Archiv für Juli 2012

arbeit auf abruf

übertönt, aber nicht versenkt

Ganze zwölf Nazis schafften es am gestrigen Donnerstag zur Kundgebung der NPD auf den Julius-Mosen-Platz. Als mit 20 minütiger Verspätung das sogenannte »NPD-​Flagg­schiff«, bei welchem es sich in Wirklichkeit um einen Kleinlaster aus dem Land des französischen »Erbfeindes« handelt, mit seinem Begleitfahrzeug eintraf, wurde es schon sehnsüchtig vom Oldenburger NPD-Ratsherrn Ulrich Eigenfeld, dem Huder Jungnazi Erik Bruhn und einem weiteren Faschisten aus dem Oldenburger Raum erwartet. Die mit Hundertschaften aus Oldenburg, Braunschweig und Lüneburg angetretene Polizei hatte zuvor den Platz hermetisch abgeriegelt und sämtliche Zufahrtsstraßen gesperrt.

Die leider nur etwa 150-200 GegendemonstrantInnen schafften es daher weder den Platz zu besetzen, noch die Anfahrt des »Flagg­schiffs« (abgesehen von einer kurzweiligen Sitzblockade) merklich zu behindern. Dennoch gelang es durch Rufe, diverse Hupen und Unmengen an Trillerpfeiffen (Dank an den spendablen Laden!) die Reden der Nazis komplett zu übertönen.

Auch auf dem Platz selber kam es zu Protesten einzelner OldenburgerInnen, die trotz allem durch die Absperrungen schlüpfen konnten und ihren Unmut lauthals kundtaten. Einer Person gelang es dabei sogar, sich kurzfristig das Mikrofon anzueignen und über die NPD-eigene Lautsprecheranlage Klartext zu reden. Nach knapp einer Stunde unverständlicher Reden war der braune Spuk dann endlich vorüber und die NPD suchte das Weite.

☞ »NPD ohne Publikum« Diabolo 19.​07.​2012
☞ »150 Polizisten sichern NPD-Demo« NWZ 20.​07.​2012
☞ »Flaggschiff in einsamen Gewässern« Lokalteil 20.​07.​2012

npd-flaggschiff versenken

Morgen kommt nun also die NPD im Rahmen ihrer »Deutschlandtour« nach Oldenburg. Diese besteht aus einem Renault-Kleinlaster (B BK 1225) – dem sogenannten »NPD-Flaggschiff« – und einem VW-Bulli (B BK 1254) inklusive etwa 8-12 reisefreundigen Nazis. Ab 11 Uhr wollen sie auf dem Julius-Mosen-Platz ihre menschenverachtende Hetze verbreiten. Antifaschistische Gruppen mobilisieren für 10 Uhr zum Ort des Geschehens, um dass Vorhaben der Nazis zu verhindern.

npd-kundgebung in oldenburg?

»Nachdem die neonazistische NPD mit ihrer „Deutschlandfahrt“ bereits in Wolfsburg, Hannover, Bremen, Bremerhaven, Delmenhorst und Lüneburg Halt gemacht hat, sind voraussichtlich für kommenden Donnerstag, 19. Juli, Kundgebungen in Oldenburg (vormittags) und Osnabrück (nachmittags) geplant.
Dies wird natürlich nicht ohne unseren Widerstand von statten gehen. Sobald es konkrete Informationen gibt, werden wir sie hier veröffentlichen. Haltet euch den Termin frei, bereitet euch vor, seid kreativ! Nazis stoppen!
« [Quelle]

update: Am 17. Juli berichtete auch die NWZ über die geplante Kundgebung: »Die NPD will an diesem Donnerstag eine Kundgebung in Oldenburg abhalten. Wie die Stadtverwaltung am Montag auf Anfrage bestätigte, hat die rechtsextreme Partei einen Antrag für eine Veranstaltung auf dem Schlossplatz gestellt. Der Antrag werde derzeit vom Ordnungsamt geprüft. Rund 100 Bürger hatten am Sonnabend in Delmenhorst gegen eine Kundgebung der rechtsextremen NPD protestiert«. Die Nazikundgebung soll wohl um 11 Uhr beginnen, der Ort kann sich durchaus noch ändern. Achtet auf weitere Ankündigungen!

