesen Slogan, Tag für Tag.«
Ein Film von Yannis Youlountas (mit deutschem UT):

kolonialmama

Am kommenden Mittwoch, dem 5. November, zeigt Werkstattfilm um 19.00 Uhr im KinOLaden, Wallstraße 24 den Dokumentarfilm »Kolonialmama« von Peter Heller. »‚Kolonialmama‘ ist die biographische Spurensuche des Filmemachers Peter Heller nach seiner kolonialen Vergangenheit, und welche »Familiengeheimnisse« sich dahinter verbergen. In den Gesprächen über die Kindheit und Jugend seiner bei den Dreharbeiten fast hundertjährigen Mutter, entsteht zunächst ein privater Erinnerungsraum, der sich jedoch bald auf die politische Geschichte des 20. Jahrhunderts ausdehnt. Die 1910 geborene Ruth Heller wächst glücklich und geborgen in Swakopmund, im damaligen »Deutsch-Südwest«, dem heutigen Namibia auf. Ihr Vater war dort seit 1901 leitender Angestellter der Eisenbahn – und damit zumindest indirekt eingebunden in den Genozid an den Hereros, denn der Eisenbahn kam eine entscheidende Schlüsselstellung bei der militärischen Eroberung und geplanten wirtschaftlichen Ausbeutung des Landes zu. Und dieser nach Peter Hellers Bekunden »geliebte Großvater« hatte mit seinen abenteuerlichen Erzählungen in dem kleinen Jungen ein dauerhaftes Interesse für Afrika geweckt. Es ist eine Identitätsuche im Kontext einer verschlungenen Familiengeschichte, die zugleich ein neues Licht auf ein lange verdrängtes dunkles Kapitel deutscher Kolonialgeschichte in Afrika wirft.«