der schelter zum glück?

Die umzugsbedrohte Oldenburger Wagenburg kämpft noch immer um einen einigermaßen akzeptablen Ersatzstandort für das aktuelle, ja geradezu paradiesische Gelände am Stau. Nach der netten Besetzungstour steht nun ein Ausflug in die Kommunalpolitik an. Am nächsten Montag, dem 24. Juni tagt um 16 Uhr der Verwaltungsausschuss (allerdings nicht öffentlich), wo auch die Wagenburg einen Tagesordnungspunkt darstellt. Daher rufen AktivistInnen dazu auf, schon ab 15.30 Uhr vor dem PFL Präsens zu zeigen. Weiter geht es dann um 18 Uhr bei der Ratssitzung, wo es eine entsprechende »Einwohnerfragen« geben wird. Neben dem Dauerprotest gegen den NPD-Ratsherrn verspricht das alles wohl einen sehr interessanten Abend.

Hier nun noch eine ziemlich solidarische Presseerklärung der Ratsgruppe Die Linke/Piratenpartei vom 20. Juni: »Die Bewohner der Wagenburg haben sich entschlossen, auf das Gelände des ehemaligen Fliegerhorstes zu ziehen, fordern aber Korrekturen am Vertragsangebot der Verwaltung. Wir unterstützen den Wunsch der Wagenburg, den Standort des Shelter 13 von der Stadt zu erhalten, was bis jetzt von der Verwaltung nicht vorgesehen ist. Die Bewohner der Wagenburg planen den weit von Wohngebieten entfernten Shelter zukünftig für Musik- und Kulturveranstaltungen zu nutzen. Die angrenzende Fläche des Shelter 13 verfügt über betonierte Bodenflächen und eine Zufahrt, die mit wenig Aufwand an das Wasser-, Kanalisations- und Stromnetz angeschlossen werden kann. Konkrete Planungen der Stadtverwaltung für den Standort Shelter 13 liegen trotz wiederholter Diskussion im Sportausschuss bisher nicht vor.

Anders als von der Stadtverwaltung beabsichtigt, planen die Wagenburgbewohner, die Erschließung weitgehend in Eigenregie durchzuführen, was die von der Verwaltung berechneten Erschließungskosten senken könnte. Wie die Wagenburg halten wir es für angemessen, die Höhe des Mietpreises an Preisen zu orientieren, die vergleichbare Wohnprojekte in anderen Städten zahlen. Nun muss es darum gehen, dass Stadtverwaltung und die Bewohner der Wagenburg einen fairen Kompromiss bezüglich der Miethöhe und der Erschließungskosten aushandeln.

Unsere Ratsgruppe betrachtet das Wohnen von Mitbürgern in Bauwagen als gleichberechtigte Wohnform, für die die Stadtverwaltung zu angemessenen Konditionen Flächen zur Verfügung stellen sollte. Bauwagensiedlungen und ähnliche Wohnprojekte sind in vielen deutschen Großstädten Normalität. Wir wünschen uns ein tolerantes und weltoffenes Oldenburg, das Nischen für alternative Wohnformen als eine Bereicherung der Soziokultur unserer Stadt wertet und fördert.«


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