widerstand und gelebte utopie

»Widerstand und gelebte Utopie: Frauenguerilla, Frauenbefreiung, basisdemokratische Frauenstrukturen in Kurdistan«: Darüber sprechen am 7. November um 19.30 Uhr im Alhambra Annett Bender, Mitarbeiterin der Informationsstelle Kurdistan und Anja Flach, Autorin und ehemaliges Mitglied der Frauenarmee in Kurdistan. »In vielen Befreiungskämpfen wurden Frauen, als diese beendet wurden, wieder in ihre alte Rolle zurückgedrängt. In Europa erleben Frauenkämpfe ein Rollback, die Geschlechterfrage ist nur scheinbar gelöst. Doch im Mittleren Osten, der vielfach mit Frauenunterdrückung und Islamisierung in Verbindung gebracht wird, wird weltweit seit Anfang der 1990er Jahre die erste Frauenarmee aufgebaut, Frauen werden als die Vorkämpferinnen der Bewegung angesehen, sie organisieren sich basisdemokratisch in Frauenräten und auf allen Ebenen. Die kurdische Bewegung sieht die führende Rolle der Frauenbewegung als Garantie für eine Demokratisierung von unten an, um das Patriarchat zu überwinden und eine freie Gesellschaft jenseits von staatlichen‚ Strukturen aufzubauen.

Seit 2005 gibt es Bemühungen das System des demokratischen Konföderalismus praktisch umzusetzen. Heute findet man auf lokaler und kommunaler Ebene neben gemischten auch viele Frauenräte. In diesen lernen die Kurdinnen und Kurden sich an dem Ort und Platz an dem sie leben selbst zu organisieren und zu verwalten. Natürlich ist dies mit sehr vielen Problemen verbunden. Abgesehen von den Repressalien der regionalen Besatzermächte wie der Türkei, dem Iran, Irak und Syrien und internationaler Kräfte liegen die Schwierigkeiten darin, das Neue, das Ungewohnte, umzusetzen. Viel muss noch gelernt und alte Strukturen und Werte überwunden werden«, so die Veranstaltungsankündigung.


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