zwanzigzwölf

21. Ja­nu­ar: Etwa 300 Be­schäf­tig­te der nie­der­säch­si­schen Dia­ko­nie de­mons­trier­ten in Ol­den­burg für einen Ta­rif­ver­trag und damit für die Ab­kehr vom kirch­li­chen Ar­beits­recht, wel­ches z.B. ein Streik­ver­bot be­inhal­tet. (mehr)

27. Ja­nu­ar: Zum In­ter­na­tio­na­len Ho­lo­caust-​Ge­denk­tag, dem Jah­res­tag der Be­frei­ung des Ver­nich­tungs­la­gers Ausch­witz, gedachte der »Freun­des­kreis für Sinti und Roma in Ol­den­burg e.V.« den 74 von den Na­tio­nal­so­zia­lis­tIn­nen de­por­tier­ten und er­mor­de­ten Ol­den­bur­ger Sinti und Roma u.a. mit einer Kranzniederlegung am Ge­denk­stein am Ziegelhof.

7. Februar: Ein Bun­des­wehr-​Ge­bäu­de in der Ol­den­bur­ger Ul­men­stra­ße erhält un­ge­be­te­nen Be­such. Die kom­plet­te Fens­ter­front mit ins­ge­samt 14 Schei­ben im Erd­ge­schoss wurde ein­ge­schla­gen. Des wei­te­ren wurde »ein ca. fünf Meter brei­ter und bis zu 0,7 Meter hoher Schrift­zug in wei­ßer Farbe« an­ge­bracht und die Fas­sa­de »über einen zwölf Meter brei­ten und bis zu 1,5 Meter hohen Be­reich« mit roter Farbe be­dacht. »Mit die­ser Ak­ti­on wol­len wir den Stab der 1. Pan­zer­di­vi­si­on aus Han­no­ver, der in den nächs­ten Jah­ren nach Ol­den­burg zie­hen soll, herz­lichst will­kom­men hei­ßen«, so die mut­maß­li­chen Ak­ti­vis­tIn­nen in einem Be­ken­ne­rIn­nen­schrei­ben. (mehr)

27. Februar: Dritte Sit­zung des Ol­den­bur­ger Stadt­ra­tes seit dem Ein­zug des NPD-​Rats­herrn. Etwa 100 gut­ge­laun­te An­ti­fa­schis­tIn­nen ver­sam­mel­ten sich auf der mit Trans­pa­ren­ten ge­schmück­ten Be­su­che­rIn­nen­em­po­re des PFL und lassen Eigenfelds Worte in »Nazis raus!«-Rufen und Ge­trom­mel untergehen. Auch die meisten Ratsmitglieder protestieren auf verschiedene Arten gegen die Redebeiträge des Faschisten. (mehr)

3. März: Eine kleinere Nazigruppe läuft Pa­ro­len ru­fend durch die Kai­ser­stra­ße. Ein äl­te­rer Mann, wel­cher ihnen ver­bal Pa­ro­li bot, wurde an­ge­grif­fen und u.a. mit Faust­schlä­gen trak­tiert. Erst durch das en­ga­gier­te Ein­schrei­ten zwei­er Ol­den­bur­ger lie­ßen die Nazis von ihrem Opfer ab. Im An­schluss ver­sam­mel­te sich der Na­zi­mob in einer Wohnung im Gleis­weg in Ol­den­burg-​Os­tern­burg. Kaum hat­ten sie sich in der Woh­nung nie­der­ge­las­sen, klin­gel­te die An­ti­fa. Und das im wahrs­ten Sinne des Wor­tes. Meh­re­re Dut­zend au­to­no­me An­ti­fas hat­ten sich keine Stun­de nach dem Über­fall vor dem Na­zi­nest ein­ge­fun­den und be­gan­nen eine klei­ne Be­la­ge­rung. Die pa­ni­schen Nazis ver­bar­ri­ka­dier­ten sich, fleh­ten bei der Po­li­zei um Hilfe und lie­ßen sich nach Be­en­di­gung der an­ti­fa­schis­ti­schen Be­la­ge­rung wohl mit einem Auto in Si­cher­heit brin­gen. (mehr)

9. März: Eine große Grup­pe von An­ti­fa­schis­tIn­nen besucht erneut die Naziwohnung im Gleisweg, verteilt weit­räu­mig Ou­ting-​Flug­blät­ter über den dort wohnenden Da­ni­el Ga­wen­da in die Brief­käs­ten der An­woh­ne­rIn­nen, besprüht eine Haus­wand und entschwindet unter laut­star­ken Pa­ro­len wie­der. (mehr)

