Archiv für Dezember 2012

bloody jahresrückblick

Bloody Jahresrückblick – 2012 in Bildern …und Musik! from Leftvision

30 jahre ALSO – war da was?

In der neusten Ausgabe der »quer – online Zeitschrift für Erwerbslose und alle anderen« findet sich ein Interview mit einem Aktivisten zum 30-jährigen Bestehen der Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg (ALSO). Durchaus lesenswert, auch wenn die Antworten nicht immer wirklich zu den Fragen passen:

»Was würden Sie als größten Erfolg der ALSO sehen?
Dass wir über all die Jahre basisdemokratisch und mit Konsensentscheidungen immer wieder verändernd eingreifen konnten, in unsere persönlichen Entwicklungen wie in gesellschaftliche Auseinandersetzungen; dass wir kleine kommunalpolitische wie größere bundesweite Verbesserungen für uns und alle Menschen mit geringen Einkommen durchsetzen konnten; dass wir diese kleinen Kämpfe immer mit der Frage nach einem guten Leben für alle Menschen auf der ganzen Welt verbunden haben; dass wir uns zu einem Projekt entwickelt haben, das vielleicht ein kleines Beispiel für Selbstorganisation mit dem Ziel einer gerechten und solidarischen Gesellschaft sein könnte.

Worin sehen Sie die Gründe, dass sich die ALSO im Gegensatz zu vielen anderen Erwerbslosengruppen so lange gehalten hat?
In unserer Organisationsform; dass wir für kommunale Zuschüsse kämpfen, Spenden organisieren und das Geld für eine unabhängige Sozialberatung in einem eigenen sozialen Zentrum mit moderner Infrastruktur nutzen; dass wir undogmatisch und offen für verschiedene Wege und Veränderungen sind; dass wir unsere Kraft mehr in unsere Organisation, Aktionen und Vernetzung als in die Kritik an anderen stecken; dass wir nicht beanspruchen, unser Weg sei der einzig wahre.
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antifa heiszt busfahren

»Am 12. Januar wollen Nazis durch Magdeburg marschieren. Auch aus Oldenburg fährt zu den Gegenaktivitäten ein Bus. Der Preis für ein Ticket beträgt 10 € und sind im Infoladen „Roter Strumpf“ oder bei der Vokü (Donnerstags) im Alhambra erhältlich. Weiter Infos zu dem Naziaufmarsch gibt es hier und hier.« [Quelle]

marcha zapatista

☞ »Zapatistas besetzen 5 Provinzhauptstädte« ¡Alerta! 22.​12.​2012
☞ »Zapatisten marschieren in Chiapas« Amerika21 21.​12.​2012
☞ »EZLN meldet sich mit Kommuniqué zurück« Amerika21 26.​12.​2012

pipi-party beim bfe

Die letzte Weihnachtsfeier der Oldenburger Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE), also der schwarzvermummten Prügelpolizei, auf dem Bepo-Gelände an der Bloherfelder Straße nahm laut NWZ einen etwas gewöhnungsbedürftigen Verlauf: »Gegen Mitternacht sei der offizielle Teil beendet gewesen. Zwei Polizisten – ein Gruppenführer und ein Einsatzbeamter – hätten danach reichlich Alkohol getrunken. Sie sollen in eine Getränkedose uriniert haben. Für 200 Euro wollten sie den Inhalt der Dose austrinken. Als niemand auf die Wette einging, habe einer der Betrunkenen den Inhalt herumgespritzt. Das Treiben sei sofort von einem Zugführer beendet worden. „So etwas können wir in unserer Hundertschaft nicht dulden“, stellt (Hundertschaftsführer) Sieghold klar«. Die beiden Pipi-Freunde wurden inzwischen in eine andern Dienststelle strafversetzt und müssen wohl mit weiteren disziplinarrechtlichen Konsequenzen rechnen. Über »disziplinarrechtliche Konsequenzen« wegen willkürlicher Prügelorgien gegen linke DemonstrantInnen ist indes nichts bekannt.

frf contra yuppie-hafen?

