Archiv für Juni 2013

miese jobs für billiges fleisch

wo genau liegt nochmal togo?

Am Mittwoch, 26. Juni um 19 Uhr gibt es im Theater Wrede (Klävemannstraße 16) die öffentliche Theateraufführung mit freiem Eintritt des Stücks »Wo genau liegt nochmal Togo?« der Stipendiatengruppe #6. Hier nun die Ankündigung dafür: »2014 liegt die Berliner Afrika-Konferenz, im Rahmen derer sich Deutschland neben Kamerun, Deutsch-Ost- und Deutsch-Südwestafrika auch das Gebiet des heutigen Togos sicherte, genau 130 Jahre zurück. Damit nimmt die deutsch-togoische Geschichte ihren offiziellen Anfang. Togo dient noch immer als die Aber-Kolonie, die aber-was-dort-geschah-war-doch-nicht-so-schlimm-Kolonie. Togo – der ehemaligen „Musterkolonie“ widmen sich Simone Dede Ayivi, Katharina Kellermann und Juliane Kremberg heute als Beispiel-Kolonie. (mehr…)

♫ dunk den herrn!

give me shelter

Inzwischen hat die Wagenburg eine Aufruf für die Proteste am kommenden Montag, 15.30 Uhr vor dem PFL und auch ihr aktuelles Angebot an die Stadt für einen Pachtvertrag veröffentlicht. Das alles findet ihr hier.

in wietze auf der wiese

Am kommenden Dienstag, dem 25. Juni gibt es um 20 Uhr in der ALSO unter dem Titel »In Wietze auf der Wiese: Nicht scharren und gackern, sondern lachen und ackern!« eine Mobilisierungsveranstaltung für das Protestcamp gegen die Agrarindustrie in Wietze. Hier nun der Einladungstext: »Vom 29.08. bis 01.09. 2013 organisiert das „Wir haben es satt“-Bündnis in breiter Trägerschaft ein Protestcamp gegen die fortschreitende Industrialisierung der Landwirtschaft. Es findet rund um die größte Hähnchenschlachtfabrik Europas in Wietze statt. Dort sollen einmal 130 Mio. Hähnchen im Jahr geschlachtet werden!
Die ALSO möchte sich an den Aktionen beteiligen und in einem Workshop über Zusammenhänge zwischen Sozialeinkommen und Billigproduktion (nicht nur) in der Landwirtschaft und Nahrungsmittelherstellung aufklären. Wir könnten uns vorstellen, zusammen mit mehreren Gruppen aus Oldenburg nach Wietze zu fahren und den Workshop dort gemeinsam zu gestalten. Was haltet Ihr davon? Lasst uns darüber diskutieren und Ideen entwickeln.

Wir freuen uns, außerdem an diesem Abend Héloïse Claudon begrüßen zu können: „Ich arbeite für die französische bäuerliche Gewerkschaft »La Confédération Paysanne« (Mitglied von La Via Campesina). Im Moment bin ich für fünf Monate in Deutschland und arbeite zu dem Thema »migrantische Arbeitskräfte in der Landwirtschaft«. In Frankreich betonen Regierungen und Repräsentanten der Agrarindustrie die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Landwirtschaft. Mein Anliegen ist es, die sozialen und ökologischen Realitäten hierzu aufzuzeigen. Ich möchte von den wirklichen Arbeitsbedingungen der migrantischen Landarbeiter und der Situation der bäuerlichen Landwirtschaft berichten. Generell ist es ein Ziel, die europäische Vernetzung zu dem Thema voranzutreiben.“ Héloïse wird uns über ihre ersten Eindrücke in Deutschland und ihre Aktivitäten berichten.«

von rekrutierungsversuchen
und abgeblasenen konzerten

Obwohl seit gut zwei Jahren antimilitaristische Proteste so gut wie jeden öffentlichen Auftritt der Bundeswehr in Oldenburg begleiten, soll die Frischfleisch-Rekrutierung weiter gehen. So stehen im dritten Quartal 2013 gleich drei Termine an. Am 26. August wird mal wieder auf Einladung der NWZ der Rathausmarkt von der »Big Band der Bundeswehr« heimgesucht, vom 13. bis zum 14. September will sich die Bundeswehr auf der Messe »Job4You« in der EWE Arena präsentieren und vom 20. bis 22. August steht als besondere Schweinerei das Simulationsspiel »Politik und Internationale Sicherheit« mit SchülerInnen des Neues Gymnasiums Oldenburg in der Scharnhorst-Kaserne in Bremen an.

