Archiv für Mai 2014

wiederaufbau nach räumung

Am 26.05.2014 wurde in Barcelona das seit 17 Jahren besetzte soziale Zentrum »Can Vies« geräumt und teilweise abgerissen. Es galt als ein Wahrzeichen der spanischen Hausbesetzer*innenszene und hat sich in seiner langjährigen Geschichte zu einem fest verankerten Bestandteil des Stadtviertel Sants entwickelt. Seit der Räumung des Gebäudes kommt es nun täglich zu teilweise gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstrant*innen in der katalanischen Hauptstadt und anderen Städten Spaniens – ein altbekanntes Ritual. Doch in Sants wird diesmal versucht neue Wege zu gehen. Da der Abriß des »Can Vies« durch eine nächtliche spontane Selbstentzündung des eingesetzten Baggers zum Erliegen kam, begannen gut ausgerüstete Besetzer*innen und Anwohner*innen nun mit dem Wiederaufbau:

bıjî rojava

An die hundert Leute demonstrierten am 30. Mai auf dem Oldenburger Pferdemarkt gegen den Terror der vom Westen und mehreren arabischen Staaten unterstützten Al-Qaida-Gruppierung ISIL (Islamischer Staat im Irak und der Levante)/ISIS in den kurdischen Gebieten Westsyriens, auch Rojava genannt. Gleichzeitig bekundeten sie ihre Solidarität mit den in den letzten Jahren entstandenen Selbstverwaltungsstrukturen in Rojava, welche durch die der PKK-nahestehenden »Partiya Yekitîya Demokrat« (Partei der Demokratischen Union/PYD) und ihren bewaffneten Arm, die »Yekîneyên Parastina Gel« (Volksverteidigungseinheiten/YPG) ermöglicht und gegen die Angriffe der Islamist*innen verteidigt werden.

antisemitismus im fußball

Am 11. Juni um 19.30 Uhr gibt es bei IBIS (Klävemannstr. 16) den Vortrag »Kick it out! Zur Genese, Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus im Fußball« von Alex Feuerherdt, Publizist und ehemaliger Fußball-Schiedsrichter aus Köln – organisiert wird das Ganze von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft – AG Oldenburg, VfB für Alle e.V. und von IBIS-Interkulturelle Arbeitsstelle. Hier nun der Ankündigungstext: »Ende 2005 zeigten Anhänger von Energie Cottbus bei einem Zweitligaspiel in Dresden ein Transparent, auf dem in großen Lettern das Wort »JUDEN« geschrieben stand, wobei das »D« die Form des Vereinsemblems von Dynamo Dresden hatte. In einem unterklassigen Fußballspiel in Berlin ging es im September 2006 noch schlimmer zu: »Vergast die Juden« und »Synagogen müssen brennen« riefen etwa 30 Neonazis bei einer Partie des jüdischen Vereins Makkabi. Beim Länderspiel zwischen Ungarn und Israel im August 2012 störten ungarische Zuschauer das Abspielen der israelischen Hymne durch Rufe wie »dreckige Juden« und »Viva Mussolini«. Im September 2013 bedachten Anhänger von Kickers Offenbach die Fans von Eintracht Frankfurt bei einem Regionalligaspiel mit Parolen wie »Zyklon-B für die SGE« und »Judenschweine«. Die Fans von Ajax Amsterdam und Tottenham Hotspur werden ebenfalls regelmäßig antisemitisch angegriffen, verbal wie körperlich. (mehr…)

ukraine-input, part I

»Bei den verschiedenen Strömungen der antiautoritären und antinationalen Linken ist – von wenigen Ausnahmen abgesehen – das große Schweigen angesagt. Eine politische Position, die Solidarität mit den Opfern und GegnerInnen des rechten Terrors in der Ukraine ausdrückt und die die deutsche Politik in der Ukraine kritisiert ohne dabei in Apologie autoritärer Herrschaft in Russland zu verfallen, ist öffentlich faktisch nicht wahrnehmbar. Nicht nur, dass es keine praktischen Aktionen gibt, was angesichts der eigenen globalen Wirkungsunmächtigkeit oder der Ratlosigkeit darüber, was man tun soll verständlich wäre. Nein, es findet auch wenig Bemühung um Analyse statt. (…) Am Beispiel der Ukraine wird offenbar, dass es auch für die antiautoritäre und antinationale Linke unmöglich ist, eine Position zu internationalen politischen Entwicklungen zu beziehen, wenn es vor Ort eben kein Identifikationsobjekt gibt, mit dem man bedingungslos solidarisch sein kann. Diese Unfähigkeit markiert das Scheitern aller Strömungen der Linken, die seit den 80er Jahren einen identifikatorischen Internationalismus, wie er sich in den klassischen westdeutschen linken Solibewegungen manifestierte, kritisiert haben.« [Quelle]

