Archiv für August 2012

die kraft der schmetterlinge

»Im Rahmen der Chaostheorie spricht man vom „Schmetterlingseffekt“, was bedeutet, dass kleinste Abweichungen langfristig ein ganzes System vollständig und unvorhersagbar verändern können… Politiker_innen verschiedener Länder betonen immer wieder, dass es derzeit keine Alternativen zum neoliberalen Wirtschafts- und Lebenskonzept gibt. Der Film “Die Kraft der Schmetterlinge” ist 2011 auf einer Reise von Mexiko nach Panama entstanden und handelt von Menschen in Mittelamerika, die statt auf Lösungen seitens ihrer Regierungen zu hoffen – sich zusammentun, sich organisieren und so eigene Lösungen und Alternativen schaffen. (mehr…)«

☞ Montag, 10. September, 19 Uhr, Alhambra Vorstellung des Projektes ‚C.A.C.I.T.A.‘ und Filmvorführung: ‚Die Kraft der Schmetterlinge‘ (1. Teil)
☞ Dienstag, 11. September, 19 Uhr, Alhambra Filmvorführung: ‚Die Kraft der Schmetterlinge‘ (2. Teil)

48,8 % für`s wohnen

Arme haben nicht einfach nur weniger Kohle zur Verfügung, sondern müssen von diesem kargen Einkommen auch noch prozentual am Meisten für ihre Bleibe hinlegen. »Dies zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Danach müssen Geringverdiener mit einem Nettoeinkommen bis zu 1300 Euro fürs Wohnen monatlich bereits 48,8 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens aufwenden. (…) Einen Haushalt, der zwischen 1300 und 1700 Euro im Monat zur Verfügung hat, gibt nur 36,4 Prozent fürs Wohnen aus. Den geringsten Anteil müssen die Besserverdienenden ausgeben. Bei Haushalten, die monatlich zwischen 5000 und 18.000 Euro ausgeben können, schlagen Miete, Energie und Instandhaltung nur noch mit 16 Prozent zu Buche«, berichtete Bild.de (!).

enter_the_gap!

☞ Antisexistische Veranstaltungsreihe vom 3. bis 11. September in Hamburg

gesprühter antimilitarismus

Mitte August erhielt scheinbar mal wieder eine Bundeswehrliegenschaft in Oldenburg Besuch von AntimilitaristInnen. Ein entsprechendes Schreiben, welches unser Postfach erreichte, gibt es nun hier als Dokument der Zeitgeschichte: »In der Nacht zum Samstag, den 11.08.2012 auf den 12.08.2012, haben wir das Kreiswehrersatzamtsgebäude mit zahlreichen gesprühten Parolen verschönert. So bezichtigen wir in tuchoskyischer Tradition Soldat_innen als Mörder_innen um den militärischen Verantwortlichen Oldenburg weiterhin klar zu machen, dass wir einen militärischen Normalzustand, in dem Soldat_innen nicht mehr als Mörder_innen für imperialistische Interessen, sondern als ein normaler Teil der Gesellschaft wahrgenommen werden, niemals akzeptieren werden! (mehr…)

die stadt, das eigentum
und was wir daraus machen!

Ab September gibt es im noch immer besetzten Haus Friedensbruch unter dem Motto »Die Stadt, das Eigentum und was wir draus machen!« eine Veranstaltungsreihe rund um Hausbesetzungen.

Beginnen wird die Reihe am 4. September um 19 Uhr mit dem Vortrag »„tief im Wesen des Menschen“ begründet? – Zur Entstehung und Kritik des bürgerlichen Eigentumsbegriffs« [Info] von Ingo Elbe, am 12. September spricht dann Norbert Gestring ab 18 Uhr zum Thema »Gentrification und städtische Konflikte« [Info]. Im Oktober wird es dann wieder praktischer: Am 2. Oktober gibt es ab 19 Uhr wissenswerte Rechtsgrundlagen bei Hausbesetzungen, am 6. Oktober (ebenfalls 19 Uhr) eine kleine Selbstvorstellung des Haus Friedensbruchs und Libertären Zentrums (L!Z) aus Magdeburg und irgendwann im Oktober noch eine Selbstvorstellung des Wagenplatzes aus Lüneburg und des Autonomen Zentrums Köln.