Aber es gibt wohl auch einen ersten Erfolg zu feiern. Das sogenannte »Schlossgartenkonzert« des 1. Heeresmusikkorps aus Hannover, welches jahrelang als städtische Veranstaltung im Rahmen der »Patenschaft zu den hier stationierten Einheiten der Bundeswehr« den »direkten Kontakt zwischen der Bundeswehr und den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Oldenburg« knüpfen sollte, ist wohl aus dem Kalender gestrichen. 2011 war eben jenes »Schlossgartenkonzert«, welches ausgerechnet am 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus stattfand, Auslöser für die massivsten und erfolgreichsten antimilitaristischen Proteste seit Langem [Info]. Im nächsten Jahr flohen die Militär-Fans zwar auf den Rathausmarkt, doch auch dort vermiesten technisch-versierte AntimilitaristInnen das uniformierte Spektakel [Info].

alles banane

Unter dem Motto »Meer. Für Dich« startet die Deutsche Marine eine neue zielgruppenorientierte und irgendwie doch ziemlich ehrliche Imagekampagne. Hier nun für euch die Video-Clips für die Kinder aus der Zone, die PS-FreundInnen und die Smartphone-Generation:

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der schelter zum glück?

Die umzugsbedrohte Oldenburger Wagenburg kämpft noch immer um einen einigermaßen akzeptablen Ersatzstandort für das aktuelle, ja geradezu paradiesische Gelände am Stau. Nach der netten Besetzungstour steht nun ein Ausflug in die Kommunalpolitik an. Am nächsten Montag, dem 24. Juni tagt um 16 Uhr der Verwaltungsausschuss (allerdings nicht öffentlich), wo auch die Wagenburg einen Tagesordnungspunkt darstellt. Daher rufen AktivistInnen dazu auf, schon ab 15.30 Uhr vor dem PFL Präsens zu zeigen. Weiter geht es dann um 18 Uhr bei der Ratssitzung, wo es eine entsprechende »Einwohnerfragen« geben wird. Neben dem Dauerprotest gegen den NPD-Ratsherrn verspricht das alles wohl einen sehr interessanten Abend.

Hier nun noch eine ziemlich solidarische Presseerklärung der Ratsgruppe Die Linke/Piratenpartei vom 20. Juni: »Die Bewohner der Wagenburg haben sich entschlossen, auf das Gelände des ehemaligen Fliegerhorstes zu ziehen, fordern aber Korrekturen am Vertragsangebot der Verwaltung. Wir unterstützen den Wunsch der Wagenburg, den Standort des Shelter 13 von der Stadt zu erhalten, was bis jetzt von der Verwaltung nicht vorgesehen ist. Die Bewohner der Wagenburg planen den weit von Wohngebieten entfernten Shelter zukünftig für Musik- und Kulturveranstaltungen zu nutzen. Die angrenzende Fläche des Shelter 13 verfügt über betonierte Bodenflächen und eine Zufahrt, die mit wenig Aufwand an das Wasser-, Kanalisations- und Stromnetz angeschlossen werden kann. Konkrete Planungen der Stadtverwaltung für den Standort Shelter 13 liegen trotz wiederholter Diskussion im Sportausschuss bisher nicht vor. (mehr…)

in 35 tagen nach masar-i-scharif

Mit einer ganzen Seite voller bunter Bilder und Artikeln wie »Zuständig für den guten Geschmack« oder »In 35 Tagen von Oldenburg nach Masar-i-Scharif« bejubelte der NWZ-Reporter Christoph Kiefer am 19. Juni die Aufgabenerweiterung des Bundeswehr-Verpflegungsamtes in Oldenburg-Osternburg, welches seit der neuesten Bundeswehrreform die Nahrungsmittelversorgung aller Kasernen in Deutschland und der Auslandsstützpunkte übernommen hat. »Aus aller Welt gehen Bestellungen in Oldenburg ein. Ob Afghanistan, Kosovo oder Dschibuti: Das Verpflegungsamt ist dafür verantwortlich, dass die Nahrungsmittel unabhängig von Hitze und langen Wegen einwandfrei am Ziel ankommen«, weiß Kiefer zu berichten. »Täglich gehen drei 40-Tonner auf abenteuerliche Reise zu deutschen Soldaten in Afghanistan«; 2012 waren es etwa 1882 Tonnen Lebensmittel im Wert von 6,3 Millionen Euro, welche an die Besatzungstruppen geliefert wurden. »Die Truppe marschiert auf dem Magen der Soldaten« , zitiert Kiefer dann noch eine angebliche Bundeswehr-Weisheit. In Afghanistan marschiert die Bundeswehr aber wohl eher über die Gräber der Zivilbevölkerung.