16. März: Meh­re­re Zeit­ar­beits­fir­men in Ol­den­burg erhalten nächt­li­chen Be­su­ch. »An­läss­lich der in Kürze statt­fin­den­den Zeit­ar­beits­mes­se haben wir in der Nacht vom 16.​03. auf den 17.​03.​2012 zahl­rei­chen auf der Messe ver­tre­te­nen Zeit­ar­beits­fir­men un­se­re Mei­nung kund­ge­tan. Mit die­ser Ak­ti­on wol­len wir den Zeit­ar­beits­fir­men zei­gen, dass diese hier nicht will­kom­men sind!«, heißt es in einer Erklärung. (mehr)

17. März: Rund zwei dut­zend An­ti­ras­sis­tIn­nen entscheiden sich aufgrund der Anwesenheit von Uwe Schü­ne­mann, sei­nes Zei­chens nie­der­säch­si­scher In­nen­mi­nis­ter und re­pres­si­ver Hard­li­ner in Sa­chen Mi­gra­ti­ons­po­li­tik, zu einer un­ein­ge­la­de­nen Teil­nah­me an der Ein­wei­hungs­fei­er­lich­keit der neuen Feu­er-​ und Ret­tungs­wa­che 1 in Bür­ger­fel­de, bei wel­cher sie mit Trans­pa­ren­ten und lau­ten Pa­ro­len ein so­for­ti­ges Ende des Gut­schein­sys­tems und der ras­sis­ti­schen Flücht­lings­pol­tik for­der­ten.

17. März: Eine Grup­pe ver­mumm­ter Neo­na­zis versucht das El­tern­haus eines voll­ge­stän­di­gen und the­ra­pie­be­rei­ten 45-​jäh­ri­gen Ver­ge­wal­ti­gers von drei Kin­dern in Nor­den­ham zu stür­men. Bei den Tätern handelte es sich um die Oldenburger Nazibande – angespornt durch Aufrufe zum Lynchmord auf der Face­book­sei­te der NPD Ol­den­burg. Wenig später folgen 7 Hausdurchsuchungen in Brake, Nor­den­ham, Ol­den­burg und Hude. (mehr)

19. März: Vierte Sit­zung des Stadt­ra­tes mit NPD-Beteiligung. Etwa 60 An­ti­fa­schis­tIn­nen hatten sich erneut mit reich­lich Trans­pa­ren­ten auf den Be­su­che­rIn­nen­rän­gen des PFL ver­sam­melt und unterbrachen mit rhyth­mi­schen, mit klei­nen Trom­meln be­glei­te­ten Sprech­chö­ren immer wie­der die Hetz­re­de des Faschisten, wäh­rend alle Rats­frak­tio­nen außer der CDU und der FDP-​Grup­pe im Ple­nar­saal auf ver­schie­dens­te Arten ihren Pro­test kund­ta­ten. In der Sit­zungs­pau­se mach­te Ei­gen­feld dann noch Be­kannt­schaft mit sei­nem ei­ge­nen Was­ser­glas, wel­ches sich wie durch Geis­ter­hand (an­de­re Quel­len be­rich­ten auch von der Hand eines pfif­fi­gen An­ti­fas, wel­cher sich ge­schmei­dig in den Saal ge­schli­chen hatte) auf sei­nen Schritt ent­leer­te. (mehr)

25. März: Ak­ti­ons­tag gegen Ho­mo­pho­bie beim Heimspiel des VfB Oldenburg. »Wäh­rend es ge­samt­ge­sell­schaft­lich ho­mo­se­xu­el­len Men­schen zu­neh­mend ge­stat­tet wird, ihre se­xu­el­le Ori­en­tie­rung nicht mehr ver­ber­gen zu müs­sen, scheint im Fuß­ball – ins­be­son­de­re dort, wo er von Män­nern aus­ge­übt wird- ein of­fe­ner und to­le­ran­ter Um­gang mit Ho­mo­se­xua­li­tät immer noch nicht selbst­ver­ständ­lich zu sein«, so die InitiatorInnen. (mehr)

