oldenburg postkolonial?

Ein Studierendenprojekt am Institut für Geschichte der Carl von Ossietzky Universität befasst sich mit der Frage nach »kolonialen und postkolonialen Wegmarken« in Oldenburg. In Form eines interaktiven Stadtplans mit erklärenden Tonspuren stellen sie nun ihre ersten Erkenntnisse der Öffentlichkeit zur Verfügung: »Die Wegmarken erzählen etwa über „Bünting Coloniale“ und „Rose am Stau“, in denen Kolonialwaren über die Oldenburger Ladentheken wanderten, über einen unscheinbaren Gedenkstein an der Ofener Straße, der eine Verbindung zum Genozid im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika herstellt, oder über eine 1905 auf den Dobbenwiesen stattgefundene Völkerschau. Die Tonspuren gehen auch auf koloniale Spurensuche im Landesmuseum für Natur und Mensch und folgen einem Oldenburger in den „Boxeraufstand“«, schreibt das Studierendenprojekt.

Im Oldenburger Lokalteil veröffentlichte Maik Nolte unter dem Titel »Des Kaisers Kanonier« übrigens einen lesenwerten Artikel über das Projekt, mit dem »unscheinbaren Gedenkstein an der Ofener Straße« als Opener: »Kanonier Kleen starb, so steht es auf einem Gedenkstein neben der halb vergessenen Ehrenhalle für die gefallenen Oldenburger Artilleristen an der Ofener Straße, am 24. März 1906 an Typhus in Lüderitzbucht, damals Deutsch-Südwest, heute Namibia. Was ihn dorthin geführt hatte, deutet die Inschrift indes nur an. „Gestorben während des südwestafrikanischen Feldzuges“ steht da – gemeint ist der Völkermord, den die kaiserlichen Kolonialtruppen an den Herero und Nama begangen haben. (mehr…)«


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