npd erleidet schiffbruch

Trotz »Flagg­schiff«-Tour und einem teilweise doch recht intensivem Wahlkampf hat die NPD in Niedersachsen massiven Schiffbruch erlitten. Landesweit erzielte sie am letzten Sonntag lediglich 0,8 Prozent (29.444 Stimmen) und büßte damit fast die Hälfte ihres Ergnisses der letzten Landtagswahl im Jahr 2008 von 1,5 Prozent (52.896 Stimmen) ein. Futsch sind somit auch die Gelder aus der (erst ab 1 Prozent gewährten) staatlichen Parteienfinanzierung, welche der niedersächsischen NPD in der letzten Wahlperiode etwa 45.000 Euro jährlich bescherte. Schon Stunden nach der Wahl wurde offensichtlich, dass nun die innerparteilichen Konflikte offen ausbrechen werden. Ein sehr informativen Artikel über die nun anstehenden Grabenkämpfe gibt es übrigens bei Recherche Nord.

In Oldenburg nervte die NPD sowohl mit einem Zwischenstopp des sogenannten »Flagg­schiffs« auf dem Julius-Mosen-Platz [Info], mehreren Infoständen vor Supermärkten am Stadtrand und einer Vielzahl von Wahlpappen in schwindelerregender Höhe. Genützt hat es den Nazis allerdings nichts: Rechnet man die beiden Oldenburger Wahlkreise zusammen, kommt die NPD mit 495 Stimmen auf ganze 0,67 Prozent, während sie 2008 bei 583 Stimmen noch 0,85 Prozent erzielte. Trotz leicht gestiegener Wahlbeteiligung hat sie also fast 100 WählerInnen verloren.
Interessant ist auch ein Vergleich mit der Kommunalwahl im September 2011, bei welcher die Oldenburger NPD ja bekanntlich mit 1,14 Prozent zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder mit einem Mandat in den Stadtrat einzog [Info]. Mindestens 700 Ol­den­bur­ge­rIn­nen hatten noch vor gut 16 Monaten ihr Kreuz bei den FaschistInnen gemacht, jetzt (wie bereits erwähnt) nur noch knapp 500. Die miese Performance des braunen Ratsherrn Eigenfeld, die doch eher ungeschickt vorgetragene Straßengewalt der NPD-Aktivisten und vor allem der massive antifaschistische Gegenwind sowohl aus dem autonomen, als auch dem bürgerlich-liberalen Lager scheint bei vielen dieser Deutschen die Hoffnung auf den »Endsieg« und die »Wiedererrichtung des Reiches« begraben zu haben.

⚫ Wahlkreis 62, Oldenburg-Mitte Süd (Info): NPD 292 Stimmen, 0,83 %
⚫ Wahlkreis 63, Oldenburg-Nord West (Info): NPD 203 Stimmen, 0,51 %


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