pannenserie statt groß­machts­träu­me

»Seit 1974 schon bemühte sich die Stadt Oldenburg um eine Namenspatenschaft für ein Schiff der Bundesmarine. (…) Im Jahr 2003 gab die Deutsche Marine fünf Korvetten in Auftrag. Eine dieser Korvetten erhielt dann endlich den Namen „Oldenburg“«, jubelten die Oldenburger KriegsfreundInnen noch vor einigen Jahren. Doch manchmal nehmen Rüstungsprojekte einen Gang, den mensch aus antimilitaristischer Perspektive nur als vorbildlich bezeichnen kann. So auch das 1,2 Mil­li­ar­den Euro teu­re Rüs­tungs­pro­jekt der Bundesmarine bestehend aus der Kor­vet­te F 263 »Ol­den­burg« und ihren 4 baugleichen Schwes­ter­schif­fen »Braun­schweig«, »Mag­d­e­burg«, »Er­furt« und »Lud­wigs­ha­fen am Rhein«.


Kor­vet­te F 263 »Ol­den­burg« untätig im Hamburger Hafen

Bereits im Mai 2009 zerlegte sich wäh­rend einer Test­fahrt der Kor­vet­te »Ol­den­burg« das Getriebe. Es handelte sich dabei um kon­struk­ti­ve Män­gel der neuen Kor­vet­ten­klas­se, so dass die Getriebe auf allen fünf Schif­fen aus­ge­baut und er­neu­ert wer­den mussten [Info]. Im Fe­bru­ar 2011 stell­te man dann bei einer Pro­be­fahrt der Kor­vet­te »Mag­d­e­burg« Schim­mel- und Schwitz­was­ser-Bildung fest. Ursache waren feh­ler­haft kon­stru­ierte Kli­ma­an­la­gen. Wie­der muss­ten alle fünf Kor­vet­ten über­ar­bei­tet wer­den. Im Mai 2011 wurden schon die nächsten Probleme bekannt. Bei der Kor­vet­te »Ol­den­burg« und »Lud­wigs­ha­fen am Rhein« traten Stö­run­gen mit den Kupp­lun­gen der bereits erneuerten Ge­trie­be auf. Erneut folgte eine Über­ar­bei­tung aller fünf Schif­fe [Info].
Mitte Juni diesen Jahres nun die neueste Hiobsbotschaft für die deutsche Kriegsmarine. Auf der Korvette »Braunschweig« wurde festgestellt, dass sich in den Maschinenräumen auf den fünf neuesten Korvetten das giftige Gas Formaldehyd entwickelt. Nur mit Atemschutzmasken ist noch ein Betreten möglich. Ursache ist wahrscheinlich ein zur Anbringung der Isolation verwendeter Kleber [Info]. Also alle wieder zurück in die Werft.
Bleibt zu hoffen das diese Pannenserie niemals enden möge und sich das als neuer Stolz der Kriegs­ma­ri­ne geplante Korvettenprojekt auch dauerhaft als »größ­tes De­sas­ter für die Ma­ri­ne seit dem Zwei­ten Welt­krieg« behaupten kann. Auf dass die Kor­vet­te F 263 »Ol­den­burg« und ihre vier Schwesterschiffe niemals ihre tödlichen Waffen zum Einsatz bringen können.


1 Antwort auf “pannenserie statt groß­machts­träu­me”


  1. 1 charms 27. Juni 2012 um 9:16 Uhr

    Es heißt „dieses Jahres“ nicht „diesen Jahres“!!!!

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