yak pak israel

gedenktag für euthanasie-opfer

Am 1. September veranstaltet der »Gedenkkreis Wehnen e.V.« seine alljährliche Gedenkveranstaltung für die Opfer der NS-Euthanasie. »Zentrales Thema wird der Film »Lebensunwert« über das Schicksal von Paul Brune [Info] [Ausschnitt] sein. Wir wollen nicht nur an die Verbrechen der NS-Zeit erinnern, sondern uns auch der Zeit nach 1945 bis in die Gegenwart widmen. Dazu gibt die Lebensgeschichte von Paul Brune reichlich Information«, so der Gedenkkreis. Beginn ist um 14.00 Uhr im Festsaal der Karl-Jaspers-Klinik (Herrm.-Ehlers-Str. 7, Bad Zwischenahn).

ol crime, part 33

Pres­se­mel­dung der Po­li­zei Ol­den­burg vom 21.08.2012 | 08:14 Uhr:
»Oldenburg (ots) ++ Oldenburg (ots) – Zu einer ungewöhnlichen Körperverletzung ist es am frühen Montagmorgen (02.00 Uhr) beim ZOB am Willy-Brand-Platz gekommen: Ein 63-jähriger Oldenburger hatte neben dem Parkhaus auf einer Bank gesessen und wurde plötzlich von einem harten Gegenstand am Kopf getroffen. Gemeinsam mit zwei Zeugen stellte der 63-Jährige dann fest, dass er von der oberen Etage des Parkhauses mit einem alten, harten Brot beworfen worden war. Bei dem Täter handelte es sich um einen alten Bekannten des Opfers. Der Verletzte erlitt eine Platzwunde über dem Auge; er wurde im Krankenhaus ambulant versorgt. Gegen den Brotwerfer wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.«


☞ Mehr »Kriminalität« gibt es hier.

geld ist genug da

Nach Angabe vom Sozialverband Deutschland (SoVD) beläuft sich das Nettoprivatvermögen in Deutschland auf üppige 7,5 Billionen Euro (Nur mal so zum Vergleich: Die momentane Staatsverschuldung beträgt »nur« etwas über 2 Billionen Euro). Von diesen 7,5 Billionen Euro besitzt das reichste Zehntel der Bevölkerung mehr als 63 Prozent, die ärmere Hälfte gerade einmal ein Prozent des Gesamtvermögens.
Und während über 650.000 Menschen mindestens 112.000 Euro pro Jahr nach Hause bringen und somit die strahlenden GewinnerInnen dieses Systems darstellen, sind viele Andere nicht erst am Ende des Monats von ganz realen Existensängsten geplagt. Zum Beispiel die 8 Millionen Menschen, die von Hartz IV leben müssen, die mehr als 1 Million LeiharbeiterInnen, die über 130.000 Menschen, die nur Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bekommen oder auch die 7 Millionen Menschen im Minijob-Sektor.

free pussy riot

20 jahre rostock-lichtenhagen

Vom 22. und 26. August 1992 kam es in Rostock-Lichtenhagen zum massivsten rassistischen Pogrom der deutschen Nachkriegsgeschichte [Info]. Anlässlich des 20. Jahrestages wird es in Oldenburg mehrere Veranstaltungen geben – am Montag, dem 20. August gibt es um 20.30 Uhr im Alhambra einen Info- und Videoschnipselabend. Für Dienstag, dem 21. August wurden die AutorInnen des Buches »Kaltland«[Info] zu einer Lesung ins Polyester (19.30 Uhr) eingeladen. Weitere Veranstaltungen sind wohl noch in Planung.

Am Samstag, dem 25. August findet dann in Rostock eine bundesweite Antira-Demo statt. Aus Oldenburg wird ein Bus zur Demo fahren – Tickets gibt es ab sofort im Infoladen »Roter Strumpf« und bei den Veranstaltungen im Vorfeld.

nazi-musiker mordet in oak creek

Am 5. August stürmte der 40-Jährige Faschist Wade Michael Page mit einem Gewehr den Sikh-Tempel in der Stadt Oak Creek im US-Bundesstaat Wisconsin. Dort tötete er Suveg Singh (84 Jahre), Sita Singh (41), Ranjit Singh (49), Satwant Singh Kaleka (65), Prakash Singh (39) und die 41-Jährige Paramjit Kaur, bevor er sich nach einem Feuergefecht mit der Polizei selbst erschoss.

