Archiv für November 2014

last call: rojava-veranstaltung

Am heutigen Montag dem 24. November ab 20.00 Uhr berichtet Anja Flach von der Kampagne »Tatort Kurdistan«, die in Rojava die selbstorganisierten Strukturen im Mai 2014 besuchte, im Alhambra über die Verhältnisse und Entwicklungen in Rojava. Mehr Info`s gibt es hier.

gedenken an cäci-schülerinnen

»Es ist ein seltenes Ereignis für Schüler, eine von Anfang an selbst entwickelte Gedenktafel bis zum Guss in Bronze begleiten zu können. Ermöglicht hat das den Schülern die Oldenburger Firma Harms Metallguss im Rahmen einer Kooperation mit der Cäcilienschule. Die „AG-Schulgeschichte“ unter Leitung von Ina Maria Goldbach hat 2012 den Erinnerungsgang und 2014 den Holocaust-Gedenktag mitgestaltet.
Ausgangspunkt war der Blick auf die schuleigene Geschichte und das Schicksal der zehn jüdischen Mädchen, die in der NS-Zeit die Cäcilienschule besucht haben: Marianne Ballin, Inge Cohen, Eva Goldschmidt, Käthe Gröschler, Susanna de Haas, Ilse de Levie, Ingeborg Liepmann, Anneliese Löwenstein, Lotte Reyersbach und Marianne Schiff. Die AG konnte Patricia Borges, Künstlerin und Mutter einer Schülerin, begeistern, gemeinsam eine Erinnerungsplastik für die „Cäci“ zu entwickeln und zu erstellen. Am Ende des intensiven Prozesses stand als Höhepunkt der Guss. Wie die vom Förderverein finanzierte Tafel aussieht, soll bei der feierlichen Enthüllung in einigen Wochen sichtbar werden.
« [Quelle]

der unfreiwilligsten spendenlauf deutschlands

fleischmarkt – weibliche körper im kapitalismus

Ute Pukropski liest am 26. November 2014, 20 Uhr im Zentrum für Frauen-Geschichte (Cloppenburger Straße 71) aus: »Fleischmarkt, Weibliche Körper im Kapitalismus‘ von Laurie Penny, erschienen 2012. Laurie Penny, angry young woman und Star der englischen Bloggerszene, legt den Finger auf die Wunde. Der Spätkapitalismus brandmarkt den Körper von Frauen im Wortsinne – er brennt sein Markenzeichen ein. Jeden Tag werden Frauen in Film und Fernsehen, in der Werbung und in den Printmedien … mit unzähligen – mehr oder weniger subtilen – Botschaften bombardiert, die suggerieren, dass sie nicht jung genug, schlank genug, hellhäutig genug und willfährig genug sind. Fleischmarkt versucht, einige der Strategien aufzuzeigen, mit denen Frauenkörper entmachtet und kontrolliert werden.«

das war erst der anfang.

ol crime, part 39

Pres­se­mel­dung der Po­li­zei Ol­den­burg vom 23.11.2014 | 10:20 Uhr:
»Oldenburg (ots) ++ Am frühen Sonntagmorgen wird der Wache am Friedhofsweg eine Ruhestörung im Bereich der Rennplatzstraße gemeldet, die von einer privaten Feier ausgehen soll. Im Verlauf der Klärung mit der Gastgeberin nutzt ein Gast die Gelegenheit und besprüht die linke Seite des unbeaufsichtigten Streifenwagens mit einem beleidigenden Schriftzug.«


☞ Mehr »Kriminalität« gibt es hier.