5. April: Kurzzeitige Besetzung der ehe­ma­li­gen Grund­schu­le in der Ek­kard­stra­ße, un­weit des Os­tern­bur­ger Mark­tes, in welcher das Haus »Leeranstalt« entstehen soll. Ein »Kol­lek­tiv jun­ger Men­schen, die nicht län­ger über die Hälf­te ihrer Ein­künf­te für ein meist viel zu klei­nes Zim­mer aus­ge­ben wol­len« waren in das seit 2009 leer­ste­hen­de Haus ein­ge­zo­gen, um »einen Wohn­raum (zu) er­kämp­fen, in dem wir zen­tral woh­nen und so­li­da­risch mit­ein­an­der Leben or­ga­ni­sie­ren kön­nen«, so das »Kol­lek­tiv Leer­an­stalt«. We­ni­ge Stun­den spä­ter folg­te aber das jähe und zu­min­dest vor­über­ge­hen­de Ende die­ser Wohn­raum­be­schaf­fungs­maß­nah­me. Nach­dem die Ol­den­bur­ger Stadt­ver­wal­tung An­zei­ge wegen »Haus­frie­dens­bruchs« er­stat­tet hatte, kam es zur Räumung. Sechs Be­set­ze­rIn­nen wur­den vor­läu­fig fest­ge­nom­men. (mehr)

10. April: Ca. 60 Per­so­nen demonstrieren in der abendlichen Innenstadt gegen die Räu­mung der »Leeranstalt« und die all­ge­mei­ne Woh­nungs­not. Mit laut­star­ker Un­ter­stüt­zung einer Sam­ba­grup­pe ging es frei nach dem Motto »Leere Häu­ser heißt volle Einkaus­zen­tren« auch durch die Schloss­hö­fe. (mehr)

16. April: Drei AktivistIn­nen werden wegen einer an­ti­mi­li­ta­ris­ti­schen Ak­ti­on am 20. Juli 2011 zu zwei­mal 40 und ein­mal 45 Ta­ges­sät­zen ver­ur­teilt. An die­sem Tag fand im Rah­men des Ol­den­bur­ger Kul­tur­som­mers ein Be­ne­fiz­kon­zert der Bun­des­wehr Big Band auf dem Rat­haus­markt statt. Bei die­sem Kon­zert ent­roll­ten die drei An­ti­mi­li­ta­ris­tIn­nen ein Trans­pa­rent mit der Auf­schrift »töten, trö­ten, trös­ten?! Sol­da­ten sind Mör­der!« von dem Dach von Ga­le­ria Kauf­hof und stör­ten die Ver­an­stal­tung mit einem Feu­er­werk und Trö­ten. (mehr)

16. April: Die Hin­den­burg­stra­ße im Dob­ben­vier­tel wird in Tuchol­s­ky­stra­ße um­be­nannt. Etwa 40 An­ti­mi­li­ta­ris­tIn­nen woll­ten mit der Ak­ti­on den An­woh­ne­rIn­nen einen Ge­fal­len tun: »Sie müs­sen von nun an nicht mehr mit der Bürde leben in einer Stadt zu woh­nen, in der der Mi­li­ta­rist Paul von Hin­den­burg durch einen Stra­ßen­na­men ge­ehrt wird«. In die­sem Zu­sam­men­hang kam es zu einem völ­lig un­ver­hält­nis­mä­ßi­gen Po­li­zei­ein­satz, bei dem eine Per­son ver­letzt und vor­über­ge­hend in Ge­wahr­sam ge­nom­men und meh­re­re Per­so­na­li­en­fest­stel­lun­gen durch­ge­führt wur­den. (mehr)

16. April: Das »Kol­lek­tiv Leer­an­stalt« versucht ein nach­bar­schaft­li­ches Ku­chen­es­sen an der kurzzeitig besetzten Grund­schu­le in der Ek­kard­stra­ße zu ver­an­stal­ten. Die Polizeianwesenheit zwingt zu einer Verlegung des An­ge­bots von Ku­chen, In­for­ma­ti­ons­ma­te­ri­al, Jon­gla­ge, Slack­li­ne bis hin zu Kin­der­schmin­ken auf den Osternburger Markt. (mehr)

30. April: In der Nacht des 30. April’s de­mons­trier­ten mal wie­der 150-​200 Frau­en­Les­benIn­ter­Trans in der Ol­den­bur­ger In­nen­stadt gegen die pa­tri­ar­chale Ge­samt­schei­ße. Die un­an­ge­mel­de­te Demo, wel­che gegen 22 Uhr vom Al­ham­bra aus ge­star­tet war, wurde erst­ma­lig von einem grö­ße­ren Po­li­zei­auf­ge­bot »be­glei­tet«, was auch gleich zu ers­ten Ner­verei­en führ­te. (mehr)

