papierlose patient*innen

»Sie haben Zahnschmerzen oder Hautausschlag, bekommen Kinder oder Fieber, leiden an Krebs oder an den Folgen erlittener Folter. Doch Menschen ohne Aufenthaltsstatus können nicht einfach zum Arzt gehen, da sie keine Krankenversicherung haben und meistens nicht das nötige Geld, um für die medizinische Behandlung selbst aufzukommen. Dazu kommt noch die Angst, dass ihre Daten vom Arzt an die Ausländerbehörde weitergeleitet werden. (…) Flüchtlingsberater schätzen die Zahl der Papierlosen bundesweit auf rund 500.000. Allein in Niedersachsen sollen es bis zu 40.000 sein, einige hundert in Oldenburg. Genaue Zahlen gibt es naturgemäß nicht. In Oldenburg wollen Grüne, Linke und Piraten jetzt die Situation der Papierlosen verbessern. In den nächsten Sitzungen der Ratsausschüsse für Integration und Soziales wollen die drei Parteien beantragen, dass die Stadtverwaltung die Einführung einer „Humanitären Sprechstunde“ prüft und die Kosten dafür ermittelt. In einer solchen anonymen und kostenlosen Sprechstunde könnten einfache Probleme wie Wundversorgung und akute Infektionskrankheiten untersucht und gleich behandelt werden, sagt der Linken-Ratsherr Jens Ilse. Im Falle von schwerwiegenden Erkrankungen könnte der behandelnde Arzt auf weitere medizinische Angebote für papierlose Menschen hinweisen. (…) In ihrem Antrag regen Grüne, Linke und Piraten – die beiden letztgenannten bilden im Stadtrat eine Gruppe – auch den Aufbau eines Netzwerks von Ärzten, Psychologen und Physiotherapeuten an, die Flüchtlinge unentgeltlich behandeln.« [Quelle]


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