schmierige geschäfte

Am Montag haben 25-30 Mitglieder der Umwelt- und Naturschutzorganisation Robin Wood vor den Toren der Palmöl-Raffinerie von Wilmar in Brake (Landkreis Wesermarsch) demonstriert. Über die Zufahrt zur Raffinerie spannten sie ein Transparent mit den Worten: »Wilmar – Raffinierte Zerstörung und Vertreibung – Kein Palmöl aus Raubbau«. Außerdem ketteten sich fünf Aktivist_innen an zwei Betonpyramiden an und weitere Menschen kletterten in dort aufgestellte, ca. 6 Meter hohe Dreibeiner aus Gerüststangen. LKWs konnten aufgrund der Demonstration ab 9.30 Uhr das Werk weder erreichen noch verlassen, die Auslieferung des Palmöls wurde dadurch verzögert. Trotz Gesprächsbereitschaft seitens der Robin Wood-Aktivist_innen schien kein Kompromiss mit der Leitung von Wilmar zustande gekommen zu sein, der die Aktivist_innen zum Abbruch der Aktion gebracht hätte. So harrten sie gut gelaunt und versorgt der Dinge und warteten auf ein Einlenken des Konzerns, welches anscheinend nicht kam.
Obwohl die Demonstration friedlich verlief, vergab die Polizei massiv Platzverweise. Gegen 13.30 Uhr begann ein SEK-Team mit Hilfe eines Gabelstaplers (!) die Menschen aus den Dreibeinern zu »befreien«. Nachdem diese abgebaut waren, scheiterte die Polizei jedoch an der Entfernung der Betonpyramiden, so dass die Robin Wood-Aktivist_innen sich gegen 16:00 Uhr selbst zurückzogen.

Die Aktivist_innen wollten damit gegen den »Landraub und die Zerstörung des Regenwaldes«, welcher von Wilmar vor allem in Indonesien begangen wird, demonstrieren. Sie fordern den Konzern auf »kein Palmöl aus Raubbau einzusetzen, die Expansion von Palmöl-Plantagen zu stoppen und Landkonflikte zugunsten der lokalen Bevölkerung zu lösen«.
Palmöl wird hierzulande als billiges Speisefett in fast jedem zweiten Supermarktprodukt wie z.B. Margarine, Tütensuppe oder Eiscreme eingesetzt . Um den immensen Bedarf zu stillen, wurden laut einer Sprecherin von Robin Wood z.B. in Indonesien massiv Regenwälder gerodet um dort Ölpalmen anzubauen. Wilmar ist laut Robin Wood der größte Palmöl-Händler der Welt und betreibt allein in Indonesien 180.000 Hektar Plantagen, größtenteils auf Flächen ehemaligen Tropenwaldes [Info]. In Zentral-Kalimantan wurde Wilmar im Oktober 2010 von der Umweltschutzorganisation »Save our Borneo« in flagranti beim Roden erwischt. Die lokale Bevölkerung wird dabei enteignet und vertrieben. Die Zerstörung des Waldes und die Ersetzung durch Monokulturen entzieht ihnen die Lebensgrundlage.


1 Antwort auf “schmierige geschäfte”


  1. 1 mehr film 22. September 2012 um 11:07 Uhr

    Es gibt hierzu jetzt auch einen kurzen Film von graswurzel.tv: http://www.graswurzel.tv/p221.html

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