Archiv für Juni 2013

alle sind noch da, nur die toten nicht

Am 29. Mai 1993 wurden bei dem rassistischen Brandanschlag in Solingen Gürsün İnce (27 Jahre), Hatice Genç (19 Jahre), Gülüstan Öztürk (12 Jahre), Hülya Genç (9 Jahre) und Saime Genç (4 Jahre) ermordet.
Faşizme karşi omuz omuza!

feindlicher schweinehund voraus

»Die Luftlandebrigade 31 der Bundeswehr in Oldenburg und die Hilfsorganisation Oxfam – zwei Institutionen, deren Verbindung sich, vorsichtig gesprochen, erst auf den zweiten Blick erschließt. Dabei ist alles ganz einfach: Vier Oldenburger Soldaten treten Anfang September beim „Oxfam Trailwalker“ an, einem Spendenlauf quer durch den Harz.

„Ich hatte diese ‚komische‘ Idee“, bekennt der Anführer der laufenden Truppe, Maik Horand, beim obligatorischen Gruppenbild mit Oberbürgermeister Gerd Schwandner Mitte dieser Woche. Eine alte Schulfreundin habe ihn auf die Charityaktion aufmerksam gemacht. Als Team müssen vier Läufer innerhalb von 30 Stunden eine festgelegte Strecke über 100 Kilometer im Harz zurücklegen und dabei 2.500 Höhenmeter überwinden. Mindestens 2.000 Euro Startgeld für den guten Zweck verlangt Oxfam den Teilnehmern dieses Laufes ab. Die von allen etwa 120 bis 130 Oxfam-Trailwalker-Teams gemeinsam eingeworbenen Mittel dient am Ende der Finanzierung diverser Oxfam-Projekte. Ähnliche Läufe finden weltweit statt.« (mehr…)

occupy gezi

#occupygezi | Turkish Police Brutality | Liveticker

schwund beim bund

Wahrend sich der Noch-Verteidigungsminister de Maizière, der wohl bereits mit Kofferpacken beschäftigt sein dürfte, noch immer an seinen Posten klammert, haben drei andere Angestellte der Bundeswehr vor Kurzem ihren Dienst endgültig quittiert. Am 4. Mai wurde ein Bundeswehr-Soldat der Elitetruppe »Kommando Spezialkräfte« (KSK) in der afghanischen Provinz Baghlan von Aufständischen erschossen, Ende Mai wurde ein 28-jähriger Panzergrenadier bei einer Einsatz-Übung für Afghanistan in Norddeutschland von einem Panzer überfahren und tödlich verletzt und schließlich wählte ein 24-jähriger Soldat am 6. Juni mitten im Bundeswehr-Camp in Mazar-e-Sharif allem Anschein nach den Freitod.

wagenplatz – wie sieht`s aus?

wirtschaftsunternehmen vfb

Die Oldenburger Fussballbegeisterten konnten sich gerade erst darüber freuen, dass der VfB zumindest noch den Klassenerhalt in der Regionalliga geschafft hat, da droht auch schon neues Ungemach. Ab dem 1. Juli hat der Traditionsverein nämlich einen neuen Vorstandsvorsitzenden – genauer gesagt wird Frank Willers, Diplom-Ökonom und Medienfachmann, dieses Amt übernehmen [Quelle]. Und der redete auch sogleich Klartext: »Fußball ist immer auch mit großen Emotionen verbunden. Allerdings sollte man sich davon nicht leiten lassen. Vielmehr muss der VfB Oldenburg wie ein Wirtschaftsunternehmen betrachtet und geführt werden«. Das ist wohl durchaus als Drohung zu verstehen…

frauen in kurdistan:
widerstand und gelebte utopie

Im Rahmen der »1. Kurdischen Film- und Diskussionstage«, welche vom 14. bis zum 16. Juni in den Räumlichkeiten des cine k stattfinden, gibt es am Sonntag, den 16. Juni ab 14 Uhr die Veranstaltung »Frauen in Kurdistan: Widerstand und gelebte Utopie«, welche euch besonders an Herz gelebt sei: »Annett Bender, Mitarbeiterin der Informationsstelle Kurdistan, hat an vielen Delegationen und Frauenreisen nach Kurdistan teilgenommen. Sie berichtet über die basisdemokratische Organisierung der Frauen in der Zivilgesellschaft, über die Frauenorganisierung unter dem Dachverband der DÖKH “Demokratische Freie Frauenbewegung” über das Frauenzentrums “Kardelen” in Amed/Diyarbakir, den Frauenrat in Van und die Arbeit der Frauen in den Stadtverwaltungen. Anja Flach war in den 1990er Jahren zwei Jahre Mitglied der Frauenarmee in Kurdistan und hat zwei Bücher dazu veröffentlicht. Sie wird über die kurdische Frauenguerilla berichten, die seit den 1990ern als weltweit erste Frauenarmee aufgebaut wird. Im Rahmen des Vortrags wird auch das im September 2012 erschienene Buch Widerstand und Gelebte Utopien-, Frauenguerilla, Frauenbefreiung und demokratischer Konförderalismus in Kurdistan, das auf zahlreichen Interviews mit aktiven Frauen basiert, vorgestellt.
Dies ist eine Veranstaltung in Gedenken an Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez. Anschließend Musik, Tanz, Modenschau und Essen.
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blockupy – erstmal vorbei

