nordweststadion

Schon seit Jahren wird immer mal wieder über die Notwendigkeit eines drittligatauglichen Fussballstadions in Oldenburg diskutiert. Nachdem kürzlich mal wieder ernsthafter von der Stadtverwaltung und dem Rat überlegt wurde, zu diesem Zweck Millionenbeträge in das marode, eher ungeeignete und bei den Fans ungeliebte Marschwegstadion zu investieren, hat sich die »Initiative Nordweststadion«, bestehend aus Aktiven aus dem Umfeld der Oldenburger Faninitiative (OFI) mit einem vielbeachteten Gegenvorschlag zu Wort gemeldet. Letztlich geht es dabei um einen kompletten Stadion-Neubau auf dem Areal zwischen der Großen EWE-Arena und dem Neubau der BBS 3 an der vorderen Maastrichter Straße mit einer Kapazität von 15 000 Plätzen – ein Plan, der mit etwa 15-20 Millionen Euro zwar doppelt so teuer wie eine Sanierung des Marschwegstadions (etwa 8 Millionen Euro) ausfällt, dabei aber jede Menge Vorteile mit sich bringt.



Beispiel für »Gelebte Sozialpolitik« [klicken für größere Ansicht]:
Choreo der VfB-Fanszene am 18. Mai beim Derby gegen Meppen

Interessant ist aber noch ein anderer vorgebrachter Aspekt, der in der öffentlichen, ziemlich marktwirtschaftlich geprägten Debatte bisher keine Erwähnung fand. In ihrem Beitrag »Gelebte Sozialpolitik« schreibt die Initative: »Der Titel dieses Beitrags mag im Zusammenhang mit einer Stadionplanung manchen verwundern, doch beschreibt er genau den Grund, weshalb wir uns für das Projekt engagieren. In unseren Reihen ist niemand Finanzinvestor, Immobilienmakler, Marketingstratege oder Architekt. Wir halten ein funktionierendes, lebendiges Stadion für das größte Jugendzentrum der Stadt. In Zeiten, in denen das gemeinschaftliche Engagement immer schwieriger von üblichen Institutionen beim Bürger einer Stadt zu aktivieren ist, bilden Sportvereine eine immer stärkere Schnittstelle. Während Breitensportvereine mit hohen Mitgliederzahlen im Bereich des aktiven Sporttreibens stets neue Gemeinschaften bilden, initiieren die Vereine des Leistungssports über den Faktor ‘Identifikation’ das Aufeinanderzugehen verschiedenster Bevölkerungsgruppen. Stadien und Arenen werden zu Treffpunkten von Menschen, die sich sonst wahrscheinlich nie begegnen würden. Die gemeinschaftliche Stärke, die die Reduktion auf eine gemeinsame, mitunter einfache Sportartstruktur, mit sich bringt, wird oftmals gar nicht gesehen, wenn es um Projekte geht, die vom Volumen an Kommerzbauten erinnern. Wir können uns in Oldenburg sehr glücklich schätzen, daß wir bereits in zwei großen Sportarten erfolgreiche Bundesligisten haben. Aber wir sehen es als essentiell für die Stadt Oldenburg, auch im größten bundesweiten, “sozialen Netzwerk”, dem Fußball, vertreten zu sein. Wir wissen, welche überaus positiven Impulse es auf das soziale Leben & Empfinden einer Stadt oder sogar Region haben kann, wenn Solidarität und Miteinander neu erlernt & gelebt werden.«


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