In Oldenburg sieht es derzeit leider genauso aus. Und da der Großteil der hiesigen Szene sich auch noch verweigert, längere Texte zu lesen, die nicht in der »ak«, »Jungle World« oder bei »missy« erschienen sind, gibt es hier nun mehrere Videos als kleinen, leicht zu konsumierenden Input in die Materie. Eine kritische Betrachtung ist aber dennoch von Vorteil.
Los geht`s mit einem Interview mit Krischan aus Deutschland, der seit fünf Jahren in Kiew als Osteuropahistoriker tätig ist, über Rechtsradikale, Geschichtsverständnis und die Ukraine-Krise:

Weiter geht es mit dem Bericht »Hitlers Helfer: wie Nationalisten die Ukraine weiter spalten« von »Panorama« über den westukrainischen Kult um Stepan Bandera:

Aufschlussreich ist auch das Interview mit den Maidan-Aktivist*innen Milania und Nikolai aus Kiew über ihre Erwartungen, Hoffnungen und den Rechten Sektor:

Unter dem Titel »Alltag im Chaos: Bürgerkrieg in der Ostukraine« berichtete »Spiegel TV« letzte Woche direkt aus den Kriegsgebieten im Donbass (allerdings mit teilweise ziemlich fragwürdigen Interpretationen):

Zum Abschluss des ersten Inputs gibt`s nun noch ein Propagandavideo der »Selbstverteidigungskräfte des Donbass« – Homophobie, antisemitische Versatzstücke und orthodoxe Frömmigkeit inklusive:

für den frieden…
ohne antisemitismus & verschwörungstheorien

»Zum zweiten Mal fand nun auch in Oldenburg eine „Friedensmahnwache“ statt. Die Linksjugend [’solid] Oldenburg distanziert sich von dieser „Friedensbewegung“, die sich als rechtsoffen, antisemitisch und antiamerikanisch gezeigt hat und deren Analyse gesellschaftlicher Verhältnisse wir als verkürzt und falsch erachten. Wir verurteilen ebenfalls alle Verharmlosungen dieser Mahnwachen, vor allem, wenn sie, wie der offene Brief des niedersächsischen MdB Dieter Dehm (ua.), aus der Partei DIE LINKE kommen. Unsere Aufgabe als Linke_r sehen wir darin, weltpoltische und gesellschaftliche Verhältnisse aus ihren strukturellen Ursachen heraus zu erklären und nicht an die vereinfachenden und rechtsoffenen Erklärungsversuche der „Friedensmahnwachen“ anzuschließen. Daher bleibt für uns als einzige emanzipatorische Form der Auseinandersetzung mit den „Friedensmahnwachen“ der Protest gegen diese und die Aufklärung uninformierter Teilnehmer_innen. Die selbsternannte „Friedensbewegung“ und ihre Initiatoren bzw. Wortführer Lars Mährholz, Ken Jebsen und Jürgen Elsässer vertreten in einem erschreckenden Ausmaß rechtes, antisemitisches und verschwörungstheoretisches Gedankengut. Der Frieden steht dabei nicht so sehr im Mittelpunkt, eher geht es um plumpen Antiamerikanismus, Kritik am Zinssystem und Verschwörungstheorien. So stammt von Mährholz die – von vielen Teilnehmer_innen der Mahnwachen als Grundkonsens geteilte – Aussage, die Notenbank der Vereinigten Staaten hätte alle Kriege der letzten hundert Jahre verursacht. Von der Behauptung, eine kleine Gruppe Vermögender lenke (über die Federal Reserve) die Geschicke der Welt ist es kein besonders weiter Weg zu antisemitische Theorien. Darüber hinaus leugnet eine solche Theorie die deutsche Schuld am zweiten Weltkrieg, der jetzt nicht mehr von Nazideutschland, dessen Regime durch die Mehrheit der deutschen Bevölkerung gestützt wurde, ausgelöst wurde, sondern von den USA, eine Verhöhnung aller Opfer der Barbarei der Naziherrschaft. (mehr…)