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wagenburg auf besetzungstour

»Die Oldenburger Wagenburg hat eine erfolgreiche Besetzungstour hinter sich. Wir haben uns entschieden, nicht mehr tatenlos zu zuschauen, wie Verwaltung und Politik über unsere Köpfe hinweg vorgeben, wie die Zukunft des neuen Wagenplatzes sein wird. Deshalb haben wir beschlossen, die Frage nach einem neuem Platz aus einer anderen Perspektive anzugehen: Von Donnerstag bis Sonntag wurden vier unterschiedliche Gelände angefahren und endlich mal sinnvoll genutzt. Los ging es am Technischen Rathaus, in dem gleichzeitig eine Sitzung jener Politiker_innen stattfand, die für die bekackte Situation, in der wir stecken, verantwortlich sind. Weiter ging es zu einem ehemals angebotenem Gelände mit „netten Nachbar_innen“, die eine Bürgerinitiative gegen uns gegründet haben. Im Anschluss fuhren wir in die Innenstadt vor das Bürgeramt. Am Sonntag dann direkt auf den Rathausmarkt mit lecker Brunch und wieder Infomaterial für Passant_innen. Während der gesamten Zeit gab es Voküs, Partys, Kino, Vortrag und Feuertonne. Danke an alle Unterstützer_innen, die unseren Konvoi begleitet und unserer Plätze besucht haben! Aber das war erst der Anfang sollten Stadt und Politik uns nicht auf unserem Gelände weiter wohnen lassen oder kein passendes Ersatzgelände zu annehmbaren Bedingungen stellen.

Die Wagenburg soll im Rahmen der anstehenden Neustrukturierung im Oldenburger Hafenviertel ihren seit 19 Jahren angestammten Platz aufgeben. Das vielseitig genutzte Wohn- und Kulturprojekt, stellt für viele Menschen einen wichtigen Freiraum dar. Obwohl der Standort am Stau hart erkämpft und perfekt für solch ein Projekt ist, zeigten wir uns innerhalb der fast achtjährigen Verhandlungen bereit, auf ein geeignetes Ersatzgelände zu ziehen. Trotz der Wichtigkeit einer zentralen Lage und einer Anerkennung durch einen Ratsbeschluss (2008) wurde von der Stadt letztlich nur noch ein Gelände am Stadtrand auf einem ehemaligen Militärflugplatz angeboten. Dort sollen wir außer Anschlusskosten von 100.000 Euro für Strom Wasser Abwasser auch einen Zaun zahlen, welcher nicht einmal am Platz vorbeigehen würde, sondern ein hunderte von Metern entferntes Grundstück von der BIMA (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) abschirmen soll. Insgesamt sollen wir 150.000 Euro abstottern.
Nachdem nach langen Verhandlungen eine Lösung in Sicht war, wurden diese durch diese überteuerte Miete plus Zusatzkosten und einen Vertragsentwurf mit unannehmbaren Forderungen, den wir innerhalb von drei Tagen unterschreiben sollten, zerschlagen. Einige der inakzeptablen Forderungen dieses Vertrages: eine Mietsteigerung um 300% obgleich wir aus dem Zentrum verschwinden sollen; 20 Leute sollen sich auf 15 Wägen verteilen; alle 6 Monate Meldepflicht aller Bewohner_innen beim Amt; Meldung von Besucher_innen, die länger als einen Monat bleiben; …
Alles in allem spiegelt dieser Entwurf den Inhalt der langen Verhandlungen keineswegs wider. Auch wenn die Stadt mittlerweile vermehrt von Räumung spricht, erklären wir uns nicht bereit, den Stau unter diesen Bedingungen zu verlassen. Wir solidarisieren uns mit dem Punkaplatz, dem Haus Friedensbruch und jedem Kulturprojekt, das von Verdrängung betroffen ist sowie allen Wagenplätzen, die vertrieben werden sollen!
« [Quelle]

☞ »Bauwagen-Bewohner protestieren vor Rathaus« NWZ 01.​06.​2013
☞ »Kein Platz für alternatives Wohnen« taz 02.​06.​2013
☞ »„Erstmal auf Achse sein“« Lokalteil 04.​06.​2013
☞ »OB Schwandner bietet Wagenburg Gespräch an« NWZ 04.​06.​2013

7 tage… beim bund