Archiv für Mai 2012

eigentümer-angriff auf haus friedensbruch

»Heute in den frühen Morgenstunden wurde von der EWE ein Loch im Garten gebuddelt. Ziel war die Stromleitung! Der Eigentümer (oder einer seiner Handlanger) hat bei der EWE eine Versorgungssperre beantragt. Die von schwerdt-immobilien gegenüber dem Weser Kurier getroffene Aussage, dass “in diesem Sommer” das Haus geräumt werden soll wird wohl in die Tat umgesetzt und dies ist der erste Schritt. Ungeachtet dieser bodenlosen Dreistigkeit geht der “normale” Betrieb im Haus weiter!
Vom 8.6. bis 10.6. wird es im Haus ein Bauwochenende geben. Wir freuen uns über viele tatkräftiger Helfer, Material-, Trinken- und Essensspenden. Wir haben viel zu tun!
« [Quelle]

♫ anarchy in the uk

de­s­er­ta­ti­on un­term ha­ken­kreuz

»Das Institut für Geschichte der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg lädt am Mittwoch dem 06.06.2012 um 18 Uhr zu einem Abendvortrag des ehemaligen Wehrmachtsdeserteurs Ludwig Baumann ein. Es handelt sich um eine öffentliche Veranstaltung im Rahmen des Seminars „Die Wehrmacht“ von Markus Evers. Veranstaltungsort ist der Bibliothekssaal der Universität; der Eintritt ist frei.

Ludwig Baumann saß wegen „Fahnenflucht im Felde“ u. a. zehn Monate in einer Todeszelle des Militärgefängnisses von Bordeaux (spätere Stationen seines Leidens waren insbesondere das Konzentrations- und Strafgefangenenlager Esterwegen, das Wehrmachtsgefängnis in Torgau sowie der Kampfeinsatz im sog. „Bewährungs-“ bzw. Strafbataillon 500). Der in puncto Erinnerung selbstkritische Zeitzeuge wird bei diesem Vortrag jedoch nicht nur darüber sprechen, was er unter dem menschenverachtenden NS-Regime ertragen musste, sondern auch von seiner späteren Verarbeitung dieser Zeit und dem damit verbundenen Ringen um Rehabilitierung berichten. Der in der Friedensbewegung aktive Ludwig Baumann setzte sich nämlich als Mitbegründer der 1990 ins Leben gerufenen „Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz e. V.“ hartnäckig und letztlich erfolgreich für eine allgemeine Rehabilitierung der als vorbestraft geltenden Wehrmachtsdeserteure (im Jahre 2002) und schließlich auch der sog. „Kriegsverräter“ (im Jahre 2009) ein. Die Presse unserer Tage ehrt „Deutschlands bekannteste[n] Deserteur“ (Die Zeit) hierfür mit Bezeichnungen wie „deutscher Held“ (Spiegel Online).« [Quelle]

hausbesetzer geben nicht auf


Weserkurier vom 12. Mai 2012

29. mai 1932: ns-regierung in oldenburg

»Am 29. Mai 1932 wählte die Bevölkerung des Freistaates Oldenburg einen neuen Landtag. Der NSDAP gelang es damit erstmals in einem der 17 Länder des Deutschen Reiches, auf parlamentarisch-demokratischem Weg, eine Alleinregierung zu übernehmen – mehr als ein halbes Jahr vor der Kanzlerschaft Hitlers in Berlin.

Klaus Thörner geht am Donnerstag, 31. Mai 2012, um 20 Uhr im PFL der Frage nach, wie der Aufstieg und der Wahlsieg der NSDAP in Oldenburg möglich war und warum kaum Widerstand gegen den Niedergang der Demokratie geleistet wurde.«

in eigener sache

Wie ihr vielleicht gemerkt habt, war diese Seite die letzten Tage down. Grund dafür war eine DDos-​At­ta­cke auf blog­sport.de und somit auch auf [regentied]. Da das Wetter aber einfach genial war, dürfte der Ausfall wohl zu verschmerzen gewesen sein.