So, jetzt aber. Der Beitrag heißt »Ha­fen­wan­del be­droht kul­tu­rel­le Viel­falt«

blaue farbe für die braune bude

Während bei der 10. Ratssitzung dieser Wahlperiode am 17. Dezember erstmals kaum AntifaschistInnen auf den ZuschauerInnenrängen Platz genommen hatten und somit die dämlichen Wortmeldungen des NPD`lers Eigenfeld diesmal nicht in lautstarken Protesten untergingen, erhielt der Wohnsitz des brauen Ratsherrn wohl doch eher ungebetenen Besuch von farbenfrohen HandwerkerInnen. »Auf das Haus des NPD-Ratsherrn Ulrich Eigenfeld ist nach Angaben der Polizei am Montagabend ein Farbanschlag verübt worden. Unbekannte hätten Beutel mit blauer Farbe gegen die Fassade geworfen. Eigenfeld saß zu der Zeit im PFL in der Ratssitzung. Das für politisch motivierte Straftaten zuständige Staatsschutz-Kommissariat ermittelt«, wußte die NWZ zu berichten.
Eigenfeld`s Haus in der Tannenstraße, in welchem seit geraumer Zeit die NPD-Stammtische stattfinden und welches auch viele Jahre als NPD-Geschäftsstelle diente, scheint ein beliebtes Ausflugsziel zu sein – am 18. Dezember 2011, also vor gut einem Jahr, wurde von einer Grup­pe an­ti­fa­schis­ti­scher Mau­re­rIn­nen äußerst Medienwirksam die Eingangstür des Gebäudes zugemauert und dem senilen Nazi kurzerhand ein Hausarrest verordnet [Info].

hundecheck

Am kommenden Samstag, 22. Dezember, bietet das Tierheim Oldenburg in Zusammenarbeit mit einer Tierarztpraxis in einem beheizten Pavillon am Lefferseck Obdachlosen einen kostenlosen Wintercheck für ihre Hunde an. Neben dem kostenlosen tierärztlichen Check und gegebenfalls auch einer ersten Behandlung, gibt es wohl auch eine Wurmkur und ein kleines Überwinterungspaket für die Vierbeiner.

bundeswehr sucht frischfleisch

Vor allem seit dem deutschen Kriegseinsatz in Afghanistan wird bei der Bundeswehr immer mal wieder ein Job frei. Da die Wehrpflicht aber ja abgeschafft worden ist, rührt das Verteidigungsministerium nun ordentlich die Werbetrommel, um genug Nachschub für das neue deutsche Großmachtsstreben zusammen zu kriegen. So sind für das ersten Quartal des kommenden Jahres 890 schon jetzt fest­stehende Werbe­termine der Bundeswehr geplant. Neben bundesweit 231 Ver­anstaltungs- und Vortrags­terminen an Schulen, 51 Truppen­besuchen mit Schulen bzw. Schul­klassen, 76 sogenannten »Sicherheits­politischen Seminaren«, 86 Terminen für das Planspiel »Politik und inter­nationale Sicher­heit« (POL&IS), zwei Podiums­diskussionen, 130 Werbeständen auf Messen und Ausstellungen, 133 Auftritts­terminen der Musik­korps der Bundes­wehr sowie 29 Gelöbnissen und Appellen, plant die »Wehr­dienst­beratung der Bundeswehr« zudem 154 Termine in Job­centern bzw. Berufs­informations­zentren.
Auch für Oldenburg ist ein solcher Besuch vorgesehen. Fast drei Wochen am Stück, genauer gesagt vom 19. Januar bis zum 07. Februar, will die Bundeswehr im Berufs­informations­zentrum des Oldenburger Jobcenters neues Kanonenfutter für die aktuellen und künftigen Kriege rekrutieren. Ob inzwischen wohl schon Sanktionen zu erwarten sind, wenn derartige Jobangebote ablehnt werden?

love and security

für ein couragiertes stadion

Der Verein VfB für Alle e.V. – bestehend aus einzelnen Vertreterinnen und Vertretern der Oldenburger Fanszene – hat unter dem Titel »Augen auf!«eine Aufklärungsbroschüre über rechte Symbole veröffentlicht, welche hier als pdf.-Datei oder aber in gedruckter Form im Fanprojekt, in der Geschäftsstelle des VfB Oldenburg sowie im Marschwegstadion an den Infoständen der Fangruppierungen sowie am Fanartikelstand zu bekommen ist.