noch 265 npd-wähler*innen

Bei der gestrigen Europawahl erhielt die NPD bundesweit 1,0 Pro­zent der Stimmen und zieht nun aufgrund des Wegfalls einer Prozenthürde mit einem Mandat in das Straßburger Parlament ein. Würde nur das Oldenburger Ergebnis zählen, sähe das ein wenig anders aus. Gerade einmal 0,44 Pro­zent entfielen hier auf den braune Haufen. In realen Zahlen entspricht dies lediglich 265 Leuten, welche ihr Kreuz bei der NSDAP-Nachfolgepartei gemacht haben.

In­ter­es­sant ist dabei ein Blick auf die Entwicklung der NPD-Ergebnisse seit der Kom­mu­nal­wahl im Sep­tem­ber 2011, bei wel­cher die Ol­den­bur­ger NPD ja be­kannt­lich zum ers­ten Mal seit Jahr­zehn­ten wie­der mit einem Man­dat in den Stadt­rat ein­zog. Min­des­tens 700 Ol­den­bur­ge­r*in­nen bescherten ihr damals 1,14 Pro­zent, was für einen Sitz reichte. Während sich die NPD nach der Wahl schon nah am »Endsieg« wähnte, zeichneten die folgenden Wahlen ein etwas anderes Bild. Bei der Landtagswahl im Januar 2013 könnte die NPD schon nur noch 495 Wähler*innen an die Urnen locken, was 0,85 Pro­zent der Stimmen bedeutete. Noch schlechter lief es bei der Bundestagswahl im September 2013, bei welcher sie im Wahl­kreis 27 »Ol­den­burg-​Am­mer­land« auf ganze 0,6 Prozent absank. Die gestrigen 0,44 Pro­zent sind nun der momentane Tiefpunkt dieser erfreuliche Entwicklung. An die 500 Deut­sche aus Oldenburg scheinen also innerhalb von nicht einmal 3 Jahren ihre Hoff­nung auf eine »Wie­der­er­rich­tung des Rei­ches« be­gra­ben zu haben.

☞ »Vorläufigen Gesamtergebnis der Stadt Oldenburg«
☞ »Vorläufige Ergebnisse der 88 Oldenburger Wahllokale«

protest gegen afd-stand

»Die Ver­brei­tung ihres rechts­po­pu­lis­ti­schen Ge­dan­ken­guts wurde der AfD am Sams­tag durch ei­ni­ge An­ti­fa­schis­t_in­nen deut­lich er­schwert. Die rechts­po­pu­lis­ti­sche Par­tei hatte am Nach­mit­tag einen Info­stand am Lef­fers­eck auf­ge­baut, an dem unter an­de­rem auch Ger­hard Vier­fuß, der für die rech­te Zei­tung „Junge Frei­heit“ schreibt, an­zu­tref­fen war. Durch ein di­rekt vor dem Info­stand plat­zier­tes Tran­spi, das sich klar gegen Ras­sis­mus, Na­tio­na­lis­mus, Se­xis­mus und An­ti­se­mi­tis­mus aus­sprach, sowie laut­star­kes Stö­ren und Auf­klä­rung von Pas­san­t_in­nen waren die Stimm­fang­ver­su­che der AfD nur von mä­ßi­gem Er­folg. Auch viele Pas­san­t_in­nen er­klär­ten sich so­li­da­risch mit den Pro­tes­tie­ren­den und spra­chen sich für ein Zei­chen gegen den Na­tio­na­lis­mus und Rechts­po­pu­lis­mus der AfD aus.«

über 200 obdachlose junge erwachsene

»Nach einer Erhebung der Diakonie gibt es in Oldenburg 209 junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 26 Jahren, die obdachlos, wohnungslos oder akut von Wohnungslosigkeit bedroht sind. 2010 waren es nur 87. „Wir können diese jungen Leute nicht allein lassen. Es ist eine städtische Aufgabe, hier Lösungen zu finden“, sagt Jugendrichter Achim Bartels in Richtung von Politik und Verwaltung. (…) Bereits seit 2008 treffen sich Mitarbeiter verschiedener sozialer Einrichtungen (u.a. Rose 12, Jobcenter, Diakonie) in der „Praxisrunde Wohnraumsicherung U25“, um Erfahrungen austauschen. Über die Situation informierte Klaus Marbold (Praxisrunde) im März den Sozialausschuss. „Die Entwicklung ist besorgniserregend“, sagte er mit Blick auf die Zahl der jungen Obdachlosen.« [Quelle]