2. 6. hamburg: nazifreie zone

fahrt zur gedenkstätte

»Die Alte Pathologie auf dem Gelände der Karl-Jaspers-Klinik im Bad Zwischenahner Ortsteil Wehnen ist eine Gedenk- und Dokumentationsstätte für Opfer der Euthanasie im nationalsozialistischen Deutschland. Lange Zeit galt die damalige „Heil- und Pflegeanstalt Wehnen“ als eine der wenigen psychiatrischen Einrichtungen in Deutschland, an der keine Euthanasie durchgeführt wurde. Während die Aufarbeitung zunächst von Angehörigen von Opfern getragen wurde, hat sich 2005 an der Carl von Ossietzky Universität ein Forschungsprojekt etabliert. Der Historiker Ingo Harms hat mit seinem Buch „Wat mööt wi hier smachten… . Hungertod und „Euthanasie“ in der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen 1936-1945“ mit dazu beigetragen die Verbrechen zu enttabuisieren und damit eine sichtbare und würdige Erinnerung an die Opfer zu ermöglichen.

Am 03. Juni um 14.00 wird Ingo Harms über die Vorgänge in der Anstalt Wehnen während der Zeit des Nationalsozialismus berichten sowie die Gedenkstätte vorstellen. Wir wollen mit dem Fahrrad vom Alhambra (Hermannstr. 83) aus nach Wehnen fahren – los geht es pünktlich um 13.00. Bei schlechtem Wetter fahren wir mit dem Bus oder mit Autos.«

blockupy frankfurt


Donnerstag, 17. Mai 2012


Freitag, 18. Mai 2012


Samstag, 19. Mai 2012

wiesen, nazis, ostfriesland

In der Nacht des 5. Mai wurde in Wilhelmshaven ein Brandanschlag auf das Gelände einer Moschee in der Admiral-Klatt-Straße verübt. Dort fand am nächsten Tag ein großes Kinderfest der türkisch-islamischen Gemeinde statt. Ein deshalb bereits aufgebautes Pavillon-Zelt ging durch den Anschlag in Flammen auf [Quelle]. Die Vermutung liegt nahe, dass die TäterInnen aus Nazikreisen stammen. Von denen gibt es leider auch in Ostfriesland mehr als genug, wie ein vor kurzem veröffentlichter, umfangreicher Recherche-Artikel belegt. Aber lest selbst: »Weite Landschaft, friedliebende Kühe und weit und breit keine Nazis, geschweige denn organisierte Strukturen. Ostfriesland-Friesland, ein wunderschöner Ort zum leben und Urlaub machen. Ein schönes Bild, das alltäglich und sich stetig wiederholend von diversen öffentlichen Institutionen produziert und reproduziert wird. Ein Bild, dass leider mit der Realität nicht viel gemeinsam hat. Zwar sind die Landschaften weit und die Kühe weitestgehend friedlich, doch mit den Nazis und ihren Strukturen verhält es sich hingegen anders…« (mehr…)

schnelle polizei – saubere polizei

Pressemeldung der hessischen Polizei: »Am Mittwoch haben die Bilder der Räumung des Occupy-Camps in den Medien bundesweite Beachtung gefunden, u. a. durch die „Farbaktion“ der Campbewohner. Polizisten, die die Campbewohner aus dem Zeltlager getragen und hinaus geleitet haben, waren zum Teil völlig mit weißer Wandfarbe beschmiert bzw. beworfen worden. Am stärksten waren davon Polizeieinheiten aus Göttingen und Oldenburg betroffen, deren Einsatzanzüge dabei massiv verunreinigt wurden.

Heimwerker innerhalb der Polizei wussten, dass man nun schnell vor dem Austrocknen der Farbe reagieren musste. Das niedersächsische Polizeikontingent gab bei der hessischen Polizeiführung 81, teilweise großflächig verschmutzte Einsatzanzüge ab. Das Wiesbadener „Präsidium für Technik, Logistik und Verwaltung der hessischen Polizei“ organisierte eine Spezialreinigung, die in Windeseile ganze Arbeit leistete. Abends bekamen die Niedersachsen ihre vollständig gereinigten Einsatzanzüge wieder zurück. Somit kann die polizeiliche Unterstützung durch diese Kräfte uneingeschränkt fortgeführt werden.« [Quelle]