1. Mai: Zur schon traditinellen autonomen 1. Mai-Demo – diesmal unter dem Motto »So­li­da­ri­sie­ren, or­ga­ni­sie­ren, an­eig­nen – welt­weit! So ra­di­kal wie die Wirk­lich­keit!« – ver­sam­mel­ten sich über 500 Leute im Alter zwi­schen 4 Mo­na­ten und 70 Jah­ren bei bes­tem De­mo-​Wet­ter. Geprägt ist die Demo von diversen kulturellen Beiträgen und Nervereien der Polizei. (mehr)

3. Mai: Gedenkkundgebung für die ermordeten ZwangsarbeiterInnen am Denkmal auf dem Ohmsteder Friedhof am Jahrestag der Befreiung Oldenburgs durch kanadische Truppen. (mehr)

6. Mai: Das Konzert des Hee­res­mu­sik­korps auf dem Rathausmarkt wird mit antimilitaristischen Protesten konfrontiert. Etwa drei Dut­zend An­ti­mi­li­ta­ris­tIn­nen, ver­ein­zel­te Trö­ten und be­son­ders zwei elek­tro­nisch-​piep­sen­den Vo­gel­häus­chen in den Bäu­men auf dem Rat­haus­markt sorg­ten für nach­hal­ti­ge Miss­tö­ne. Es dau­er­te eine Weile bis die Po­li­zei das tech­ni­sche Equip­ment zur Ver­fü­gung hatte, damit das Kon­zert über­haupt wei­ter­ge­hen konn­te. Ein an­ti­mi­li­ta­ris­ti­schen Trans­pa­rent wird di­rekt auf dem Platz ent­rollt und ei­ni­ge Ak­ti­vis­tIn­nen ze­le­brier­ten durch gel­len­des Schrei­en ein Die-​In. (mehr)

10. Mai: Etwa 50 Leute und eine Sam­ba­band ver­sam­mel­ten sich am Lef­fers­eck zu einer Kund­ge­bung gegen die herr­schen­de Kri­sen­po­li­tik der eu­ro­päi­schen Re­gie­run­gen und der Troi­ka aus EZB, EU-​Kom­mis­si­on und IWF und den Ka­pi­ta­lis­mus im All­ge­mei­nen. An­schlie­ßend zogen die De­mons­tran­tIn­nen zur Deut­schen Bank-​Fi­lia­le an der Os­ter­stra­ße, wo es zu einer gut halb­stün­di­gen, sym­bo­li­schen Blo­cka­de kam.

31. Mai: Der offizielle Ei­gen­tü­mer des besetzten »Haus Friedensbruch« hat bei der EWE eine Ver­sor­gungs­sper­re be­an­tragt. Und so buddelte die EWE ein Loch im Garten und klemmte die Stromleitung ab. Gebracht hat es nichts – besetzt ist das Haus immernoch.

18. Juni: Mal wie­der gab es das jähr­lich von der NWZ or­ga­ni­sier­te Be­ne­fiz­kon­zert »für den guten Zweck« mit der »Bun­des­wehr Big Band«. Neben ei­ni­gen tau­send Mi­li­tär­be­geis­ter­ten hatte sich auch etwa 80 An­ti­mi­li­ta­ris­tIn­nen ein­ge­fun­den, um dem zy­ni­schen Spek­ta­kel ihren Pro­test ent­ge­gen­zu­set­zen. Durch Flug­blät­ter, Trans­pa­ren­te und die durch Trö­ten ver­stärk­te Sam­ba­band konn­te dann al­ler­dings nur ein klei­ner Ge­gen­pol zur Bun­des­wehr­pro­pa­gan­da­show ge­setzt wer­den. Im Laufe des Tages km es dann auch noch zu zwei vor­über­ge­hen­den Fest­nah­men von An­ti­mi­li­ta­ris­ten – wegen Trö­tens in Rich­tung der Po­li­zei, was an­geb­lich eine »ge­fähr­li­che Kör­per­ver­let­zung« dar­stel­len soll­te. (mehr)