3 unbekannte deutsche soldaten

»21 schlichte Grabkreuze stehen aufgereiht auf dem Neuen Osternburger Friedhof zwischen Cloppenburger Straße und An den Voßbergen. Namen und Daten erinnern an Getötete während des Zweiten Weltkriegs. Nur auf dem Stein ganz rechts fehlen diese Informationen. „3 unbekannte deutsche Soldaten, gest. Ende Apr. 1945“ ist dort bloß zu lesen. Dieser scheinbar harmlose Satz verweist tatsächlich auf abscheuliche Gräueltaten in den letzten Tagen vor Kriegsende. (…) In Tagebüchern, Briefen und bei Gesprächen mit Zeitzeugen war er auf grausame sogenannte Endphaseverbrechen gestoßen: Mindestens vier Menschen wurden an der Cloppenburger Straße als angebliche Deserteure – zur Abschreckung vor aller Augen – gehängt oder erschossen. (…)

Ziemlich sicher ist sich Klausch, dass am 23. April 1945 ein Soldat vor dem damaligen Gasthaus Bümmersteder Kurier, an der Abzweigung der Sandkruger Straße, erhängt wurde. Zwei weitere Fälle in diesen Tagen sind ihm bekannt für die Kreuzung Cloppenburger Straße und Bremer Straße. Am 25. April wurde ein weiterer Mann an der Kreuzung Cloppenburger Straße und Ewigkeit mit dem Strick getötet. (…) Schwierig war auch die Suche nach den Tätern. Ein Augenzeugenbericht verwies auf ein SS-Standgericht, das die Todesurteile fällte. Klausch vermutet allerdings eine Verwechslung von Abkürzungen und daher ein damals eingesetztes Sonderstandgericht. Dies stand im Kielweg unter der Führung der 7. Fallschirmjägerdivision. Die Spurensuche nach den Vollstreckern der Todesurteile führte Klausch auf das der Division unterstellte Freikorps Adolf Hitler. Diesem Kampfverband gehörte auch Ludwig Thielebeule an, ein gefürchteter SA-Mann. Auf ihn ging unter anderem das tödliche Attentat auf den KPD-Landtagsabgeordneten Johann Gerdes im Jahr 1933 zurück. Der Zeitungsbericht von 1946 nennt Thielebeule auch als Todesschützen bei der Hinrichtung in Osternburg.« [Quelle]

klasse vs. klasse

homophobe an der leine

»Am 22.11.14 organisiert die AfD-nahe ‚Initiative Familien-Schutz‘ eine Demonstration gegen die Pläne der niedersächsischen Landesregierung, die Vielfalt von sexueller Orientierung und Geschlecht, Familien- und Rollenbildern als Querschnittsthema in Bildungseinrichtungen zu verankern. Unter dem Titel ‚Demo für Alle‘ wurden vergleichbare Demonstrationen schon mehrfach in Baden-Württemberg veranstaltet – jetzt soll die Demo der selbsternannten ‚Besorgten Eltern’ auch in den Norden exportiert werden. Unter dem Deckmantel des Kinderschutzes wird sinnvolle Bildungs- und Antidiskriminierungsarbeit als „Sexualisierung von Kindern in Kita und Grundschule“ diffamiert. Statt wie propagiert ‚für Alle’ zu demonstrieren, betreiben die Veranstaltenden gezielt Ausgrenzung und bieten homophoben, rechtspopulistischen und verschwörungstheoretischen Parolen eine Plattform. Anstatt für ein mobbingfreies und wertschätzendes Klima an Schulen einzutreten, sorgen sich diese Menschen nur um eins: Ihre eigenen Kinder könnten nicht heterosexuell werden, wenn diese von der Existenz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans*menschen oder Intersexuellen erfahren. Das ist Unsinn! Sollten die eigenen Kinder lesbisch, schwul, bi, trans* oder intersexuell sein, lässt sich das weder verhindern noch verändern. Was sich jedoch ändern lässt, ist, ob diese nach einem Coming-out Diskriminierung und Ausgrenzung erfahren müssen oder von ihrem sozialen und schulischen Umfeld akzeptiert werden!
Daher demonstrieren wir am 22.11.14 in einem breiten Bündnis für eine offene und akzeptierende Gesellschaft – auch in der Schule! Für Vielfalt statt Einfalt!
« 22.11.14 / Hannover / 12.30 Uhr / Mehr Info`s gibt es hier.