die hausbesetzerInnenszene in pankow

ratssitzung, die siebte

»Da es bei der letzten Sitzung mit dem guten Wetter nicht geklappt hat, hoffen wir am kommenden Montag auf besseres Wetter. Aus diesem Grunde werden wir – bei entsprechendem Wetter – zur kommenden Ratssitzung (16.07.2012 ab 18:00) eine hoffentlich nette Alternative zu den harten Bänken des Besucher_innenbereichs anbieten. Wir werden uns an der linken oder rechten Seite des PFL mit netten Menschen auf die Grünfläche setzen. Dabei können wir uns evtl. besser kennenlernen, uns unterhalten und anderen netten Outdoor-Aktivitäten nachgehen. Ziel ist es, dass wir mit möglichst vielen engagierten Gegner_innen des Mandatsträgers Eigenfeld in der Nähe des Sitzungsortes bleiben, um möglichst schnell in den Zuschauerraum gelangen zu können, wenn er sich zu Wort gemeldet hat.
Wenn ihr also um 18:00 Uhr noch arbeiten müsst, Familie, schlafen oder sonstwas: Kommt um 19:00, kommt um 20:00, kommt um 21:13 Uhr, egal wann, aber kommt doch für eine Stunde oder zwei vorbei! Es darf keine normalen Ratssitzungen geben, wenn ein Nazi im Rat sitzt; Oldenburg besteht nicht aus einigen wenigen engagierten Menschen, sondern aus Vielen! Das sollten wir auch zeigen!
« [Quelle]

no border camp 2012

http://noborder.antira.info/

unter dem laster liegt der neubaurand

Passend zum gerade stattfindenden Platzfest 2012 gibt es hier nun eine Pressemitteilung der Oldenburger Wagenburg zur geplanten Yuppieviertel »Alter Stadthafen« und daraus resultierenden Umzugsgerüchten:

»Zumindest wenn es nach der Meinung der gegenwärtigen Stadtplanung und den privaten Grundstückseigentümern im Bereich „Alter Stadthafen“ geht. Seit 2005 ist das Gebiet rund um den Alten Schlachthof verplant. „Ein Viertel für die große zukünftige Elite“ so beschrieb OB Schwandner das Projekt. Der ursprüngliche Plan mit Yachthafen, und wohnen am Wasser ist längst passé. Zu teuer und nicht umsetzbar lautete das Fazit einer eigens in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie. Diese Pläne wurden gestrichen und ein neuer Bebauungsplan vorgelegt. Heraus kam eine eingeschränkte Planung auf der Nordseite, also das Gebiet zwischen dem Arbeitsamt und dem Wasserturm. Eine enge Bebauung mit 3-5 stöckigen Häusern, ummantelt mit höherstöckiger Randbebauung, die als bewohnter Lärmschutz an den Schienen errichtet werden sollte, waren das Resultat… quasi als neocharmante Trutzburg gegen den Bahnlärm. Weitere Gutachten über Lärmentwicklung, Verkehrsaufkommen und Bodenbelastung warfen Probleme auf. Das Projekt schien auf Talfahrt zu gehen. Kurz darauf verließ Stadtbaurat Pantel seinen Posten, die städtischen Verhandlungen mit der DB Netz AG (größte Grundstückseigentümerin auf dem Gebiet) scheiterten und die Pläne wurden offensichtlich erst einmal auf Eis gelegt.
Ginge es nach dem Willen von Stadtbaurätin Gabriele Nießen, sollte das für schon tot befundene Projekt „Alter Stadthafen“ nun zügig wieder in Angriff genommen werden. Auch der Vorsitzende des Bauausschusses Sebastian Beer (die Grünen) äußerte bereits, dass es nun alles ganz schnell gehen könnte. Doch nicht die Stadt wird als Investor auftreten, um das Grundstück der Bahn AG zu erwerben, sondern der Rasteder Kaufmann Dirk Onnen. Mit der kürzlich von Onnen und Hans-Helmut Kutzeer gegründeten „Stadthafen-Immobilien GmbH“ , sollen Bau und Verkauf nun abgewickelt werden. Warum dies allerdings noch nicht öffentlich bestätigt wurde, wirft Fragen auf. Handelt es sich hierbei doch um Belange, öffentlichen Interesses.
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platzfest 2012


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