antiracist brass-band

»Unbemerkt von der Öffentlichkeit warten täglich Menschen beim Sozialamt und der Ausländerbehörde auf ihren nächsten Termin, die nächste Schikane, den nächsten Ablehnungsbescheid. Am Vormittag des 1. August jedoch finden sich inmitten des Behördenalltags ca. 50 Menschen ein, um das zu ändern: Eine Brass Band, Percussion und Performer_innen spielen, tanzen und singen in den Fluren, im Innenhof und auf dem Vorplatz des Oldenburger Bürgeramts am Pferdemarkt. Sie singen gegen die rassistische Praxis der Ausländerbehörde und des Sozialamts an. In Ihrer Performance fordern sie freie Wohnungswahl für Geflüchtete, gutes Leben und Bleiberecht für alle. Auch der gleichzeitig stattfindende Wochenmarkt kam in den Genuss der Performance und viele Oldenburger_innen schauten zu, lasen Flyer, filmten, fotografierten oder sangen sogar spontan mit.«

»Oh-oh-oh wir stehn heut vor eurer Tür
Oh-oh-oh und wir alle fordern hier:

Gutes Leben, gutes Leben,
für alle Bleiberecht,
freie Wohnungswahl,
Kampf dem Rassismus!

Rassismus ist nicht nur der NSU,
Rassismus ist nicht nur der NSU,
es sind auch die Behörden, die gehörn dazu.
«

Hier nun noch der Text des verteilten Flyers:
»Laut gegen Rassismus! Jede_r von Euch war wahrscheinlich schon einmal im so genannten Bürgeramt, zum Ummelden, Ausweis beantragen, Auto anmelden etc. In diesem schönen gelben Gebäude gibt es aber noch mehr: Die Ausländerbehörde im ersten Stock und das Sozialamt, erreichbar über den Innenhof. Hier wird jeden Tag über die Lebensbedingungen von Menschen entschieden: Wie viel Geld ihnen zur Verfügung steht, wo sie wohnen müssen, wo sie sich aufhalten dürfen und ob sie überhaupt in Deutschland bleiben dürfen oder abgeschoben werden. Die Behörden schauen nicht nur zu, wenn es rassistische Vorfälle gibt, sondern sind selbst aktiver Teil des Systems. Die Politik erlässt rassistische Sondergesetze und die Behörden setzen diese bereitwillig um – meist indem ihre Spielräume zu Ungunsten der Betroffenen ausgenutzt werden. Hier wird Ausgrenzung geplant, organisiert und umgesetzt: De facto wurde das Recht auf Asyl vor 20 Jahren abgeschafft. Die Oldenburger Ausländerbehörde setzt diese Entscheidung konsequent um, indem sie Menschen entmündigt und entrechtet – bis hin zur Abschiebung. Nach der Schließung des Abschiebelagers Blankenburg versprach die Stadt Oldenburg in offiziellen Stellungnahmen die freie und dezentrale Wohnungswahl für Geflüchtete. In der Praxis des Sozialamts wird dies aber nicht flächendeckend umgesetzt. Nach wie vor gibt es zwei zentrale Sammellager in der Stadt (Gaußstraße/Fliegerhorst und Parkhotel), die eine nicht haltbare Wohnsituation für die Geflüchteten bedeuten und ihr Alltagsleben der kompletten Kontrolle der Behörden aussetzen. Das muss sich ändern – und zwar sofort! Wir wollen diese rassistischen Zustände nicht hinnehmen und sind heute hier, um die Arbeit der Ausländerbehörde und des Sozialamts wenigstens für einige Minuten zu stören und diese Orte als Orte der rassistischen und sozialen Ausgrenzung zu markieren! Abschaffung aller rassistischen Sondergesetze! Gleiche Rechte für alle! Freie Wohnungswahl für Geflüchtete in Oldenburg und anderswo!«


1 Antwort auf “antiracist brass-band”


  1. 1 Mara 12. August 2013 um 11:19 Uhr

    Coole Aktion!

    Gib’s davon auch ein Video?

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