hannover gegen hogesa

die pkk als gesellschaftliches system

»Es besteht kein Zweifel daran, dass die PKK als eine nationale Freiheitsbewegung auch alle Merkmale einer ideologischen Bewegung trägt. Die Kovorsitzende der KCK (Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans), Bese Hozat, hatte diese Realität mit den Worten »die PKK ist ein gesellschaftliches System« ausgedrückt. Karl Marx definiert im Kommunistischen Manifest zu Recht: »Die moderne Staatsgewalt ist nur ein Ausschuss, der die gemeinschaftlichen Geschäfte der ganzen Bourgeoisklasse verwaltet.«; doch er sieht den eigentlichen Widerspruch zwischen der Bourgeoisie, die die Staatsmacht in ihren Händen hält, und dem Proletariat.

Er sah vor, dass die Bourgeoise für mehr Profit die gesamte Gesellschaft versklavt und dies letzten Endes zu einem Kampf zwischen der sich in Minderheit befindlichen Bourgeoise und der großen Mehrheit des Proletariats führt, bei dem das Proletariat die Staatsmacht übernimmt. Der Staatsapparat sollte im Laufe der Zeit absterben und die kommunistische Gesellschaft möglich werden. Diese falsche Lesart sieht die Übernahme der Staatsmacht durch das Proletariat als wesentlich an und ignoriert die Fähigkeit der Gesellschaft, sich außerstaatlich zu organisieren. Mit der Basis-Überbau-Theorie wurde die gesamte gesellschaftliche Struktur auf die Ökonomie reduziert und so die zur Gesellschaft gehörende Religion, Soziologie usw. vollständig negiert und ausgeschlossen. Der außerhalb der Gesellschaft befindliche und »über« ihr stehende Staatsapparat wurde normalisiert. Die leninistische Bewegung, die diesen Marxismus zur Grundlage nahm, hat ihren gesamten Widerstand auf dem Ziel der Übernahme des Staatsapparats aufgebaut. Die darauf basierende sozialistische Bewegung ist trotz großer Siege, die sie aufgrund der großen Suche der Gesellschaft nach einem System jenseits des Kapitalismus errungen hat, im Laufe der Zeit degeneriert. Der mit staatlicher Hand entwickelte Sozialismus hat nach einiger Zeit das gesellschaftlich Kommunale zerstört und wurde zum »Staats-Kapitalismus«. Die auf dem Papier zu findende Betonung auf dem »Sozialismus« hat ihren letzten Atemzug getan. Die von Millionen Revolutionären durch Aufopferung ihres Lebens geschaffenen Werte wurden im politischen Bereich verloren. Die PKK hat in den Jahren dieser Entwicklungen ihren Aufstieg erlebt. In diesen schweren Jahren der endgültigen Niederlage des Realsozialismus und der ohne Verzögerung erfolgten Proklamation des sicheren Sieges des Kapitalismus.« (mehr…)

zur kritik des antisemitismus.

»Von November bis Januar findet in Oldenburg im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus der Amadeu Antonio Stiftung die Veranstaltungsreihe Zur Kritik des Antisemitismus statt. Im Rahmen dieser werden in Oldenburg an verschiedenen Orten insgesamt fünf Veranstaltungen stattfinden.« zurkritikdesantisemitismus.blogsport.eu

erinnerungsgang 2014

die erhängungen an der cloppenburger

Am 13. November gibt es um 19.30 Uhr den Vortrag »Die Erhängungen an der Cloppenburger Straße« im Stadtmuseum Oldenburg. »Im April 1945 sorgten die Erhängungen angeblicher Deserteure entlang der Cloppenburger Straße für Entsetzen. Der Historiker Dr. Hans-Peter Klausch rekonstruiert das damalige Geschehen. Er benennt die Verantwortlichen und gibt eine erste historische Einordnung dieser Oldenburger ‚Endphaseverbrechen‘.«

kobanê & die hoffnung der kurd*innen