nazi-angriff in oldenburg –
antifa belagert täter

Am Samstag, dem 3. März zogen gegen 16 Uhr mehrere Neonazis Parolen rufend durch die Kaiserstraße. Ein älterer Mann, welcher ihnen verbal Paroli bot, würde angegriffen und u.a. mit Faustschlägen traktiert. Erst durch das engagierte Einschreiten zweier Oldenburger, unter ihnen SPD-Ratsherr Christoph Sahm, ließen die Nazis von ihrem Opfer ab. Anschließend versuchte der Großteil der Gruppe über den Stau stadtauswärts zu flüchten, wurde allerdings von der von ZeugInnen informierten Polizei kurze Zeit später gestellt. Die Polizei nahm die Personalien von 6 Männern im Alter zwischen 18 und 23 Jahren auf – unter ihnen befanden sich auch jene NPD-Mitglieder, die im vergangenen November den Farbanschlag auf den jüdischen Friedhof in Osternburg verübt haben.

Teile der Oldenburger »KameradInnen« & Umfeld in Bad Nenndorf 2011:
v.l. Robin Sudbrink, Erik Bruhn, unbekannt, Lyzian Bankmann(o.), Daniel Gawenda(u.), Christian Schneeweiß, Sven Alisch

Oldenburger AntifaschistInnen gehen davon aus, dass die Faschos am Naziaufmarsch in Münster teilnehmen wollten, jedoch bereits an der Anreise scheiterten und unverrichteter Dinge wieder umkehren mussten. Identifiziert wurden bisher wohl Robin Sudbrink (Hude), Erik Bruhn (Hude), Jens Malte Hillers (Wilhelmshaven), Julian Klein (Oldenburg) und Daniel Gawenda (Oldenburg). Im Anschluss an die Personalienfeststellung durch die Polizei versammelte sich der Nazimob in der elterlichen Wohnung des Letztgenannten im Gleisweg in Oldenburg-Osternburg. Vermutlich wollten sie sich und ihre »Heldentat« bei einem gemütlichen Bierchen in trauter Runde abfeiern – doch daraus wurde nichts.
Kaum hatten sie sich in der Wohnung niedergelassen, klingelte die Antifa. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Mehrere Dutzend autonome Antifas hatten sich keine Stunde nach dem Überfall vor dem Nazinest eingefunden und begannen eine kleine Belagerung. Die panischen Nazis verbarrikadierten sich, flehten bei der Polizei um Hilfe und ließen sich nach Beendigung der antifaschistischen Belagerung wohl mit einem Auto in Sicherheit bringen.

Screenshot der NPD-Facebook-Seite vom 3. März 2012

Inzwischen ist u.a. auf Indymedia ein umfangreicher Recherche-Artikel über die jüngsten Naziaktivitäten in Oldenburg erschienen. »Die aktive Oldenburger Naziszene ist überschaubar, aber motiviert. Regelmäßige Beteiligungen an Aufmärschen, Plakatier- und Klebeaktionen, Provokationen und Übergriffe – Die Nazis versuchen, in die Offensive zu gehen. Es ist an uns allen, dies zu verhindern«, so dass Fazit der Antifa Oldenburg.

☞ »Neonazis verletzen Mann am Bahnhof« NWZ 05.​03.​2012
☞ »Körperverletzung und Skandieren rechter Parolen« Polizei Oldb. 04.​03.​2012
☞ »Über die jüngsten Naziaktivitäten« Indymedia 04.​03.​2012


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