der markt wird`s richten…

Der massive und unübersehbare Bau-Boom durch private Bauträger in den letzten Jahren hat in Oldenburg endlich zu einer Sättigung der Wohnraumnachfrage geführt. Der Markt für VermieterInnen wird schwieriger, wie das Immonbilienunternehmen Fritz Wübbenhorst verlauten ließ. Kleiner Schönheitsfehler: Betroffen ist nur das Segment der großen, hochpreisigen Wohnungen mit einem Mietpreis von über 8 Euro pro Quadratmeter. An dem Mangel an preiswerten Wohnraum mit ein bis drei Zimmern für Leute mit kleinerem Einkommen hat sich hingegen nichts verändert – in diesem Bereich ist der Markt nach wie vor wie leergefegt und die Mieten steigen unaufhörlich.

unternehmen wilhelmsburg

Am 1. Juli gibt es ab 20 Uhr im Alhambra untzer dem Titel »Unternehmen Wilhelmsburg« eine Info- und Diskussionsveranstaltung mit dem AKU Wilhelmsburg aus Hamburg. »Der Arbeitskreis Umstrukturierung Wilhelmsburg wird über Regierungsstrategien, stadtentwicklungspolitischen Programmatiken und Projekte durch den „Sprung über die Elbe“, IBA und igs erzählen und diese in ihrem Kontext unternehmerischer Stadtpolitik in Hamburg verorten. Außerdem wird der AKU auf die sozialen Konflikte im Stadtteil eingehen, mit denen er sich praktisch auseinandergesetzt hat, und über verschiedene Formen von Protest und widerständigem Handeln berichten – auch über Erfahrungen im Rahmen der IBA?NigsDA!-Kampagne zum IBA/igs-Präsentationsjahr 2013.

Es soll aber auch Raum sein, um darüber zu diskutieren, was ein Recht auf Stadt in Wilhelmsburg und Oldenburg jeweils bedeuten kann, welche städtischen Konfliktfelder sich anbieten, wer dafür wie (schon) kämpft und welche Kämpfe wie unterstützt/aufgegriffen werden könnten«, heißt es in der Ankündigung.

umzug der wagenburg ungewiss

taksim ist überall

Ein paar Impressionen von gestrigen Soli-Demo für die sozialen Kämpfe in der Türkei quer durch die Oldenburger Innenstadt:

Und nun noch der NWZ-Artikel dazu : »Linksautonome und Türkeistämmige haben am Mittwochabend in der Fußgängerzone demonstriert. Mit der Aktion, zu der Antifaschisten aufgerufen hatten, wollten die bis zu 140 Teilnehmer (darunter auch Familien mit Kindern) ein Zeichen der Solidarität mit den Demonstranten in der Türkei setzen. Der dortige Protest richtet sich gegen die regierende AK-Partei und vor allem gegen Ministerpräsident Erdogan. Nach Angaben der Polizei verlief die Oldenburger Aktion friedlich. Die Demonstranten seien vom Lefferseck zum Rathausmarkt und nach einer Kundgebung wieder zurück gelaufen.«

solidarität

anarchy in the ukraine?

Am Sonntag, den 16. Juni gibt es um 19 Uhr im Alhambra im Rahmen einer Solitour einen Vortrag mit Diskussion zu sozialen Protesten, der anarchistischen Bewegung und der Gruppe »Anarchist Black Cross« in der Ukraine. »In der letzten Dekade, nach der „Orangenen Revolution“, haben die westlichen Medien öfter über die politischen Skandale aus der Ukraine berichtet: Ständige Regierungswechsel, Auftauchen und Verschwinden neuer politischer Parteien, (ex)Minister*innen im Knast oder extreme Rechte im Parlament. Aber jenseits der Medienberichte bleiben die immer schlechtere soziale Lage, Verschärfung der politischen Verfolgungen, gesetzwidrige Abschiebungen von politischen Flüchtlingen, Klerikalisierung und Versuche die Abtreibungen zu verbieten sowie homophobe Gesetze zu verabschieden. Es gibt aber noch den Widerstand dagegen – soziale Proteste, Betriebsbesetzungen durch Arbeiter*innen, massive Studierendenproteste, feministische Bewegungen und antifaschistische Aktivitäten.
Im Rahmen von ABC Ukraine Soli-Toures werden die Anarchist*innen aus der Ukraine über die lokale politische Lage, anarchistische Bewegung und soziale Proteste im Lande und deren Antirepressionskaempfe berichten. Auch der Einfluss auf die Lokalsituation und -Aktivitäten durch Massenrepressionen, die momentan in benachbarten Belarus und Russland stattfinden, wird diskutiert. Während der Veranstaltung wird es eine Gelegenheit geben, Fragen zu stellen und sich auszutauschen. Wir werden nach Möglichkeit fuer die Übersetzung in alle für die Gaest*innen notwendige Sprachen kümmern
«, heißt es in der Ankündigung.