anschlag auf jüdischen friedhof in delmenhorst

In der Nacht des 16. Juni wurde ein antisemitischer Anschlag auf den jü­di­schen Fried­ho­f an der Syker Stra­ße in Delmenhorst verübt. Insgesamt wurden 18 Gräber geschändet, mehrere Grab­stei­ne umgeworfen oder mit Ha­ken­kreu­zen beschmiert. Als erste Reaktion auf den Anschlag fand am gestrigen Montag eine Mahnwache des »Breiten Bündnis gegen Rechts« vor dem Friedhof statt, bei welcher rund 180 DelmenhorsterInnen ihre Solidarität mit der jüdischen Gemeinde zeigten. Unter Tränen sagte Pedro Benjamin Becerra, der Vorsitzende der Delmenhorster jüdischen Gemeinde: »Das, was passiert ist, ist so furchtbar für uns. Lassen Sie sich von meinen Tränen nicht täuschen. Wir lassen uns davon nicht einschüchtern«.

Delmenhorst ist schon seit Längerem für seine Naziszene bekannt – immer wieder kommt es dort zu Angriffen und Anschlägen. Erst am 2. Juni gab es einen (glimpflich verlaufenen) Brandanschlag auf die dortige Mevlana Moschee [Video]. Die staatlichen Sicherheitsorgane sehen das freilich anders: »Für uns als Polizei, eine erkennbar rechte Szene, die könn wir so hier eigentlich nicht ausmachen«, sagte Mathias Kutzner von der Polizei Delmenhorst. So, so.

☞ »Jüdischer Friedhof zerstört« taz 19.​06.​2012
☞ »„Eine geistige Verrohung der Täter“« NWZ 19.​06.​2012
☞ »Große Solidarität mit jüdischer Gemeinde« Weser Kurier 19.​06.​2012
☞ »Polizei ermittelt nach Friedhofsschändung« NDR 19.​06.​2012


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