garnison oldenburg – kehrt marsch?

Nachdem der Ex-Verteidignungsminister Tho­mas de Maizère im Oktober 2011 das schwarz-​gel­be Stand­ort-​Kon­zept vorgestellt hatte, knallten bei den Militärfans an der Hunte noch die Sektkorken. Als Ersatz für die Auflösung der Stabskompanie und zwei Kom­pa­ni­en des Luft­lan­de­un­ter­stüt­zungs­ba­tail­lon 272 der Luft­lan­de­bri­ga­de 31 im Herbst 2014 sollte der Stab der 1. Pan­zer­di­vi­si­on aus Hannover und der »Aus­bil­dungs­stütz­punkt Luft­lan­de und Luft­trans­port« aus dem bay­ri­schen Al­ten­stadt in die Hen­ning-​von-​Tre­sckow-​Ka­ser­ne ver­legt werden. Die Bun­des­wehr-​Gar­ni­son Oldenburg schien bei einer leichten Truppenstärkereduzierung von 1280 auf etwa 1220 Sol­da­t*in­nen gesichert. Gab es schon direkt nach der Konzeptverkündung massive und bis heute anhaltende Kritik an der Standortentscheidung, spricht inzwischen viel für ein Ende der bewaffneten Bundeswehr-Präsens in Oldenburg. Am 11. April 2014 veröffentlichte die SPD-Bundestagsfraktion ein Papier zur »Nachsteuerung der Stationierungsentscheidungen«, in welchem es u.a. heißt: »Die Verlegung der Springerausbildung der Luftlandeschule-/ Lufttransportschule aus der Franz-Josef-Strauß Kaserne im oberbayerischen Altenstadt erscheint nicht unbedingt zweckmäßig, da es zu erheblichen Investitionen am neuen Stationierungsort in Norddeutschland kommen müsste. (…) Die in der Region Hannover verwurzelte und infrastrukturell zweckmäßig ausgestattete 1. Panzerdivision soll ohne erkennbaren Gewinn für die Truppe nach Oldenburg verlegt werden. Alle bislang genannten Gründe konnten uns jedoch nicht überzeugen«. Dieses Papier wurde übrigens mit Wissen der neuen GroKo-Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen erstellt [Info] und ist daher weit mehr als nur Gedankenspiele einiger SPD`ler*innen. Auch der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages Hellmut Königshaus  (FDP) bläst in das selbe Horn: »Wo Standortentscheidungen noch nicht umgesetzt sind und sich als offensichtlich unsinnig oder finanziell fragwürdig erweisen, müssen sie korrigiert werden. (…) In einigen Fällen bietet sich an, die Einheiten am bisherigen Standort zu belassen und den Soldaten und ihren Familien Umzüge zu ersparen«, ließ er in einem NWZ-Interview verlauten. Es sieht also gerade ziemlich schlecht aus für den Bundeswehrstandort Oldenburg. Das ist doch mal was.


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