nordweststadion

Schon seit Jahren wird immer mal wieder über die Notwendigkeit eines drittligatauglichen Fussballstadions in Oldenburg diskutiert. Nachdem kürzlich mal wieder ernsthafter von der Stadtverwaltung und dem Rat überlegt wurde, zu diesem Zweck Millionenbeträge in das marode, eher ungeeignete und bei den Fans ungeliebte Marschwegstadion zu investieren, hat sich die »Initiative Nordweststadion«, bestehend aus Aktiven aus dem Umfeld der Oldenburger Faninitiative (OFI) mit einem vielbeachteten Gegenvorschlag zu Wort gemeldet. Letztlich geht es dabei um einen kompletten Stadion-Neubau auf dem Areal zwischen der Großen EWE-Arena und dem Neubau der BBS 3 an der vorderen Maastrichter Straße mit einer Kapazität von 15 000 Plätzen – ein Plan, der mit etwa 15-20 Millionen Euro zwar doppelt so teuer wie eine Sanierung des Marschwegstadions (etwa 8 Millionen Euro) ausfällt, dabei aber jede Menge Vorteile mit sich bringt.



Beispiel für »Gelebte Sozialpolitik« [klicken für größere Ansicht]:
Choreo der VfB-Fanszene am 18. Mai beim Derby gegen Meppen

Interessant ist aber noch ein anderer vorgebrachter Aspekt, der in der öffentlichen, ziemlich marktwirtschaftlich geprägten Debatte bisher keine Erwähnung fand. In ihrem Beitrag »Gelebte Sozialpolitik« schreibt die Initative: »Der Titel dieses Beitrags mag im Zusammenhang mit einer Stadionplanung manchen verwundern, doch beschreibt er genau den Grund, weshalb wir uns für das Projekt engagieren. In unseren Reihen ist niemand Finanzinvestor, Immobilienmakler, Marketingstratege oder Architekt. Wir halten ein funktionierendes, lebendiges Stadion für das größte Jugendzentrum der Stadt. In Zeiten, in denen das gemeinschaftliche Engagement immer schwieriger von üblichen Institutionen beim Bürger einer Stadt zu aktivieren ist, bilden Sportvereine eine immer stärkere Schnittstelle. Während Breitensportvereine mit hohen Mitgliederzahlen im Bereich des aktiven Sporttreibens stets neue Gemeinschaften bilden, initiieren die Vereine des Leistungssports über den Faktor ‘Identifikation’ das Aufeinanderzugehen verschiedenster Bevölkerungsgruppen. Stadien und Arenen werden zu Treffpunkten von Menschen, die sich sonst wahrscheinlich nie begegnen würden. Die gemeinschaftliche Stärke, die die Reduktion auf eine gemeinsame, mitunter einfache Sportartstruktur, mit sich bringt, wird oftmals gar nicht gesehen, wenn es um Projekte geht, die vom Volumen an Kommerzbauten erinnern. Wir können uns in Oldenburg sehr glücklich schätzen, daß wir bereits in zwei großen Sportarten erfolgreiche Bundesligisten haben. Aber wir sehen es als essentiell für die Stadt Oldenburg, auch im größten bundesweiten, “sozialen Netzwerk”, dem Fußball, vertreten zu sein. Wir wissen, welche überaus positiven Impulse es auf das soziale Leben & Empfinden einer Stadt oder sogar Region haben kann, wenn Solidarität und Miteinander neu erlernt & gelebt werden.«

schule ohne rassismus

»Bereits zum Ende des letzten Jahres haben wir [die IGS Helene-Lange-Schule] die Anerkennung als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ von der Bundeskoordination erhalten, nachdem wir die nötigen Unterschriften eingereicht hatten. Jetzt geht es darum, dass wir uns an der Schule intensiv mit der Thematik „Rassismus“ auseinandersetzen und z.B. Veranstaltungen planen, Aktionen machen, über uns selbst und über unseren Rassismus reden, andere aufklären.

