schwedische gardinen statt deutsches reich

Für zwei »Kameraden« der Oldenburger Nazibande ist der »Kampf um die Straße« ersteinmal beendet – stattdessen können sie in den nächsten Monaten ihre Gefändniszelle zur »Nationalbefreiten Zone« halluzinieren. Hintergrund ist die Bildung des Lynchmobs, der am 19. März versuchte ein Wohnhaus in Nordenham zu stürmen. Wie bereits berichtet, wurde deshalb am 6. Dezember 2012 ein Prozess wegen des Vor­wurfs des schwe­ren Land­frie­dens­bruchs gegen 6 Nazis aus Hude und Ol­den­burg eröffnet. Gestern fielen nun die Urteile: Der 24-jährige Haupttäter, welcher auch zur Erstürmung des Hauses aufgerufen hatte, muss für 15 Monate ins Gefängnis. Etwas glimpflicher ging es für einen zweiten geständigen Angeklagten aus, welcher nur zu einer Haftstrafe von 8 Monaten verurteilt wurde. Die übrigen vier Angeklagten wurden »wegen Mangel an Beweisen« ersteinmal freigesprochen – die Staatsanwaltschaft will allerdings in drei Fällen in Berufung gehen.
Die kleine Nazibande, welche zum Großteil aus dem aktionistischen Teil der Oldenburger NPD besteht, ist seit gut zwei Jahren mehr oder weniger aktiv. Neben der Teilnahme an diversen Aufmärschen und der massiven Unterstützung des NPD-Kommunalwahlkampfes im Herbst 2011 waren diese Nazis für die erwähnte Lynchjustiz, diverse Körperverletzungen und Sachbeschädigungen, sowie die Schändung des jüdischen Friedhofs in Oldenburg-Osternburg verantwortlich. Für letzteres wurde ein 21-​Jäh­ri­ger Nazi aus Hude vor Kurzem wegen Stö­rung der To­ten­ru­he und Kör­per­ver­let­zung an einem Polizeibeamten zu einer Be­wäh­rungs­stra­fe von zwei Jah­ren verurteilt [Info].

☞ »Zwei Rechtsradikale kassieren Haftstrafen« NWZ 18.​12.​2012
☞ »Haft für Lynchattacke auf Pädophilen« NDR 18.​12.​2012


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