gedenktafel für jüdische opfer

Der Kulturausschuss des Stadtrates hat sich bei seiner Sitzung am 20. November einstimmig für die Errichtung einer Gedenktafel für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus in Oldenburg ausgesprochen, welche vermutlich vor dem PFL aufgestellt wird. Dem Vorschlag des Arbeitskreises »Erinnerung gestalten« folgend soll eine vier mal vier Meter große Erinnerungstafel gefertigt werden, auf welcher neben einem Stadtplan aus dem Jahr 1940 die Namen und die letzten Wohnanschriften der bisher identifizierten 169 jüdischen Todesopfer aufgebracht werden sollen. Begleitend wollen SchülerInnen der Paulus-Schule zwei Broschüren anfertigen, welche als Grundlage für Stadtrundgänge dienen sollen.


1 Antwort auf “gedenktafel für jüdische opfer”


  1. 1 werkstattfilm 27. November 2012 um 16:03 Uhr

    Kulturausschussitzung vom 17.01.2012
    „Virtueller Wasserfall soll mahnen“ NWZ 23.01.2012

    Stellungnahme von Werkstattfilm e.V.

    Der Arbeitskreis „Erinnerung gestalten“, vertreten durch den Sprecher und ehemaligen Kulturdezernenten Dr. Ekkehard Seeber, möchte durch einige Aktionen für die „Gestaltung der Erinnerung an die Oldenburger Opfer des Nationalsozialismus“ sorgen. U.a. soll dafür eine „zentrale“ Medien- und Archivstelle gegründet werden.

    Ein Schwerpunkt der Arbeit von Werkstattfilm e.V. ist seit Anbeginn seiner Existenz die Beschäftigung mit diesem dunklen Kapitel der Stadtgeschichte. Mit zahlreichen Projekten (siehe Zusammenstellung im Kasten) hat Werkstattfilm e.V. versucht, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus zu bewahren und wachzuhalten- an die jüdischen Bürger, an Sinti und Roma, an die Opfer in den psychiatrischen Anstalten und auch an die vielen Zwangsarbeiter, die hier in der Stadt eingesetzt wurden. Und Werkstattfilm weist auf die Bürger der Stadt Oldenburg hin, die in die Verbrechen des Naziregimes verstrickt waren oder von ihr profitiert haben..

    Das war in der Vergangenheit manchem unbequem und stieß nicht immer auf Gegenliebe, ja auf offenen Widerstand. So mussten wir bei der „Arisierungsausstellung“ 2001 ernüchtert feststellen, dass unsere Ausstellung, die überregional Beachtung fand, hier in der Stadt von keinem Sponsor unterstützt wurde. Und auch – das betonten wir explizit im Vorwort das Katalogs – „das Kulturamt zeigte kein Interesse, die Arbeit aktiv zu unterstützen.“ Man erinnere sich: Kulturdezernet war damals Dr. Ekkehard Seeber !

    Herr Seeber meint heute offensichtlich, dass nun der richtige Zeitpunkt für eine Beschäftigung mit diesem Thema gekommen sei. Offenbar gibt es für ihn und den Arbeitskreis dabei keine Veranlassung, bestehende langjährige und kontinuierliche Arbeit des Vereins Werkstattfilm auf dem Gebiet der Aufarbeitung der Nazizeit zu würdigen, indem man Werkstattfilm kontaktiert und mit ihm kooperiert. Da wird zu unserer Überraschung unter Ignorierung des Masterplans und des bestehenden Oldenburger Medienarchivs eine zentrale Medien- und Archivstelle erdacht, wobei völlig unklar ist, welche Medien, die nicht schon im Oldenburger Medienarchiv des Vereins Werkstattfilm lagern , dort überhaupt gesammelt werden sollen.

    Das Material von Werkstattfilm wurde alljährlich mit großem Erfolg Schülern zur Verfügung gestellt, die mit diesem Material Aktionen rund um das Novemberpogrom gestaltet haben. Sie kamen zu Werkstattfilm, da es nirgends in Oldenburg, auch nicht im Stadtarchiv, Vergleichbares gibt. Vielleicht sollte sich der eine oder andere eine gerade ausgestrahlte NDR- Radiosendung von Kristin Hunfeld anhören, in der ein Schüler ausführt: „Da gab es viele Informationen, die wir so uns hätten nicht erarbeiten können !.“ Und ein anderer: „Ohne diese Unterstützung hätten wir im Prinzip mit nichts dagestanden. Die Zusammenarbeit war super !“

    Das sind Belege für konkrete, langjährige und kontinuierliche Arbeit, die wir in Zukunft nicht mehr leisten können, da uns eine adäquate Förderung nicht zuteil wird. Ganz anders aber scheint dies zu gelingen, wenn ein ehemaliger Kulturdezernent an die Tür der Stadt klopft, da findet sich schnell und überraschend eine Unterstützung durch Verwaltung und Politik…

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