Und aktuell müssen wir die Anerkennungsveranstaltung zur Verleihung des Titels „Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage“ vorbereiten, die am 26. Mai 2014 stattfinden soll. Einen Paten für unser Projekt haben wir auch bereits gefunden. Und zwar haben wir die Gruppe Strom und Wasser featuring The Refugees ausgewählt.« [Quelle]

22. rats­sit­zung: pro­test gegen die npd

»soziale arbeit« im nationalsozialismus

»‚Soziale Arbeit im Nationalsozialismus – Historische Spurensuche in Oldenburg‘ zu diesem Thema haben Pädagogik-Studierende der Universität Oldenburg während der letzten drei Jahre geforscht. Vom 22. Mai bis 31. Juli sind ihre Forschungsergebnisse im Niedersächsischen Landesarchiv (Damm 43) in Oldenburg zu sehen. (…) Die Geschichte der Sozialen Arbeit in der Zeit von 1933 bis 1945 ist bisher kaum erforscht. Pädagogik-Studierende der Universität Oldenburg haben im Rahmen ihres Projektstudiums dazu recherchiert. Dabei legten sie zwei Schwerpunkte: zum einen auf die Psychiatrische Versorgung, zum anderen auf die Bedeutung und die Aufgaben des Jugendamts während des Nationalsozialismus. Die Ausstellung zeigt auf, dass die Professionsgeschichte der Sozialen Arbeit während des Nationalsozialismus eng mit der Geschichte der Stadt Oldenburg verzahnt ist.« [Quelle]

die afd und ihre zwei gesichter

☞ »AfD – Vokabular aus dem Giftschrank« FR, 07.​05.​2014

8600 einwendungen gegen die bahn

»Mit so einem massiven Widerstand haben selbst die Bahngegner nicht gerechnet: Tausende Oldenburger wehren sich gegen die geplanten Baumaßnahmen der Bahn. Noch nie habe es in Niedersachsen so viele Einwendungen gegen ein Planfeststellungsverfahren gegeben, teilte die Interessengemeinschaft (IG) der Bürger/Bahnanlieger in Oldenburg in einem Schreiben mit. Rund 8.600 Einwände liegen vor. Außerdem 35 Stellungnahmen von Kirchen, Schulen, Heimen und von der Oldenburger Stadtverwaltung. Die Kritiker befürchten unter anderem, dass meterhohe Lärmschutzwände entlang der Gleise durch die Stadt gebaut werden und die Stadt „zerschneiden“. (…) In ihrem Schreiben erklärte die IG weiter, dass ein „aus politischen Erwägungen kurzsichtiges Festhalten an einer quasi Stadtzerstörung einschließlich der Beeinträchtigungen von mehr als 100.000 Menschen, deren legitime Schutzrechte verhöhne“ und darüberhinaus gegen geltende Rechtsvorschriften verstoße. Die Mehrheit der Bevölkerung wünsche sich einen Erfolg des JadeWeserPorts, so die IG. Wenn in Zukunft aber immer mehr Container umgeschlagen werden, müsse es die Möglichkeit geben, Oldenburg zu umfahren. Darauf habe sich auch Wirtschaftsminister Olaf Lies bereits festgelegt. Auch die zuständige Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ist überrascht von der Flut der Anträge. Eine Sprecherin wollte deshalb keine konkreten Zeitangaben machen, wann das Verfahren in die nächste Runde geht. Jetzt muss erstmal die Bahn Stellung nehmen.« [Quelle]

mit behinderung im stadionalltag

»Wie verhält es sich mit den Themen Barrierefreiheit, Inklusion und der Rechte von Menschen mit Behinderung sowie deren Umsetzung im Stadionalltag? Für Menschen mit Behinderung und deren Betreuer_innen sind dies alltägliche Themen, mit dem die meisten Menschen ohne Behinderung allerdings nur selten in Berührung kommen – auch und erst recht bei gesellschaftlichen Großveranstaltungen wie einem Fußballspiel.

Jochen Dohm ist Vorsitzender der Bundesbehindertenfanarbeitsgemeinschaft und Behindertenfanbeauftragter bei Schalke 04, wo er unter anderem die Beförderung von Gehbehinderten organisiert und den Einsatz von Blinden-Reportern koordiniert. Er wird an diesem Abend über das Fanleben von Menschen mit Behinderung referieren. Der Vortrag soll dazu anregen mit dem Thema in Kontakt zu kommen und zu eigenem Engagement anregen. Zudem soll über die Situation der Rollstuhlfahrer_innen am Marschwegstadion diskutiert werden.« [Quelle]