Video dazu (farbig wird es ab 1:35)

ratsitzung 5.0

»Die Pause ist vorbei und wieder einmal tagt der Stadtrat mit dem Nazi Ulrich Eigenfeld. Dieser musste bereits am letzten Wochenende eine Niederlage einstecken: „Auf dem Delegier­tenparteitag der nieder­säch­sischen NPD am 13. Mai 2012 zur Auf­stel­lung der Liste für die Land­tags­wahl im Ja­nu­ar 2013 be­warb er sich er­folg­los um Lis­ten­platz zwei auf der zwölf­köp­fi­gen Wahl­lis­te. An­schlie­ßend kan­di­dier­te er eben­so »er­folg­los für die Plät­ze drei, vier und fünf, ehe er von sei­nem Vor­ha­ben ab­ließ«, wie ein NPD-​na­hes In­fo­por­tal be­rich­te­te. Somit wurde er von sei­nen ei­ge­nen »Ka­me­ra­dIn­nen« in­ner­halb von sechs Jah­ren so­wohl aus dem Bun­des­vor­stand, wie auch aus dem zer­rüt­te­ten nie­der­säch­si­schen Lan­des­vor­stand ent­fernt und darf nun nicht mal mehr auf einem der oh­ne­hin chan­cen­lo­sen Lis­ten­plät­ze der NPD in Nie­der­sach­sen kan­di­die­ren.“ [Info]

Deshalb machen wir gleich weiter und wollen in einem feierlichen Wiedersehen ihm den Abend vermiesen. Denn auch weiterhin kann es keinen Dialog mit Nazi geben! Daher kommt am Montag ab 18 Uhr ins PFL! Wir wissen, dass einige von euch den 18 Uhr Termin nicht schaffen können. Aber auch ab 18 Uhr die vollständige Ratssitzung mitzuerleben zehrt an den Kräften. Deshalb kommt ruhig auch zu einer späteren Zeit! Ulrich Eigenfeld die Suppe versalzen!« [Quelle]

schlapphut-knarre-hakenkreuz


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sommerbiwak in hannover vermiesen!

»39. Kriegs­spek­ta­kel im Stadt­park von Hannover. Sie hören nicht auf!
Sie hören nicht auf damit, Krie­ge zu fei­ern. Immer und immer wie­der fei­ert die 1. Pan­zer­di­vi­si­on ihr „Som­mer­bi­wak“. Zu­sam­men mit Re­prä­sen­tan­t_in­nen aus Po­li­tik und Wirt­schaft fei­ern sie, damit sie Krieg füh­ren kön­nen. Die­ses Jahr fin­det die Feier am 29. Juni statt.

Sie ver­än­dern viel!
Die 1. Pan­zer­di­vi­si­on soll nach Ol­den­burg ab­zie­hen. Die­ser Umzug ist aber nur ein wei­te­rer Teil der Um­struk­tu­rie­rung der Bun­des­wehr zu einer In­ter­ven­ti­ons­ar­mee. Und auch wenn die 1. Pan­zer­di­vi­si­on nach Ol­den­burg um­zieht, blei­ben ihre Ein­hei­ten in Muns­ter und Lutt­mer­sen/Neu­stadt a. Rbg. In Wunstorf ist der Aus­bau des Flie­ger­hors­tes zum Dreh­kreuz für welt­wei­te krie­ge­ri­sche In­ter­ven­tio­nen in vol­lem Gange. Mit der neuen Feld­jä­ger­schu­le be­fin­det sich in Han­no­ver ein Zen­trumg der Aus­bil­dung von in- und aus­län­di­schen Mi­li­tärs zur Auf­stands­be­kämp­fung.

Sie reden auch viel!
Mit dem Umbau zur Be­rufs­ar­mee sieht sich das Mi­li­tär ge­zwun­gen, mehr für sich zu wer­ben. An Schu­len ver­su­chen sie, Schü­ler_in­nen zu über­re­den, sich re­kru­tie­ren zu las­sen. In Ar­beits­agen­tu­ren wer­den junge Ar­beit­su­chen­de durch „si­che­re“ Aus­bil­dun­gen und Jobs ge­kö­dert. Durch Mar­ke­ting ver­su­chen sie, ihr Kriegs­hand­werk schön zu reden. Sie reden auch vom Abzug aus Af­gha­nis­tan. Wäh­rend die Re­gie­run­gen der Na­to-​Staa­ten vom „Abzug“ und der „Über­ga­be der Ver­ant­wor­tung an die af­gha­ni­sche Re­gie­rung“ reden, es­ka­liert der Krieg.