Mitte Juni: Großflächige Outing-Aktion bei den Jungfaschisten Robin Sud­brink, Erik Bruhn und Ly­zi­an Bank­mann, drei Mitgliedern der Oldenburger Nazibande, an ihren Huder Wohn­or­ten. (mehr)

4. Juli: Outing-Aktion in der Nachbarschaft des NPD-Aktivisten Eckhard Aden in Oldenburg-Ohmstede.

19. Juli: Das so­ge­nann­te »NPD-​Flagg­schiff« macht Halt auf dem Ju­li­us-​Mo­sen-​Platz. Die lei­der nur etwa 150-​200 Ge­gen­de­mons­tran­tIn­nen schaff­ten es aufgrund der Polizeidichte weder den Platz zu be­set­zen, noch die An­fahrt des »Flagg­schiffs« (ab­ge­se­hen von einer kurz­wei­li­gen Sitz­blo­cka­de) merk­lich zu be­hin­dern. Den­noch ge­lang es durch Rufe, di­ver­se Hupen und Un­men­gen an Tril­ler­pfeif­fen die Reden der Nazis kom­plett zu über­tö­nen. Auch auf dem Platz sel­ber kam es zu Pro­tes­ten ein­zel­ner Ol­den­bur­ge­rIn­nen, die trotz allem durch die Ab­sper­run­gen schlüp­fen konn­ten und ihren Unmut laut­hals kund­ta­ten. Kurzzeitig sogar über die NPD-​ei­ge­ne Laut­spre­cher­an­la­ge. (mehr)

11. August: Das Kreis­wehr­er­satz­amts­ge­bäu­de in Osternburg wird mit zahl­rei­chen antimilitaristischen Pa­ro­len besprüht. »So be­zich­ti­gen wir in tucho­sky­ischer Tra­di­ti­on Sol­da­t_in­nen als Mör­der_in­nen um den mi­li­tä­ri­schen Ver­ant­wort­li­chen Ol­den­burg wei­ter­hin klar zu ma­chen, dass wir einen mi­li­tä­ri­schen Nor­mal­zu­stand, in dem Sol­da­t_in­nen nicht mehr als Mör­der_in­nen für im­pe­ria­lis­ti­sche In­ter­es­sen, son­dern als ein nor­ma­ler Teil der Ge­sell­schaft wahr­ge­nom­men wer­den, nie­mals ak­zep­tie­ren wer­den!«, hieß es in einer Erklärung(mehr)

28. September: Die »Re­fu­gee Bus­pro­test«-Tour macht Halt in Ol­den­burg, wobei die Be­woh­ne­rIn­nen der neuen Flücht­lings­wohn­heime in der Gauß­stra­ße und die eines kleinen Heimes in der Karl­stra­ße besucht und antirassistische Widerstandsmöglichkeiten diskutiert werden. (mehr)

6. Oktober: Etwa 200 Leute mit 14 »statt­li­chen Ge­fähr­ten« und einem Space Shut­tle demonstrieren für den Er­halt der um­zugs­be­droh­ten Ol­den­bur­ger Wa­gen­burg. Ab­ge­run­det wurde die (auf­grund feh­len­der Po­li­zei­prä­sens) ab­so­lut stress­freie Demo durch die Dar­bie­tung einer frei­en In­ter­pre­ta­ti­on des Kul­t­hits »Look­ing For Free­dom« durch das neu­ge­grün­de­te Hup-​Or­ches­ter auf dem Schloss­platz, klei­ne Krea­tiv-​Ak­tio­nen in der In­nen­stadt, einen py­ro­tech­ni­schen Gruß des »Kol­lek­tivs Leer­an­stalt« beim noch immer be­setz­ten Haus Frie­dens­bruch, einen Re­de­bei­trag des eben­falls räu­mungs­be­droh­ten Pun­kA-​Plat­zes, eine Trans­pa­rent-​Ak­ti­on am Büro eines po­ten­ti­el­len Was­ser­stadt-​In­ves­tors und na­tür­lich dem un­wei­ger­li­chen und durch­aus be­acht­li­chen Ver­kehrs­stau. (mehr)

6. Oktober: Die Wa­gen­burg-​De­mo scheint sich durch­aus nach­hal­tig auf die Ol­den­bur­ger Be­völ­ke­rung aus­ge­wirkt zu haben – und hat damit wohl gleich­zei­tig einen neuen Mo­de-​Trend ge­setzt. Ein gutes Dut­zend Bou­ti­quen führt seit­dem die neue De­si­gne­rIn­nen-​Mar­ke »Wa­gen­plät­ze blei­ben! Stau!«. (mehr)