Wade Michael Page war von 1992 bis 1998 Soldat der US-Army und wurde aufgrund einer »Serie von Fehlverhalten« aus dem Militardienst entlassen. Spätestens seit dem war er in der amerikanischen Naziszene im Umfeld der »Hammer Skin Nation« und der »White Knights of America« aktiv. Durch seine mindestens zehnjährige »Karriere« als Sänger und Gitarrist der Rechtsrock-Bands »Definite Hate« und »End Apathy« wurde er so etwas wie der Star der militanten Nazi-Musikszene. »Lasst uns die Juden töten, die Mischlinge und die Schwarzen« forderte Page. Seine menschenverachtenden Texte hat er nun selbst in Tat umgesetzt und in seinem rassistischen Vernichtungswahn sechs Menschen das Leben genommen.

☞ »Rassisten fürchten Ende der weißen Dominanz« Tagesschau, 08.08.12

ol crime, part 32

Pres­se­mel­dung der Po­li­zei Ol­den­burg vom 30.07.2012 | 16:00 Uhr:
»Oldenburg (ots) ++ Am Sonntagabend, 29.07.12, gegen 23:00 Uhr, hatten plötzlich ca. 2000 Haushalte in Edewecht keinen Fernsehempfang mehr. Grund dafür war, dass ein Verteilerkasten, der in Edewecht, Oldenburger Straße, Höhe der Einmündung zur Industriestraße aufgestellt ist, von Unbekannten umgekippt wurde. Dabei riss das Hauptverbindungskabel ab. «


☞ Mehr »Kriminalität« gibt es hier.

aufklären statt vertuschen

»Am Samstagmorgen (28.7.2012) wurde in Woltmershausen ein Brandanschlag auf ein Einfamilienhaus verübt. Zur Tatzeit befanden sich acht Personen im Haus. Deren Tod wurde billigend in Kauf genommen, wenn nicht sogar beabsichtigt. Aus welcher Motivation die Täter_innen handelten, ist offensichtlich. Dem Anschlag vorausgegangen waren rassistische Äußerungen und die konkrete Ankündigung der Tat.
Der 20 Jahre alte Sohn der betroffenen Familie kam am frühen Samstagmorgen nach Hause. Wenige Häuser weiter saßen Nachbarn mit Bekannten auf der Terrasse. Als sie den jungen Mann sahen, skandierten sie lautstark “Ausländer raus!”. Der Sohn ignorierte die Rufe und ging ins Haus. Kurz danach entzündeten die Nachbarn einen Brandsatz, bewaffneten sich mit Kanthölzern und zerstörten die Glasscheibe der Eingangstür. Anders als in der Pressemitteilung der Polizei und der Zeitung dargestellt, handelte es sich nicht nur um einen „brennenden Lappen“. Vielmehr bestand der Brandsatz aus einem T-Shirt und einer größeren Menge Brandbeschleuniger, welcher unter der Türschwelle in den Hausflur eindrang. Nur durch das rechtzeitige Löschen konnte Schlimmeres verhindert werden.
Die Polizei nahm die Täter_innen vorläufig fest. Nachdem diese nach drei Stunden wieder auf freien Fuß gesetzt wurden, baten die Betroffenen um Polizeischutz. Dieser wurde jedoch verwehrt. Die einzige Reaktion der Beamten war die Aussage, sie „sollten sich doch einen Eimer Wasser neben die Tür stellen“. Auch informierte die Polizei die Öffentlichkeit nicht. Erst nachdem der Anwalt der betroffenen Familie den Weser-Kurier über den Anschlag in Kenntnis setzte, veröffentlichte die Polizei eine Pressemitteilung. Es ist offensichtlich, dass die Polizei versucht, das Ereignis als „Streit unter Nachbarn“ abzutun und herunterzuspielen. Ähnlich wie vor 4 Monaten bei einem rechten Übergriff in einer Kneipe in Bahnhofsnähe.
Die Situation der betroffenen Familie ist nach ihren Aussagen auch deshalb besonders bedrohlich, weil sich die Mehrheit der Nachbarschaft nicht solidarisch mit ihnen zeigt. Im Gegenteil. Teile der Bewohner_innen der Reihenhaussiedlung brachten offen ihre Sympathie für die Tat zum Ausdruck.
Es gibt unzählige Beispiele für die mörderische Qualität des rassistischen Normalzustands. 180 Tote durch rassistische Gewalt seit 1990 zeigen dies deutlich. Wir wollen und werden uns mit diesem Zustand nicht arrangieren. Aufdecken statt Vertuschen! Rassismus erkennen und bekämpfen! Solidarität mit den Betroffenen!
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