homophobe rechterfelder

»Ein Grundschullehrer aus Bremen wollte im niedersächsischen Heimatdorf seines Lebenspartners einen schlechter bezahlten Job in der Grundschule annehmen – doch manchen Einwohnern war der evangelische Schwule derart suspekt, dass sie ihn wegmobbten. Wie die „Oldenburgische Volkszeitung“ in ihrer Freitagsausgabe berichtet, war dem verpartnerten Michael K. der Job des Schulleiters in der Grundschule Rechterfeld im Südwesten Niedersachsens nach seinem Vorstellungsgespräch am vergangenen Donnerstag bereits sicher. So schwärmte CDU-Bürgermeister Gerd Meyer von dem Kandidaten als „exzellenten Pädagogen“. Allerdings machten nach Meyers Angaben „einige wenige“ im 1.200-Seelen-Dorf Rechterfeld gegen K. Stimmung, bis er schließlich entnervt seine Bewerbung zurückzog.
Organisiert wurden die Proteste von erbosten Katholiken, die keinen schwulen Protestanten als Schulleiter akzeptieren wollten. Rechterfeld und der Landkreis Vechta gehören zu den wenigen katholischen Enklaven in Niedersachsen. Die Gläubigen organisierten sich über das katholische Dorfpfarramt. Der Dorfpfarrer spielte hierbei eine zwiespältige Rolle: Zwar erklärte er in den Medien, er habe sich nicht in der Sache einspannen lassen. Allerdings informierte er K. auch über die Hetzkampagne und baute so Druck auf den Lehrer auf. K. wollte sich dem Mobbing nicht aussetzen und entschloss sich, seinen ohnehin besser bezahlten Job in Bremen zu behalten. „Wir können ihn jetzt wohl nicht mehr überreden“, bedauerte Bürgermeister Meyer. Nun hat die Schule Probleme, die seit Februar offene Stelle überhaupt noch zu besetzen.
In der „Oldenburgischen Volkszeitung“ hat der verantwortliche Redakteur Lars Chowanietz die Provinzposse scharf kritisiert: „Die Besetzung eines Schulleiterpostens durch einen Homosexuellen zu verhindern, ist ein Akt von Diskriminierung und mit dem Schutz von Kindern oder mit Moralvorstellungen nicht zu rechtfertigen“, schrieb er in der Freitagsausgabe. Im Gespräch mit queer.de erklärte er, er wolle in dem Fall weiter recherchieren. Bislang wollen sich die homophoben Kritiker nicht öffentlich äußern.
Auf der Website der Zeitung gab es bereits dutzende Leserkommentare, in denen die Ablehnung des Lehrers kritisiert wird. So schreibt ein Leser aus dem benachbarten Vechta: „Anscheinend denken einige Menschen in den Randgebieten des Oldenburger Münsterlandes, dass Homosexualität eine Krankheit ist und die Dorfbewohner verseucht.“
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