Ende Oktober: »An­ti­ras­sis­ti­sche Ak­ti­ons­wo­che« der Oldenburge Fanszene, inklusive einer netten antifaschistischen Cho­reo­gra­fie vor einer Regionalliga-Begegnung. (mehr)

1. November: Das »Kol­lek­tiv Leer­an­stalt« steht wegen der Be­set­zung der ehe­ma­li­gen Grund­schu­le in der Ek­kard­stra­ße in Ol­den­burg-​Os­tern­burg am 5. April die­sen Jah­res vor Ge­richt. Der Vor­wurf der Staats­an­walt­schaft gegen die sechs Haus­be­set­ze­rIn­nen lau­te­te daher auf »Haus­frie­dens­bruch«. Rund 50 Sym­pa­thi­san­tIn­nen hat­ten sich im Ver­hand­lungs­saal ein­ge­fun­den und er­leb­ten wohl einen der über­flüs­sigs­ten Pro­zes­se der letz­ten Zeit – Ein­stel­lung der Ver­fah­ren gegen Auf­la­gen von 15 bzw. 40 So­zi­al­stun­den. (mehr)

8. November: Der »För­der­ver­ein In­ter­na­tio­na­les Flucht­mu­se­um« benennt den bis dato na­men­lo­sen Fuß­weg zwi­schen dem Park­platz des aktiv+ir­ma-​Su­per­markts an der Bre­mer Stra­ße und der Bus­hal­te­stel­le Schüt­zen­hof­stra­ße auf ei­ge­ne Faust in »Ge­org-​El­ser-​Weg« um. Der Schrei­ner­ge­sel­le Georg Elser ver­such­te vor genau 73 Jah­ren mit einer gut plat­zier­ten Bombe im Münch­ner Bür­ger­bräu­kel­ler Adolf Hit­ler in den Tod zu be­för­dern, um so einen Bei­trag zum Ende des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus zu leis­ten. (mehr)

10. November: 800 Menschen beteiligen sich am Er­in­ne­rungs­gang für die jüdischen Män­ner, die am 10. No­vem­ber 1938 in Ol­den­burg zu Op­fern ihrer Mit­bür­gerInnen wur­den. (mehr)

14. November: 2000 Stu­die­ren­de demonstieren gegen die Stu­di­en­ge­büh­ren in Nie­der­sach­sen. Nach­dem selbst im CSU-​re­gier­ten Bay­ern eine Ab­schaf­fung der Ge­büh­ren im Raum steht, ist Nie­der­sach­sen das ein­zi­ge Bun­des­land, was am Be­zahl­stu­di­um fest­hal­ten will und damit die so­wie­so schon vor­han­de­ne so­zia­le Se­lek­ti­ons­wir­kung des Bil­dungs­sys­tem noch ver­stärkt. (mehr)

27. November: Verurteilung eines ers­ten ge­stän­di­gen Nazi’s wegen des antisemitischen Anschlages auf den jüdischen Friedhof in Oldenburg zu einer Be­wäh­rungs­stra­fe von zwei Jah­ren. (mehr)

17. Dezember: Wegen der Lyn­chat­ta­cke in Nordenham werden zwei Nazis erstinstanzlich zu Haftstrafen verurteilt – 15 bzw. 8 Mo­na­te Knast. (mehr)

17. Dezember: Wäh­rend bei der 10. Rats­sit­zung die­ser Wahl­pe­ri­ode am 17. De­zember erst­mals kaum An­ti­fa­schis­tIn­nen auf den Zu­schaue­rIn­nen­rän­gen Platz ge­nom­men hat­ten und somit die däm­li­chen Wort­mel­dun­gen des NPD`lers Ei­gen­feld dies­mal nicht in laut­star­ken Pro­tes­ten un­ter­gin­gen, er­hielt der Wohn­sitz des brau­en Rats­herrn wohl doch eher un­ge­be­te­nen Be­such von far­ben­fro­hen Hand­wer­ke­rIn­nen. Un­be­kann­te hat­ten Beu­tel mit blau­er Farbe gegen die Fas­sa­de ge­wor­fen. (mehr)

*** Kein Anspruch auf Vollständigkeit – versteht sich! ***


0 Antworten auf “zwanzigzwölf”


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


sieben + eins =