sobibor, 14. oktober 1943, 16 uhr

Am Montag, dem 14. Oktober 2013 um 20.15 Uhr zeigt die Gruppe »Sachor – Für eine geschichtsbewußte Pädagogik nach Auschwitz« anläßlich des 70. Jahrestages des Aufstandes in Sobibor und zur Erinnerung an die 14 in Sobibor ermordeten jüdischen Mitbürger/innen Oldenburgs den Film »Sobibor, 14. Oktober 1943, 16 Uhr« von Claude Lanzmann im Cine K. »Als Beispiel für die „Wiedererlangung von Kraft“ versteht der Filmemacher Claude Lanzmann den Aufstand im Vernichtungslager von Sobibor, dem einzigen in der Geschichte des Holocaust, der jemals gelang. Er gibt ein lebendiges Zeugnis einer notwendigen Revolte. Während Lanzmanns epochales Werk „Shoah“ den Prozess der Ernnerung auf die „Radikalität des Sterbens“ verdichtet und seine Spurensuche ins Zentrum des Todes verlegt, spricht aus dem Sobibor-Film ein unerschütterlicher Überlebenswille und der Mut zur entschlossenen Tat.

Lanzmann möchte seinen Film auch emblematisch verstanden wissen, indem er die Geschichte vom Sieg Davids über Goliath am historischen Fall neu erzählt. Bereits 1979, anlässlich der Aufnahmen für „Shoah“ hatte Lanzmann mit Yehuda Lerner gesprochen, der als 16jähriger an der Planung und Durchführung des Aufstandes von Sobibor beteiligt war. Im ersten Teil des Sobibor-Filmes konzentriert sich Lanzmann auf die Nachzeichnung der Verschleppung Lerners und seiner Familie, den „Umschlagplatz“ in Warschau, das Ghetto in Minsk und das Vernichtungslager Treblinka, in dem seine Familie ermordet wurde. Er berichtet aber auch über die Geschichte der Fluchten Lerners, dem es innerhalb von sechs Monaten gelang acht Mal aus Konzentrationslagern in Weißrußland und Polen zu fliehen, bis er in das Vernichtungslager Sobibor deportiert wurde. Der zweite Teil des Filmes beschreibt die Planung und Durchführung des Aufstandes. Lanzmann versucht, Lernes „innere Entscheidung zur Revolte“ nachzuvollziehen. Der unmenschliche Realität habe praktisch keine andere Alternative mehr zugelassen, wenn man nicht streben wollte.«


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