»Das Fußballstadion ist ein Ort des gesellschaftlichen Miteinanders. Aber es stellt auch ein attraktives Feld für die rechte Szene dar. Es wird versucht, Kontakt zu jungen, „erlebnisorientierten“ Fans aufzunehmen, die auf der Suche nach Anschluss sind. Allerdings geben die Rechten sich hierbei nicht mehr deutlich zu erkennen. Oftmals verwenden sie versteckte Erkennungsmerkmale, die vielen unbekannt sind und immer schwieriger zu entschlüsseln sind. Hierbei orientieren sich die Nazis vor allem an der stilistischen Ausrichtung anderer Jugendkulturen.
Mit dieser Broschüre, welche durch den Fonds „Für Toleranz und gegen Rechtsextremismus“ der Stadt Oldenburg gefördert wurde, möchten wir euch verstärkt über Codes und Symboliken aufklären, die im Alltag von Rechten eine Rolle spielen. Berücksichtigt werden sollen hierbei auch Elemente, die insbesondere auf Fußballfans zugeschnitten sind. Darüber hinaus werden euch am Ende der Broschüre (beruhend auf der derzeitigen städtischen Stadionordnung) Tipp gegeben, wie ihr euch am besten gegenüber Neonazis im Stadion verhalten könnt.
Packen wir es gemeinsam an um uns für ein couragiertes Stadion einzusetzen, bei der Staatszugehörigkeit, ethnische und kulturelle Herkunft, Konfession, Geschlecht, Behinderung und sexuelle Orientierung keine Rolle spielen und in dem sich alle wohlfühlen können
«, so VfB für Alle.

schwedische gardinen statt deutsches reich

Für zwei »Kameraden« der Oldenburger Nazibande ist der »Kampf um die Straße« ersteinmal beendet – stattdessen können sie in den nächsten Monaten ihre Gefändniszelle zur »Nationalbefreiten Zone« halluzinieren. Hintergrund ist die Bildung des Lynchmobs, der am 19. März versuchte ein Wohnhaus in Nordenham zu stürmen. Wie bereits berichtet, wurde deshalb am 6. Dezember 2012 ein Prozess wegen des Vor­wurfs des schwe­ren Land­frie­dens­bruchs gegen 6 Nazis aus Hude und Ol­den­burg eröffnet. Gestern fielen nun die Urteile: Der 24-jährige Haupttäter, welcher auch zur Erstürmung des Hauses aufgerufen hatte, muss für 15 Monate ins Gefängnis. Etwas glimpflicher ging es für einen zweiten geständigen Angeklagten aus, welcher nur zu einer Haftstrafe von 8 Monaten verurteilt wurde. Die übrigen vier Angeklagten wurden »wegen Mangel an Beweisen« ersteinmal freigesprochen – die Staatsanwaltschaft will allerdings in drei Fällen in Berufung gehen.
Die kleine Nazibande, welche zum Großteil aus dem aktionistischen Teil der Oldenburger NPD besteht, ist seit gut zwei Jahren mehr oder weniger aktiv. Neben der Teilnahme an diversen Aufmärschen und der massiven Unterstützung des NPD-Kommunalwahlkampfes im Herbst 2011 waren diese Nazis für die erwähnte Lynchjustiz, diverse Körperverletzungen und Sachbeschädigungen, sowie die Schändung des jüdischen Friedhofs in Oldenburg-Osternburg verantwortlich. Für letzteres wurde ein 21-​Jäh­ri­ger Nazi aus Hude vor Kurzem wegen Stö­rung der To­ten­ru­he und Kör­per­ver­let­zung an einem Polizeibeamten zu einer Be­wäh­rungs­stra­fe von zwei Jah­ren verurteilt [Info].

☞ »Zwei Rechtsradikale kassieren Haftstrafen« NWZ 18.​12.​2012
☞ »Haft für Lynchattacke auf Pädophilen« NDR 18.​12.​2012

nwz tv contra yuppie-hafen?

update: Das Video ist wohl gerade offline oder wurde dauerhaft gelöscht. Aber vielleicht kommt es ja wieder. Hier nun der direkte Link zur NWZ TV-Seite und die Beschreibung von NWZ TV: »Hafenwandel bedroht kulturelle Vielfalt. Das Oldenburger Hafenviertel soll in den nächsten Jahren saniert und umstrukturiert werden. Während sich die Investoren über die lukrative Erschließung des Hafens freuen, bleibt die kulturelle Vielfalt auf der Strecke.«

ol crime, part 35

Pres­se­mel­dung der Po­li­zei Ol­den­burg vom 12.12.2012 | 09:35 Uhr:
»Oldenburg (ots) ++ Oldenburg (ots) – Vor einem Geschäft an der Heiligengeiststraße entwendeten unbekannte Diebe zwei Weihnachtsbäume. Die mit Schleifen geschmückten Nordmann-Tannen waren mit Ketten und Vorhängeschlössern an Straßenlaterne angekettet. Die Ketten und Schlösser waren durchgekniffen worden. Die Taten ereigneten sich am Mittwoch, dem 5. Dezember, sowie am Montag, dem 10. Dezember. Hinweise an die Polizei werden unter Telefon 790-4115 erbeten.«


☞ Mehr »Kriminalität« gibt es hier.

♫ das bißchen totschlag