leonard hirschtick – eine spurensuche

»In der letzten Ausgabe des 11Freunde Magazins befand sich die empfehlenswerte Sonderbeilage „Verlorene Helden“ , in der die Vertreibung der Juden aus dem deutschen Fußball während des Nationalsozialismus thematisiert wurde. Darin sind wir auf den Fußballspieler Leonard Hirschtick aufmerksam geworden. Leonard Hirschtick wurde am 26. März 1885 in Hannover geboren und spielte in den 1920er Jahren für den VfB Oldenburg. Nach der Machtübernahme durch die Nazis, welche im damaligen Großherzogtum bereits im Jahr 1932 erfolgte, forderten einige Vereinsmitglieder, darunter viele christliche Geschäftsleute, den Ausschluss des Spielers aus der Mannschaft. Dies führte zu einer hitzigen Debatte innerhalb des Vereins bishin zu körperlichen Auseinandersetzungen. Da sich der damalige Vereinspräsident vom VfB für Hirschtick aussprach, konnte dieser zunächst weiter für den VfB Oldenburg spielen. Unbekannt bleibt jedoch, wann und wie Leonard Hirschtick nach dem Jahr 1933 aus dem VfB ausgeschlossen wurde und wie sein weiteres Leben verlief. Weitere Recherchen von uns haben ergeben, dass Leonard Hirschtick in Delmenhorst wohnhaft gewesen ist. Er hatte einen Bruder namens Isaak Hirschtick, der in Bremen lebte. Leonard Hirschtick emigirierte am 24. April 1936 in die Niederlande. In den Niederlanden wurde er in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork inhaftiert. Das Lager war eines der beiden von den nationalsozialistischen Besatzern in den Niederlanden eingerichteten zentralen Sammellager für die Deportation niederländischer und sich in den Niederlanden aufhaltender deutscher Juden in andere Konzentrations-und Vernichtungslager. Am 24. August 1943 wurde Hirschtick voraussichtlich nach Auswitz deportiert, wo er kurz darauf am 27. August 1943 für tot erklärt wurde.
Es ist uns sehr daran gelegen, näheres über das Leben von Leonard Hirschtick und über die Rolle des VfB Oldenburg im Nationalsozialismus in Erfarhung zu bringen. Wir möchten deshalb an dieser Stelle alle Interessierte (insbesondere Zeitzeug_innen und Historiker_innen) darum bitten, uns bei unserem Vorhaben zu untersützten.
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