Sie pro­du­zie­ren auch viel.

Die deut­sche Kriegs­in­dus­trie ist in­zwi­schen dritt­größ­ter Rüs­tungs­ex­por­teu­rin der Welt. Sie ver­die­nen am Krieg.

Wir hören nicht auf!

Wir hören nicht auf mit un­se­rem Wi­der­stand und Pro­test gegen alle öf­fent­li­chen Ak­ti­vi­tä­ten und Auf­trit­te der Bun­des­wehr. Wir hören nicht auf damit, die Be­su­cher_in­nen des Som­mer­bi­waks mit un­se­rem Wi­der­stand und Pro­test zu kon­fron­tie­ren. Leis­ten wir über­all Wi­der­stand gegen die Kriegs­schau­plät­ze – egal ob am Flie­ger­horst in Wunstorf, an der Feld­jä­ger­schu­le in Han­no­ver oder bei der ers­ten Pan­zer­di­vi­si­on in Ol­den­burg! Darum: Auf­zug statt Abzug – laut, bunt, mit Tamm­tamm, Ds­chingde­ras­sa und gro­ßem Hallo und Tschüss! So­for­ti­ger Abzug der Bun­des­wehr aus Af­gha­nis­tan und an­ders­wo! Keine Rüs­tungs­pro­duk­ti­on! Keine In­ter­ven­ti­ons­ar­mee! Keine Bun­des­wehr!
« [Quelle]

der einsame ratsherr

Der 64-​jäh­ri­ge Ul­rich Ei­gen­feld, welcher seit der letzten Kommunalwahl als NPD-Mandatsträger im Stadtrat sitzt, dürfte wohl eine der unbeliebtesten Personen der Stadt sein. Für einen eingefleischten Faschisten in Oldenburg sicherlich keine ganz ungewohnte Situation. Doch dass er sogar in seiner eigene Partei, welcher er seit 1969 angehört, nun immer mehr ins Abseits gestellt wird, dürfte für den »treuen Par­tei­sol­daten« eine ziemlich belastende Erfahrung sein.


Eigenfeld allein zuhaus – sowohl im Stadtrat, als auch in der NPD

Be­reits 2006 wurde er als da­ma­li­ge NPD-​Ge­ne­ral­se­kre­tär nicht mehr als stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der der NPD be­stä­tigt. Drei Jahre spä­ter, 2009, ver­lor er dann auch den Lan­des­vor­sitz in Nie­der­sa­chen, wel­chen er über Jahr­zehn­te in­ne­hat­te. Im November 2011 wurde er dann vom Schatz­meis­ter zu einem von drei Kas­sen­prü­fern de­gra­diert [Info]. Am letzten Wochenende folgte der bislang letzte Akt seine innerparteilichen Demontage: Auf dem Delegier­tenparteitag der nieder­säch­sischen NPD am 13. Mai 2012 zur Aufstellung der Liste für die Landtagswahl im Januar 2013 bewarb er sich erfolglos um Listenplatz zwei auf der zwölfköpfigen Wahlliste. Anschließend kandidierte er ebenso »erfolglos für die Plätze drei, vier und fünf, ehe er von seinem Vorhaben abließ«, wie ein NPD-nahes Infoportal berichtete. Somit wurde er von seinen eigenen »KameradInnen« innerhalb von sechs Jahren sowohl aus dem Bundesvorstand, wie auch aus dem zerrütteten niedersächsischen Landesvorstand [Info] entfernt und darf nun nicht mal mehr auf einem der ohnehin chancenlosen Listenplätze der NPD in Niedersachsen kandidieren. Sowas nennt mensch wohl einen ei­nem brau­nen Kar­rie­reknick.
Dass die nächsten Jahre als Vorsitzender des Unterbezirks Oldenburg und als NPD-​Man­dats­trä­ger im Kommunalparlament diese persönlichen Schlappen kompensieren könnten, scheint nicht nur an­ge­sicht der mas­si­ven an­ti­fa­schis­ti­schen Pro­tes­te äußerst unwahrscheinlich.